g. Nach etngetretcner VegetationSzeit und begonnener Frühjahrsbestellung ist von dem Rauchern ein Erfolg nicht mehr zu erwarten; es ist daher alS- dann das Vertilgungsgeschäft mit anderen Mitteln und ganz besonders durch Einsaugen und Abliefern der Mäuse gegen Bezahlung fortzusetzen. Von einer zwangsweisen Lieferung einer bestimmten Mäusezahl imd) Verhältnis; der Fläche ist hierbei abzusehen.
10) Nur wenn ungeachtet der Ausführung der unter 8 und 9 bezeichneten Vertilgungsarten die Zahl der Mäuse sich erheblich vermehren sollte, ist zu dem Vergiften zu schreiten. Das Gift ist aber für Rechnung der Gemeinde zu beziehen und durch deren Angestellte mit größter Sorgfalt in'die Gänge etnzulegen.
Wir empfehlen Ihnen, diese Bestimmungen alsbald durch die Kreisblätter zur aNgemcincn .Kcnutniß zu bringen, die rechtzeitige und allgemeine Aus- führnng der getroffenen Anordnungen schon in diesem Frühjahr nnd zwar ohne Verzug zu veranlassen und mit der Umsicht und Energie zu überwachen, die die Bedeutung dieses für daS Gedeihen der Landwirthschaft hochwichtigen Gegenstandes erfordert.
v. S t a r ck.
v. G a g c r n.
Gefundene G e g c u st ä » d e:
Ein Beutelchen, mit einem doppelten Frtedrichsdor Hm Laden des Herrn Pistor liegen geblieben), ein Regenmantel (in einer Wirthschaft zurückgelassen), ein blechernes Tintenfäßchen mit 2 Heller, eine Oplinderuhr (auf der Textor'schen Hardt gefunden), eine Verzierung mit Franzen zu einem grünen Kleide, ein kleines Portemonnaie mit b Kreuzern in Hellern rc., eine blaue Brille (Zwicker), ein Paar hellbraune Handschuhe.
Die (tigenthümer werden ausgesordert, sich binnen 3 Wochen bei unS zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder später zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden.
Gießen, den 28. Februar 1873. Großhcrzogliche Polizei-Verwaltung Provinzial-Hauptstadt Gießen.
Nover.
P » 1 i t i f d» e t T h - 1 l.
Deutschland.
Darmstadt, 26. Febr. Der Antrag der Abgg. Gebhard, Matty und Mühlberger, eingebracht in der Sitzung am 21. d. MtS. und dem zweiten (Ge- setzgrbungS-) Ausschuß überwiesen:
In Erwägung,
datz die Erziehung der Jugend in nach Eonsessionen getrennten Schulen durch Lehrer und Geistliche, welche in nach Eonfessiouen getrennten Anstalten ihre Bildung erhalten haben, nicht dazu dienen kann, den confesfionellen Frieden und das Bewußtsein der untrennbaren Zusammengehörigkeit zu Einem Volke zu fördern, vielmehr eine Gegcuübrrflillung, folgeweise eine Anfeindung der verschiedenen Confesflon-gemeinschasten erzeugen, dadurch aber der Staat in Er- reichnng seiner Zwecke gefährdet ist und das zu erstrebende Ziel der Ausglei- chung confesslourller Gegensätze immer mehr eutfernt wird;
in weiterer Erwägung,
daß die unstrcitbor von ultramontauer Seite begünstigte Absonderung der Äon fesstonS-Angchörigkn bereits vielfach m's bürgerliche Leben übertragen worden und die Entwickelung unserer staatlichen Verhältnisse hindert;
in endlicher Erwägung,
daß diesen sich kundgeb.nven Uebeln nur allein dadurch gesteuert werden kann, daß »an die Ursache, dcs ist die konfessionelle Erziehung des Volkes, die Ai>- fondrrung der Jugend nach ihren Eonfefsionen, die einseitige Heranbildung 6ir Lehrer und Geistlichen zu Eonfeffionszweckcn beseitigt,
stellen die Untirzrichneten an hohe Stäudekammer dru Antrag:
Dieselbe möge Großh. Siaatsregierung ersuch, n, der Stäudekammer tintn Gesetzentwurf vorzulege», welcher die Bestimmung hat:
1) Die früher in Gießen bestandene katholisch'theologische Facultät wieder herzustellen und keinen katholischen Geistlichen zur Anstellung und Amtsausübung gelangen zu lassen, der nicht wenigstens 2 Jahre lang dne deutsche Universität, auf welcher eine katholisch - theologische Facultät besteht, mit E,folg benutzt und seine Examen bestanden hat;
2) Die beiden Schullehrer-Seminare in Friedberg und Bensheim zu Einer Anstalt zu vereinigen und keinen Lehrer zur Anstellung und Amtsausübung gelangen zu lassen, welcher nicht die vvrgefchriebene Zeit hindurch diese Anstalt besucht und seine Examen bestanden hat;
3) als Volksschulen nur confcssionslosc Eommunalschulcn zu dulden, den VolkSschullehrer« die Ertheilung des confcssivnellen Religionsunterrichts zu entziehen und solchen für Schüler und Schülerinnen vom 12. Jahre an den zusian. digen Geistlichen zu überlassen;
4) Behufs Handhabung der staatlichen Kirch naufsicht auch in Bezug auf verwaltui-g und Verwendung der Kirchenvermögen die früheren Rechte des Staates gegenüber der katholifchelt Kirche wieder herzustellen.
Darmstadt, 26. Febr. Dos Großh. Regierungsblatt Nr. 26 enthält:
1. Gesetz, die Erhebung einer außerordentlichen Eommunalsteuex für die Stadt Mainz bctr.
2. Verordnung, die Beseitigung der Verschiedenheiten in den Folgen der Siraserkenntmse nach der vormaltgen Großh. Hess. Gesetzgebung und nach dem neuen Reichsstrasgesetz betr.
3. Bekanntmachung, die Erhöhung der InfinuationS * Gebühren und der Taggelder der Stadt« und Landgcrichtsviener betr.
4. Bekanntmachung Großh. Oberrechnungskammer, die Vergütung für die in 1873 in Geld noch zu berichtigenden Brsoldungs- und PcnsivnSnaturalien bitr.
5. Ermächtigungen zur Annahme und zu» Tragen fremder Orden.
6. Ramcnsveränderungin.
7. Dienstnachrichten. Seirre König!. Hoheit der Großherzvg haben aller- gnädigst geruht: am 16. Januar de« Schullehrer an der evang. Schule zu Raibach, im Kreise Dieburg, Ludw^ Adam Hcußel, die evang. Schulstclle zu Langstadt, im Kreise Dieburg, am 20. ^anuor dem Schullehrer an der evang. Schule zu Frankenbach, im Königi. Preuß. Kreise Biedenkopf, Heinrich Trau- muller, die evang. Schulstelle zu Oppenrod, im «reife Gießen, und dem Schullehrer an der kath. Schule zu Obernheim, im Kreis» Utz.y, Jacob Werner, die erste kath. Schulstelle zu Laubenheim, im Kreise Mainz, übertragen; an demselben Tage den Bauaufseher Heinrich Ebert zum «entamfd^» bet de« Reut« amte Alsfeld, die Eonducteure bei der Main Rlckar-Eiseubahn, Kühnlp und Johanne- Georg Kröhl, zu Zugmeistrrn bei dieser Eisenbahn, a m^ Januar den Banausseher, charaktrrlfirtrn Kreisbauaufseher Georg Wallbott, bauaufs<her bei dem Kreisbauamt Erbach zu ernennen; am 28. Januar d<. von Ve» Herrn Grasen zu Erbach«Erbach auf die zweite evang. schulstelle zu chclShei», im Kreise Lindenfels, präsentirten Schullehrer an der evang. Schutt zu Laudenau, im Kreise LintenfelS, Theodor Grünewald, für diese stelle zu bestätigen; am 29. Januar den Gehülsen Wimmenauer aus Darmstadt zlm
Assistenten bei den naturwissenschaftlichen Abtheilungen d'S Museums und am 30. Januar den Feldwebel Wilhelm Bergoffakp ans Darmstadt zum Kanzleidiener nnd HauSbrschli,ßer bei der Oberbau-Direction zu ernrnmn; an demselben Tage den von dem Herrn Fürsten zu Usenburg und Büdingen auf die erste evang. Schulsttlle zu Düdlldheim, im Kreise Büdingen, präsentirten SchulawtSaspiran- ten, Heinrich Ernst Ruppel aus Obbornhofen, im Kreise Nidda, für diese Stelle zu bestätigen.
8. Eoncurrcnzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Schulstelle zu Rai- breitenbach, Kreise Neustadt, mit einem jährlichen Gehalt von 400 fl.; b(e erste evang. Schulstelle zu Mettenheim, im Kreise WormS, mit einem jährlichen Gl halt von 400 fl.; die zweite evang. Schulstklle zu Angexsbach, im Kreise Lauterbach , mit einem jährlichen Gehalt von 400 fl.; die evang. S ?ulst<lle zu Günterfürst, im Kreise Erbach, mit einem jährlichen Gehalt von 400 fl.; dem Herrn Grasen zu Erbach Erbach steht das Prüsentationsrecht zu dieser Stelle zu.
Darmstadt, 27. Febr. Seine König!. Hohilt der Großherzeg haben aller« qnädigst geruht: am 3. Frbruar den ordentlichen Prof. Dr. Adalbert Mcrx zu Tübingen zum ordentlichen Professor in der evangelisch theologischen Facultät der LandrS-Univrrstlät zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen; am 20. Februar den Hofbiblioth'kax, EabinrkSbibliothrk-Direktor Dr. Alexander Philipp Walther zum Direktor der Hofbidliothek zu ernennen.
Berlin, 24. Febr. Die Bemerkungen, welche neulich der Präsident des Bundeskanzler-Amts, StaatS-Minister Delbrück, in Bezug auf die Ausführung deS JefuitengefetzeS machte, bestanden hauptsächlich in statistischen Mittheilungcn Über die Zahl der Jesuiten und die ihnen verwandten Gesellschaftea im Deutschen Reiche. Dee Zahl derJesniten ist nicht sehr groß und meist auf Preußen, Bayern und Elsaß-Lothringen beschränkt, dagegen >st die Zahl ähnlicher Orden, wie der Redemptoristen, Lazaristen rc., um so größer, und es soll nun Aufgab. des Bun- desrathes werden, den Grad der Verwandtschaft dieser Orden mit dem der Jesuiten festzustellen.
Berlin, 25. Febr. Hr. Kcttkler von Mainz hat nach der „Germania" binnen wenigen Tagen von seinem jüngsten Pamphlet gegen 20,000 Exemplare adgrs tzt. Auch Bischof Heinrich von Breslau konnte nicht umhin, einen Fursten- hirtenbrief zu erlassen. W e sehr man an den herausfordernden Ton der ulixa- montanen H.ulerkien gewohnt ist, wird man doch von Staunen über die Exlra- vaganzen desselben ergriffen, denn er stellt die jetzigen Verfolgungen der Kirche weit über die durch die römischen Kaiser [!) Diese, meint er, hatten blos den Leib geschädigt. „In unseren Tagen seien die Verfolgungen gefährlicher und sündhafter; sie schädigen den Leib nicht, sondern die S.ele; sie erheben und hei- ligen ihre Opfer nicht, sondern entwürdigen sie und führen sie dem zeitlichen und ewigen verderben zu. Das Zeichen der Zeit sei: die Entchristlichung der Volker re. Daß sich der BundeSrath, wie wir gemeldet, jetzt mit d n den Jesuiten oerw,.ntten Orden beschäftigt, ist um so nöthiger, als die Zahl derselben viel größer ist, als die der ergentlichen Jesuiten.
Berlin, 26. Febr. In Bezug auf die Vorbereitungen der social-demokratischen Partei zu einer über das ganze Reich ausgedehnten Feier des 18. März als Siistungstages der Pariser Evmmune geht dem B.-E." die Mittheilung zu, daß die preußische Regierung die Provinzialbehöroen anw'-isen wird, der in Aussicht genommenen Frier keinerlei Hinderniffc entgegenzusetzen, dieselbe vielmehr unbehinderl stattfiuden zu »affen. Der Grund hierfür liegt wohl weniger in der Rücksichtnahme auf die BercinSfreiheit als in der Voraussetzung, durch die Theil- «ahme au der Feier jenes Tages einen Maaßstab für die Stärke der soc>al- dewokratischen Partei in Deutschland zu gewinnen. Diese Annahme gewinnt um so mehr Wahrscheinlichkeit, als zugleich in diesen Tagen ein lebhafter Meinungsaustausch über die republikanische Propaganda im Westen und deren mögliche Rückwirkungen auf die übrigen Staaten zwischen den Eabinett.n von St. Petersburg, Berlin und Wien stattgkfundcn Haven soll.
Leipzig, 26. Febr. Die Vertronens-Eommission des deutschen Buchdrucker- Vereins s.,nd den Standpunkt der Leipziger Prinzipale in der Strike - Angcleg n- Helt ^crechifrrtigt. Die heutige Versammlung des Leipziger Local'Vereins beschloß tlnstimmig, vereinshülfe zu beanspruchen. Der geschäftsführende Ausschuß des deutschen Buchdrucker-Vereins wird anordnen, baß allen dem Verbände angehörigen Gehülsen in sämmtllchen VireinS Osfic-.nen gekündigt wird, wenn der Leipziger Strike trotz des Wahrspruchs der Vertrauens-Eommisston fortdcstehen sollte.
MilllchkU, 22. Febr. Prof. Dr. Friedrich erklärt im „Deutsch. Merk.": Die „Aug-V. Post-Zkg." läßt sich aus Eonstanz vo« 13. Februar berichten: „Aus Rom kam folgendes Telegramm vom Bischof Stroßrnayer ans eine Anfrage, ob er den Primat geleugnet (eie Michelis und Friedrich behauptet): „Mit aller Entschiedenheit nie und nimmer. Dekrete publicirt. Brief folgt. Stroß- s>hyrr." Einen Beweis beizubringen, daß und wo ich dieses von Stroßmaver s behütet habe, ist für die „Post-Ztg * natürlich nicht nothwcndig. Da ich aber nie unKuimmtr dieses behauptet habe, so erkläre ich hiermit und auf so lange
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Paris, viisaillk» gut ditiistag vvn doch lafftn s sthtli. Diil
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