Karl-rnhe, 8. Mai. Beide Kammern des Landtags sind heute nach; der durch die Reichstags-Session veranlaßt gewesenen Unterbrechung zum ersten- male wieder zusammengetreten. Minister - Präsident v. Freydorff ist von den Verhandlungen des Bundesraths gestern wieder hier eingetroffen.
llilterreid).
Wien, 8. Mai. Die Gesetzentwürfe betreffs der Rechts -Verhältnisse der katholischen Kirche und betreffs der Beiträge zu dem Religions - Fonds zur Bestreitung der Bedürsniffe des katholischen CultuS wurden gestern vom Kaiser sanctionirt.
Jlußfüllö.
Petersburg, 7. Mai. Der Großfürst Nicolaus ist zur Truppen- Jnspicirung nach den inneren Provinzen abgereift. — Der Dampfer „Belisar" hat auf der Wolga, unweit IaroSlaw und Kostroma, eine Kessel-Explosion m litten, wobei 5 Menschen getödtet, 59 verwundet wurden.
/raitereidj.
Paris, 7. Mai. „Monde" enthält eine Depesche aus Rom, daß französische unb amerikanische Deputationen, zusaminen 500 Personen, heute vom Papste cingesegnet worden seien.
Paris, 7. Mai. Reims soll ein wichtiger Waffenplatz werden. Mau will es zum Sitz des Ober Commandos deS 6. Armee-Corps machen und eine Artillerie-Direction und Schule dort errichten. Diese militärischen Anstalten werden 5 Millionen kosten, welche die Stadt dem Kriegsminister vorschießt und von dem Staate später zurückerhalten wird.
Paris, 7. Mai. Das Journal „Soir" veröffentlicht eine Depeiche, wonach Don Carlos eine Proclamation an die Freiwilligen gerichtet hat, in welcher es heißt: „Habet Vertrauen aus Gott und auf mich, so werdet ihr niemals den Muth verlieren. Wir werden in Bilbao einziehen, unsere Fahnen werden überall in Siegesruhm wehen, mit diesem Vertrauen werdet ihr die gottlose Revolution bekämpfen."
Paris, 8. Mai. Tronchin Dumersau, einer der Directoren der allgemeinen freien Ausstellung für 1875, ist gestern verhaftet worden. Die Veranlassung zu der Verhaftung ist noch unbekannt.
Spanten
Madrid, 7. Mai. Die „Gaceta" veröffentlicht ein Decret, welches Zabala zum General-Capitän ernennt. — Marschall Serrano erwiderte auf die Ansprache einer Deputation aus der Provinz: „Der Carlismus ist zwar er schlittert, aber nicht besiegt. Wenn er besiegt ist und der Cantonalismus keine Gefahren mehr bringen wird, dann kann das Land frei über sich selbst verfügen." Castelar beglückwünschte gestern den Marschall Serrano.
Barcelona, 8. Mai. Eine Colonne unter den Brigadiers Esteban und Cirlot schlug auf dem Rückmarsch von Berga versprengte Carlisten - Truppen unter Don Alphons in die Flucht. Die Carlisten hatten zahlreiche Ver lüfte an Todten, Verwundeten und Gefangenen. Die Colonne hatte gleichfalls beträchtliche Verluste.
tiften.
Penang, 7. Mai. Neue Berichte bestätigen, daß 1000 Mann Ver stärkungstruppen und zwei Kriegsschiffe neben der holländischen Garnison in Atschin bleiben sollen wegen der feindseligen Haltung der Atschinesen m der Nachbarschaft des Kraton.
Äirckliche Anzeige
»er evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Wotte-dienst.
Sonntag den 10. Mai.
Morgens: Pfa roikar Schlosier
Nachmittags: Pfarrer Landmann
Am Htmmelfahrtsfeste, den 14 Mai Morgens: Pfarrer Landmann.
Nachmittags in der Friedhofskirche: Pfarrvikar Schlosser.
Die Pfarrgcschäfie für die Woche vom 10. bitz 16 Mar bcfuifti Pfarrer Dr. Seel
Auszug aus drn jßirdjrnbüdjrrn der Stahl tf>ic|;rn.
Evangelische Gemeinde.
Ä p v u i i r t t.
Dkn 5 M a i Cito Ploch. Heizer an der Main-Weser-Babn dahier, ru» Nomrod, des evangelischen Lebreis Justus Ploch daselbst, eheliche» Sohn: un> iitife ^ullmann. deS BürgeiS in Hombirg an der Chm und Calculators an der Ödcrh-ff. Buhn dahier, Heinrich Jullmann, .heliche Tochter.
Den 7 Ma i. Moritz Julius Wallenfels, Bürger und Haust:r.nn dahier, ein Wittwer: und Christiane Friederike Sayler, geborne Maier, dec verstorbenen Bürgcis und Gastwinhs zu Königsbronn :n Wüittcmberg. Heinrich Sayler, Wittwe.
Denselben. Eduaid Johann Martin jtarl Klinket, Bürger und Ceconom dahi.r, des hiesiaen Büigeis und Küsein,eifters. Ludwig Klinket, ehelicher eobn; und Iobannette ^h'ist'ne Katoline Friederike Sack, ces hiesigen Bürgers und Metzger- . ttstcrs, Karl Sack, eheliche Tochter
Denselben. Friedrich Grauer, Bürger und Schmiedmeister in Butzbach, des verstorbenen Bürgers und Schmiedmcisters daselbst, Marlin Grauer, ehelicher Sohn; und Anna Marie Rinn, Pflegetochter des hiesigen Bürgers und Drechsler- Meisters Wilhelm Hensler.
Getaufte.
D e n 3- Mai. Dem Bürger in Cbcr-Rosbach und Zeugweber dahier, Konrad Jung, ein Sohn, Adolf Louis, geboren den 2 April
Denselben Dem Bürger und Schneidmüller Philipp Culer, eine Tockter Marie Philippme, geboren den 1. April.
Denselben. Dem Lademeister an der Main-Weser Bih r bröter »Johann Semmler aus Ober-Seibertenrod, Kreises Schotten, ein Sohn, Christian Wilhelm geboren den 15. März.
Denselben. Dem Heizer an Bord »einer Majestät Aoiso.Loreley ' in W lbelmS Hafen, Johann Georg Michel aus Gleiberg, ein Sohn, Georg Heinrich Eduard, geboren den 3 April
Denselben. Pauline Frieda Henriette, eine uneheliche Tochter von auswärts, geboren den 15. April.
Denselben. Dem Bürger und Schneidermeister Christian Eise, eine Tochter, Elise Auguste Georgine, geboren den 3". März.
Denselben. Dem Bürger in Gotha und Schuhmacher dahier, Karl Schlemm, ein Sohn, Emil Kail Johann, geboren den 3. Februar.
Denselben. Dem Bürger in Over Schmittrn, Kreises Nidda, und Arbeiter dahier, Wilhelm Schäfer, eine Tochter, Anna Katharine Friederike, geboren den 12. März.
Denselben Dem Bürger und Musiklehrer, Martin Steiner, eine Tochter, Emma Elisabeth, geboren den 21 März
Denselben. Dem Bürger in Alt-Buseck und Arbeiter dabier, Martin Müller, eine Tochter, Luise Charlotte Pbilippine, geboren den 4 April.
Den 7. Mai. Dem Locomotwsudrer an der Main Weser Bahn dahier, Johann Heinrich Köhler aus Hofgeißmar, ein Soin, Karl Wilhelm Fran, Theodor, geboren den 18. April
Denselben. Dcm Comptoiristen bet der Gewerkschaft E W Fernie dahier, Louis Dauernheim, ein Sohn, Frndnch Wilhelm Augu,t Hugo, geboren den 8 April.
Denselben. Dem Kaiserlichen Postiecretär dahier, Georg Konrad Jung, eine Tochter, Marie Hedwtg, geboren den 24. Februar.
*3 c t m i f 4) t r «•
Berlin Für die Mitglieder der Fortschrittspartei im Reichstage wurden während der abgelaufenen Session täglich Veilchenstrauße in das ReichstagSgcbaude von unbekannter Hand gesendet. Die geheimnchvolle Scnoerin »st jetzt nad'träglid) durch die im vertraulichen Kreise gemachte Offenbarung eines Abgeordneten als die mißtrauische Gattin eines Mitgliedes der Fortschrittspartei enthüllt worden. Die Dame batte schon, wie der sortichrittlichc — Poet wissen wollte, seit längerer Zeit ihren Gemahl im Verdacht, daß er den Reichstag deS Oeftcren „schwänzte-, und daß die heitere Laune, die er oft ailzujpät nach Hause mitbringe, weniger eine Nachwirkung der meist doch »ehr ernsthaften Session des Reichstages, als vielmehr privaten Sitzungen »n engerem Kreise sei. Die poetischen Veilchensträuße wurden also von ihr als höchst pro;aische Contremarken benutzt. Das Manöver gelang ihr vollständig und das leere Knopfloch de- angevlich aus der Session kommenden Gemabls war für sie ein vollständig genügendes Beweisobjeet. Diese ebenfalls in engerem Krei»e gemachte (Sntbüllung des denuneiations- süchUgen Abgeordneten soll die anauicnten Mitglieder der Fortschrittspartei sehr überrascht haben, am meisten aber d n mitanwesenden — Gemahl der dcnuneirten Dame!
Heppen beim, 5. Mai. (Wissenschaftliche Versammlung.) Am vergangenen Sonn abend uno Sonntag fand in diesiger Irrenanstalt eine zablreich besuchte Vevammlnng füdwest- deutscher Aerzte, und besonder- Irrenärzte, statt, in welcher durch tnt.ressante Vorträge und gemüthliches, gemeinschaftliches Mahl, das utile cum duld auf das Harmonischste vereinigt wurde. Unter den gegen 90 Anwesenden, waren die meisten größern Städte der Umgebung und besonders auch die Universitäten Heidelberg, Gießen, Slrapdurg und Würzburg bestens vertreten, fo daß der große Lonversanonssaal der Anstalt von einem aufmerksam lauschenden Publikum ganz erfüllt war Schreiber dieses konnte nur den Vorträgen t<8 ersten Tages bei» wohnen, die sich hauptsächlich auf dem mebr allgemeinen Gebiete der Nervenpbvsiologie und Pathologie oewegten, während der zweite Tag den speeiell psychiatrischen Themen gewidmet war. Der bedeutendste Vortrag am Sonnabend wurde von dem Professor der Pbvsiologie in Gießen Herrn Dr. Eckhard gehalten und verbreitete sich bereite über eine der neuesten Errungen»chaf.'en der Erperimentalphysiologie „lieber d,e Auffindung notorischer Gentren an der Hirnrinde." Eraet ausgeführte Experimente am Thier erläuterten den Vortrag. Außerdem sprachen noch die Profefforen Friedrich, Erb und Moos von Heidelberg, sowie Dr. Otto von Pforzheim, die eine Fülle neuer wichtiger Beobachtungen aus dem reichen Schatze ibrer Erfahrung mittheilten. Nachdem noch Die Assistenten des Direetors des Herrn Dr. Ludwig in liebenswürdigster Weise Die ausgezeichnet eingerichtete Anstalt gezeigt, vertagte sich die Ver- sammlung in Den „halben Mono- wo bei vorzüglicher Tafel und in der heitersten Stimmung, zu welcher ein humoristischer Toast des Vorsitzenden, des Hofraths Herrn Dr. Rmecker von Würzburg, wesentlich beitrug, die Gäste zusammenblieben, bi» die letzten Züge Viele uns entführten.
— (Mississippi'Ueherschwemmung.) Ncw-Aorker Zeitungen vom 23. April, welche gestern mit dein Hamburger Dampfer „Hammonia" in Plvmouth eingetroffen sind, geben ausführliche Berichte über die Verwüstungen welche das Austreten des Mississivpi und »einer Nebenflüße auf ihrem Laufe angerichtet haben. Die Berichte bebauvten allen Ernstes, daß eine ähnliche ♦ t mm“n^ -m dmeS Jahrhunderts noch nicht erlebt worden jei ; der angmeh»
tete Schaden übersteige Den Schaden, welchen die beiden großen Feuersbrünste in Chicago und । ;ny,ld”ft batten, um das Zehnfache. Hunderte von Quadratmeilen des fruchtbarsten JV. e’1 Gebauten Landes in Amerika sind durch die Flutben binweggenden werten Rew- finh ?n»r’ , ->iele kleinere Städte stehen unter Wasier. Hunderte von Stücken Vieh
obLT 'U"/n' fauler unö Farmen weggerissen worden und ter Schaden ein ungeheurer. In anüairt 1U an6cten werden Sammlungen zur Unterstützung der Notbleidenden ver-!
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Den 4. Mat. Eine tobtgebornc Tochter des Bürgers und Schneiders Johann Georg Wagner, geboren den 3 Mai
Den 8. Mai Ein tohtgeborner Sohn des Bürgers zu Saasen, Kreis Gründcrg und Mauieis dahier, Peter Borre, geborm den 6. Mai
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NicolauS G. KoftitS Eertificat 3?r. 73,701 Prilep. Poft Holleschau in Mäbren. 7. Mai 1871.
Indem mir schon die von Ihnen längst blzogene Revnleeciere du Berry auSging und für meine Ma^ei.schwöche und Unverdaulichkeit ein gutes und wirk'ametz Mittel ist, so ersuche ich eic höflichst, mir noch von der echten RevalcMine 2 Pfund gegen Nuchn- l,me so bald als möglich zu übersenden Achtungsvoll erbgebenst
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