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Gießmcr Anzeiger.

Erscheint täglich, mU «ufr »ahme Hvnntngs

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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen

Nr. 105

Donnerstag den 7. Mai

Gießen, den 24. März 1874.

politischer Theil.

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I theil der Volkschulen, als der Anstalten für die M a s s e n b i l d u n g,

zu be- einem zweiten Briefe des Papstes an den König, dessen Veröffentlichung

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weil hier eine Nachforderung geniacht werde, von welcher der Betrag von 5600 fl. durch Erhöhung des Lehrgeldes aufgebracht werden solle, daß man sich dagegen bei den übrigen Gymnasien und Realschulen auf ein desfallsiges Ersuchen beschränke, weil Nachforderungen nicht verlägen.

Es ist erinnerlich, daß beide Kammern die fraglichen Anträge des Aus­schusses einfach angenommen haben.

Großherzogliches Universitäts-Gericht. Haberkorn.

Vorzügen."

B e k a u u t m a ch 11 11 g.

Die gesetzlichen Forderungen an Studirende aus dem Winter Semester 1873/74 betreffend.

Die in diesem Semester entstandenen gesetzlichen Forderungen an Studirende müssen bis den 28. d. M. mittelst specificirter Rechnungen zur Anzeige gebracht und längstens bis den 9. Mai d. I. geltend gemacht werden, widrigenfalls dieselben den ihnen durch Art. 136 der Disciplinarstatuten^zuge- wiesenen Vorzug verlieren.

DeutfdjCanö.

Darmstadt, 4. Mai. Während eine Reihe von Blättern den 1. Juli

Berlin, 5. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." schließt ihren heutigen Leitartikel mit den Worten: Zu ernstem Nachdenken fordert das Gebahren der französischen Regierungspresse auf, welche, wieFranyais" und das Organ des Herzogs DeeazeS, diePresse", für den Grafen Arnim Lanzen brechen. Wie sollen wir Das verstehen? Heißt es soviel als ein Ausdruck der Vor­liebe französischer Staatsleuker für eine Politik, welche in zwangloser Animosi­tät gegen das Papstthum dem deutschen Kanzler den Vorwurf macht, zulange gute Saiten ausgezogen, lavirt und nicht scharf genug von vornherein Rom auf's Korn genommen zu haben? oder empfindet die Zeitung des Herzogs Decazes über jede Schilderhebung gegen den Reichskanzler eine nicht zurückzuhaltende Befriedigung? ist den französischen Politikern jeder Stein, der gegen die deutsche Politik geschleudert wird, so willkommen, daß sie gar nicht danach fragen, von welcher Seite her der Wurf erfolgte? Unseren Verhältnissen entspricht es, Act davon zu nehmen

DieNordd. Allg. Ztg." begrüßt den russischen Kaiser als den besten Freund Deutschlands und äußert: daß die Bewohner Berlins bei allem Glanze der neuen Zeit die beste Volks-Tugend, die Dankbarkeit, nicht verlernt hätten, die Dankbarkeit für Das, was Kaiser Alexander Preußen und Deutschland in den schwersten Momenten der neueren Geschichte gewesen.

Berlin, 5. Mai. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Schluß. § 3 des Gesetzes über die Verwaltung erledigter Bisthümer wird angenommen. Zu § 4 erklärt der Cultusmimster Falck: Er trage die volle Verantwortlichkeit für die Vorlage und die Politik, worauf dieselbe basire; er constatire, daß ein Zwiespalt zwischen dem Leiter der preußischen Politik und dem Cultnsminister in Bezug auf die Kirchen-Politik nicht bestehe; das ganze Volk Preußens und des Reiches stebc hinter dieser Politik.Ich habe Grund, zu sagen, daß man Seitens der Curie bereit gewesen wäre, der Schweiz entgegenzukommen, wenn nur Preußen im Kampfe allein gelassen wäre. Wer bürgt Ihnen dafür, daß außer jenem päpstlichen Briefe vom August des vorigen Jahres an den ersten Fürsten M Reiches nicht auch noch andere Briefe an andere Fürsten geschrie­ben wurden? (Große Sensation.) Im Laufe der Debatte erklärte der Cul-

bestimmt alö den Tag der Jnkrafttretung der neuen Verwaltungs-Gesetze be­zeichnet, hört man jetzt, daß der Termin bis zum 1. August d. I. verschoben sei. Die Wahlen sollen im September stattfinden. Auf dem vorigen Land­tag wurde den Ständen eine Gesetzes-Vorlage gemacht, wonach die Hundesteuer von jährlich zwei auf drei Gulden erhöht und den Gemeinden gestattet werden sollte, außerdem noch eine Steuer von ein bis zwei Gulden jährlich für sich zu erheben. Der Gesetzes-Entwurf wurde indessen nicht angenommen. Die gegen­wärtige zweite Kammer hat den Gegenstand bei Berathung des Budgets wie­der zur Sprache gebracht und die Regierung ist hiernächst ersucht worden, die Hundesteuer auf sechs Mark zu erhöhen, gleichzeitig auch den Gemeinden die seiner Zeit beabsichtigte Besteuerungs-Befugniß zu ertheilen. Wie ich höre, ist die Regierung im Begriffe, den Wünschen der Stände in fraglicher Richtung zu willfahren, namentlich auch eine Hunde - Communalsteuer einzuführen. Die Bestimmung, wonach jeder Hund eine metallene Steuermarke an sich tragen soll, wird voraussichtlich auch in Hessen eingesührt werden.

Darmstadt, 6. Mai. Der Kaiser von Rußland wurde auf seiner hcutigen Durchreise nach Stuttgart von dem Großherzog und den Prinzen Ludwig, Alexander und Wilhelm am Bahnhöfe empfangen und nahm im Resi­denzschlosse ein Dejeuner ein.

Aus Rheinhessen. DerN. Frkftr. Pr." wird geschrieben: Be­kanntlich ist in lt tzter Zeit das Schulgeld an den hei fischen höheren Lehranstal­ten, Gymnasien uiid Realschulen erhöht worden. Ob eine Erhöhung an sich rathsam war, darüber läßt sich streiten, nicht aber darüber, daß die Regierung, indem sie die Erhöhung eintreten ließ, im vollen Einverständniß mit den Stän­den handelte, ja die Erhöhung beruht gerade auf der Initiative der jetzigen Kammern. In dem von dem Abg. Metz erstatteten Bericht des Finanzaus­schusses über das Budget heißt es in dieser Richtung wörtlich:Endlich glau­ben wir die Frage hier wenigstens zur Sprache bringen zu müssen, ob nicht gegenüber den so enorm wachsenden Staatszuschüssen eine Erhöhung des Schul­geldes für die Gymnasien gerechtfertigt erscheint. In Darmstadt betrug es früher für das Jahr 25 fl. und ist jetzt auf 36 fl. erhöht. Es ist uns nicht

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i tusminister gegenüber dem Abg. Mallinckrodt: er wisse, daß Seitens des Pap- Wichtigkeit derartiger höherer Bildungs-Anstalten, die letzteren nicht zum Nach- stes nicht blos an den König von Preußen ein Brief geschrieben sei. Von

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Mallinckrodt verlange, sei dem Cultusminister nichts bekannt. Im Fortgang

Weiter war dann bemerkt, daß nach dem jetzigen Stand der socialen der Sitzung werden die einzelnen Paragraphen des Gesetzes bis zu § 12 in Frage und der allgemeinen Bildung es in erster Linie geboten erscheine, für,der Comnussionsfassnng angenommen. Die Weiterberathung findet morgen möglichste Bildung der großen Masse der Bevölkerung die äußersten Kräfte an--statt. Das Herre- Haus nahm den Gesetzentwurf, betr. die Erhaltung und

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zuspannen, und nur diejenigen Ausgaben für höhere Anstalten Seitens der Begründung von Schutzwalduugen und die Bildung von Waldgenossenschasten Staatskasse zu machen, welche sich neben jenen Ausgaben ermöglichen ließen, an. Nächste Sitzung Donnerstag.

Bei einer Vergleichung der Vortheile und Kosten des Besuchs einer Volksschule Berlin, 6. Mai. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Berathung mit den Voriheilen und Kosten des Besuchs eines Gymnasiums scheine es rich- des Gesetz-Entwurfs über die Verwaltung erledigter katholischer Bisthümer T fllJMi: tig und gerecht, die Kosten für den Unterricht im Gymnasium zu erhöben und fort. § 13 betreffs Temporalien - Sperre für Mitglieder der Dom - Capitel ntsche^t-< diejenigen für den Besuch der Volksschule zu vermindern rc. Ueberdics sei der wurde abgelehnt, nachdem der Cultusminister die von Virchow und Jung ge- ainz heutig Besuch der Volksschule obligatorisch, derjenige der Gymnasien ein freiwilliger, stellten Amendements, durch welche die Befugniß des Ministers zur Fortzah- 3n Übereinstimmung hiermit beantragte der Ausschuß, die Regierung zu er-lung des Gehalts an einzelne Mitglieder der Capitel aufgehoben oder be- ihrcs stärk'I suchen, beim Gymnasium in Darmstadt eine bestinnnte Erhöhung (50 fl.) ein- schränkt werden sollte, für unausführbar erklärt und denselben die völlige Strei- | treten zu lassen, ferner eine größere Gleichheit des Schulgeldes an den sonstigen chung des Paragraphen vorgezogen hatte. Die §§ 14, 15 und 16 wurden mit aus Staatsmitteln unterhaltenen Gymnasien durch die entsprechenden Maß-nach längerer Debatte angenommen, wobei der Regierungs-Commissär Förster regeln herbeizusübren; Großh. Regierung auch anheimzugeben, bezüglich der die gestrigen Angriffe Windthorst's gegen die Rede des Cultusministers noch- Be{ Realschulen gleichfalls eine größere Uebereinstimmung der zu erhebenden Sckul- mals zurückwies. Der Rest des Gesetzes wurde sodann mit unerheblichen Mo-

Ä w gelber heibeizuführen. Zn diesem Antrag war noch erläuternd bemerkt, daß dificationen angenommen. Nächste Sitzung morgen.

;; 5 * (,2311 bei dem Gymnasium in Darmstadt eine bestimmte Erhöhung beantragt werde, Berlin, 6. Mai. Der Bundesrath stimmte in seiner heutigen Plenar-

(ßeniewi^l . j unzweifelhaft, ob nicht eine weitere bedeutende Erhöhung gerechifertigt erscheint, lasse ' weil die ärmeren Klaffen ohne directen Nutzen aus diesen Anstalten klassischer

(I Bildung doch gleichfalls zu deren Erhaltung beitragen müssen, und weil es ässe ($tir vf' uns ein Gebot materieller Gerechtigkeit und Billigkeit erscheint, trotz der hohen