Gruppe XL Papier-Industrie.
(6 Hess. Aussteller; davon sind 3 prämiirt worden.)
A. Finger & Comp. in Lauterbach. Preßspäne. Anerkennungs-Diplom. Gruppe XIV.
Wissenschaftliche Instrumente.
(1 Hess. Aussteller; welcher auch ausgezeichnet worden ist.)
C- Staudinger & Comp. in Gießen. Kathetometer, chemische Waagen nebst Gewichten. Verdienst-Medaille.
England.
London, 1. September. Nachrichten aus Cartagena zufolge hat der Admiral Mverlon beschlossen , die Fregatten „Almansa" und „Viktoria" nach Gibraltar zu bringen. Zugleich hat der Admiral den Insurgenten angeboten, die englische Regierung um Nichtauslieferung dieser Schiffe an die spanische Regierung zu ersuchen, verweigerte aber die von der Junta geforderten Garantieen. Die Insurgenten sollen die Absicht haben, die Wegführung mit Gewalt durch die Forts und ihre Panzerschiffe zu verhindern. Im Falle der Conflict nicht noch beigelegt wird, würde Pelverton, wenn man ihn angriffe, die Panzerschiffe nehmen und vielleicht das Arsenal bombardiren.
«franftreidj.
Paris, 30 August. Der osficiöse „Francis" erklärte die Mittheilung des „Evenements" über Duelle, die zwischen deutschen und belgischen Officieren m Lüttrch stattgefunden hätte, für falsch. Die Erklärung des „Franyais", sagt man, sei nach energischer Reclamation der hiesigen deutschen Botschaft erfolgt, welche dem Herzog v. Broglie ihr Erstaunen ausgedrückt habe, daß die Regierung ungeachtet des Belagerungszustandes und der Anwesenheit deutscher Truppen in Frankreich solche Verlästerungen gegen die deutsche Armee ruhig gestatte.
— Der Proceß Bazaine's soll jetzt doch in Compiegne stattfinden. Der Herzog von Anmale wollte es, und die Regierung gab ungeachtet der unae- heuren Unkosten nach.
Konrad und Theodor List in Lauterbach. Baumwollgarn. Anerkennungs- Kaiserin, die Königin-Wittwe, die Kronprinzessin und die übrigen Prinzessinnen Diplom. ... ldes königlichen Hauses mit ihren Hofstaaten folaen die Linden pntlnnn f
Deutsch fand.
Aus Rheinhessen. Je ernster und gewissenhafter man nach Jahrzehnte langem verhängnißvollem Zaudern in Hessen endlich anfängt, in die Bahnen einer gesunden und gerechten Staatsleitung einzulenken, desto stärker wird das Gekrächze der schwarzen Nachtvögel, welche damit aus ihrer sicheren Ruhe aufgeschreckt werden. Das neue, jüngst von unserer zweiten Kammer durchberathene Volksschulgesetz legt sich den Herren auf die Nerven. Denn es tritt ein für die gemeinsame Schule und bekennt sich zu dem Satze, daß die Schule eine längst mündig gewordene Tochter der Kirche ist. Niemand will eine religionslose Schule, nur die Confession soll darin nicht vorwiegen. Der Gesammtunterricht soll auf religiöser Grundlage ruhen, nicht aber soll die ganze Schule mit geistlosen sog. Religionsstuuden ausgefüllt werden. Der Pfarrer soll Mitglied des Schulvorstandes, aber nicht mehr absoluter Herr von Schule und Lehrer sein. Das Alles paßt natürlich der Kirche und ihren Lehensträgern nicht. Sie lügen und sagen: der Familie soll das Recht auf die Erziehung genommen, die Schule soll entchristlicht und zu einem Staatsmonopol gemacht werden. Weil diese Kanzel- und Broschürenreden in grober und zarter Form bei Negierung und Abgeordneten aber nichts fruchteten, wird jetzt die heilige Lärm- und Hetztrommel geschlagen, um die erste Kammer---
einzuschüchtern und nach Oben wie Unten Pression auszuüben. Man hetzt die Gemeinden auf, daß es künftig viel mehr Geld koste, wenn weniger Kinder von einem Lehrer unterrichtet, also mehr Lehrer angestcllt werden müssen, die Halbtagsschule (Sommerschule) aufhöre k. rc. An den Lehrern hetzt man, weil sie auch noch Fortbildungsschule halten müssen, und man fängt neuestens auch an, „Katholiken-Versammlungen" (natürlich auf Mainzer Bestellung) zu arran- giren, welche heulen und wehklagen müssen, weil die armen Ordensfrauen und Männer (sämmtlich erst seit 20 Jahren importirt, mit Ausnahme der sog. englischen Fräulein in der Stadt Mainz, welche Bischof Ketteler in seiner Ver- theidigung der Jesuiten zu „Engeln" avanciren ließ) nicht mehr an den Volksschulen wirken sollen, — ganz zu schweigen von dem „satanischen" Kammerbeschluß, daß ihnen das Geschäft auch an den Privatanstalten Hessens verboten werden soll. In Mainz wurde der Reigen dieser Versammlungen jüngst eröffnet ; andere Orte werden später herhalten müssen. Gleichzeitig wirft man Flugblätter unter das Volk, welche auf die Unkenntniß dessen, was Regierung und Kammer wirklich wollen, speculiren und in geschickter Mischung Lüge und Wahrheit dem „katholischen Vater" als Zündstoff bieten. „Ermanne Dich, hessisches Volk", heißt es darin, „Recht muß doch Recht bleiben, laß Dir Deinen Glauben nicht nehmen." Man sieht, die besten Revolutionäre können von den bekannten Revolutionsmachern in der Kutte noch viel, viel lernen.
!des königlichen Hauses mit ihren Hofstaaten folgen die Linden entlang in feierlicher Auffahrt. ° '
, . ^P*>fen, 29* August. Die Regierung fährt dem Gesetze gemäß fort, die Neuanstellung von Geistlichen ohne vorgängige Anzeige an die Staatsbehörde für ungültig zu erklären. Ganz in derselben Weise wie gegen den Probst Arendt in Filehne, Kruszka in Kröben, Grabowski in Chludowo (Kr. Posen) ist die Regierung auch gegen den Geistlichen Barcikowski zu Buk voraeaanqen welchen der Erzbischof seit dem 2. Juli d. I. zum Vicar an der dortigen Kirche ernannt hat. Dem Geistlichen wurde Seitens des Landraths eröffnet daß er sich aller kirchlichen Functionen bei Geldstrafe bis zur Höhe von WO Thalern zu enthalten habe. Der Vicar erklärte hierauf, wie dies auch von den übrigen suspendirten Geistlichen geschehen ist, daß er als Priester sich stets nur nach den Anordnungen der vorgesetzten geistlichen Behörde richten werde. Uebrigens functioniren, wie wir aus dem „Kuryer Poznanski" ersehen die suspendirten Geistlichen ungestört weiter, und auch der Vicar Barcikowski hat, dem ultramontanen Blatte zufolge, beschlossen, wie bisher so auch fernerhin seine Functionen innerhalb wie außerhalb der Kirche auszuüben, „es sei denn, daß man ihn gefänglich einziehe, in die Kirche nicht hineinlasse'und vor dieselbe eine Wache stelle."
Stuttgart, 2. September. Die Sedan-Feier begann gestern Abend mü Bekränzung der Gräber der hier beerdigten Todten aus dem Feldzuge 1870 unter großem Volkszudrange. Der Prälat Gerock hielt eine Gedächtniß- rede. General v. Stülpnagel, Commandant des 13. Armeecorps, war auf dem Friedhof anwesend. Im ganzen Lande wurden Abends 8 Uhr Bergfeuer entzündet. Die Beflaggung der Häuser ist heute ganz allgemein, die Geschäfte feiern.
Ja, hessisches und deutsches Volk, ermanne Dich und weise mir Kraft, Entschiedenheit und religiöser Ueberzeugungstreue diesen römischen Versucher und hierarchischen Lügengeist weit hinweg von Dir, sonst giebst Du Dich und Deinem christlich-nationalen Kern für eine leere Schale hin! (Pfalz- Kur.)
Berlin, 30. August. Wie der „Germania" aus Fulda geschrieben wird, ist man dort auf den Vollzug der Strafe gegen den Bischof Kött sehr gespannt, da der Angeklagte „über seine ganze Habe bereits verfügt haben soll." In demselben Blatte wird die Antwort veröffentlicht, welche der Papst auf die bekannte Künstler-Adresse aus Anlaß der neuesten Kaulbach'schen Zeichnungen hat ergehen lassen. Es heißt darin: „Die Macht der Finsterniß, geliebte Söhne, welche den gegenwärtigen heftigen Krieg gegen die Kirche auf der ganzen Erde angefacht, hat ihre Anhänger so auf den Kampfplatz geführt, daß zu gleicher Zeit, wie auf eines Befehlenden Geheiß, die Philosophie, die Naturwissenschaften, die Geschichte, die Gesetzgebung, Macht, Gewalt, Erfindungen und Handel zum Verderben derselben verbündet dastehen."
Berlin, 1. September. Der heute Vormittag 11 Uhr stattgehabten Grundsteinlegung des Cadettenhauses zu Lichterfelde wohnten der Kaiser, die Kaiserin, der Ministerpräsident, die Minister Camphausen, Leonhardt, Falk, v. Kameke, Königsmarck, Delbrück, Feldmarschall Moltke, die Präsidenten Sim- son und v. Bennigsen, der Oberbürgermeister Hobrecht, der Stadtverordneten- Vorsteher Kochhann und viele Generale bei. Der Kaiser sprach bei den von ihm geführten drei Hammerschlägen: „Der Kriegerjugend zur Bildung, der Armee zum Heil." Zum Schluffe der Feierlichkeit dankte Graf Roon dem Kaiser Namens der Armee, welche die gcsammte Nation umspanne. Was die Armee im Kriege und Frieden vollbringe, sei der Ausdruck des mit ihr innig verwachsenen Volkes; die heutige Feier sei ein neues Zeugniß von der Liebe des Landesvaters zur Armee und zum ganzen Volke. Graf Noon schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Der Kaiser reichte Roon die Hand und sprach: „Was die Armee erreicht hat, dankt sie zum großen Theil auch Ihnen." Der Kaiser dankte darauf auch dem Feldmarschall Moltke und reichte ihm die Hand, sprach mit dem Präsidenten des Reichstags, Simson, und richtete schließlich^ einige Worte an die Cadetten.
— Fürst Bismarck ist gestern Abend eingetroffen.
Berlin, 2. September. Die heurige Festfeier wurde bei herrlichstem Wetter Morgens 8 Uhr durch Blasen eines Chorals (Allein Gott in der Höh' sei Ehre) von der Kuppel des königlichen Schlosses eröffnet. Die Stadt ist mit Bannern und Fahnen festlich geschmückt. Die Straßen und Plätze vom Schlosse bis zum Königsplatze sind von dichtgedrängten Menschenmassen besetzt. Die Truppen des Gardecorps und die Deputationen der einzelnen Armeecorps rückten von 8y2 Uhr an mit klingendem Spiele nach dem Königsplatze. Soeben um lOi/z Uhr begibt sich der Kaiser und König, umgeben von dem Kronprinzen, sämmtlichen Prinzen des Königshauses und den anwesenden fremden Fürstlichkeiten, gefolgt von den Gcneral-Feldmarschällen, sämmtlichen comman- dircnden Generalen und der übrigen nicht in der Front stehenden Generalität, unter den Jubelrufen der Bevölkerung zu Pferde nach dem Königsplatze. Die
Lokal-Notiz.
.. Gießen, 3. September. Die gestrige Sedanfeier für unsere Stadt ist dem Programm gemäß auf das Schönste verlaufen. Die Bewohner Gießens hatten ihre Hauser reichlich beflaggt und gaben so Zeugniß ihres patriotischen Sinnes. Trotzdem der Himmel bis gegen Mittag ein ziemlich schiefes Gesicht geschnitten und mit Regen gedroht hatte, entwickelte sich der Festzug unserer lieben Jugend durch die Stadt in schönster Ordnung. Es war ein prächtiger Anblick unsere Kleinen in hübscher Abwechselung mit ihren Fahnen, Preisen und Spielsachen nach dem Festplatze im Philosophenwalde marschiren zu sehen. Auf demselben angekommcn hielt der Präsident-des Comites eine kurze Ansprache an die Jugend und ermalmte und forderte sic auf, echte deutsche Männer und Jungfrauen zu werden und brachte schließlich ein Hoch auf unfern Heldenkaiser aus, in welches die ganze Fcstgenossenschaft, Alt und Jung, begeistert cinstimmte. Hierauf wurden die Kinder an ihre Spielplätze geführt und bis zum Abend in reicher Abwechselung daselbst unterhalten. Während der Spiele führte unsere Regimentsmusik in der Mitte der Spielplätze Musikstücke auf und Jeder, der Freude am Schönen batte, konnte sich auf daS Beste amüsiren. Der Heimmarsch wurde um V27 Uhr angetreten' und verlief ohne Störung als bis auf diejenige, daß viele große Kinder den Zug unterbrachen und so die Ordnung in demselben vernichteten. Zum Schluß bemerken wir noch, daß das Wetter sich recht günstig hielt und keinerlei Mißhelligkeiten oder Rohheiten zu verzeichnen sind. Gießen steht in der Reibe der Sedanfeiernden Städte zur Ehre unseres großen deutschen Vaterlands nicht in letzter Reihe und wollen wir hoffen, daß es auch in der Zukunft noch so bleiben möge. Dem Comitä des Jugendfestes gebührt alle Anerkennung für das Arrangement und die Durchführung des schönen FestcS.
1882r
1885r
1887r
Börsennathrichten.
2. September 1873
97% 99 V, 100t,
Actien»
Erankf. Bank 148
krankt. Vereins-Kasse 116i/2
Darmst. Bankact. 427
Rheinische Hyp.-Bank — Wien Bankactien 1022
Oest. Creditact. 253
Galizien 119
Preuss. 41 3° o Oblig. 104i/a Farnkf. 3Va°,u Oblig. 878; Nass. 41/2« 0 Obi. 9 i/2 Kurhess. 4°0 „ OG1,;
Gr. Hess. 5<0 Obi. 101 /4
n „ 4% n 99'/.
n „ 31/2-j/o „ 953/b
Bayer. 5% „ —
„ 4 ■-/;<> 0 1jährige 101
„ 40 0 1jährige 9?i/2
Würtemb. 41/2° 0 Obi. — Baden 4'/2°/o ObL e. E. L. — Oesterr. Silberrente 66
„ Papierrente 633, g Spanier, neuest. 3% 17 '/2 Amerik. Bonds 1881r 1007/h
Actien.
50/0 östr. F. St. E. B. 355 Lombard. Bahn 192'/2 Ludwigsh. Bexbach 190'/. Maxbahn 132
Bayer. Ostbahn 1191/, Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigsb.-Act. 1531/4 Oberhessen „ 75%
30/q östr. Stsb.-Prior. 60% 3% östr s. Lombard 49% 3°/o Livorneser 33% 50,0 Toscaner 52
5% Elisabeth.-Prior. 87% do. II. Emiss. 85%
Anleheusloose.
Darmstädter fl. 50Loose —
n ” 25 n — Kurh. 40 Thlr. Loose 69% Nassau 25 fl. — Braunschweiger 22' 2 30 0 Oldenburg, ä 40Thlr. — 4°/o bayr. Präm.-Anl. 1121/4 4% badische Locse — Badische fl. 35 Loose Oestr. fl. 250 v. 1854 92i/2 1858r Prioritätsloose 198 1860r Loose 925/« 1864r „ 156
Wechsel*
Amsterdam
k.. S. 985/8
Augsburg
k. S. 100
Berlin
k. s 1047/8
Bremen
k. 8. 1O51/|
Brüssel
k. S. 93
Hamburg
k. 8. 105%
Leipzig
k. 8. 105
London
k. 8. 118
Lyon
k. 8. —
Paris
k. 8. 93
Wien
k. 8. IO51/2
ditto
m. 8. 1053/g
ditto
I. 8. 105
Disconto 4
0/0
Goldsorten.
fl. kr.
Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen 9 39—41
„ doppelte 9 36—38
Holl. fl. 10 St. 9 52—54 Ducaten . . 5 32—34 20 Frankenst. 9 21—22 Engi. Sover. 11 46—48 Kuss. Imper. 9 39—41 Dollar in Gold 2 24y2—25</x
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670 754
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804 488 250
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