Einzelbild herunterladen

dmcrüm.

sige französische Gesandtschaft, wie sie dem Bundesrath officiell mitgetheilt hat, Lissabon, 2. Januar. Heute sind die Cortes durch den König eröffnet das Archiv der von dem letzter« aufgehobenen päpstlichen Nunciatur, deren Sitz worden. Die Thronrede erwähnt der freundschaftlichen Beziehungen zu den bekanntlich Luzern war, in Aufbewahrung genommen. Dieser Freundschafts- auswärtigen Mächten, constatirt die im Innern herrschende Ruhe und die fort- dienst der französischen Regierung hätte an und für sich nichts Auffallendes; schreitende Entwickelung des Landes, und spricht die Hoffnung auf die Her- daß aber der heil. Stuhl das Archiv überhaupt in der Schweiz läßt, deutet stellung des Budget-Gleichgewichts aus. Die Thronrede hebt besonders das auf seine Absicht, die diplomatischen Beziehungen mit dem Bundesrathe bald, freundschaftliche Verhältniß zu den Regierungen von Großbritannien und des wieder anzuknüpfen, in welcher Richtung sich die Vermittlung des Grafen Chau-I Deutschen Reiches hervor.

dordy, des neuen französischen Gesandten, dessen Ankunft dem Bundesrathe jetzt' bestimmt auf den 2. Januar angesagt ist, zu Gunsten Roms zunächst bemerkbar

machen dürfte.

Der Bundesrath beauftragte in seiner Sitzung vom 29. December das eidgenössische Justiz- und Polizei Departement mit Prüfung der Frage, ob nicht die Cantone, in denen die Verdingung von Kindern als Dienstboten nach Ungarn und Rußland vorkommt, zu gesetzgeberischen Maßregeln gegen solchen Kinderschacher zu veranlassen seien.

Der russische Gesandte, Fürst Gortschakow, hat drei Monate Urlaub erhalten. Während seiner Abwesenheit besorgt Herr Glinka als Geschäftsträ­ger die laufenden Angelegenheiten.

Bern, 3. Januar. Der Regierungsrath von Bern beschloß auf den Antrag der Kirchen-Direction die sofortige Aufhebung des Klosters der Ursu­linerinnen in Pruntrut.

New - ?)ptf, 2. Januar. Die Vermehrung der Staatsschuld im Dc- cember beziffert sich auf 8,453,000 Dollars. Im Schatze sind vorhanden 91,479,000 Dollars Gold und 4,278,000 Dollars Papier.

New-Aork, 2. Januar. Ein feierliches Decret der Republik Ecua­dor weiht diesen Freistaatdem heiligsten Herzen Jesu", bestimmt einen Tag im Jahre als Feiertag zu Ehren des Herzens und verfügt, daß in allen Kir­chen des Landes dieses hochwichtige Ereigniß durch eine goldene Inschrift ver­ewigt werde. Ein anderes Decret wirft dem Papste eine jährliche Rente, 10 pCt. aus dem Zehent, aus und weist die Staatskaffe an, demGefangenen im Vatican" ohne Säumen 10,000 Pesos als Geschenk zu übermitteln. Eine solche Muster-Republik läßt sich der Syllabus gern gefallen.

/raakreich.

flften.

Paris, 3. Januar. DerTemps" hat eine Privat - Depesche aus Madrid erhalten, welcher zufolge sich die Cortes mit einer Majorität von 120 Stimmen gegen die Negierung Castelar's ausgesprochen und Castelar seine De- misston gegeben habe.

Bayonne, 2. Januar. General Moriones hat Santona verlassen und marschirt auf Bilbao. Die Carlisten haben die Häfen von Castrelia besetzt. Ein Zusammenstoß beider Armeen scheint bevorzustehen.

Penang, 31. December. Die Expedition zur Züchtigung des Nadja Peclir hat die Dörfer des Gebietes zerstört und Gefangene gemacht. Die Es- cadre kehrt heute zurück und geht morgen nach Atschin ab. Auf Seiten der Holländer sind zwei Todte und neun Verwundete, darunter ein Officier, verloren.

Vermischtes.

atafieiL

Neapel, 3. Januar. Ans dem Innern des Vesuvs ist dumpfes Grol­len vernehmbar. Der Astronom Palmieri meldet aus seinem dortigen Obser­vatorium, er halte einen bedeutenden Ausbruch des Vesuvs für nahe be­vorstehend.

Spanten.

Madrid, 2. Januar. Cortes-Sitzung. Castelar verliest eine Bot­schaft, in welcher er den Bürgerkrieg mit den Insurgenten in Cartagena und mit den Carlisten berührt, zu dessen Bekämpfung eine zeitweilige Suspension der Volksfreiheiten, Entfaltung aller politischen Kräfte in der nationalen, nicht von einer Partei begründeten Republik, und Einberufung neuer Reserven, sowie die Bildung einer nationalen Miliz erforderlich sei. Die Kosten der Kriegfüh­rung während der Unterbrechung der Session beziffert die Botschaft auf 400 Millionen Realen. Die Botschaft erwähnt^dann als dringend nothwendige Re­formen den obligatorischen unentgeltlichen Schulunterricht und Aufhebung jeder Art von Sclaverei in den spanischen Colonien, verheißt die Vorlegung der auf dieVirgiuius"-Angelegenheit bezüglichen Documente, constatirt den Fortschritt der Befestigung dec Ordnung und schließt mit einem Aufruf an alle libera­len Parteien zur Begründung einer progressiven Republik auf der breitesten Grundlage.

Madrid, 3. Januar. Das Ministerium Castelar ist in zwei Cortes- Voten unterlegen. Der General -Capitän von Madrid, Pavia, hat die Ver- sammlung aufgelöst und den Cortes-Palast besetzt. Es heißt, das bisherige Ministerium werde die Geschäfte einstweilen noch weiterführen.

Portugal

Lissabon, 1. Januar. Nach einem Telegramm aus Honkong vom gestrigen Tage hat die portugiesische Regierung den Kulihandel in Macao ver­boten , eine Maßregel, für welche ihr der Dank der civilisirten Länder gebührt. Der Menschenschacher, wie er in Macao getrieben wurde, war ein Schandfleck sowohl für die Handelshäuser, welche sich mit ihm beschäftigten, wie für di. Behörden, welche ihn duldeten. In Macao selbst und den angrenzenden chine­sischen Bezirken hat sich nun freilich von weiten der durchkreuzten Interessen ein Schrei der Entrüstung erhoben, da das Verbot jener Abart von Sclaven handel eine große Anzahl Portugiesen und Chinesen gewinnbringender Beschäf­tigung beraubt. _________________________________

Mülhausen, 24 December. Wie schlimm die Sachen in New-Dork und überhaupt in Amerika gegenwärtig für die Ausgewanderten stehen, zeigt ein Brief vom 6. December, den ein Mülhauser von New-Aork aus an seinen Vater geschrieben und wovon uns Einsicht zu : nehmen erlaubt wurde. Nach diesem Brief befinden sich augenblicklich in New-Aork über . 100,000 Arbeiter ohne irgendwelchen Verdienst, und dieses Schicksal theilen fast alle ausgewan- derten Elsässer. Die Stadt hat sich veranlaßt gesehen, Suppen- und Gemüsekochanstalten auf .allgemeine Kosten zu errichten, um die hungernden Menschen zu speisen. Da auch große Bank- ! Häuser ihre Zahlungen eingestellt haben, können auch vermögliche Leute häufig nicht zu ihrem (Selbe kommen, wodurch die Calamttät auch auf die wohlhabenden Classen drückt. Die meisten .. 'in den letzten Jahren ausgewanderten Elsässer und namentlich die Mülhauser bereuen bitter, ihr Land verlassen zu haben, und würden in Masse zurückkehren, wenn ihnen die Mittel dazu nicyt mangelten. Der Brief führt die Namen vieler Mülhauser an, deren Elend als herzzerreißend . geschildert wird.

Bromberg, 25. December. Ein auswärtiger Gutsbesitzer behandelte in einem hiesigen kleineren Kleidergeschäfte kürzlich einen Livröerock für seinen Bedienten. Als Käufer und Ver­käufer Handels eins waren, bezahlte der Gutsbesitzer den Hänvler in Papiergeld, welches er aus der Seitentasche seines Nockes zog. Nach einigen Stunden erschien er aber wieder, sich eilends bei dem Händler erkundigend, ob er in seinem Laden etwa einen 500-Thalerschein, den er hier verloren hätte, gefunden habe. Der Händler verneinte dies unter den lebhaftesten Be­theuerungen. Man suchte an der Stelle, wo der Rock behandelt worden war, und stehe da, da lag zum Theil in Schmutz getreten jener 500-Thalerschein. Wer war vergnügter und froher als der Besitzer! Vor Freude überreichte er dem jüdischen Händler eine Cigarre!

(Eingesandt.)

Gießen, 5. Januar. Sonntag fand im Leib'schen Saale die zweite Zauber-Soir6e des Herrn Oscar Meunier bei ausverkauftem Hause statt.

Was wir über die Vorstellung berichten können, ist nur Lobenswerthes. Herr Meunier zeigte neue Experimente mit größter Eleganz und Sicherheit, und können wir uns nur allem bisher gehörtem Lobe anschließen. Da mehrere Aufforderungen von Seiten des Publikums er­gangen, noch eine Vorstellung zu geben, so findet Dienstag den 6. eine Benefiz-Vorstellung für i bie beliebte Euphoniums-Concertistin Berthalda Meunier statt. Wir hoffen, daß genannte Dame guten Zuspruch haben wird. Es ist ein seltener Genuß, dieses Instrument von einer Dame spielen zu hören, und mit welcher Fertigkeit es ausgeführt wird. Außerdem ist Frl. Berthalda Meunier eine liebliche Erscheinung, und legte bei derselben eine beinahe mädchenhafte Schüchtern­heit an den Tag, zeigte sich auch immer bereitwillig, zu wiederholten Malen zu spielen, und können wir zu ihrem Benefiz nur gewählte Sachen für das schwierige Instrument hören. Zum Schluß machen wir noch Kunst- und Musikfreunde ganz besonders auf die Benefiz-Vorstellung aufmerksam.

Frachtbriefe für die Mam-Weser-Bahn (neues For­mular) , Cöln - Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee am Markt.

nriflememer flnjftfler.

Besondere Bekanntmachungen. Bberhessische Eisenbahnen.

25) Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntntß, daß mit dem 1. k. Mts. zu den Tarifen für den Hannover - Bayerisch- Oesterreichischen Verband neue Dienstbe­fehle in Kraft getreten sind.

Durch dieselben werden verschiedene Tarif­nachträge eingeführt, welche durch die Auf­hebung der bisherigen Rcichsmeile als Entfernungsmaaß veranlaßt wurden und können bei unseren sämmtlichen Güter­expeditionen eingesehen werden.

Gießen, im December 1873.

Die Direktion.

Bekauntmachu ug.

65) Im Firmen - Register des unter­zeichneten Gerichts sind folgende Einträge vollzogen worden:

1) am 9. v. M: Die Firma:Heinrich Groos" zu Lang-Göns ist erloschen;

2) a m 10. v. M.: Desgleichen die Firma: Bnsch Söhne, Nehmeyer & Jughardt" zu Gießen;

3) am 11. v. M-: Desgleichen die Firma: Ehr. Schmal!" daselbst;

4) Eodem die Firma:Bernhard Beyfuß" daselbst;

5) Eodem desgleichen die Firma:L. Keßler" daselbst;

6) am 16. v. M.: Desgleichen die Firma: Balth. Spruck" daselbst;

7) am 24. v. M.: Desgleichen die Firma: Salomon Heichelheim" daselbst;

8) am 29. v. M.: Desgleichen die Firma: H. I. Köhler" daselbst;

9) am 30. v. M.: Desgleichen die Firma: Christian Scharmann" daselbst;

10) am 31. v- M.: Desgleichen die Firma: L. F. Handwerk" daselbst;

11) Eodem desgleichen die Firma:Müller & Habenicht" daselbst;

12) unterm Heutigen:

Ludwig Köhler, i

Hermann Jacob Köhler u. ) zu Gießen Joseph Köhler )

betreiben daselbst seit 1. l. M. »für ge­meinschaftliche Rechnung unter der Firma:Gebr. Köhler" eine Holz­handlung mit Holzschneiderei. Jeder der drei Geschäftstheilhaber ist befugt, die Gesellschaft zu vertreten und die Firma zu zeichnen.

Gießen, den 2. Januar 1874.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Bötticher.

Versteigerungen.

63) Mittwoch den 7. Januar d. I., Nachmittags 2 Uhr,

sollen in dem Nebenbaue des Hrn. T h. W o d e in den Neuenbäuen die zu dem Nachlaß des Dienstmanns Neidel dahier gehörigen Mobilien, bestehend in Sophas, Tischen, Stühlen, Schränken, Kommoden, Bettladen,

jBettwerk, Weißzeug, Herren- und Frauen­kleidern, ein Ofen, Haus- u. Küchengeräthe aller Art meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 5. Januar 1874.

Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

Jughardt. S emmler.

62) Dienstag den 13. Januar d. I., von Nachmittags 1 Uhr an, wird mit der Versteigerung der zurückge­setzten Eisenwaaren in der früher Win- decker'schen Oelmühle in der Kaplansgafse der Anfang gemacht und sollen Werkzeuge aller Art, Schlösser, Feilen, Nieten, Schrauben, Schaaren, Sensen, Strohmesser, Schippen, Spaten u. alle möglichen Klein- eisenwaaren versteigert werden. Bis zum Tage der Versteigerung findet noch ein Verkauf aus der Hand statt.

Gießen, den 5. Januar 1874.

In Auftrag:

S e m m l e r.