daß sie die Ausfälle gegen das Ausland einstellen möchten, weil sonst Conflicte
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ist anhaltend ruhig.
Madrid, 6. Januar. Die Vertreter der spanischen Regierung in Paris, Brüssel und Lissabon haben telegraphisch ihre Entlassung erbeten. — Die General-Capitäne von Cuba, Portorico und den Philippinen sollen, wie verlautet, Seitens der Regierung abberufen werden. — Widerstandsverjuche gegen die Entwaffnung der Freiwilligen in Valladolid und Malage wurden leicht beseitigt. — Das Feuer der Insurgenten in Cartagena ist lebhafter geworden. Die Insurgenten scheinen durch die Voraussetzung, daß die Stim- nrung der Provinzen eine der Regierung feindliche sei, ertmuthigt. — Die Madrider Ayuntamienta ist unter Vorsitz Carvajal's neu organisirt worden. Die Generale Fatino und Arin wurden verhaftet.
Amerika.
Washington, 6. Januar. Die über die Angelegenheit des Virgi- 111116 geführte Correspondenz ist im Congresse vertheilt worden. In der Botschaft Grant's, worin die Hauptpunkte der Angelegenheit zusainmeugestellt werden, wir? daran festgehalten, daß der Virginius prima facie ein amerikanisches Schiff gewesen' Die Beschlagnahme und die Hinrichtungen seien eine Verletzung des internationalen Rechtes gewesen. Spanien bat, indem es das Schiff zurückgab, dem Prtncip Gerechtigkeit widerfahren lassen. Die schließliche Auseinandersetzung sei, als mäßig und gerecht, der Aufrechthaltung guter Beziehungen günstig.
Schweiz.
Bern, 6. Januar. Laut dem Luzerner „Vaterland" protestiren die schweizerischen Bischöfe beim Bundesrath gegen die Ausweisung des Nuntius.
Frankreich.
Paris, 4. Januar. Der Cardinal-Erzbischof von Paris begibt sich am 28. d. mit dem Cardinal Cbigi nach Nom, um den Cardinalshut aus ben Händen des Papstes zu empfangen. Beide reisen über Marseille und Civita- Vecchia. Der neue Cardinal Regnier, der sich ans den nätnlichen Gründen nach der Hauptstadt Italiens begibt, nimmt den Landweg. — In Roubaix sind mehrere Leute verhaftet worden, die dort Soldaten für die Holländer anwcrben wollten. Eine gerichtliche Untersuchung wurde dieserhalb ein geleitet.
Paris, 4. Januar. Der Kriegsminister hat alle Maßregeln ergriffen, damit bis zum 4. März die Cadres der Territorial-Armee hergestellt sind Bekanntlich soll bis zu dieser Zeit die Armee auch mit den neuen Kanonen versehen sein, so daß Frankreich „den Ereignissen mit größerer Ruhe zusehen kann." Das „Univers" behauptet heute, daß die Rechte nichts dagegen haben werde, wenn die Officierstitel der Prinzen von Orleans, die bis jetzt noch provisorisch sind, zu endgültigen gemacht würden.
— Der Finanzminister Magnc besteht darauf, daß die neuen Steuern, welche noch zu votiren find, so angenommen werden, wie er sie in Vorschlag gebracht, widrigenfalls er seine Entlassung einreichen werde. Die neuen Steuern belaufen sich auf 65 Millionen, nämlich für das ^alz 32, für die Cbeques 6, für den Transport der Güter aus der Eisenbahn 22, für die Taxen für außer^ gerichtliche Acten 5 Millionen.
Paris, 5. Januar. Aus Madrid fehlen Depeschen. Das Gerücht ist verbreitet, es sei dort ein Kampf ausgebrochen. — Gestern fand großer Em-
OlafieiL
Rom, 3. Januar. Der „Corriere di Milano" berichte, die folgende Thatsache, welche wohl geeignet wäre, als Motiv für den Gesetzentwurf Viglia- ni's über die kirchliche Eheschließung zu dienen: „Ein Handlungsreisender, Antonio Sartorio aus Malland, seit einiger Zeit in Lyon bomieilirt, war vor dem hiesigen Tribunal Der Bigamie angeklagt. Der Proceß wurde in aller Form geführt; aber was war sein Resultat? Es ergab sich, daß der Betreffende nicht zwei, fonberu drei Frauen genommen hatte, eine hier, eine in Florenz und die dritte in Neapel. Dafür hat er denn auch — so wird der Leser benfen — eine tüchtige Strafe bekommen. Durchaus nicht, und zwar aus folgendem Grunde: Von den drei Ehen war nur eine mit dem gesetzlich vorgeschriebencn Civil - Contract, die beiden andern waren lediglich mildem kirchlichen Ritus abgeschlossen worden. So mußte das Tribunal erklären, es liege kein Grund vor zum gerichtlichen Vorgehen, und Herrn Sartorio hat auch nicht die geringste Strafe getroffen."
Rom, 6. Januar. Pater Theiner hat der Aufforderung Antonelli's nachgegeben; er nimmt die Directorstelle an der Oratorianer - Bibliothek nicht an.
entstehen könnten. Decazes fürchtet, das Rundschreiben des Cultusministers werde wenig helfen, zumal die Regierung die bestehenden Gesetze gegen die Bischöfe nicht anzuwenden wagt.
Paris, 6. Januar. Die Journale stimmen dem Rundschreiben des Cultusministers an die Bischöfe zu. Das ..Journal des Debats" weist auf die trotz der verbindlichen Fassung entschiedene Sprache des Regierungs Erlasses hin. Die kirchlichen Journale äußern sich sehr gemäßigt. Die „Union" betont, das Recht der Bischöfe, gegen die Verfolgung der Kirche zu protestiren, könne durch politische Rücksichtnahme keinen Abbruch erleiden ihre Auslassungen die Verantwortlichkeit der Regierung nicht herbeiführen. Der „Patrie" zufolge beabsichtigt die Regierung, die ausländischen in französischer Sprache eischei- nenden Journale mit einer Abgabe zu belegen. — König Franz von Neapel ist hier eingelroffen.
Uesterreich.
Wien, 4. Ja,mar. Die Nachricht des „Vaterlands", welches den ßar diual Rauscher nach Nom schickt und den Salzburger Erzbischof Tarnoczy an seine Stelle nach Wien kommen läßt, ist vielleicht doch weniger einer bösen Absicht als einem Mißverständuiß zuzuschreiben. Herr v. Tarnoczy wird in der That nächster Tage seine Diöcese verlassen und nach Wien kommen, indessen nur zu dem Behufe, um hier aus der Hand des Kaisers das Baret entgegenzunehmen, das ihm der Papst bekanntlich verlieh. Es ist nämlich Hierlands Herkommen, daß neuernannte Cardinäle, sofern sie dem österreichischen Clerus angehören, mit den Insignien ihrer neuen Würde vom Monarchen in Person bekleidet werden Der Papst hat denn auch die Nobelgardisten, welche den neuen Cardiuälen das Breve überbrachten, angewiesen, den Kaiser von Oesterreich um die Vollziehung dieses Actes zu bitten, und heute sollen diese Abgesandten tu der Ofener Königsberg empfangen werden. Wahrscheinlich wird der Kaiser gelegentlich seiner Mitte d. Mts. erwarteten Rückkehr nach Wien sich dieser Ceremonie unterziehen. Diesen Zweck also wird die Ankunft des Salzburger Primas in Wien haben. Von einer Reise des Cardinals Rauscher nach Wien ist jedoch keine Rede.
erlegen.
Aus Kurhefsen, 3. Januar. Der . Fuldaer Anzeiger" nennt „mit Bestimmtheit" die Herren Domcapitular Hahne, Regens Dr. Komp und Assessor Dr. Braun in Fulda, ferner den Dompfarrer Kreisler zu Fritzlar und Dechant-Pfarrer Kleespies in Orb als die vom Domcapitel aufgestellten Caudidaten für den erledigten Bischofssitz. Der Oberst z D. v. Cornberg in Hanau, einer der Unterzeichner des Ausrufs zur Unterstützung der renitenten Pastoren, ist dieserhalb von dem Commando der 1. Division in Frankfurt zur Nechenschasl gezogen worden. Dem Metropolitan Vilmar in Melsungen, in Folge eines auf der niederhessischen Pastoral-Conserenz gehaltenen Vortrags wegen Aufreizung zum Ungehorsam und Majestätsbeleidigung in Untersuchung gezogen, wurde soeben von der Staatsanwaltschaft in Rotenburg angezeigt, daß das'gegen ihn eingeleitete Strafverfahren eingestellt worden sei. Vier Kirchenälteste im Kirchspiel Rengshausen und drei in Melsungen sind ihrer Presbyter- ämler enthoben worden, well sie gegen die vicarische Versetzung der bezüglichen Pfarrstellen Protest erhoben und erklärt hatten, daß sie die im Warnen des Ge sammt Consistorinms amtirenden Geistlichen nicht anerkennen könnten.
Mühlheim a. d. Ruhr. Hier sind neulich, wie der „Social Demokr." meldet, auf dem Bahnhöfe 19 Social-Demokraten verhaftet worden. Die Vergehen, welche diese Leute begangen haben sollen, sind dem Blatre nicht bekannt. „ c
Schönebeck, 2. Januar. Heute Nachmittag flog das an der ^ud- westseite von Schönebeck hart an dem nach Staßfurt gehenden Eisenbahnstrange gelegene Pulvermagazin der Zündhütchenfabrik von Sellier und Bettot in die Luft. Leider sind drei Menschenleben zu beklagen. Drei dort befindliche Arbeiter, darunter zwei Familienväter, sind der Explosion zum Opfer geworden.
Strastburg, 6. Januar. Der ehemalige Deputirte der französischen National-Versammlung, später Nedacteur des „Lyoner Journale," August Schneegans, befürwortet in einem längeren im „Elsässer Journal" veröffentlichten Artikel über die Candidatnren Lanth's und Bergmanu's sehr entschieden die Wahl Bergmamlls.
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Madrid, 5. Januar. Die amtliche „Gaceta" publicirt die Ernennungen von Martos zum Jnstizminister, Echegaray zum Fiuanzmiuister, Albaceda zum Civil-Gouverneur von Madrid. Ein anderes Decret hebt die gesetzlichen Bestimmungen über die constitutionelleu Bürgschaften auf und unterstellt Spanien den gesetzlichen Bestimmungen über die öffentliche Ordnung vom 23. April 1870. Eine Circular Verfügung des Ministers des Innern weist die Gouverneure der Provinzen an, die Journale carlistischer und cantonaler Tendenz zu suspendiren. — In Saragossa fand am 4. Januar ein Zusammenstoß zwischen Regierungstruppen und Freiwilligen der Freiheit statt; erstere siegten in achtstündigem Kampfe. Der Aufstand war herbeigesührt durch die Provinzial- Deputatiouen und den Gemeinderath, welche aufgelöst werden sollten. Die vergangene Nacht, für welche man Unordnungen besorgte, ist ruhig verlaufen.
Madrid, 5. Januar. Die Regierung erhält von allen Seiten Zustimmungs-Erklärungen. "Unruhen haben, mit Ausnahme von Saragossa und Valladolid, nirgends stattgefnnden. In den genannten Städten ist die Ord- nilng wieder hergestellt.
Madrid , 5. Januar. Castelar veröffentlicht folgenden an das Land gerichteten Protest: „Ich protestire mit der ganzen Energie meiner Seele gegen den die coiistltuirende Versammlung geführten brutalen Schlag. Mei« Gewissen scheidet mich von der Demagogie. Mein Gewissen und meine Ehre scheiden mich von der Lage, welche durch die Gewalt der Bajonette soeben bereitet ist." Mehrere Deputirte der Majorität haben diesem Protest zugestimmt. — Die Entwaffnung wird ohne Schwierigkeit fortgesetzt. Madrid
Berlin, 31. December. Der 10. Januar, an welchem Tage die Neichstagsnahien Statt finden, ist ein Samstag. Darin bat em Mischer Rabbiner, Bamberger in Würzburg, „eine Beeinträchtigung jüdischer Staatsangehöriger" gefunden und oieierbalb an das Reichs- kanzleramt eine telegraphische Vorstellung gerichtet, welche wieder tclegrapbisch fol .ender Maßen vriuuuu vö iti l’dit ein verniet — wienern laiiv aivhti wui- beantwortet wurde: „Berlin, 19. Deeember 1*573. Herrn Diftriets-Rabbiner Bamberger,
k ’ k "amps aur-gevrocyen. 'kr Würzburg. Die Ausübung des Wablrellstes ist möglich, ohne daß der WahUr am Wahltage
pfang bei dem Herzog Decazes stakt; die Botschafter Delitschlands, Oester- schreibt. Wablzettel kann entweder schon am Tage vorder oder auch am Wahltage selbst re llis, Englands, Rllßlands und die übrigen Diplomaten, der Herzog von;i?UTCß ejncn Vertreter geschrieben werden. Ueberdieß wird die Abstimmung erst 6 Uhr Rach- Nemours und Guizot waren anwesend. Gras Arnim hatte eine lange Unter mittags, also fast zwei Stunden nach Sonnenuntergang, geschlossen. Eine Beeinträchtigung
lion-Sverre ist imwischen gleichfalls über ihn verhängt worden. — Seitens rednng mit Decazes. Während des Empfanges bat Decazes mehrere hochge- doVVolkei wurden beute die Hörsäle und die Bibliothek des Seminars ge-stellte Departemental- Persönlichkeiten, bei ihren Bischöfen daraus zu wirken, schlossen, bezw. versiegelt, weil, wie es heißt, der Regens die Verpflichtung *** «-* -ink-N.n mÄ*tPn fnnfr Knnffirh»
nicht übernommen habe, die Vorlesungen, wie es durch die an ihn ergangene Regsminal-Verfüguna angeordnet worden, einzustelleu. _
Aus Westfalen. In der Weihnachtswoche ist wieder Blut geflosien. In Altendorf bei Steele rotteten sich am 26. Decernber böse Buben zusammen, tractirten harmlose Wanderer mit Revolverschüssen und stürmten und dcmoltr- ten ein Wirthshaus, und in Schalke ging es an demselben Tage mcht besser zu. Einer der verletzten Männer ist schon am folgenden Tage seinen Wunden


