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Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Aus* n«hme SonntugS.

Expedition: Lanzleibcrg CH. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Sieben.

Mr. SS. ~~ Donnerstag den 6. März. 1873«

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Uibung gekommenen Bestimmungen vom 30. November 1838 künftig wiederum

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>lnds geöffnet, tcge um 5 Uhr. , 2 Platz 24 h., ihren zahlen auf

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Der sog. Special * Untersuchung- - Commission, die nun bereits mehrere Sitzungen gehalten bat, find eine große Anzahl ton Schriftstücken, theils frei­willig von Privatpersonen, theils amtlich Seiten- der Behörden zugegangen, mit deren Sichtung die Commission sich gegenwärtig befaßt. Der Dbg. LoSker ist immer noch durch Krankheit an der Theilnahme an den Vrrhaudlungen behindert, koch soll er sich bereits entschieden auf dem Wege der Besserung befinden, so daß vielleicht Ende dieser Woche seinem Erscheinen in der Eowmission, wie auch im Adgeordnetrnhause wird entgegen gesehen werden können.

DieSchief. Zig." meldet Weitere« in Betreff der Untersuchung über die Grenzverletzung durch russisches Grenzmilitär bei der Cona-Mühle im Kreise Bcuthen (Ober-Schlesien.) Die russischen Mitglieder der Untersuchung-- Com- Mission haben die stattgesun! eae Grenzverletzung oneifannt und sich bereit erklärt, für Wiederaufbau der zerstörten Brücke, für Herstellung eine- neuen Grenzübe» gange-, sowie für die Zahlung einer Entschädigungssumme ton 3000 Thlrn. an dtn verwundeten preußischen Grenzaufseher Sorge zu tragen.

Berlin, 4. März. Heute constituirte sich eine neue Bctien-Grskllschaft unter der Firma :Neue Berliner Droschken-Gesellschaft" und unter der finanziellen Leitung der Centralbank für Genossenschaften. Die-Aktien kommen morgen zum Consvrtial-Cour- von 103y2 pCt. an die Börse. Dieser CourS begreift sämmt- iiche Spesen in sich. Die Gesellschaft hat die Concesfion für 1400 bi- 2000 Wogm theils erster, theils zweiter Classe, welche teilweise schon am 1. Mai in Betrieb kommen sollen. Das Actirncapital beträgt 2 Millionen. Der Drosch* kenstrike dauert fort. , ~ ,

Berlin, 4 März. DieNordd. Bllg. Ztß." erklärt osficiös, daß die Zer* tungsanttheilurig gänzlich erfunden sei, wonach der König neuerdings sehr ent­schiedene Schritte gegen Mitglieder des Heeres gethan habe, welche bei Grün­dungen industrieller Unternehmungen betheiligt seien. Bis diesen Augenblick sei kein einziger Fall zur Kenntniß des Königs gelangt, welcher Veranlassung zu einew derartigen Einschreiten hätte geben können. DieKreuz-Zig.".t, daß die Vereinigung des OberappellationSgerichtS mit dem Obertribnnal in Aussicht

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genommen fei und unmittelbar bevorstehe.

Berlin, 4. März. DieNordd. Allg. Ztg." sagt mit Bezug auf die Mittheilung des Journals de Belfort:Verhandlungen über die Räumung französischen Gebietes mögen bevorstehen; unter keinen Umständen aber wird vor Ausbezahlung der letzten Milliarde Belfort geräumt werden."

Berlin, 4. März. Die Droschkenbefitzer beschlossen in einer heutigen Gene­ralversammlung, ihre Permanenz-Commission zu ermächtigen, im Namen der Ge- sawmtheit in Unterhandlungen mit der Polizeibehörde zu treten; Verhandlungen, welche die Polizei mit Einzelnen anzuknüpfen suchte, sollen abgelehnt und nur Abmachungen der Permanenz-Commission genehmigt werden."

Berlin, 4. März. Die öff.ntliche Meinung beginnt bereits über den Gang der Wagner-Lasker-Angelegenheit ein wenig ungeduldig zu werden. Ja, es herrscht in gewissen Kreisen die Meinung, daß überhaupt nicht viel bei der gan- zen Untersuchung herauskowmen werde. Allerdings hat das Debüt der Commis­sion durch die unverwuthel eingetretene Krankheit eines HavptacteurS verschoben werden müssen, doch Vars sehr wohl die Hoffnung ausgesprochen werden, daß der ungewöhnlich große Apparat der SpecialuntersuchungS-Comwission nicht resultat- los arbeiten werde. Als einleitender Schritt zu einer Reform innerhalb des Ressorts unseres Handels-Ministeriums darf wohl die jüngste Enbinetsordre finge- ehrn werben, die eine außer Uebung gekommene Praxis aus der Zeit des abso­luten KönigttzumS wieder einführt. Es dürfte jedoch nicht überflüssig sein, daran zu erinnern, daß es hoch an der Zeit ist, die Frage nach der Organisation un­sre« Ministeriums, die während der sogenannten Weihnacht-Ministerkrisi« für einen Moment auf der Bildfläche der politischen Diöcussion erschienen war, von

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Neuem aufzunehmen.

Berlin, 5. März. In einer heute stattgehabten Versammlung der Drosch- ken-Bkfitzer kam die Antwort des HandelSministerS auf die bet dem Kaiser ringe- reichte Jmmedtat - Eingabe zur Verlesung. Dieselbe verheißt gründliche Plüsung der Beschwerden, spricht aber zugleich die Erwartung au«, daß die Betheiligten den Gewerbebetrieb im Interesse des öffentlichen Verkehrs unverzüglich wieder auf­nehmen werden. Die Versammlung autorisirte in Folge dessen den Vorstand, da­hin zu unterhandeln, daß bis nach beendigter Untersuchung nach dem alten Tarife gefahren werde. Der Vorstand trat sofort mit dem Handelsminister und de« Polizei-Präsibenten in Unterhandlung.

Berlin- Zu den wahrscheinlichen Regierungsvorlagen im Reichstage zahlt ein Telegramm derK. Ztg." die Uebertragung der Civilstands-Register auf weltliche Behörden. Ein Antrag auf Einführung der Civilehe im Reiche wird im Reichstage erneuert werden und soll jetzt Aussichten auf Annahme im BunveS- rath haben. Für die Rechtseinheit wird von einigen Seiten bis zum Erlaß eine« allgemeinen deutschen EivilrcchtS die Einrichtung von drei Senaten im obersten Reichsgerichtshof angeregt, einen für das altpreußilche Recht, einen für das rhet- ntfche Recht, einen für das gemeine deutsche Recht.

Köln, 28. Febr. Dasaltkatholische Central - Comite für Norsdeutsch- land" hat eine Einladung auf Sonntag den 2. März zu einer Versammlung »m

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Aus Oberhesseu, 4. März. Die Gründung der polytechnischen Schule in Darmstadt wurde seiner Zeit m einem großen Theil dc- Landes mit Mißbehagen ausgenommen, weil man davon eine Schädigung der Landes - Universität befurch- , hie und der Ansicht war, es genüge für unser kleine« Land eine höhere Bit- , dungsanstalt, ja e« liege im Interesse der technischen Fächer, wenn sie mit der Universität in ein nahes Verhältmß gebracht und die Studirenden dadurch in die Lage versetzt wurden, eine allseitigere Ausbildung sich zu verschaffen. Die Sache wurde vor einigen Jahren zu Gunsten Darmstadt« entschieden und kam dabei bc- , sonders in Betracht, daß diese Stadt für die frühere Gewerbschule, die sich als libenSunfähig e.wies, ein großes und kostspieliges Gebäude errichtet hatte, welchiS sie der polytechnischen Schule zur Verfügung stellte. Jetzt gestalten sich die Vcr- haltntsse aber wesentlich ander«; die Stadt Darmstadt beabsichtigt nawUch, das < gegenwärtig von der polytechnischen Schule benutzte Gebäude wieder in Anspruch zu nehmen, weil fie e« für ihre Realschule bedarf und soll dem Landtag eine Regierungsvorlage zugehen, wonach eine bedeutende Summe für die Erbauung eine« neuen Polytechnikum« gefordert wird, während die Stadt Darmstadt einen 1 beträchtlichen Zuschuß, wie man vernimmt, von 150,000 fl., dazu anbieten wolle. Menn durch die Nothweudigkeit eine« Neubaues die hauptsächlichsten Grunde, welche bei Errichtung der polytechnischen Schule seiner Zeit für Darmstadt gel- ttnd gemacht wurden, in Wegfall kommen, so treten wieder alle die gewichtigen Erwägungen, welche für die Vereinigung ver genannten Anstalt mit d-e Landes- Universität sprechen, in ihr Recht ein. Wenn der Landtag einmal bedeutende Summen für Neubauten verwilligen soll, so können dieselben ebensowohl in Götzen al« in Darmstadt ausgeführt werden, und glauben wir, daß erstere Stadt sich nicht weniger als Darmstadt zu einem namhaften Zuschuß zu den Baukosten und Einrichtungen der Anstalten bereit finden wird. Wer geben zu, daß die Lage und örtlichen Verhältnisse Darmstadt« der Frequenz einer solchen Anstalt günstiger fein wögen, al« Ote Gießens. Dagegen sprechen die wissenschaftlichen jntcreflen rvtschieden für eine Verbindung und möglichste Verschmelzung der Universität und des Polytechnikum«, um so mehr al« auch für technische Fächer, z. B. die Archi- tektur und die Jngenieurwissenschast, auch in Gießen Lehrstühle bestehen, für die Studirenden der Cameralsächer, der Forstwissenschaft v. s. w. eine Vereinigung Herder Anstalten von größt,m Dortbeil wäre, wahrend unzwetselhafr d,e dadurch gewährte Möglichkeit, die unvermeidlichen Einseitigkeiten polytechnischer Anstalten arözuglnchen und allen Studirenden ein- allgemeine akademische Ausbildung darzubieten, gewiß nicht zu unterschätzen ist. Auch für dreslnanz-elltn verhalt- visse des Lande« würde eine Zusammenlegung beider Institute nicht ohne Einfluß sein, da dann eine größere Anzahl von Lehrstühlen vereintgt werden und mtt gl ringer en Mitteln, al« jetzt die beiden getrennten Anstalten erfordern, Besseres M,N üvd g-I.ist't W-.V.N rennte, al« jetzt der Fall sein kann. Wir gtaa en, datz dieser wichtige Gegenstand durch die in Bu«ficht gestellten finanjtellen Ansor- deeungen von Neue» aus die TageSoednnug kommen und sowoht in den Westen- schastlechen, ai« auch den zunächst intere,steten edmmunaten Kreisen, wie nicht emnder inneehaib der VdtkSderteeiung zu Eeorterungeu Berantaffung geben Wied, bei denen hoffentlich die rein sachliche Anschauung und Erwägung über unberech- tiale Ewflüffe und locale Eiserjüchteleien de» Steg erlangen wird. (.D. yrj

Darmstadt, 5. Marr. Die erste Kammer berleih die landständische Ge- schästso>bi>ung. Die ein*elntn Mitgliedern zugestandene legt«latorische Jntttatloe wurde mit allen gegen die Stimmen de« Punzen Ludwig und de« Exmintster«

ausnahmslos unterziehe. Berlin, den 1. März 1873.

Wilhelm.

Dalwigk abgelehnt.

Berlin 3 Märr. Kürzlich wurde die Einrichtung, wonach die Post sich Erhebm-g der Zeitungestempelfieuer ton einer, unter Kreuzband eingehenden steuer- pflichtigen auswärtigen Zeitschrift vom Halse geschafft hat, so dargestcllt, als ob dem Publikum dadurch eine Erleichterung zu Theü geworden wäre. Jetzt kommt jedoch die amtliche Mittheilung der Steuerbehörde, die, um da« betheiUgte Publi- kum vor Contravcnttouen zu »ahren, die Sache in« rechte Licht stellt; un unt«r dieser Beleuchtung sehen wir denn, daß vom 1. April d. I- alle dlezenigen Personen , welche ein ausländische« steuerpflichtige« Blatt zu beziehen wun chen, vcrvflichtet sind, vor dem Bezüge der ersten Nummer emes jeden Kalender-Vler e u? Nlatt bei ver betreffenden Steuerbehörde anzumelven und die viertel-

len doch unter Band jugrhrnde» derartigen Blatte gehalt-n wird. » tatfrte die Poft Sgr. für die Steuerbehörde j», wa« demnachft aushort.

B rlin 4 März. DerReich.- und Staat«.Anz." bestätig, heute di Nachricht, daß da« Eisenbahn-E°mmiffi°n«wesen Zukunft den Be chluffen^^ gefammten Staatsministerium« unterbreitet werben soll- $ welch«

öffentliebt eine von fämmtlichen Ministern gegrngejelchnete Eabtnet«°rdre welch ogeniiiio- * Mi, vuraetraaeneu «om StaatSministerium

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