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mächtigung schon den Ministern Blanqui und Rochefort ertheilt
Pr.Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40-42
„ doppelte 9 40—42 Holl. fl. lÖSt. 9 53—55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankenat. 9 19—20 Engi. Sover. 11 46 —48 Russ. Imper. 9 43—45 Dollar in Gold 2 25-2«
worden ist.
England.
Nachdem der Baugewerkstrike, mit Ausnahme ist, haben die Bäcker gestern Arbeits-Einstellung
London, 29. August, der feiernden Maurer, beendet
Aetlen.
Frankf. Bank 144
Frankf. Vereins-Kasse 150y8
Darmst. Bankaot. 524
Wien Bankactden 936
Gest. Creditact. 3681/« Galizien 259
ganz unerklärlich, wenn ihm nichtpolitische Motive zu Grunde lagen. Wir haben auf diesen Punkt hier nicht näher cinzugehen. Man glaubt, daß die Untersuchung Ende September beschlossen sein und die öffentliche Verhandlung im October vor fich gehen wird; es wäre wünschenswerth, daß die letztere noch vor dem Zusammentritt der Nationalversammlung zu Ende gebracht wäre. Mehrfach ist die Frage aufgeworfen worden, welche Rolle der KriegSmtnister in dieser Verhandlung spielen dürste. Wie man sich erinnert, war der General de C'ffry einer der unter den Befehlen Bazaine'S stehenden Corpsführer der Rheinarmee. Man hatte das Ge- rücht verbreitet, daß der Minister unter diesen Umständen seine Demission geben müßte, um in aller Freiheit vor dem Kriegsgerichte aussagen zu können, welches Ihn gewiß als Zeuge vorladen wird. Eine vor einigen Monaten im „Journal officiel" erschienene Note hat diese Gerüchte bereits dementirt. In der That hat der Minister, wie wir zu wissen glauben, auf die dringenden Vorstellungen des Präsidenten der Republik den Gedanken, aus dem Cabinet auszutreten, wieder aufgegeben, er wird seiner Zeit durch ein besonderes Decret des Herrn Thiers ermächtigt werden, Zeugniß vor dem Kriegsgerichte abzulegen, wie eine solche Er-
" Jules Simon und Jules Favre in den Prozeßen
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 29. August. Die Börse war heute fast nur mit der Ultimo-Regulirung beschäftigt die wieder einmal eine sehr schwierige war und hohe Reportsätze schuf. Der Preisunterschied zwischen Comptant und Medio stellte sich für die Hauptspielpapiere auf 11/2 — 2 fl. und trotzdem wurde enorm gekauft. Je knapper daS Geld, desto heißblütiger die Speculatiov. Logik darf man an der Börse nicht suchen. StaatSbahnactien waren bei alledem vernachlässigt und wurden selbe per comptant nur mit 362 bezahlt. Lombarden erzielten 228, Creditactien 368 per comptant. Man ficht, die kleine Avance ist nur der UltimokristS zuzuschrelben. Unbeirrt von alledem geht die Häufle für Banken langsam, aber sichern Schrittes vorwärts. Von alten Sorten gingen Darmstädter 4-5 fl. höher. Von jüngeren Gattungen erfreuten sich Oester- retchisch-dcutsche, Vereinsbank, Baubank, Hahn'sche Effectenbank, Amsterdamer und Englische Wechslerbank großer Nachfrage und zogen um Procente an. Recht beliebt war auch Deutsche Handelsgesellschaft. Von Bahnpapieren fanden heute Franz.Joseph, Buschterader und Donau- Drau güte Käufer. Auch Ungarisch-galizische waren gefragt. Donau-Drau- und Clbthal-Priort- täten gesucht. Loose kamen in fast allen Gattungen zum Umsatz, aber in so kleinen Beträgen, daß sie nicht wesentlich auf den CourS influiren konnten. Oesterreichische Silberrente matter, Papierrente fest. Amerikaner preishaltend; von Prioritäten Oregon sehr fest.
beschlossen^^ $$ August. Die amtliche Zeitung publicirt AuSnahmSgesetze für die an den Belfaster Unruhen bctheiligteu Districte.
Serbien.
Belarad lieber die Belgrader Feierlichkeiten werden nachträglich Einzel- beiten bekannt/ welche dem Fest einen entschieden agitatorischen und international unzulässigen Charakter verleihen. Die Toaste bei dem Festgastmahle der Stadt Belgrad waren vielmehr, wie das Wiener „Neue Fremvendlattt constatirt, äußerst demonstrativer Natur und sind im höchsten Grade geeignet, Anstoß nach rechts und links zu erregen und die Beziehungen des kleinen Furstenthums zu feinen Nachbarreichen zu compromittiren. Die angebliche Mission Serbiens, das Piemont der südslavischen Völker zu bilden, wurde in zahlreichen Varianten betont, deren etliche einen gradezu unstatthaften Charakter an sich trugen. Was den Wunsch Aach baldiger Befreiung Bosniens, was endlich den Toast auf den nicht aus- drücklich genannten, aber leicht zu errathenven Befreier anbelangt, so mag sich die yttomanische Regierung für diese freundnachbarliche Handlungsweise bedanken. Allein wje kommen die Herren dazu, auf die Eintracht zwischen Serbien und Böhmen zu trinken? „Ein einträchtiges Verhältniß mit der österreichtsch-ungarischen Monarchie", sagt das „Neue Frbl." weiter, „würden wir den Herren jenseits der Save allerdings sehr empfehlen, weil das Gegentheil von allerlei unangenehmen Folgen für sie begleitet fein könnte. Unklughetten und Kühnheiten, wie der eben erwähnte Toast, oder wie die frechen öffentlichen Klagen über Unterdrückung der ungarischen Serben unter Hinweis auf die Auflösung des serbischen CongrcffeS sind ganz und gar nicht danach anzethan, diese einträchtigen Beziehungen zu begründen, sondern nur geeignet, dieselben zu stören."
Amerika.
Newdork, 28. August. Die Regierung erhielt die officielle Anzeige von dem den Bereitsten Staaten günstigen Verlauf der Verhandlungen de« Genfer Schiedsgerichte«, dessen Schluß Mttte September ,u erwarten ist. Die ®nb schädigungssumme für Amerika ist ziffermäßig noch nicht festgestellt; voraussichtlich wird eine Pauschalsumme zuerkannt._________
(24. zum 25. August) die pariser Bluthochzeit gefeiert wurde. Seine Majestät oder der König von Frankreich Karl IX. (seit 1469 führen die Könige von Frankreich durch päpstliche Gnade den Beinamen „Allerchristlicher!!" —), er, der Vater des Vaterlandes, war es, der mit seiner „allerchristlichen" Mutter „Katharina von Medici" den Befehl zum Meuchelmorde der Reformirten (Hugenotten) gab. Circa 30,000 wurden in jener Nacht in ganz Frankreich abgeschlachtet. Seine Majestät geruhten, von den Fenstern Ihres Palais aus Allerhöchsteigenhändig Ihre getreuen Untertanen, blos weil sie „Reformirt" waren, niederzuschießen, zu Meuchelmorden. Der fromme Papst — auch einer mit Namen Pius (V.) — derselbe, welcher durch seine „Nachtmahlsbulle" „in coena domini“ die Verfluchung aller Ketzer jährlich an jedem Gründonnerstag decretirt, feierte jene königliche Niederträchtigkeit, ein historisches Bubenstück ohne gleichen (es müßte denn die „sicilianische Vesper" sein) durch den Kirchengesang „Herr Gott dich loben wir!" durch einen „Festzug" und durch Ausschreiben eines Jubeljahres!!
Nom, 25. August. Verschiedene Personen haben vor dem Jahre 1870 vom Papste vermittelst regelrechter Contracte Adelsdiplome unter der Bedingung erhalten , daß sie alle Jahre ein goldenes Präsent von einem gewissen Werthe oder den Geldwerth desselben einschicken. Wenn sie es nicht thun, so gehen sie ihres Adels verlustig. Nach 1870 haben viele dieser Herren geglaubt, daß sie nun nichts mehr zu entrichten hatten. Dem ist aber nicht so. Die italienische Regierung ist an die Stelle der päpstlichen getreten und diese wird, wenn die Diplombesitzer ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, ihre Namen veröffentlichen, wodurch sie ihrer Titel sofort verlustig gehen und eines schmies Morgens als einfache Bürger erwachen, nachdem sie als Barone, Grafen und Marchese schlafen gegangen sind. ______________________
Loeal-Notizen.
Gießen, 30. August. Die hiesige Polizei wurde vor einiger Zeit von Kassel aus avisirt, daß mit einem Zuge der Weserbahn ein Haupt-Gauner hier eintreffen würde- Die Polizei hat den Vogel nun auch oben in der Restauration erwischt. Besagter Gauner, Silberberg ist sein Name, ist einer der gefährlichsten Verbrecher: derselbe wird schon seit 6 Jahren von aller Herren Länder aus gesucht und hat überall großartige Diebstähle ausgeführt. In Kassel stibitzte er goldene Uhren, Ketten, Ringe u. dgl- Hier in Gießen ist er nun photographirt worden, wobei die Polizei denselben sehr stark geschlossen über die Straßc transportirte, da Silberberg nicht weniger als 5mal durchgebrannt ist. Arn Mittwoch ist nun derselbe zwischen zwei anderen Verbrechern geschlossen von 5 Gensd'arrnen weiter transportirt worden (Wir hätten schon längst über diesen Fang der Polizei berichtet, aber es war uns von cornpetenter Seite authentischer Bericht versprochen worden, da derselbe nun aber ausgeblieben, möge Vorstehendes zur Nachricht dienen. Red.)
* Wir berichteten neulich in einer Briefkasten-Notiz, daß den Herren Bäckern in hiesiger Stadt Eoncurrenz geschaffen würde. Wir bemühten und, dem Publikum Gelegenheit zu geben, billigcs unv sehr gutes Brod zu haben. Unsere Mühe wurde belohnt, indem die Herren Wicken und Haseneyer zu Obermühle Harheim sich erboten, nach Gießen ein gutes und schmackhaftes Brod zu liefern. Dasselbe ist nun eingetroffen und wird hier zu einem civilrn Preise verkauft. Die Herren Bäcker werden nun jedenfalls heruntergehen, um die Filiale in Gießen unschädlich zu machen. An dem consumirenden Publikum ist eS nun gelegen, sich für die Dauer ein gutes und billiges Brod zu erhalten. Unterstützt es durch Abnahme die Filiale, so werden so hohe Brodpreise, wie die seitherigen in Gießen, so leicht und in so ungerechtfertigter Weise Nicht mehr vorkommen. Läßt eS aber, nachdem viel um hohe Preise Seitens der Bäcker geschrieen worden, die Sache sinken, so haben wir unsere Schuldigkeit gethan und daS Publikum ist dann nicht mehr werth, als daß eS eben in loco theureS Brod bezieht.
Literarisches.
Buchhandlungen und Postämtern angenommen. _
Vermischtes.
Jemand ein hoch gelegenes Inster Unter ^den LM^ ^bler Herr sucht auf diesem Tag „zum Weitervermiethen aus, ^nntsckakt einer liebenswürdigen Dame, um nicht mehr ungewöhnlichen Wege die Bekanntschaft ^ner^nebeu^^^ füv die
sich mrt ihr gemeinschaftlich „Alles Z I Y , Viehhofe in dem Momente, wo photographische Aufnahme der Kalberh Dreikaiserfeste vervielfältigen
* Der Tag des heiligen Bartholomaus, 24- Augus , f ... aßem Ver-
«W; 3rfS!ten hoch ^gefeiert worden, denn.
™‘Vin S00 Jahr-, daß »u Paris d^Barthalamäusnachä
Bßrsennachricbten.
29. August 1872.
Preuss. 41/jO/o Oblig. — Frankf. 3V3% 0dl. 871/2 Nass. 41/2 0/g Obi. 995/g Kurlr-ss. 4°/o » 94 Gr. Hess. 5<V0 Obi. — . . <% . „9,85/8 „ , 3W/0 » 93
Bayer. 5% « lOO’/z
„ 41/2% 1jährige 10Q3/4 „ 40/g 1jährige —
Wtirtemb. 4</s °/o ObL "3/4 Baden 41/2% Obi. 0. E. L. 99‘/2 Oesterr. Silberrente 65 V2 „ Papierrente 6O3/0
Spanier, neuest. 3% 291/» Amerik. Bonds 1881r 99 _ „ 1882r 96%
„ 1885r 971/4
_ „ 1887r 971/2
Aetlen»
5% östr. F. St. E. B. 364 Lombard. Bahn 229 Ludwigsh.-Bex-bach 202 Maxbahn 147
Bayer. Ostbahn 138V2 Rheln-Nahebahn-Act, — Hess. Ludwigßb.-Aot. — Oberhessen „ 821/2
Prioritäten.
30/g oster. Stsb.-Prior. 583/< 30/0 öst. s. Lombard 513/» 30/g Livomeser 39*/8 50/g Tosoaner 613/< 5% Elisabeth.-Prior. — do. II. Emlss. 845/8
Anlehenelooae« Darmstädter fl.50Loose 200 n »25 „ 551/4 Kurh. 40 ThJr. Loose 72i/g Nassau 25 fl. 45i/2 Braunschweiger 22 30/g Oldenburg, ä 40Thlr. 383/4 40/g bayr. Präm.-Anl. — 40/g badische Loose 118i/g Badische fl. 35 Loose 713/4 Oestr. fl. 250 v. 1854 86 1858r Prioritätsloose 209 1860r Loose 93’/e 1864z w —
Amsterdam
k.
S. 98%
Augsburg
k.
8.
99-1/«
Berlin
k.
8. 1047/g
Bremen
k.
8. 175i/g
Brüssel
k.
8. 93V4
Hamburg
k.
8. 87i/g
Leipzig
k.
8.
105
London
k.
8.
Lyon
k.
8.
Paris
k.
8.
921/4
Wien
k.
8.
1065/8
ditto
m.
8.
—
ditto
I. S.
106i/r
Diaconto
4%
und Elisabethe zu Erben eingesetzt hat, so wird der abwesende Bruder Georgi
Besondere Bekanntmachungen.
Oeffentliche Aufforderung.
4007) Nachdem Katharina Feller, ledig, von Groß-Linden mit Hinterlassung eines Testaments verstorben ist, m welchem sie ihre Schwestern .Christ tu e
Feller hiermit aufgefordert, binnen drei Monaten über jenes Testament dahier Erklärung abzugeben, widrigenfalls Ausschlagung der Erbschaft von seiner Seite unterstellt und die letztere den Testaments- erben überlassen werde.
Gießen, den 24. August 1872.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen. nr Muül. Becker, Stadtrichter. Stadtgerichts-Assessor.
Aufforderung.
3846) Die auf Namen „Konrad Pfeif, Forstschütz von Londorf, wohnhaft zu Allendorf, in dem Grundbuche der Gemarkung Londorf stehenden Immobilien find von den Konrad Pfeif Erben am 9. März 1871 öffentlich versteigert worden. , .
Beim Mangel von Eigenthums-Urkunden ergeht diese öffentliche Aufforderung zur
Anmeldung von Ansprüchen jeder Art an diese Immobilien binnen 4 Wochen vom Erscheinen in den öffentlichen Blättern an gerechnet, als sonst den Steigbriefen die Bestätigung ertheilt und der Eintrag auf die neuen Erwerber in das Mutations- verzeichniß verfügt wird.
Grünberg, den 15. August 1872. Großherzogliches Landgericht Grünberg.
Erdmann, Landrichter.


