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Verhalten der Bischöfe und das Wohl der katholischen Kirche und hebt hervor, daß das entschiedene Gegentheil von der von den Bischöfen in dem früheren Fuldaer Sendschreiben abgegebenen Versicherung eingetreten sei, wonach sie un­vergessen sein würden, daß nicht Kampf und Trennung, sondern Friede und Eintracht das Verhältniß sei, was zwischen den von Gott angeordneten beiden Gewalten bestehen solle. Die Negierung gehe daher an der Hand der Gesetze gegen die den Gehorsam verweigernden Bischöfe und Priester mit sicherem Schritte vor, und werde, wenn es nothwendig erscheine, die strengsten, durch­greifendsten Mittel zur Beugung oder Brechung des römischen Uebermuths auf preußischem Boden gebrauchen. Der Artikel weist ferner nach, daß ein christ­lich katholisches Gewissen durch die Kirchengesetze nicht verletzt werde, und schließt: Die Gefahren und Nothstände der katholischen Kirche würden ver­mehrt werden, wenn die katholische Bevölkerung bei den Wahlen die Zahl der ultramontanen Abgeordneten vermehren helfe, deren Streben, unter Noms Führung, auf den Kampf gegen die Staatsgesetze gerichtet sei. Die Katholi­ken, denen an dem kirchlichen Frieden gelegen, möchten sich hüten, Männer zu wählen, deren Wirksamkeit thatsächlich zur Zerrüttung des öffentlichen Friedens und zugleich zur Zerrüttung der Kirche führe. Dasselbe Blatt bestätigt, daß der Kaiser mit dem badischen Großherzogpaare am 16. d. Mts. in Wien ein­zutreffen gedenkt. Ferner kündigt dieProv.-Corresp." an, daß der Erlaß einer Verordnnng betreffs Auflösung des Abgeordnetenhauses und Anberaumung der Wahlmanne'r - Wahlen am 28. October, der Abgeordneten - Wahlen am 4. November und Einberufung des Landtags noch in der ersten Hälfte des November unmittelbar bevorstche.

DieNeue Pr. Zrg." schreibt: Der General-Feldmarschall Freiherr v. Manteuffel soll beabsichtigen, seinen dauernden Wohnsitz hier in Berlin zu nehmen, und demgemäß vor seiner Abreise nach Gastein bereits eine Wohnung in der Roonstraße Nr. 9 gemiethet haben.

Posen, b. October. Die von der Ostsee-Ztg." gebrachte Mittheilung, , daß an den Erzbischof Ledochowski eine Aufforderung zur Niederlegung seines Amtes erfolgt fei, wird von derPosener Zeitung" officiös dementirt.

Speyer, 7. Oktober. Von gestern bis heute sind 37 Personen an der : Cholera erkrankt, 15 gestorben. Gesammtstand: 229 Erkrankungen, 104 To­desfälle. Die Verlegung der General-Synode von Speyer nach Neustadt ist vom Ministerium genehmigt worden, die Eröffnung desselben findet am 19. , d. Mts. starr.

Massenversammlungen zu demonstriren.

Darmstadt, 7. October. Die erste Kammer erledigte in ihrer gestri­gen 8. Sitzung den Entwurf der Kreisordnung und genehmigte solche schließlich in einer Gesammtabstimmung einstimmig. Als Dissense gegenüber den Be­schlüssen der zweiten Kammer dürften hcrvorzuheben sein:

1) nach Art. 3 soll die Veränderung eines Kreises nicht durch Gesetz, sondern durch Verordnung erfolgen;

2) nach Art. 7 soll die Verweigerung der Annahme eines unbesoldeten Kreis- oder Provinzialamtes nicht mit erhöhter Zuziehung zu den Kreis- resp.

partistischen Emissäre", in eingehender Weise dargklegt.

Berlin, 7. October. DasMilitär - Wochenblatt" veröffenlicht eine ionigl. Cabinets-Ordre, betr. die Ernennung Mauteuffel's zum General-Feld­marschall, worin der Kaiser demselben lebhafteste Anerkennung und seinen wärm­ten Dank für die nach allen Richtungen hin ausgezeichnete Erfüllung des ihm gewordenen schwierigen Auftrages ausspricht, den der Kaiser in dce Hände des Generals gelegt, nachdem Letzterer als Führer an den Erfolgen des letzten Krieges einen hervorragenden Antheil erworben, nachdem er dem Kaiser früher mit bewährtem Rathe und unübertroffener Hingebung in manchen schwierigen Verhältnissen zur Seite gestanden, und nachdem der Kaiser seinem Wirken viel davon zu danken habe, daß die Stunde des Ernstes das Officiercorps des Kaisers vorbereitet gefunden.

Berlin, 8. October. Ein Artikel derProv.-Corresp." bespricht das

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Paris», 7. Oct. Bei dem gestern in Neuville-le-Bon anläßlich der feierlichen Eröffnung der dortigen Eisenbahn stattgehabten Bankett hielt der Herzog v. Broglie, in Erwiderung eines Toastes, eine Rede, worin er, nach» dem er von lokalen Angelegenheiten gesprochen, an die Ruinen der ehemalige» mächtigen Abtei Hellouin anknüpfend, sagte:Wie sollte man in Gegenwart der Spuren solcher Macht nicht unwillkürlich Betrachtungen anstellen über die socialen Revolutionen, welche jene Macht zuerst so hoch erhoben hatten und sie hernach zerstörten! 1 Diese Herrschaft der Geistlichkeit im Mittelalter und wäh­rend des ancien regimc, durch die Geschichte erläutert und oft durch ihre !Wohlthatcn gerechtfertigt, sie ist verschwunden zu einer durch die Vorsehung !gewollten Stunde mit den außerordentlichen Thatsachen, welche sie hcrvorge-

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Oesterreich.

Wien, 4. Oct. Die Deutsche Ztg. meldet:Herr v. Stremayr hat aller Liebe Mühe an den Jesuiten umsonst verschwendet; seine Versuche, im Wege eines faulen Compromisses die Jesuitensrage an der innsbrncker Univer­sität zu regeln, sind an dem Veto des Jesuiten-Generals gescheitert. Ein uns aus Rom zugehendes Telegramm meldet diese neueste Wendung. Danach wurden die an der innsbrncker Facnltät als Professoren fungirenden Jesuiten-

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Provinzialabgaben geahndet werden;

3) nach Art. 10 sollen nicht nur zu Gunsten der Städte, sondern auch zu Gunsten anderer Orte Abweichungen von dem Verthcilungsmaßstab der Kreis- und Provinzialabgaben stattfinden können;

4) zu Art. 12 wurde der Zusatz George, wonach jeder Kreistag eine Geschäftsordnung fcstzustellen lunb seine Beschlüsse auf Grund von Ausschußbe- richten zu fassen hat, abgelehnt; ,

6) zu Art. 14 (über die Zahl der Bezirksrathsmitglieder) wurde em Zu­satz angenommen, wonach die Standesherren rind der Senior der Familie, Freiherr Riedesel in dem Kreise, in dem die Standesherrschaft resp. deren größter Theil liegt, Mitglieder des Kreistags fein sollen. Dieser Zusatz wurde zur Bedingung der Annahme des Art. 14 gemacht;

6) nach Art. 17 sollen Acticngeselljchaften und juristische Personen auch durch andere Personen als ihre gesetzlichen Vertreter, Standesherren und außer­halb des Kreises wohnende Wahlberechtigte durch Vertreter an den Kreislags­wahlen Theil nehmen können;

7) nach Art. 33 soll der Kreistag nicht einen Stellvertreter des Vor­sitzenden wählen;

8) nach Art. 45 sollen nur active Pfarrgeistlichc, Kirchendiener und Ele­mentarlehrer nicht Mitglieder des Krcisausschusses sein. Die zweite Kammer hatte active Staatsbeamte, Geistliche, Lehrer an öffentlichen Anstalten und Angestellte des Kreises ausgeschlossen; , ,

9) nach Art. 95 sollen von den vier Ersatzmännern des Provinzialaus schusses zwei von dem Provinzialtag aus seiner Mitte gewählt werden; nach demselben Artikel sollen nur active Pfarrgeistliche außer Kirchendienern und Elementarlehrern nicht Mitglieder des Provmzlalauöjchusses sein können, wah­rend die zweite Kammer die Geistlichen schlechtweg ausgeschlossen hatte;

10) zu Art. 98 wurde ein Zusatz beschlossen, wonach einem Proviuzial- director über die Angestellten der Provinz dieselbe Strafbefugniß wie einem Kreisrath über die Angestellten des Kreises zustehen soll;

11) nach Art. 101 soll der Provinzialausschuß nicht erst bei Anwesen­heit von sieben, sondern schon bei einer solchen von fünf Mitgliedern beschluß-

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tragen- Einige Stellen dieses Berichtes mußten freilich peinliches Aufsehen die deutsche Heerführung zu schlagen, schon angekündigt. Es wird aber doa erregen. Es sind dies namentlich diejenigen Stellen, in denen unter den jetzt- nicht leicht gelingen. Die Scandalchronik wird sich mit der abgethanen In-

gen ganz veränderten Verhältniffen eine gesetzliche Regelung bezüglich Zulassung trigue Regnier wieder viel zu schaffen machen. Bei dieser Gelegenheit dürfte

geistlicher Ordensangehörigen in die Bildungsanstalten nicht, sondern die Be- sich zeigen, wie gerechlfertigt die Warnungen waren, die seiner Zeit eine Be­lassung dieses Verhältnisses beim Alten empfohlen wird, d. h, dem Belieben des günstigung der Tagesgeschichte in der deutschen Preffe widerriethen, die dem

jeweils dominirenden Einflusses. Au einer anderen, die Verwerfung der con- Versuche, die Ausdauer und den Heldenmurh unserer Truppen bei der Belage- fessionslosen Schule betreffenden Stelle der Motive wird auf die Gefahren^rung von Metz zu Gunsten kläglicher und abenteuerlicher Umtriebe herabzu- hinqewiesen, welche das socialistische Parteiwesen dem Staate bereite und als Hetzen, nur Vorschub leisten konnte. Der richtige Sachverhalt wurde damals Mittel gegen den Socialismus die religiöse Erziehung, d. h. die Führung der in einem Artikel der Preußischen Jahrbücher unter dem Titel:Die bona- Schule durch Geistliche angeführt. Es ist aber eine feststehende Thatjache, daß die socialistische Bewegung im Lande sich hauptsächlich an dem Ultramontanis- mus genährt und geseiht hat; daß der Socialismus sich geistiger , und ma­terieller Unterstützung aus dem ultramontanen Lager erfreuete. Bereits taucht der Gedanke auf, gegen die reform-feindliche Haltung der Herren-Kammer mit

Patres von Pater Beckx angewiesen, sich den österreichischen Universitätsgesetzen nicht zu unterwerfen. Die Jesuiten-Professoren werden sich daher nicht um die österreichische Staatsbürgerschaft bewerben, noch den Eid auf die Staats­grundgesetze ablegen." Auch aiiberc Blätter bringen diese Mittheilung.

dranlueid).

fähig sein.

Die nächste Sitzung findet heute statt.

Darmstadt, 8. October. Bei der zweiten Lesung der von der Lau- dessynode gefaßten Beschlüsse erklärten Graf Görtz, Dieffenbach und Heinrichs als Altlutheraner in ostensibler Weise ihren Austritt.

Berlin, 5. Oct. Unter den Vorlagen, welche man für die nächste Kammersession erwartet, werden auch 'kirchenpolitische schwerlich ausbleiben. Man erwartet solche znm wenigsten in liberalen Kreisen. Die Vorgänge, wo den ungesetzmäßig angestellten Geistlichen die Kirchenregister und Kirchenbücher entzogen werden mußten, könnten sich vervielfachen und deuten auf eine anor­male Situation, die eine weitere gesetzmäßige Remedur auf die Dauer nicht wohl entbehren kann. Diese wird aber in erster Linie durch die Uebertragnng der Civilregister auf die weltlichen Behörden so wie die Civilehe zu erzielen sein. Eine Vorlage über die erstere Maßnahme für den Reichstag war be­kanntlich so gut wie officiell angekündigt, ist dann aber nicht erfolgt. Man hört in den liberalen Reihen jetzt häufig sagen, es könne auf den Reichstag in dieser Sache, die eine baldige Regelung erheische, nicht mehr gewartet wer­den. Man zweifelt natürlich nicht an einer mehr als ausreichenden Majorität in dem künftigen Hause zu Gunsten der Civilehe, und ist der Ansicht, daß, wenn die Regierung ernstlich dafür eintritt, auch das Herrenhaus nicht wider­stehen werde. Das alles zeigt, wie eine lebhafte Betheiligung der liberalen Wähler an den Vorbereitungen des Wahlactes für die nächsten Wochen zu den obersten politischen Pflichten des preußischen Bürgers gehören wird. An­dererseits darf man nicht vergessen, daß der Kampf gegen die Ultramontanen zwar für die Mehrheit des Landes an der Spitze der politischen Tätigkeit steht, diese indeffen nicht erschöpft. Es bedarf nicht der Wiederholung, daß im Laufe der Session und jedenfalls der Legislaturperiode noch viele andere wich­tige Ausgaben zu erwarten sind. Die 'liberale Partei im Lande wird daher,öv......... - - -........ - - . -

vor Allem für ihre eigene Vertretung sorgen müssen. Wo sie allein nicht chracht hatten. Nichts, unbedingt nichts was dieser Erscheinung von nahe durchdringt, wird ein Anschluß an die Unabhängigen und Zuverlässigen unter oder von ferne gleicht, könnte in unseren Tagen entstehen. (Lebhafter Beifall.) den Freiconservativen sich von selbst ergeben- Mit Bezug auf die Nenconser-!Jch sage dies nicht, um die Zuhörer darüber aufzuklaren, welche einer solchen vativeu ist unvergessen, daß sie gelegentlich des Schulaufsichtsgesetzes zuerst eine Versicherung nicht bedürfen, sondern ich sage es, damit sie ev den Bevölkerungen bedenkliche Position einnahmen und der Kirchenpolitik der Regierung gegenüber wiederholen, deren unruhige Empfänglichkeit Vie Verleumdung muer unseren in der Regel eine reservirte Haltung gezeigt haben. Welche Folgen die vor- Augen irrezuführen sucht. Ich sage es, damit meine Stimme, welche kem Echo hergesehene weitere Spaltung der Couservativen haben mag, wird sich bald fürchtet, bis zu ihnen dringe. Nichts, was der gesetzlichen Macht der Geist- übersehen lassen. Wo es sich um die Bekämpfung einer ultramontanen Candi- lichkeit gleichsieht, könnte eines ^ages wieder erscheinen. Ev ist so lacherucy, datur bandelt, wird ein Ziisammengehen aller anderen anticlericaleu Parteien ihre Rückkehr zu fürchten, wie es lächerlich sein wurde, sie zu hoffen. - hoffentlich nicht ausbleiben. Der Proceß Bazainc wird bald die Ausmerk- würdigen und ausgezeichneten Priester, welche hier unter uns sitzen, weroe samten fesseln. Französische Blätter haben ihre Absicht, daraus Capital gegen mir nicht widersprechen, wenn ich sage, daß sie eine andere Ueberlegenyen uo