fcrftt Utrtdjätyrtg 1 fL 12 h. mit Brtnztrlohn. Durch btt Post bezogen vierteljährig 1 |L 29 h.
Gießener Anzeiger.
Erscheint täfllfd), mit Äul* nab-- MontagS.
Expedition Lanzletbrrg, dtt. «. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen.
Ho. Dienstag den 3. NovcmNer
nts Nr. in
l?o likischer Theik
un
28. Oct.
Neter.
S
s
a
327
Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist der zur
Berlin, 31 October. Der
W
ite Aller,
Consistorium an-
ft
„Times", den Kullmann'schen für daS öffentliche Interesse katholischen Vereins in Salzüberhaupt in seinen Beziehun-
m unmittelbare wo der von den des Briefes des
auch die der voll-
rakter fern liegt, bezeugt nur den ernsten Willen wie den Frieden, so Ehre und das Reckt des Vaterlandes zu wahren und gerade sie darf sten Zustimmung der deutschen Nation gewiß sein.
finden, an welche sich freilick die Versicherung knüpft, daß das llcbelwollen oder die Parteileidenschaft, falls fk- jemals von Worten zu Thaten übergeben sollten, das Reich in allen seinen Gliedern, Volk und Fürsten einig und gerüstet finden würden. Eine solche Aeußerung, der jeder provokatorische Cba-
Blattern gebrachte Version von dem Briefwechsel des Staatssekretärs v. Bülow mit dem Grafen Arnim mancherlei Unrichtigkeiten enthält, namentlich an der
Stelle des Schreibens vom 20. Juli, wo Graf Arnim sich Beziehung zu einer sehr bochgestellten Persönlichkeit setzt und Zeitungen veröffentlichte Te^t wesentlich von dem Wortlaute Grasen Arnim abweicht.
Pofen, 30. Oktober Die Geistlichkeit hat bei dem
damit einem Anträge des Grafen Arnim Folge gegeben sei.
Berlin, 31. Oktober. Die „Post" hört, daß die von verschiedenen
gefragt, ob von Rom erlaubt worden sei, mit den Regterungs-Commiffarien in Verbindung zu treten. Der „Kurver Poznanski" erklärt, daß kein Geistlicher mit einem Regierungs-Commissar, selbst nicht durch einen Rechtsanwalt, correspondrren darf.
— Das Kreisgericht in Schrimm sprach heute den aus Tions ausgewiesenen staatsfeindlichen Vicar Bonk von der Anklage unbefugter kirchlicher Amtshandlung frei.
Posen, 31. Octtober. Ein höherer Regierungs-Beamter, von dem Polizei-Personal unterstützt, hielt heute auf der Dom-Insel eine Nachforschung nach amtlichen Dokumenten des apostolischen Delegaten ab.
wurden ernannt: der Geh. Hofgerichtsrath bei dem Hofgerichte der Provinz Oberheffen, Dr. Friedrich Zimmermann, zum Director des Hosgerickts der Provinz Starkenburg, und der Stadtgerichts-Assessor bei dem Stadtgericht Darmstadt, Christian Weyland, zum Hofgerichtsrath bei dem Hofgerichte der Provinz Oberbessen.
Darmstadt, 31. Oktober. Se. Königl. Hoheit der Großherzog hoben heute Allerhöchsteren Flügeladjutanten Oberstlieutenant v. Küchler nach Fürstenau entsendet, um Ihrer Durchlaucht der Gräfin von Erbach-Fürstenau, Allerhöchstste Theilnahme und Sein Beileid über den Tod Ihres Gemahls, des Grafen Alfred zu Erbach-Fürstenau, ausdrückcn zu lassen.
Berlin, 31. Oktober. In der heutigen Sitzung des Reichstages wurde
Die Thronrede des Kaisers.
Osficielle oder auch nur gelegentliche Aeußerungen der Souvcraine pflegen tu Bezug auf ihre Wichtigkeit, aus die Neugier oder die Spannung, mit welcher sie erwartet werden, aus die Deutung, welche sie finden, in einem umgekehrten Verhältniß zu der Achtung zu stehen, welche man dem Wesen und Charakter des betreffenden Fürsten zollt. Je geringer diese Achtung, je toenü, ger Zutrauen man zu den Charakter-Eigenschaften eines Souverains hegt, desto größere Aufmerksamkeit wird man seinen Worten schenken, mit desto größerer Spannung sic erwarten und desto eifriger sie deuten. Es ist das eine sehr natürliche Erscheinung. Der gerade Weg des Rechts und der Pflicht läßt sich übersehen, die krummen Wege des Unrechts nicht, und wenn mau die letzteren verfolgt und an eine neue Wendung gelangt, so ist's begreiflich, daß man die Hälse reckt, um bester um die Ecke sehen zu können.
Wir erinnern in dieser Beziehung nur an die Erfahrungen, welche man mit dem ehemaligen Kaiser der Franzosen, mit Napoleon III., machte. Jedes Wort dieses Monarchen wurde von der politischen Welt auf die Waagschale gtlegt, erklärt, gedeutet, jeder seiner Aeußerungen, selbst — wenn er solcher fähig war den harmlosesten wurde eine tiefe Bedeutung beigelegt, überall witterte man Anspielungen, tiefe Absichten, und vollends seitdem beim Neu-
-r
LZ
* 5
Frankreich.
Paris, 30. Oktober. Der letzte Pastus der deutschen Thronrede hat hier große Sensation hervorgerufen. Sämmtliche Tages-Blätter weisen auf die darin enthaltene energische Sprache hin.
— Der Zustand des Generals Topete hat sich abermals verschlechtert;
-•«Aj
man fürchtet für sein Leben.
Pari-, 1. November. Die Nachricht, daß Frankreich vor Kurzem einen ^vergeblichen Versuch gemacht habe, Rußland in der orientalischen Politik seine von einer Stelle, die darum
Deutschsand.
E- Darmstadt, 31. Oktober. Durch Allerhöchste Decrete vom
jcihrsempfang 1859 jene unfreundlichen Worte zum Baron Hübner, dem Ver- tteter.Oesterreichs beim Tuilcrienhof die Ouvertüre des italienischen Krieges bildeten, glaubte man stets in Allem, was er sprach oder verschwieg, bedcu-i _ . v _
tcnde politische Combinationen wittern zu müssen. v. Forckenbeck mit 203 von 207 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten, Frhr.
Das Gegeutheil ist bet den officiellen Reden, geschweige denn bei privaten!Schenk v. Stauffenberg mit 144 von 211 Stimmen zum ersten Vice-Präsiden- rieußerungen des Deutschen Kaisers der Fall. Alle Welt und wohl selbst dienten gewählt. Bei letzterer Wahl erhielt Fürst zu Hohenlohe-Langenburg Feinde Deutschlands und seiner Regierung sind genugsam über die Charakter-!44 Stimmen, während 22 Zettel unbeschrieben waren. Zum zweiten Vice- Eigenschaften dieses Monarchen orientirt, um zu wtsten, daß seine Rede nach Präsidenten wurde Hänel mit 143 von 204 Stimmen gewählt, v. Puttkammer tun Gebot der Schrift: ja, ja, und nein, nein zu sein pflegt, d. h. daß Alles erhielt 33 Stimmen.
was er spricht, sei es bei officiellen Anlästen, sei es im gewöhnlichen Leben, /* , ____ . . w
bcn Stempel der Wahrheit und der Gradheit an sich trägt, weder irgend Vertretring des Gesandten Graf Brandenburg in Listabon bestimmte Legations- welchen Deutungen Raum läßt, noch zu Conjecturen Veranlassung bietet Daß ratb Graf Arnim abberufen worden, um vernommen zu werden, oder aus einer osficielle Ansprachen, wie Thronreden, nicht vom Kaiser selbst, sondern von den anderen Ursache. Das Blatt bezeichnet es. als nicht der Wahrheit gemäß, daß Räthen seiner Krone verfaßt werden, ändert hierin nichts, sichert ihnen viel- ‘ mehr um so größere Objectivität und ersetzt, was ihnen dadurch an fesselndem
Würzburg, 31. October. Nach der maßgebenden Verordnung vom 21. Mai 1874 wird Kullmann seine Strafe im Zuchthause St. Georgen bei Baureuth aböüßen.
75,968 W». $5,246 AM. $1,244 AM-
s
0 3*" 4
'N
vl,
l6l
K*x^**R "“7 M
Oft».
mimen, unb um 1
, Interesse ab geht, durch ihre schlichte Glaubwürdigkeit.
Eine Thronrede dieser Art, schlicht, bestimmt, fast geschäftlich trocken, wenn auch vortrefflich stylisirt, ist diejenige, mit welcher der Kaiser die ' zweite diesjährige Session des Reichstages am Donnerstag eröffnet hat. Man wußte vorher, daß diese Rede keine Ueberraschungen enthalten werde und er- ! wartete den Act der Eröffnung daher ohne Spannung. Der größte Theil dieser Rede beschäftigte sich lediglich mit den Gesetzvorlagen, welche dem Reichstag in der gegenwärtigen Session zugehen werden, und bietet nicht das mindeste Neue, da die Neichsverfaffung irgend welche legislatorische Ueberraschungen kaum gestattet. Größere Aufmerksamkeit erregen und verdienen nur die Schlußsätze der kaiserlichen Rede. Dieselben lauten: „Unsere Beziehungen zu allen j fremden Regierungen sind ftiedlich und wohlwollend und in der bewährten Freundschaft, welche Mich mit den Herrschern mächtiger Reiche verbindet, liegt eine Bürgschaft der Dauer des Friedens, für welche Ich Ihr volles Vertrauen in Anspruch nehmen darf. Mir liegt jede Versuchung fern, die geeinte Macht - des Reiches anders, als zu deffen Verthcidigung zu verwenden; vielmehr ist es gerade diese Macht, welche Meine Regierung in den Stand setzt, ungerechten Verdächtigungen ihrer Politik gegenüber zu schweigen und gegen^das Uebelwollen oder die Parteileidenschaft, denen sie entspringen, erst dann Stellung zu netz- inen, wenn dieselben zu Thaten übergehen sollten. Dann weiß Ich, daß für die Rechte und die Ehre des Reichs jederzeit die gesammte Nation und ihre Fürsten mit Mir einzutreten bereit sind."
Man hat unserer Meinung nach höchst ungerechtfertigter Weise in diesen Schlußworten etwas Beunruhigendes finden wollen. So viel wir übersehen können, läßt sich an ihrer friedlichen Bedeutung — wenn man nicht „zwischen den Zeilen" lesen will und dazu liegt hier wahrlich keine Deranlaffung vor — fein Zweifel hegen. Die Provinzial-Correspondenz hebt bei Wiedergabe der Thronrede die Worte „zu allen fremden Negierungen" gesperrt hervor und man darf der Versicherung fticdlicher und wohlwollender Beziehungen zu allen Mächten um so eher vertrauen, als für deren Dauer, sowie für die Dauer ^Mitwirkung anzubieten, wird mir jetzt auch hier des Friedens eine Bürgschaft existirt, deren Bedeutung nicht zu unterschätzen.wissen kann, bestätigt, ist und die sofort bei Erwähnung der auswärtigen Beziehungen auch von der; (Fimfanh
Thronrede hervorgehoben wird, die .bewährte Freundschaft" nämlich, welche. " ’
Deutschlands Kaiser „mit den Herrschern mächtiger Reiche" verbindet. Das' London, 31 Oktober. Em Artikel der beitzt aus der officiellen Sprache in gemeinverständliches Deutsch übersetzt, daß Proceß be,prechend, sagt: Das Hauptgewicht Deutschland nicht blos auf das Wohlwollen aller Mächte angewiesen sei, viel-liege in der ersichtlichen Verantwortlichkeit des mehr eine Bürgschaft für dasselbe in seinen Allianzen finde. wedel für das Verbrechen seines Mitgliedes und .
Auf den ersten Blick möchte cs scheinen, als ob der an diese Erwähnung gen zu Staat und Gesellschaft. Leitens einer solchen, die Erbittermig schu-
d.r auswärtigen Beziebungen fick anschließende Pastus nicht ganz so friedlich renden Kirche, von der natürlicher We.se erklärt wurde, daß katholische Geist-
taiite allein eine nähere Erwägung kann lediglich dazu führen, auch in diesem l.che Keinen angestiftet haben, den Fürsten Bismarck zu morden , und daß pe
Satze nur eine Bekräftigung der friedlichen Absichten der Reichsregierung zu das Attentat nicht billigen, sei dies keine vollständig genügende Antwort. Die


