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Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen.
ßfr. 1O1. Samstag etil 2. Mai 1»34U
Amtrief)er TheiL
Drodpreife vom 2. bis $)♦ April 1874,
nach eigener Erklärung der Gacker:
Kilo 2 gemischtes Brod 24 fr. 1 Kilo gemischtes Brod 12 fr. 2 Kilo Roggenbrod I erste Sorte 21 fr., zweite Sorte 18 fr.
Betreffend:
Gießen, am 27. April 1874.
Die Aufbewahrung, Revision und Prüfung der den Kirchen-, Schul- und
Stistungsfonds gehörigen Schuld- und Pfandverschreibungen.
Dao u> r o 1} I) r r j u g l i d) t Kreioaml (6 i c (; r n
v. Röder.
DiOlrdi
Deutschland und Polen.
itibem Feuer sich für fremde Nationen, für ihre Vorzüge und Fehler, für ihr ^uiep
Thlr.) m des Giesse*
liiizuleiten und baldigst desfallsige Anträge zu stellen.
an
die evangelischen Kirchenvorsiäude des Kreises.
Großherzogliches 5Tber-Cousistorium hat in Folge ter demselben vorgelcHten Revisionsprotokolle Nachstehendes verfügt:
„Da nach der Allerhöchsten Verordi.ung vcm 30. April 1833 die den Kirchen- und geistlichen Stiftimgefouds gehörigen Schuld- und Pfandverschreibungen in einer hierzu besonders eingerichteten doppelt verschließbaren Kiste ausbewahrt werden sollen, fo erscheint es nicht zulässig, daß diese Obligationen in Schubladen oder andern in Äctenschränfen angebrachten Behältern aufbcwahn werden. Insoweit di.ses daher seither nicht der Fall war, ist für die Anschaffung von Deposirenkisten der bezeichneten Art zu sorgen. Em gleiches hat zu geschihen, winn die vorhandenen Depositenkistcn nach ihrer Beschaff.nheit nicht die nöthige Sicherheit bieten. Für größere Kirchensonds empfiehlt sich die Anschaffung feuerfester Kaffeschränfe, welche auch bereits von einzelnen Kirchenvorständeu in Aussicht genommen ist.
Für die einzelnen Kircheufonds, welche unter der Verwaltung verschiedener Kirchenvorsiäude stehen, sind in d.c- Regel besondere Depositenkisten anzuschaffen. Die Dcpositenkisten selbst müssen mit ein.m doppelten und zwar verschiedenem Verschlüsse versehen sein und ist von den beiden Schlüsseln ler eine dem Vorsitzenden und der andere dem aussührenden weltlichen Diitgliedc desjenigen Kirchenvorftandes zuzustellen, welchem die Verwaltung des betttffenden Kirchensonds zusteht. Dem Kirchenrechner darf unter feinen Umständeii ein Schlüssel zu der Depofiten- fiste überlassen werden. 9iur alisnahmsweise fann die gemeinschaftliche Aufbewahrung der Wertpapiere verschiedener Kirchensonds in einer Depositenfiste gestattet werden, wenn es sich um unbedeutende Fonds handelt, und beide betreffende Kirchenvorstäude hierzu ihre ausdrückliche Zustimmung geben. 3n diesem Falle ist der eine Schlüssel dem gemeinsamen Vorsitzenden und der andere dem ausführenden weltlichen Mitgliede desjenigen Kirchenvorstandes zuzustellen, welcher sich am Aufbewahrungsorte der Depositenfiste befindet.
Was die Aufbewahrung der Depositeufisteu betrifft so ist als Regel festzuhalten, daß solche in der Wohnung des Vorsitzenden des Kirchen- Vorstandes siattzufinden har. Ausnahmsweise fann aber, wenn in Filirlortcn, welche von dem Wohnsitze des Pfarrers entfernt liegen, besondere Kirchenvorstäude bestehen, insofern dieses von dem Kirchcuvorstand gewünscht wird und in Bezug aus Sicherheit fein Ausland besteht, zugegeben werden, daß die Depositenfiste in der Wohnung des aussührenden Mitgliedes deS dasigen Kirchenvorstandes aufbewahrt werde. Selbstverständlich hat aber auch in diesem Falle den einen Schlüssel der Vorsitzende, den andern das genannte Kirchenvorstandsmitglied in Verwahrung zu nehmen." Insoweit die vorhandenen Depositenkistcn und bestehenden Einrichtungen Ihrer Fonds diesen Grundsätzen nicht entsprechen, haben Sie das Geeignete
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Beta n n i m a a> u u fl. Zeichnencursus für Lehrer.
Der Verein für Verbreitung von Volksbildung wird in den bevorstehenden Pfingstfericn wieder einen Zeichencursus für Lehrer unter der Leitung des
Btnn Pros. Kump a veranstalten. Der Cursus wirb am 26. Mai l. I beginnen und 10 Tage dauern.
Diejenigen Herren Lehrer, welche an dem Cursus Ttieil zu nehmen beabsichtigen, wollen sich bei Herrn Pros. Kumpa dahier schriftlich anmelden und
tabu ihre Wünsche bezüglich etwaiger Subvention zu erkennen geben.
Darmstadt, den 24. April 1874.
Der Vorstand des Volksbildungsvcreins.
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stets von gO it Heine 3* * tnliptt*1111"1; , imb*1”
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Preisen Besorg Lindeiipliih. (!<’)’
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und vervollkoiM Br. Marti«)* jU LogikbestellN»
gut und^Freud begeisterte. Kaum eine „Nation" hat das mehr erfahren, als bii polnische. Damals war der Polen Enthusiasmus nicht blos im gut demo- Mtischen Lager bei uns zu Hause, sondern selbst in höheren und höchsten tzlhichten und wieder bei dem ganzen kannengießernden Publikum. Jeder brave Untertban machte, wenn er hinter dem Biertische saß, seiner grimmen Wulb äqcii die moscowitischen Barbarenhorden Luft und wollte den Bluthund Pas lmitsch erwürgen. Jeder landstüchtige Pole fand auf deutschem Boden frei: |hen Unterhalt und, was mehr sagt, bewunderndes Mitgefühl; denn jeder gelt für einen polnischen und moralischen Märtyrer. Die Polen, die mtt der Eü'öicheit des Körpers den adeligen und freiheitsdurstenben Sinn, den glüheu- d-ko Patriotismus vereinigten, wurden dem trunkenen Schwärmer zu hellenischen gäben von Marathon. 'Das in mehr als einer Auflage ertönende Firns lo- loiiiac hallte mit tiefem Seufzer durch ganz Deutschland nach, inan weinte dem »dichteten Polen mehr Thräneu, als dem heiligen römischen Reiche deutscher Won, da eS zu den Sotten ging und die apostolische Kaiserkrone m den Stüiib rollte, um für die saubergeschnitzten Krönchen von drei Dutzend Souveräne» Raum zu schaffen. Das deutsche Lied hatte für das deutsche Reich
T^rnffdilant) und Polen. hin und wieder auslauchenden Gestalten fahrender Polen beiderlei Geschlechts,
r. o \ s v mit mehr als selbllverläna- ächte und imitirte, welche als Abenteurer, Hochstapler oder wie Figuren aus
Es gab eine Zett, wo der ®eutf»e Spottgedicht gar seltsam die Ideale unserer Väter illustriren. Die
von sich selbst abstrahirende, nur auf Fremdnationales coucentrirte Gefühlsschwärmerei , wie weit liegt sie heute hinter uns I Seitdem die Deutschen gelernt, was sie vermögen, und sich ihr eigenes stattliches Haus wieder eingerrch- tit, ist auch das fast verloren gegangene nationale Selbstgefühl zurückgekehrt und in die berechtigte Herrschaft über unser Dichten und Trachten restituirt. Es ist die bekannte Geschichte vom aufgewachten Michel, der den Schlaf abgeschüttelt und das klare Urtheil wieder gefunden. Vor diesem aber können die Forderungen, welche die Polen an unser Mitgefühl und an unsere — Politik
stellen, nimmer bestehen.
Polen hat, soweit es für seine Träume auf uns angewiesen ist, nichts von Preußen oder vom neuen Deutschen Reiche zu hoffen. Es war daher ein geradezu unnützer Schritt, welchen die polnische Fruction gethan, als fter im eben auseinander gegangenen deutschen Reichstage noch dicht vor Th erschlich den Antrag einbrachle, daß „die den ehemaligen polnischen Vandestheilen Se^ tens des preußischen Staates und dessen Monarchen gesetzlich und tbatschlich zuerkaunten und auf Grund internationaler Verträge zustehenden Rechte hinsichtlich der Nationalität, insbesondere der Sprache, „aufrecht erhalten und die tania' m.hr als den alten Sana vom jivffhämer. aber für den Heldenmuth benjelben widerjprechenden Erlasse aufgehoben werden."
S L rnnfc. ffnfi in ZnhMt melobieen. Bei der thalkräftiaen Erbitterung, welche tm Parlamente gerade -ur Zeit
" Die Töne sind heute ausgeklungen und nur dunkel erinnern daran die! gegen die rcichsseindlichen Parteien vorherrscht, wird der Antrag der Polen


