nennung des bisberigen Gesandten in Kopenhagen, Grafen Paar, zum außerordentlichen Botschafter am heiligen Stuhle. — Heute hat die feierliche Er- öffnung der Landtage stattgefunden. Im mährischen Landtag waren die czechi- schen Deputaten fast vollzählig anwesend.
Frankreich.
Trianon, 26. November. Proceß Bazaine Canrobert führt aus, daß, wenn man im October nicht mehr das Feld behaupten konnte, man doch noch im Stande war, schwere Schläge auszutheilen. Man mußte nicht eine Capitnlation, sondern eine Convention unterhandeln. Wenn ste nicht ehrenvoll ausgefallen wäre, würden wir an die Waffen appellirt haben und wenigstens tapfer unterlegen sein. Die Generale Leboeuf und Ladmirault sprechen in demselben Sinne. Nouher sagt, die Kaiserin habe alle möglichen Anstrengungen gemacht, um die Rhein-Armee zu retten. Fürst Bismarck habe an die Kaiserin die Aufforderung gerichtet, eine Vollmacht in blanco zu unterzeichnen, welche als Grundlage der Friedens-Präliminarien dienen sollte. Die Kaiserin ver- weigerte dies jedoch unbedingt, da ste auf keinerlei Gebietsabtretung eingehen wollte.
dmerifta.
verschwunden. Die Jagd der Gendarmen und Förster nach dem Sepp begann nun weit herum Wenn die Grünröcke mich erwischen, so sollen sie mich wenigstens nicht lebendig bekommen, hatte Sepp zur Anne-Marie gesagt. Darauf hatte er seine Büchse scharf geladen, nahm an die eine Hand seinen vierjährigen Buben und unterstützte mit der andern die Anne-Marie, die das Kleinste in ihren Armen trug, und fort gings auf Schleichwegen nach der österreichisch. Gränze zu. Eines Abends ruhen die Flüchtlinge im Walde, Weib und Kind schlafen. Da hörte Sepp's scharfes Ohr den Ton von Hufschlägen auf der Straße, die neben dem Gebüsch, das sie verbarg hin- führte. Er berührte den Arm Anne-Martens. Sie erwachte. — Die Gendarmen' — Sie schrak so heftig zusammen, daß das Kind in ihrem Schooße aus dem Schlafe aufgeschreckt wurde. Es begann zu schreien — Bringe den Balg zum Schweigen! raunte Sepp mit heiserer Stimme in das Ohr der Mutter. - Anne-Marie drückte das Kind krampfhaft an ihre Brust Ä Geschrei zu ersticken. Es weinte noch lauter. Die Gendarmen hatten auf der Straße Halt gemacht und lauschten. Da riß Sepp den Kleinen auS den Armen seiner Mutter und deckte seine schwielige Hand auf den kleinen Mund. Zehn Minuten lang hielten die Verfolger auf der Straße, zehn Minuten lang unterdrückte die feste Hand das Schreien des Kindes. Endlich ritten die Gendarmen weiter, die Mutter nahm ihren Säugling wieder; lange preßte sie ihren Mund auf die blaugewordenen Lippen deS armen Würmchens, als ob sie aus ihrer Brust in die seine Leben hauchen wollte - das Kind war tobt. — Sepp sagte: Vorwärts! Er nahm den alteren Buben auf den Rücken und schritt voran, Anne-Marie folgte mit der kleinen Leiche • bei Tagesanbruch erreichten sie die Gränze. Sie stießen auf einen Beamten der österreichischen Mauths - Habt Ihr etwas anzugeben? fragte er. — Nichts, antwortete Sepp ruhig. — Anne-Marie trat vor, zeigte auf dgs tobte Kinb, das sie in ihrer Schürze trug, und sagte- Ich habe anzugeben, daß dieser Mann ein Mörder ist. er hat seinen Sohn getödtet Sepp ließ sich greifen; er sitzt seitdem im Zuchthaus; seines älteren Buben hat sich ein befreundeter Wirth in Tirol angenommen, die Anne-Marie aber hat ihren Verstand verloren, sie sitzt entweder regungslos in ihrer Kammer oder irrt umher; sie ißt fast nichts und wird bald heimgehen!"
9tew - Aork, 26. November. Die Commission des Senats für die auswärtigen Angelegenheiten ist der Ansicht, daß die Rückstellung des „Virgi- nius" an Amerika jeden Grund zu einer Kriegserklärung benehmen und eine Lösung auf diplomatischem Wege erleichtern würde. — Die Agriculturbüreaux schätzen die gegenwärtige Erndte auf 3,700,000 Ballen.
Kirchliche Anzeige der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst.
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Wechsel.
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Pistolen
9
42—44
doppelte 9 36—38
«eboction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei 5Fr. E b r/Pi et H)'!« Gießen.
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k. S. 1051 , k. 8. 105
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Oestr. 185Kr 1860r 1864r
ditto ditto Disconto
Prioritäten östr. Stsb. Prior. 60* östr s. Lombard 49 Livorneser 321 4 Toscaner 53 Elisabeth.-Prior. 92
29' ;
154
751.4
fl. 250 v. 1854 88
Prioritatsloose 192'/;
Loose 9114
„ 1491/2
Siegmund Weimersheim, Ellenwaarenhändler in Gießen. Ludwig Ohnacker, Bürgermeister in Nieder-Ohmen. Nicolaus Wiegand, Eisenhändler in Schlechtenwegen. Peter Weitzel, Mineralwasserhändler in Groß-Karben. Eduard Schillinger, Müller in Münster.
Hermann Pfannmüller, Geldwechsler in Lauterbach. Christian Jost, Kaufmann in Nidda.
Heinrich Martini, Fabrikant in Vilbel.
Hermann Steinberger, Hofgerichts-Advocat, Louis Weynand, Gastwirth,
Karl Heinrich Schwan, Branntwetnhändler, Friedrich Müller, Specereihändler, Friedrich Emil Gail, Agent, Ludwig Scheid, Cigarrenfabrikant, August Wieffell, Bau-Accessist,
52—54
34-36
Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien
S. 1183/4 8. — 8. 933/h
8. IO234 8. 1028 4 8. 102'4
Pfarrgeschäfto für die Woche vom 30. November bis 6. December 1873 besorgt Pfarrer Landmann.
Maxbahn 130* 2
Bayer. Ostbahn 116 Rhein-Nahebahn-Act. Hess. Ludwigsb.-Act.
Oberhessen „
Lokal-Notiz.
Gießen, 28. November. Die Sitzungen des Schwurgerichts in der Provinz Oberhessen vom I. Quartal 1874 werden
Montag den 5. Januar,
3% 3% 30/0 5IJ,o 5°/o
%
Actieii, 50/o östr. F. St. E. B. 3431/5 Lombard. Bahn 177 Ludwigsh. Bexbach 188
Aecht kölnisches Wasser
von Jean Maria Farina.
Meine Niederlage davon in der Expedition des Gießener Anzeigers empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl per halbes Dutzend und 45 fr. per Glas gehorsamst.
Johann Maria Farina in Köln.
99
100
1047
105' s 93’//
3.
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Goldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59
Actien»
Frankf. Bank 147'*/4 Franks. Vereins-Kasse 881/2 Darmst. Bankact. 379 Rheinische Hyp.-Bank — Wien Bankactien 1010 Oest. Creditact. 236
(Galizien —
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--------- .. - Martin Lenz am Markt. Georg Busch Wittwe am Kreuz und Daniel Rühl am Rathhaus.
Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitze des zum Präsidenten des Schwurgerichtshofs bestimmten Großherzoglichen Hofgerichts-Naths Herrn Pfannmüller, beziehungsweise des zu dessen Stellvertreter ernannten Großherzoglichen Hofgerichts-Naths. Herrn Hoffmann, ihren Anfang nehmen und wurden deshalb in der heute stattgehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts dahier die Haupt- und Ergänzungs-Geschworenen in folgender Ordnung ausgeloost.
l. Ergänzungs-Geschworene:
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Girlien.
Evangelische Gemeinde.
Ä p H l i r t f.
Pt.^cn .^?vember. ßarI Friedrich Schlick, Bürger und Kaufmann in Wiesbaden, des dastgen Bürgers und Kaufmanns, Philipp Schlick, ehelicher Sohn- und Hermme Georgine Löber, des hiesigen Bürgers und Gutsbesitzers, Christian Loder L, eheliche Tochter.
Getaufte.
Den 27. November. Dem Bürger und Apotheker, Dr. Adolf Mettenheimer, eine Tochter, Meta Wilhelmine Karoline Johanna, geboren den 19. September
Beerdigte
»au ?(en-23, ^ovember. Der pensionirte Schullehrer Johannes Kalberlah, aus Rüdmgshausen, alt 82 I 2 M. 16 T-, gestorben den 21. November.
r. . Den ^7. November. Heinrich Knöß aus Nieder-Wöllstadt, alt 22 I., gestorben den 26 November. B
1 Denselben. Anna Katharine Ludolph, des Bürgers zu Wabern und Heizers an der Mam-Weser-Bahn dahier, Heinrich Ludolph, eheliche Tochter, alt 3 I. 6 T. gestorben den 25. November.
Am 1. Advent, dem 30. November:
Morgens: Pfarrer Landmann.
(Feier des heiligen Abendmahls.)
Nachmittags: Pfarrvikar Schlosser.
(Collecte für die Stadtkirche.)
Nachmittags-Gottesdienste, sowie die Beichten, beginnen fortan um 2 Uhr.)
(C von der Angle - Swiss - Condensed - MUk - Coup, in Chsia
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Emil Fischbach
Frischbäcker ju Girßr
Sonntag den 30. November.
Friedrich Barth, Hofgerichts-Advocat, Dr. Richard Heß, Professor, Anton Franz Ricker, Buchhändler, Richard Scheel, Ellenwaarenhändler, Dr. Ferdinand Reatz, Hofgerichts-Advocat; sämmtlich in Gießen.
11. Haupt-Geschworene:
1- Jacob Köhler, Landwirth in Langsdorf.
° Wilhelm Kötter II., Landwirth in Nieder-Erlenbacb.
Joseph Haseneier, Müller in Haarheim.
Joh. Heinrich Jhring, Bierbrauer in Lich.
Georg Wortmann, Bankagent in Gießen.
6. August Weidig, Cigarrenfabrikant in Gießen.
7. Dr. Joseph Gros, Pachter auf dem Colnhäuser-Hof.
8. Ludwig Treff, Ellenwaarenhändler in Gießen.
9. Heinrich Karle, Bürgermeister in Ruppertenrod.
10. Karl Fleischhauer, Landwirth in Ermenrod.
11. Amand Schneider, Leinwandfabrikant in Herbstein.
12. Ottmar Weivig, Hofgerichts-Advocat in Gießen.
13. Hugo Buderus, Hüttcnbesitzer in Hirzenhain.
14. Karl Volkmann II-, Fruchthändler in Heuchelheim.
15. Jacob Müller, Leinwandfabrikant in Frischborn.
16. Heinrich Diefenbach X., Landwirth in Berstadt.
17. Friedrich Vollmüller III., Fabrikant in Lauterbach.
18. Johannes Wehrheim IV., Landwirth in Rodheim (Kr. Vilbel).
19. Christian Pracht II., Bürgermeister in Grünberg.
20. Hermann Hoffmann, Gastwirth von Grünberg.
04 Wilhelm Weißbeck, Kaufmann in Schlitz.
Heinrich Suppes, Landwirth in Maar.
20 Frankenit. 9 211 2—221/2 Engi. Sover. 11 60—52 Russ. Imper. 9 42—44
Dollar in Geld 8 25'/2—26'/2
Vermischtes.
— Das ultramontane danziger Westpreußische Volksblatt beginnt die volitische Rundschau seiner heutigen Nummer wörtlich folgender Maßen: „Te Deum laudamus.' Dich Gott loben wir, Dich preisen wir mit allen Deinen Engeln, Heiligen, Märtyrern, Confefforen, Seligen daß Du uns, den Kindern Deiner heiligen Kirche, auf Erden die Freudigkeit und Standhaftigkeit des Bekenntnisses für dieselbe eingegoffen, daß Du uns Beharrlichkeit, Opferwi lligkeit und Eifer des Wirkens für sie und endlich den herrlichen Wahlsieg in Preußen verliehen. Allen Heiligen aber danken wir für ihre treue Mitwirkung, von der wir die festeste Ueberzengung haben und dies freudig aussprechen, wenn auch glaubenslose, oft bis zum Nihilismus abgeklärte Liberale darob vor innerem Bauchgrimmen Gcsichtszuckungcn und den Veistanz bekommen "
- Manchem fremden Wanderer schreibt die „D.-Ztg.,-- ist in dem baierischen Gebirge bei Partenkirchen eine Unglückliche begegnet, ein noch junges Weib mit hohlen Wangen und wildblickcnden Augen, dcffen reiches, blondes Haar ihr wirr um den Kopf flattert. Die Unglückliche thut Keinem etwas zu leid, sondern flieht vor jeder Begegnung in die Wälder und Berge. Folgendes ist ihre Geschichte: Vor wenigen Jahren war Joseph Falkner ein schmucker Bursche und die Anne-Mane das bravste und sauberste Mävel im Gebirge. Sie heiratheten sich und man konnte keine glücklichere Familie sehen als den Sepp mit seinem Weib und seinen zwei kleinen Buben. Aber einen Haken hatte die Sache dock: der Sepp konnte nämlich das Wildern' nicht lasten, obgleich er ihrs bei der Hochzeit in die Hand versprochen hatte. Eines Nachts! war er wieder mit der Büchse auf der Schulter hinausgegangen und die Förster kamen ihm auf die Spur und wollten ihn festnehmen. Einer wagte es, ihm zu nahe zu kommen, da hob der Sepp die Büchse und schickte dem Unglücklichen, der sein Leben gering genug geachtet hatte um Hand an den kühnsten Wilderer zu legen, eine Ladung Blei in die Brüst. Die andern ergriffen dre Flucht. Nachdem das Verbrechen geschehen war, trieb sich der Falkner-Sepp in den Wäldern herum, und eines Morgens war auch die Anne-Marie mit ihren Kindern aus ihrem Häuschen
Holl. fl. 10 St. 9
Ducaten . . 5
Borseilnachrichten.
28. November 1873.
Preuss. 4i/20 0 Oblig. 1013/e Frankf. 3*/2°/q Objig. 87 Nass. 3'/2oo Obi. 91'/r jKurhess. 4°/° „ 95 jGr. Hess. 5° 0 Obi. —
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Darmstädter fl. 50 Loose 215 n „ 25 „ 58
Kurh. 40 Thlr. Loose 72
Nassau 25 fl. 46' 2
Braünsch weiger 22 3°/q Oldenburg, ä 4()Thlr. 37 '/4 40/g bayr. Främ.-Anl. 112'4 4% badische Loose — Badische fl. 35 Loose 67'/,


