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Expedition: Eanzleiberg, Lrt. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsbtatt für den Kreis Kiessen.
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Freitag neu Decembcr
Frankreich.
in die Districtseinnehmerei Bessungen;
den Districtseinnehmer ber Districtseinnehmerei Richen, Johann Phiupp Dieter, in die Districtseinnehmerei Groß-Gerau II;
'den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Pfungstadt, Christian Müller, in die Districtseinnehmerei Michelstadt, und
den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei König, Franz Mischler,
Stuttgart, 2. December. Unter dem Salut von 101 Kanonenschüssen fand heute an dem Jahrestage des Sieges von Villiers - Champigny die feierliche Einweihung der Fahnen für die acht Füsilier-Bataillone des 13. (königl. württemb.) Armee-Corps und Verleihung des eisernen Kreuzes und anderer Auszeichnungen an die Fahnen der älteren Truppentheile statt. Dem König, welcher mit dem gesummten königlichen Hause dem kirchlichen und militärischen Act beiwohnte, brachte der commandirende General v. Schwarzkoppen mit drei-
Paris, 30. November. Die Nationab-Versammlung, welche heute, Montag, wieder zusammentritt, war am 5. August in die Ferien gegangen, weil die Stimmung sehr ungemüthlich geworden war. Jetzt sind die Deputaten nach Versailles zurückgekehrt, ohne daß ihre Gesichter heiterer in die Zukunft sähen. Die ersten Parteiversammlungen, welche Statt hatten, waren nur beachtens- werth durch die heillose Unklarheit und Unschlüssigkeit der Betheiligten; nur die Regierung scheint zu wisien, was sie will, aber dieses Wollen ist auch nur ein Ausweichen und Hinausschieben, bis die Majorität zusammengestoppelt ist, welche die constitutionellen Gesetze genehmigen soll. Daß diese Windstille als Vorbote eines Staatsstreiches betrachtet wird, darf in Frankreich nicht wundern, wo man immer von Revolutionen, Staatsstreichen und dergleichen träumt, wenn man nicht Verstand oder Muth genug besitzt, zu beschließen und auszuführen, was die möglich beste Wendung in einer Übeln Lage erheischt.
Paris, 2. December. Die „Agence Havas" stellt alle Gerüchte über Meinungs - Verschiedenheiten innerhalb des Ministeriums bezüglich der Frage der Organisation der Gewalten in Abrede und theilt mit, daß die Botschaft heute früh im Ministerrathe in ihrem Wortlaute festgestellt wurde und daß dieselbe morgen in der National-Versammlung verlesen wird.
Berlin, 2. December. Die „Prov.-Corresp.", den dn-RUchs- tags-Session besprechend, meint, es werde gelingen, außer dem Reichsbudget alle unbedingt dringlichen Vorlagen, beispielsweise die auf Elsaß Lothringen bezüglichen und das Landsturm-Gesetz, noch zu vereinbaren. Betreffs der Bank- frage seien die Verhandlungen anscheinend in hoffnungsvollem Gange; bei den dabei auszugleichenden großen sachlichen Schwierigkeiten sei aber nicht abzusehen, wann die Angelegenheit zur weiteren parlamentarischen Verhandlung und vollen Erledigung reif sein könne. Bei solcher Sachlage werde es unvermeidlich sein, die Erwägungen betreffs der Vanksrage, ohne deren unmittelbare Dringlichkeit irgendwie aus den Augen zu verlieren, von den sonstigen Erwägungen der parlamentarischen Oeconomie zu trennen. Demgemäß ist der Schluß der Reichstags-Arbeiten zu Weihnachten im Auge zu behalten, vorbehaltlich besonderer Maßnahmen, zu welchen die weitere Entwickelung der Bankfrage Anlaß geben dürfte.
Berlin, 2. December. Die Interpellation des Reichstags-Abgeordneten Frhrn. Nordeck zur Rabenau über die Erhöhung der Personen - Tarife auf der Main-Weser- und der Main-Neckar-Bahn und darüber, ob der Reichskanzler dazu seine Zustimmung ertheilt habe, wird in der morgenden Sitzung des Reichstages zur Verhandlung kommen.
ein großer Gewinn! .
Berlin, 1. December. Di« Vorbereitungen zu dem Proceffe Arnims haben bereits auch im Aeußern des Sitzungs-Saales am Molkenmarkte ihren Anfang genommen. Für die am 9. December beginnende Verhandlung des Procesjes Arnim werden etwa vierzig Reporterplätze hergerichtet, welche ziemlich die Hälfte des Saales einnehmen, so daß für die angemeldeten distmguir- ten Zuhörer nur ein sehr beschränkter Raum verfügbar bleibt. Daß die Verhandlungen der Hauptsache nach öffentlich sein werden, wird von allen Setten zugegeben. Beide Parteien wünschen die Oeffentlichkeit und müssen sie München. Allgemein wird der Wunsch gehegt, diese leidige Angelegenheit baldmöglichst beendet zu sehen, und am lebhaftesten, sollte mau denken, muß dieser Wunsch von dem Angeklagten getheilt werden. Hoffentlich also wird es Graf Arnim selbst nicht sein, welcher eine fernere Verschleppung deS Procefles veranlaßt.
'und wünscht die Klarstellung der Vertretung des Reichskanzlers durch das Reichskanzler-Amt. Nachdem Delbrück als Hauptaufgabe des ReichS-Justizamtes die Vorbereitung der Gesetzgebung bezeichnet hat, die nur in engster Verbindung mit dem Reichskanzler-Amt gelöst werden könne, erklärt der Reichskanzler Fürst Bismarck: Er sei zwar nicht für alle Einzelheiten, aber dafür verantwortlich, daß an der Spitze der verschiedenen Verwaltungen Personen stehen, die sür die vollständige Ausfüllung des Postens bürgen. Das ihm gegen Maßnahmen oder Personen zustehende'Veto beeinträchtige nicht die Selbstständigkeit der einzelnen Abtheilungen des Reichskanzler-Amtes. Ebenso sei die Selbstständigkeit des Reichs-Justizamtes zweifellos. Freilich werde vielleicht ein Beamter nicht immer allein die Präsidial-Geschäfte deS Reichskanzler-Amtes versehen können, nicht immer eine Persönlichkeit von so eminenter Arbeitskraft wie jetzt gefunden werden können. Es sei möglich, daß später eigene Abtheilungcn des Reichskanzler-AntteS unter Leitung verschiedener Präsidenten entstehen, für die Verhältnisse des Reiches aber werde die Beschaffung von Reichsministerien nicht thunlich sein. Nachdem darauf Windthorst gegen Lasker sür Bewilligung der 1 Etats-Positionen für das Reichs-Justizamt gesprochen, wobei Letzterer seine Be- , sorgnifse vor einer beschränkten Selbstständigkeit des Justizamtes durch die Aus- ■ ührungen des Reichskanzlers für gehoben erklärt, werden die Etats-Positionen - für das Reichs-Justizamt, sowie sämmtliche Positionen des Etats für das > Reichskanzler-Amt bis Titel 15 bewilligt. Nächste Sitzung Donnerstag.
Berlin, 1. December. Reichstag. (Fortsetzung.) Es folgt die zweite
Deut|u)lllftlk Berathung des Reichshaushalts-Etats und zwar der Marine-Derwaltung, wel-
Darnrttadt. 2 December. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben cher ebenfalls der Budget-Commission überwiesen wird. Bei der darauf fol- Meranädiitt aerultt: genden Berathung des Etats des Reichskanzler-Amtes fragt Lasker an, in wie
Am 25. November den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Besinn- weit das beabsicktigte Reichs - Justizamt eine selbststän^ige^Behörde sein^werd^ gen, Eberhard Leinberger, in die Districtseinnehmerei Wald-Michelbach;
den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Arheilgen, Moritz Moter,
in die Districtseinnehmerei Seligenstadt;
jämmtlich mit Wirkung vom 1. Januar 1875 an, zu versetzen und mit Wirkung von dem gleichen Zeitpunkte ab dem Districtseinnehmer der Districts- einnehmerei Wolfskehlen, Gottlieb Christian Friedrich Fritsch, die Districtseinnehmerei Mainz I, und dem Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Bad- Nauheim. Heinrich Wenzel, die Districtseinnehmerei Mainz II zu übertragen..
Offenbach, 1. December. In der Aula des neuen Realschul-Gebäudes versammelten sich heute Abend unter dem Vorsitze des früheren Beigeordneten, .fierni Riesbeck, unsere Stadtverordneten, um in öffentlicher Sitzung zur Bürgermeister-Wahl zu schreiten; bis aus den hierbei mitconcurrirenden Hofgerich'ts-Advocaten Strecker war das Collegium vollständig erschienen, ihrer 29 Mitglieder. Eine zahlreiche Zuhörerschaft sah dem Ausgang deS für unsere Stadt so bedeutungsvollen Wahlactes mit begreiflicher Spannung entgegen. Es wurden jedem Stadtverordneten vier gedruckte Stimmzettel mit je einem Namen der vier in die engere Wahl gebrachten Candidaten (ein hiesiger, drei auswärtige) übergeben, und gleich im ersten Wahlgange Dr. Stölting, Bürgermeister von Haunöverisch-Münden und Mitglied des hannöverlchen Provinzial-Land- taaS nut 15 Stimmen gegen 14, die eben auf Hofgerichts - Advocat Strecker fielen, zum Bürgermeister von Offenbach erwählt. Unsere neuliche Voraussage, daß die Wahl jedenfalls mit knapper Majorität erfolgen werde, hat sich sonach als durchaus richtig erwiesen. Das Ergebniß wurde vom Publikum, in welchem Strecker sehr viele Anhänger zählt, mit offenbar sehr geteilten Gefühlen aufgenommen. Uebrigens muß hier um der Gerechtigkeit willen doch auch noch gesagt werden, daß Herrn Stölting von competenter Seite das Zeugiiiß eines äußerst tüchtigen Verwaltnngs - Beamten und unabhängigen Charakters ertheilt wurde, wodurch allein ja auch sein Sieg Über eine ungemein populäre Persönlichkeit unserer Stadt möglich würde. (Fr- Journ.)
Berlin, 30. November. Im Bundesrathe wird vorläufig eine kurze Pause für die größeren Arbeiten eintreten ; demnächst werden die Berathuiigen des Justizausschnffes über den Entwurf eines Civilehe-Gesetzes beginnen, den man im Bundesrath in etwa 14 Tagen erwartet. Der königl. württembergische Justizminister v. Mittnacht ist nach Stuttgart zurückgereist, der bayerische Justizminister gedenkt am Donnerstag die Heimreise anzutreten.
Berlin, 1. December. Die Frage des Reichsgesetzes über die Civilehe beschäftigt die Abgeordneten des Reichstags lebhaft. Das Gefühl, es muffe der jetzige unhaltbare Zustand fallen, ist allgemein. Um so mehr bedauert
man, daß, wie man hört, von einzelnen Regierungen so vielfache Wünsche hin
sichtlich der gleichzeitigen Regelung des materiellen Eherechts eingegangen sind, daß daran leicht die Vorlage für die jetzige Zession scheitern kann. Man
müßte das um so mehr bedauern, als die Regierung von Bayern namentlich _____ ....
in ihrem Interesse finden sollte, aus diesem Gebiete sich von den Ultramontanen maligem Hurrah den Dank der Truppen für die verliehenen Feldzeichen und in emancipiren. Ist die Civilehe eingesührt und wird der Regierung das Recht i Auszeichnungen, gegeben, für das civile Gebiet, falls die Bischöfe die Dispens verweigern, die-1 selbe zu ertheilen, so sind die Hauptschwierigkeiten gehoben. Es ist ein politisch? falscher Grundsatz, auf einmal Alles haben zu wollen. Je eher man sich ucm( Ultramontamsmus emancipirt, desto schneller wird man seiner Herr. So lange das Individuum für seine ganze Stellung von dem Clerus abhängt, ist an eine politische Mündigkeit nicht zu denken. Möchten das die Regierungen bedenken! Ein Jahr ist eine lange Zeit im politischen Leben; ein gewonnenes Jahr ist


