Dänemark.
Kopenhagen, 30. August. Dem „Dagstelegraf" infolge werd der König am Dienstag die Reise in's Ausland antreten, von der er Ende September mit der Königin und der Prinzessin Thyra zurückzukehren gedenkt.
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England.
London, 28. August. Wie vor ihm der österreichische und der sächsische Hof, geht jetzt auch der englische in Trauer um „Se. König!. Hoheit den verstorbenen Herzog Karl von Braunschweig, Vetter zweiten Grades Ihrer ’ " Nach der Ankündigung des Oberstkämmerers soll die
Rußland.
Petersburg, 30. August. General Kaufmann meldet: Der Stamm ~ . V . L . r*. 1 . 1.1.......lynotmAl htP 11IT (X.T.Dt'
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Leivria. 30. August. Eine polizeiliche Bekanntmachung hebt die An- ordnuime/vom 27. d. Mts. auf, da neuerdings Ruhestörungen nicht mehr voraekommen sind. In der Nacht vom 26. August wurden 43 Personen verbauet und dem Tagblatt" zufolge, durch Strafmandat wegen Auflaufs und Widersetzlichkeit zu 3- bis 6wöchentlichen Gefängnißstrafen verurtheilt, welche
Vaterlandes verkörpert. Die Geschichte hat nur selten dieses edle Beispiel r eines von der Gewalt gestürzten Mannes gesehen, dem hundert Mal mehr
Beifall gezollt wurde, als es geschah, da er an der Gewalt war. Die Nation hat sehr wohl die doppelte Mission begriffen, welche Sie Sich gegeben hatten. Sie waren für sie nicht allein der geschickte und nicht zu ermüdende Unterhändler, sondern sie fand in Ihnen auch den klarsehenden, klugen und entschloffenen Politiker, welcher durch die Gründung und die Organisation der Republik das Problem der Freiheit und Ordnung lösen sollte. . - Sie haben dem Lande noch einen großen Dienst zu leisten: Sie müssen ihm die Rathschläge Ihrer Erfahrung zu Theil werden lassen; Sie müssen gegen die Ihnen wohlbekannten Feinde den Kampf wieder aufnehmen, welcher der Ruhm Ihrer Jugend und das Streben Ihres Lebens war. . . Wir haben die Hoffnung, daß Sie nach Ihrer Rückkehr aus der Schweiz den Vogesen-Bevölkerungen einige Stunden schenken wollen. Indem wir diese Aufforderung an Sie richten, entsprechen wir nur einem der lebhaftesten Wünsche unserer Landsleute.
Paris, 30. August. Die „Dsbats" enthalten einen entschiedenen mo- narchisch-constitutionellen Artikel. — Der „Solei!" erklärt, Gras Chambord sei verfassungsmäßig gesinnt. — Waldbrände in Algerien erregen Besorgmffe
. den halb. Die Herren freilich haben keinen Vortheil von diesem Unterschiede, denn sie müssen die ganzen 14 Tage hindurch schwarzen Hofanzug, schwarze tLchwei- ter und schwarze Schnallen tragen. Bei den Damen ist die ^vache anders; während sie in der ersten Woche ihre schmerzlichen Gefühle durch „schwarze Kleider, weiße Handschuhe, schwarze oder weiße Schuhe, Federn und Facher, und Perlen, Diamanten oder einfachen Gold- oder Silberschmuck" darlegen, bringt die zweite Woche, damit eine ununterbrochene Einförmigkeit des Schmerzes ihren schönen Zügen nicht am Ende einen unvertilgbaren Ausdruck der Schwermuth aufpräge, ihnen die vollkommene Abwechselung, daß sie ihre Gestalt in „schwarze Kleider mit farbigen Bändern, Blumen, Federn und Schmuü- gegenständen, oder auch in graue oder weiße Kleider mit schwarzen Blumen, Federn und Schmuckgegenständen" hüllen dürfen. So ist denn mit dieser zweiten Häutung die Rückkehr zu dem alten, lustigen, von keinem Schnierz um den Verlust eines so biedern Herzogs getrübten Hofleben angebahnt. Heraus aiis der dunklen Hülle, in welche die Raupe sich in ihrer Trauer ein gesponnen, fliegt der bunte Schmetterling; oder wie man im romantifchen Anfänge dieses Jahrhunderts, dem Gegenstände angemessener, sich poetisch ausgedruckt haben würde: die Chrysalide sprengt ihre Bande unb die freie Psyche wiegt ihre Schwingen im Sonnenlicht. Die amtliche Zeitmig, feine Freundin der Poesie, sagt dafür ein wenig trockener: „Am 11. September geht der Hof ans d-r Trauer." 8» welchen Ehren dieser Exherzog Karl von Brannschweig noch gelangt, nachdem er das Zeitliche gesegnet! Warnm hat man mcht nm ihn getrauert, als er noch lebte; da wäre es angebracht gelte,en. In Deutschland, um das der Verstorbene alles Andere eher denn einen Beweis der Theilnahme verdient hat, wird der bisher gemachte Vorgang in Dresden und Braun- : schweig (wo die Entschuldigung freilich gegeben ist) hoffentlich keine weitere i Nachfolge finden.
die Mehrzahl antreten.
©taubem, 28. Auglist. Der 26jährige Rochus Wolski aus Wom- piersz wttcher während des Krieges 1870/71 bei der Handwerksabtheüung. als Schuhmacher beschäftigt war und wegen Stummheit, die m ܰlge emer im Dienste erlittenen Beschädigung eintrat, als Invalide mit einer monatlichen Peilsivn von 16 Thalern entlassen wurde, hat auf dem Ablaß zu Wardengowo am heiligen Brunnen" plötzlich seine Sprache wieder erhalten. Er selbst sagt darüber folgendes aus: „Vor Neujahr d. I. träumte ich, ich wurde m me Svrache hiebet erhalten, wenn ich ein frommes Leben führte und zum Ablatz gTe^iim mir AMution zu holen. Wie nun bet erste Ablaß nach Pfingsten ®n Warbengowo bei Lvnk stattfand, entschloß ich mich, dorthin zu gehen. Die Mädchen Marowska unb Swionikowska aus Wvmpiersz, welche ebenfall» hm- gingen, begleiteten mich. Nachdem ich Absolution erhalten, befiel mich eine Ar? Unwohlseins^" Ich war auf der Wiese unweit des heiligen Brunnens mid des Mnttergottesbildes unter den Linden eingeschlafen. Bei mir befand sich, t(oy|( ..................-
der Schulze Kowalkowski aus Nadparowv bei Löbau. Awi darauf folg nd ^amuden verweigert die Tributzahlung und überfiel zweimal die zur^Erhe-
Morgen wurde ich durch eine Person gerüttelt, um nut inaä)' ^ont j 8 ) "' J^s Tributs abgesendete russische Truppe, erlitt mdeß schwere Verluste und
da war mein erstes Wort: „Mein Gott, ich habe schon 9cWen- .„^ flüchtete in die Wüste. Bei Kanfmann's Rückkehr von einer Jnspectionsreis- Personen, welche ick gesehen, kannte ich nicht. Von da^al> abe ich fl ch Stammes znrückgekehrt und leistete die Tributzah-
Sprache wieder, obgleich mir dieselbe in den ersten drei Wochen schwer stell 9 » ’ verloren: an Tobten 2 Osfictere unb 8 Mann, an
Wem, dies nicht ein leibhaftiges Wunder ist, können wir den, Wunderbednrf-, 4 Öftere m|b 38
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biestaen Behörden ist heute Vormittag die Aufruhr - Commifsion zusammenge- ^ortheil schaffen könnte, haben die dabei Beteiligten Heiligen jedenfalls treten Nachdem das hiesige Polizeiamt schon im Laufe des Tages durch , nicht bedacht.
Maueranschläge, unter Hinweis auf § 116 des Reichsstrafgesetzbuchs, zur Er-' Frankreich.
Haltung der Ruhe ermahnt wurden heute E^^»igs' a n Paris, 29. August. Sechszehn Mitglieder des Gemeinderathes des die auf denselben mundenden 6 $ A. (Menie consiqnirt. Vogesen-Departements, die Herren Breffon, Claude, Claudet, Jules Ferry rc.,
Garnison besetzt und durch .em w .ter« Ba aMon, m. dn Adresse an Thiers gerichtet, worin es heißt:
Die Vorfälle sind gaiiz gewöhn $ -ß 1 fl - 9 oifcuten Wirth-l • • ■ Das Fest der Befreiung des Gebietes, welches zu verdunkeln eine
als falsch erwiesenen G-ruchte en nommen haben daß b unb rachsüchtige Politik Mittel unb Wege gesunden, hat in Ihrem
sch-ft °iu Jäger °°rwundet wor n seu Das hiesige ''Tagblatt fchE U der Swger vom 24. Mai die Dankbarkeit und die Hoffnung des
X.V.?— SÄKÄ ÄSt» °.m »Iw.* t» „igsplatz. Lehrjnngen, Dienstmädchen tc. waren namentlich sehr starl unter dem Menschenschwarm vertreten. Als verdammungswurdlg muß es ab^ - zeichnet werden, daß das sog. „gebildete" Publikum seine Neugierde Milcht zu bezähmen wußte und in sehr starker Anzahl auf dem «chauplatze deS Dcandals anwesend war. Polizei- unb Militärmannschaften b°"en b,e Weisung, den Königsplat, unb bie anstoßenden Promenadentheile von den Mensche,laiisammlun- gen zu säubern, und sie waren sichtlich bemüht, von der Anwendung des äußersten Mittels, der Waffengewalt, keinen Gebranch zu machen. Das Militär begnügte sich damit, mit aufgepflanztem Bajvnnet die Menschenhaufen vor sich herzutreiben^ und es wird daher zu ernstlichen Verwundungen wohl auch nicht gekommen fein. Arretieren wurden wieder zahlreich vorgenommen und es gmg selbstverständlich hierbei manchmal nicht recht glimpflich ab. Viele Leute brachen in Helles Lachen aus, wenn hier unb ba ein Angriff des Militärs auf bte Menschenmenge erfolgte und dieselbe bis in die tragen der inneren Sta hinein getrieben wurde. Erst kurz vor Mitternacht war es gelungen, die Ruhe einigermaßen wieder herzustellen, inbeffen die Pleißengaffe unb der Komgsplatz murben die ganze Nacht hindurch von der Polizei stark besetzt gehalten, nach- , .. „ ■ - - ■
dem das Militär sich in der zwölften Stund^ m die Kasern^ ^^ogen vor uner Sran(?a(je« zufolge wird die Ueberreichung der Adresse
I» der Nacht zun- Dwnst-g kam ch ^amBotb am Tage der vollständigen Räumung des französischen Gebietes
aus einem Stocke die Zecher L-tratze yera >1, in-, । M l6, beabsichtigt. Die Unterschriften »ollen noch geheim bleiben.
seiner Thätigkeit beim Zerstorungswerke rühm: d. J » ^on Man- Paris, 30. August. Gutem Vernehmen nach ist es jetzt bestimmt, daß mischen Hauses wandte er sich an eine bort ruhig st ) pp . gegen Bazaiue nicht in Compiegne, fotibern im Schloß Trianon
nernmit ben Worten. „Weshalb steht Ihrdenn h.«mach doch au^nnt^ beo ftottfinben wird. Der Beginn des Prozesses soll be-
Lorll ünd°"ich IXSnSnJ“, ”ner, ,,'doch Du bist schlennigt werden nm möglichst vor dem Zusammentritt der Nationalversamm-
ein gemeiner Sch........d, der ben ^^tterstand schaiidet. dOt iesin ung een ^.^u p1|anc(bre„ jaflt, ba§ bie Regierung am 4. Septem-
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los baß man jeden Hieb knallen horte. Unter dem Gelachter der Umstehen- SpÜlUCIl.
ben ergriff ber @6$*^ mit tpinterMung Madrid, 30. August. Der „Jmpareial" will wiffen, baß, ba bie
bas Hasenpanier. Nachschriftlich vom 27. b. Mts. ^ends ber chtet bas ,, g sj"i bu^ ben cau onalen Ausstanb in Anspruch genommen fei, bie
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glaubliche angewachseiien Menschenmaffen, welche selbst nach dreimaliger gesetzlicher Aufforderung wie angewurzelt am Platze stehen blleben ""d erst vor de . Baionneiken zurückwichen. Im Sturmlanf trieben die L-oldaten Alles ause n- mider und räumten gründlich ben Platz, alle neuen 3lnfammlnngen »urben f®; fort gesvrengi unb Wibersetzliche, deren es leider wieder eine Menge gab, fest- genommen Hie und da setzten einzelne Burschen Widerstand entgegen ober vergriffet sich sogar an ben Soldaten, wobei es zu Verwundungen kam und vom Gewehrkolben Gebrauch gemacht werden mußte. Erheblich verletzt wurde em ber Königin.«' Rach ber Ankündigung des Oberstkämmerers soll Die
hiesiger Kellner durch einen Schlag auf den Kop , ^ ^cht ärztlicher Hülfe Trauer vom 28. August bis 11. September dauern, eine Woche tief, die zweite hpr durck Stichwunden verletzt schien und noch m der Racyr arzrucyer 55 ift troa;A Fphiph ^nrrhei! von diesem Unterschiede, denn
Bebutfte außerdem trugen Andere geringere Verletzungen davon
Tbeilnebmern an ben Gewaltaeteu ber vorhergehenden Abende in der Pleißen- aafi sind m Lauf d7s Tages wiederum mehrere, darunter ein Bube von ^6 Wen polizeilich ermittelt und dem Bezirksgerichte überliefert worden. Ebenso sind die zahlrttchen Arrestanten vom gestrigen Abend in bie Hast des Bezirksgerichts gekommen, um nach Maßgabe der etuschlagenden Paragraphe des Strafgesetzbuches wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt bestraft zu


