Ausgabe 
7.12.1874
 
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Vieepräsident de- MinisterrathS, heute endlich in der Kammer vertrug, wurde mit großer Kälte ausgenommen. Nur 17 bis 18 Mitglieder des rechten Cen. trum- gaben Zeichen de- Beifall- kund. Nachdem die Verlesung geschehen, be­gab sich der Secrrtär der Präsidentschaft, d'Harconrt, und bet Vice Minister­präsident zu dem Paläste deS Präsidenten in Versailles, um Letzterem über den Eindruck der Botschaft zu berichten.

Die Legitimisten sind sehr erzürnt; der Marschall neigt ihnen zu sehr' nach link- hin. Aus die konservativen Republikaner machte die Botschaft feinen ungünstigen Eindruck; dieselben halten den Aufruf des Marschalls an alle Männer von gutem Willen für einen Foitschritt Die radicalen Republikaner sind mit der Botschaft nicht zufrieden; sie erkennen zwar an, daß in der Dot- schäft keine Staatsstretchspläne angedeutet seien, aber sie finden, daß der Mar-j schall nur ungenügende Concessionen mache und zu sehr die Gewalten betone, welche ihm die Versammlung gegeben.

Das find so ziemlich die ersten Eindrücke, welche die Botschaft aus die Deputirten machte. In Parts, wo sie um 5 Uhr bekannt wurde, erregte sie wenig Aufsehen, im Ganzen auch wenig Zufricdenhcit, da man befürchtet, daß daS ungewiste Provisorium noch lauge Zeit fortbestchrn werde.

8panifiL

Madrid, 3. December. Der Carlisten - Ches Lozano ist erschofien worden.

Daß der Pfarrer Santa Cruz sich noch in Lille aushalt und kein neues Commando in der Armee des Prätendenten bekleidet, ist bereits mitge- theilt worden. Der frühere carlisttsche Banditcnfüiner ivo6.it dort, dem Echo du Nord zufolge, unter seinem mütterlichen Namen Lin Wunder, daß ihm der eigene zu schlecht geworden und steht unter nicht allzu strenger Polizei­aufsicht. Noch am vorigen Samstag erschien er selbst, wie von ihm verlangt wird, auf der Präfectur, um die von der französischen Regierung ihm ange­wiesene kleine UnterstützungSsumme in Empfang zu nehmen Er bewohnt in dem neuen Stadttheil, nahe dem Boulevard de la Libertü, ein geräumiges Haus, welche- eine Vornehme Dame ihm zur Verfügung gestellt bat, und steht mit vielen legitimistischen Familien der Stadt auf bestem Fuße.

tLilrgrniJtjifdje Zhpefrfjeii.

Berlin, 4. Dec- Reichstag. Ein Schreiben des Reichskanzlers zeigt an, daß im Etat des auswärtigen Amtes der Antrag anf Bewilligung von 53,100 Mark für die Gesandtschaft bei dem päpstlichen Stuhle zurückgezogen sei. Die elsaß lothringischen Abgeordneten zeigen schriftlich an, daß sie Ange­sichts der Lage des Lande- nicht an den Arbeiten der Commission für den elsaß lothringer Landeshausbaltetat und die Anleihe tbeilnebmcn könnten. DaS Schreiben wird der Gcschäftsordnungs Commission zur Berichterstattung über wiesen. Bei der Berathung des Etatstitels für den Bundesrath kritisirt Jörg heftig die Politik des Reichskanzlers und fragt an, ob der Bundesrathe Ausschuß für die auswärtigen Angelegenheiten, in welchem Bayern den Vorsitz führen wolle, funettonire; er vermisse dessen Mitwirkung bei allen wichtigen Fragen, besonders bei der spanischen Jnterventionofrage, wo die Mitwirkung des Ausschusies das Fiasco des Reichskanzlers durch die Absage Rußlands vielleicht erspart haben würde. Fürst Bismarck erklärt: Der Dundesrathsaus schuß für die auswärtigen Angelegenheiten bestehe lind trete so oft zusammen, als der bayerische Vorsitzende ihn zusammenrufe Von keiner Bundesregierung werde etwas verheimlicht- Als der Reichskanzler die Ermordung des Haupt­manns Schmidt erfahren, habe er sich gesagt, daß solches einem englischen, französischen oder amerikanischen llnterthan nicht passirt wäre. Er habe es für Zeit gehalten, daß Deutschland solche Attentate räche. (Beifall.) Spanien sei nur zu helfen gewesen, wenn man die für Herstellung einer staatlichen Ordnung geflnntcn Elemente Spaniens anerkannte. Deutschland habe dies

Das FiaSco, das ich gemacht haben soll, kann ich ruhig tragen. Der Vor­redner berührte auch das Kissinger Attentat und nannte Kullmann einen ver­rückten Menschen. DaS war Äuümann nicht. Sie wollen keine Gemeinschaft mit Kullmann, daö begreife ich, aber er hält fest an Ihren Rockschößeu- Ich fragte ihn:Weßhalb wollten Sie mich tobten, da ich Ihnen doch nichts tbat?" Er antwortete:Wegen der Kirchen - Gesetze und Sie haben meine Fraktion beleidigt." Ich fragte:Welches ist Ihre Fraction V Er antwortete: Die Cenlrunrs Fiactton " (Hört! Hört! Großer Lärm ) Stoßen Sie Kull- mann zurück, er gehört doch zu Ihnen! (Stürmischer Beifall recht- und links, aus dem Centruin: Pfuil Pfui!) Der Präsident bezeichnet letztere Rufe als unparlamentarisch. Fürst Bismarck: Solche Rufe zu rügen, wie ein Abge­ordneter aus ber zweiten Ceritrnmsbank ausstieß, steht mir kein Recht zu. Aber der ÄnsoruckPfui" ist ein Austruck des Ekels und der Verachtung und diese Gefühle sind mir nicht fremd, aber ich bin zu höflich, dieselben au-zusprechen. (Anhaltender Lärm.) Wiudlhorst (Meppen) bemr.ft, Fürst Bismarck habe in ber . ad) dem Küsiger Attentat gehaltenen Rede die Parole für die Angriffe auf das Centrnm gegeben; er thue Unrecht, die Parteien gegeneinander zu Hetzen. Man tnibe ohnehin einem Kriege zu. Fürst Bismarck 'weist den Vorwurf zurück und weist auf die Hetzereien der ultramoiitanen Presie hm, die Vorgänge, wie das Knllmann'sche Attentat, provocirten. Wollte ich die Hälfte dessen glauben, was die ultramontane Presie gegen mich sagt - wer weiß, was ich thäte! Lasker erklärt, daß die Auslasiungen Winbhorst'S, welche zum Kriege hetzten, eines Volke Vertreters unwürdig seien, und wird weg»n dieses Auö- lrucks vom Präsidenten zur Ordnung gerufen. Hierauf wirb unter unerheb­licher Debatte die Etats-Berathung fortgesetzt und alle zur B.rathunz stehen­den Etats-Positionen genehmigt.

London, 4. December. Die Regierung ist jetzt überzeugt, daß der Gefangene loelcher Nena Sahib fein sollte, eine andere Persönlichkeit ist. Der Radjab von Sindh«, gibt zu, daß er sich über die Identität des (gefangenen geirrt habe. In die Bank von England flosicn 180,000 Pfv. St

Buenos AyrcS, 5. December. Amtlicher Meldung zufolge ergab sich Mure auf Discretion au die Regicrungs« Truppen, nachdem er gefangen und auf der Flucht eingeholt war. Die Provinz Biienos - Ayres ist ruhig. Die RegierungS-Truppen verfolgen Arredondo, besten Avantgarde gleichfalls geschla­gen wurde.

Ausmg sus brn Kirchrubüchefn brr Stahl Gießen. Evangelische Gemeinde.

Getaufte.

Den 29. November. Dem Bahnbeamten an der Köln Gießener Bahn da oahier, Pbnftiaa Wartenberg aus Walter Nienburg in Preußen, eine Tochter, Auguste Iftaiie Susanne Vuffe, ßtboren den 5 November.

Denselben. Dem Bürger' und Spengler, Georg Marx, eine Tochter, Elisabeth Mathilve Jlaroltne, geboten den 30. Oct ober.

Den 30. November. Dem Bürger nnd Weißbinderin eist er, Julius Hoch, eine Tochter, Manc Emilie Wilhelmine Vuife Elisabeth, geboren den 13. November

Den 8 December. Eine uneheliche Tochter von auSwartS, Helene Katharine Margarethe, geboren den 23. November

Beerdigte.

Den 27. November. Ein todtgedorncr Sohn des Bürgers in Ealbach und Bremsers an der Köln Gietzelier Bahn dahier, Adam Weitz, geboren den 26. Novemb.

Den 28. November Sophie Sauer, gedorne Petti, dcS verstorbenen Bürgers und Grotzh. UniversttätS Gärtners, Wnnhard Sauer, Wittwe, alt 68 I. 3 T., gestorben den 26 November.

Der» 30. November. Marie Elisabeth Hoch, geborne Alker, deS Bürgers und Weitzbindei-meisiers, IuliuS Hoch, Ehesrau, alt 45 I. 4 M. 17 T, gestorben den 28. November

gethan, mit chm die meisten europäischen und überseeischen Mächte., Den 2 December. Em unehelicher Sohn von auswärts, Wilhelm, alt

Rußland jedoch werde von den spanischen Verhältnisten weniger berührt. 7 A £., aeftorben den 1. December.

Aber Deutschland hatte ba6 zu achten, wie es jide Ansicht einer Kappeiimachcis, Paul Weitzel, ehelicher Sohn, alt 10 M 6 T., gestorben den 1. Dec auswärtigen Macht achtet, besonders einer solchen, mit der es seit einem Jabr- Den 4. December. Margarethe Hudeler aus Grüningen, alt 57 I , ge- hundert in inniger Freundschaft lebt. Wenn die Pfeile des Vonebners gegen ftorben den 3. December.

diese Freundschaft gerichtet sind, gchkN st fehl Wi: stehen darüber t'.'UiNi^ech -- - - -

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flffgemeiner Anzeiger.

Die G dote sind schristlich, versiegelt und

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Vergebung von Vauarbeiten.

5? Diensiaü den 8. December,

L Bormiltags 10 Uhr.

sollen m der Wohnung der Ludwig Klingelhösser Wittwe dahier

3 trächtige Kühe, Heu, Stroh, Dickwurz, 1 haften, Pflug und Egge. 1 Psuhlfotz, und sonstige Oeconomiegcräthschasten

bck unterzeichncter Stelle anberjumt, bei welcher der detzsallsige Voranschlag zur Einsicht der Rcflect inten offen licat und die Brdi fluncen eingcscben maben können.

welche als Inhaber einer Finna in dem Handelsregister des Großherzoglichen Stadtgenchtß dahier eingetragen sieben tmd einer ber vier ersten Gewerbe- steuerktasicn angeboren.

Die Liste ber Wablberechtigten liegt 10 Tage lang und zwar vom 7. bis 16. 1. M. (beides einschließlich) Vormittags von 9 biS 12 und Nachwittag- von 3 bis 6 Uhr auf dem Vüreau de- SecrctärS der Handelskammer, Herrn

Großhetzoglichc Handelskammer.

Gail.

Gictzrr, den 2. Decemder 1R74 l^rotzherzoglicheS Or?s^erichl Gietzm

(5865) L ü d e k i n g.

I Svenglcrmbest, , 11

sollen auf dem Sudmissi.n^wcge in -lccoid

meistbietend versteigen werden j Gietzen, den 2 December 1874.

Fr. Müller

Donneistag den 10. December d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause d<- Locomotivsührer-

Werner Otto in der Nalllbcrstratzt die ;u dem Nachlatz ber Glockengietzer Otto 1 Wurme aebörigen Mobilien, als Möbel, Bett- und Wein,eug, Haus nnd Küchen- gerätbe. meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden

gegeben werden und ist Zenn n zur Ver­handlung auf

Dienstag den 15 December l. I,

VormutagH 10 Uhr,

Bekanntmachung. ! Bekanntmachung.

tt 4. U < < u /Ti C. o t 5899) Denjenigen hlefigen Einwohnrrn,,

Betrcffcsttz btc ^rganzungSwahl der Großherzoglicheu Handels lwcich.. tm Laufe be-^we* 1^4 Hunde

fnmnipr nir !"" oder abgerchafft baden, biene hiermit Die Gchote sind schristlich, versiegelt und

TullllUCl C) 11^111 Tur büD ^>U1U 1 o/ O. ^nr Nachricht, datz die detziallsigen An« und um bei fluhtbnrt: ^SchulhauSbau zu

Auf Grund dc- Gesetzes vom 17. November 1871, die Handelskammer,Abmeldungen vor Ablauf dieses MonatS T ieihausen" längstens ,um bestimmten tetr., hat demnächst ein. NkUwabl von 3 Mit^etcrn der unterzcichnct-n Handel»., umnem Bureau cutweder ,an Etell. eluzurelchm.

- k j k r utx m m < r, oder mündlich adzuaebrn sind, wenn ola-e, ^Teipauien, am d December 18/4.

fannntr an Stell, der nach den gesetzllchen Besttmnmngen nut dem 1. Januar B,-,Mi»tlg7a finden ioUcn. I Ter Bürvermeesfir:

nächsten Jahre- ÄU-fcheidendeii Mitglieder Marl Gail, ^ritz 5toch und (^ictzcn, am 3. Dccd-mber 1874 Miet

NZilbelm Liebri cd stattzufinden. ; Giotzheizo^liche ttüramnerfterei Gietzen.

Wahlberechtigt sind hierbei diejenigen hiesigen Kaufleute und Gesellschaften, Fe!s?n \ Beigeordneter

Hofüerichtsadvokat.n Metz, granffurter Straße im Müller'scheu Hause, zu 5gog)

Jedermann« Ginftdjt offen imb künnen Mnwendungen gejzei. die Rchtigkeit und,Schuld^^«ics iu Trdbaufm iwn dehr Vollständigkeit der Liste bei Vermeidung der Nichlberücksichtigung nur innerhalb ihunimi und Wohnungen erforderlichen dieser 10 Tage bei der Handelskammer vorzebracht werden. Arbeiten, nämlich:

Rur diejenigen Firmen ttnnen zur Wahl iugdafitn werden, welche ali fSSlrfkratMt ,u

wahlberechtigt in der Liste eingetragen sind. (5895; ^^s.i arbeit, 3m)

Gießen, den 3. December 1874. Wetfidmberaibeit, . . 619 .

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