Deutschland hinüber.
Ader versagen kann cS sich die „Jndep. beige
bei dieser
müller den Charakter als „Geheimer Ober - Mediktnalrath"; dem Kreisarzt des men, und vorbei sein wird die Zett der lautlosen Ruhe. Ob er aber auch pani- KreiS-MedtcinalamtS Wimpfen Dr. Carl Theodor Weigand den Charakter als sehen Schrecken unter die verbreiten wird, welche seinen Schlummer am kecksten zu „Mediktnalrath"; dem evangelischen Pfarrer zu Trebur und Mitglied der Kreis- stören wagten? Seltsam, der „kleine Ermeländer" scheint in ein friedlicheres Schulcommission Groß-Gerau Heinrich Hermann Finck den Charakter als „Kirchen- Verhalten zur Staatsregierung einlenken zu wollen; beabsichtigt er doch, an der rath"; dem Inspector der Gemäldegallerie und des Kupferstich-Cabinets Rudolph westpreußischen Säcularfeier theilzunehmen, und wird cr in diesem Vorhaben doch Hofmann, dem Lehrer am Gymnasium zu Güdingen Dr. Franz Biümmer und vom ganzen Domkapitel unterstützt. Aber um so gewaltigeren Lärm erhebt der dem Lehrer am Gymnasium zu Worms Dr. Ludwig Glaser den Charakter als „große ultramontane Freiherr" wegen der an ihn gerichteten Aufforderung, sich „Professor"; dem Fabrikant und Mitglied der Handelskammer zu Worms Johann den Retchsgesetzen zu unterwerfen. Was wird mit ihm geschehen? W iv es Baptist Dörr zu Worms, dem Fabrikant Carl Merck zu Darmstadt, dem immer bei Maßnahmen gegen Persönlichkeiten sein Bewenden haben, oder wird Frabrikant Carl Franz Denninger zu Mainz und dem Frabrikant Carl Gail zu endlich eine sachliche Regulirung erfolgen? Letztere scheint uns die „Köln. Ztg." Gießen den Charakter als „Commerzienrath." in Aussicht zu stellen, wenn sie behauptet, daß für den nächsten preußischen Land-
II. Im Ressort des Ministeriums der Justiz: tag im CultuSministerium eine ganze Reihe von Gesetzentwürfen auSgearbeitet
dem Geheimen Obergerichtsrath bei dem Obergerichte der Provinz Rheinhessen werde, behufs gesetzlicher Klar- und Feststellung der in Ungewißheit und Schwanken Jacob Henco den Character als Vicepräsident dieses Gerichtshofes; dem Richter grrathencn staatlich-kirchlichen Rechtsverhältnisse. Dr. Falk habe selbst von seinem bei dem Bezirksstrafgericht Darmstadt Dr. Friedrich Kritzler den Character als schlesischen Landaufenthalte diese Arbeiten geleitet und werde nun m den nächsten Justizrath. Tagen zu Berlin die Geschäfte völlig wieder aufnehmen. Was wird bei jenen
III. Im Ressort des Ministeriums der Finanzen: geplanten Gesetzentwürfen herauskommen? Gedonnert wurde lange genug; jetzt
dem Obersteuerrath Hermann Welcker den Character als Geheimer Ober- zeigt, ihr Herren, daß ihr auch den zündenden Blitz zu schleudern versteht! steuerrath; dem Obereinnehmer der Obereinnehmerei Gießen Franz Schuster, dem Uebrlgens werden gleichzeitig mit der Dret-Kaiser.Zusammenkunft die schwarze Steuercommissär des Steuercommlssariats Oppenheim Carl Bernhard, dem Ober- und rothe Internationale große Versammlungen abhalten. Jene hat eine „Ge- inspector des Hauptsteueramts Darmstadt August Frölich, dem Steuercommissär neralvcrsammlung der Katholiken Deutschlands" nach Breslau, diese einen inter- bet Steuercommissariats Friedberg Georg Schober den Character als Steuerrath; nationalen Congreß auf niederländisches Gebiet ausgeschrieben. Wir dürfen also dem Rentamtmann de- Rentamt- Zwingenberg Heinrich Ludwig Kolb den den Ereignissen de- nächsten Monat- mit gespannter Erwartung entgegensetzen. Character als Domänenrath; dem Kreisbaumeister des Kreisbauams Offenbach Inzwischen ist man aller Orten auf militärischem Gebiete unendlich rührig. Herr Friedrich Lindt den Character als Baurath; dem Districtseinnehmer der DistrictS- Thiers hat in Trouville die Leistungsfähigkeit seiner Artillerie geprüft, und die einnehmerei Ridda Heinrich Bachmann den Character als Rendant. Lenkbarkeit des Luftballons zu kriegerischer Ausbeute wird französtfcherseits von
Darmstadt, 26. Aug. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß die ultra- Neuem in Untersuchung gezogen. In Deutschland wird die Frage der Neuorga- montane Partei den festen Willen hat und bereits Vorbereitungen trifft, um aus nisation der Artillerie, der Einführung einer neuen Handfeuerwaffe, der Küsten- Anlaß der Haltung unserer Regierung in Ausführung des Jefuttengefetzes den vefestigung und Flottenausrüstung, der unmittelbaren Mobilmachung von Belage- Kampf gegen die Staatsgewalt auf der ganzen Linie entbrennen zu lassen. Es rungstrains lebhaft erörtert. Auch Rußland und Dänemark feiern in dieser Be- würde dies vielleicht schon erfolgt sein, da die Organisation der vorhandenen ziehung nicht; letzteres stellt sogar, während Deutschland und Frankreich sich für Partcimittel in Hessen eine so vorzügliche wie in keinem anderen Lande ist, wenn die Unverwendbarkeit der Mitratlleuse ausgesprochen, auf der Insel Amak bei
die leitenden Persönlichkeiten sich nicht bewußt wären, daß ein Vorgehen innerhalb Kopenhagen Versuche mü einer neuen Kugelspritze an. Trotzdem herrscht natürlich
unserer gegenwärtigen Ministerkrisis für sie unter allen Verhältnissen nur verderb- in ganz Europa tiefster Friede, und all' jene Vorkehrungen geschehen nur zu dem lich wirken kann. Trotzdem wird allem Anschein nach in unserem Land ein Streit löblichen Zwecke des si vis pacem, para bellum. Reben diesen Gegenständen
zum Austrag gebracht werden, dem man anderwärts — ob klugerweise oder nicht, ves Hauptaugenmerkes hat für den Moment alle- Andere nur untergeordnetes
darüber wollen wir hier nicht streiten — seither ängstlich auszuwetchen bemüht Interesse. Man schaut wohl hinüber auf die Vorgänge in Belgrad, auf die Auf- war. In neuerer Zeit fanden im Großherzogthum auch wieder verschiedene Ueber- stände in Belfast, doch — das Hemd ist uns näher als der Rock. Amerika mit lrittc in den Schooß der katholischen Kirche statt, der auch, nebenbei bemerkt, in seiner bevorstehenden Präsidentenwahl wird erst in nächster Zeit mehr auf die einzelnen Gemeinden die Komeienfurcht des 12. August nicht unbedeutende Ge- Tagesordnung treten, wann die Septembertage vorüber fein werden. Freudiger schenke eingetragen haben soll, worüber demnächst wohl einige Aufklärung werden und erwartungsloser darf man nach St- Petersburg hinüberblicken, wo an einem bürftc. (Fr. I) edlen Werke des Friedens von Vertretern fast aller Rationen gearbeitet wird.
Darmstadt, 27. August. Im Nachstehenden geben wir das Programm der Ja, die Wissenschaft ist die einzig wahre Internationale, und wann diese Inter- Fcierlichkcitkn, die bei Empfang und während der Anwesenheit Sr. Kaiserlichen nationale zu vollster Kraft gelangt sein wird, hat kein Volk mehr zu fürchten die
Hoheit des Kronprinzen des deutschen Reichs laut Bekanntmachung der Bürger- schwarze und rothe Internationale. Im Uebrigen erinnert sich heute, wo es drei-
meisterei der Residenzstadt Darmstadt dahier statthaben sollen. Zur würdigen hundert Jahre her sind, daß das Bubenstück der Bartholomäusnacht in Scene Feier diese- für die Residenz so erfreulichen Ereignisses hat der Gemeinderath in gesetzt wurde, das Volk dessen, was es seinen Priestern und Königen verdanke,
seiner Sitzung vom 26. folgende Beschlüsse gefaßt: 1) Seitens der Stadt werden und betet ein frommes „Labt die Jesuiten". (Post.)
am Eingang der Rheinstraße venettanische Flaggen mit Guirlanden errrichtet, so- Die Nachrichten aus Frankreich bitten, wie selbst die „Jndependance beige" wie da- RathhauS festlich geschmückt. 2) Die Einwohner sind von Großherzogl. eingesteht, wenig Interesse. Einige leere, von unbedeutenden Blättern in Umlauf Bürgermeisterei aufgefordert, die Häuser so festlich als möglich zu schmücken, gesetzte Gerüchte, die bald darauf bementirt werden, — da» ist Alle-, waS man 3) Zum Empfang Sr. Kaiserlichen Hoheit findet sich der Gemeinderath in corpore uei der Lektüre französischer Blätter erübrigt. Da-Manifest deö linken Centrum- im Bahnhof ein. Ein Theil der städtischen Schulen stellt sich mit Fähnchen in der Nationalversammlung hat auch nicht allzulange und allzuheftig von sich den Nationalfarben auf dem Perron auf. 3) Beim Einfahren des Zuges, welcher reden machen. Thiers ist factisch der einzig berufene Lenker Frankreichs, und Se. Kaiserliche Hoheit bringt, Geläute mit allen Glocken. 5) Begrüßung Sr. wenn da der konservativen Republik, die er selbst „en quclque sorte" proclanmt Kaiserlichen Hoheit durch den Großtzerzoglichen Bürgermeister Namens der Stadt, haben soll, Beifall gezollt wird, — qui Importe ? Die bonapartistische Demon- 6) An dem hierzu geeigneten Abende Serenade vor der Wohnung Sr. Kaiscrl. stration in Trouville war zu lächerlich und unbedeutend, um sie füglich zu einem Hoheit, dargebracht von den verbündeten Gesangvereinen der Stadt unter Musik- politischen Ereigniß stempeln zu können; so schauen denn selbst die französischen begleitung, dabei bengalische Beleuchtung des Platzes. 7) Bei Abreise Sr. Kais. Berichterstatter, bei Mangel an vaterländischem Stoff, gespanntesten Auges nach Hoheit Abschiedsfeierlichkeit im Bahnhof, ähnlich wie beim Empfang. Deutschland hinüber. Aber versagen kann e- sich die „Jndep. beige" bei dieser
Darmstadt, 27. August. Die Großherzogliche Regierung hat den Ständen Gelegenheit nicht, die „drei Könige des Südens" daran zu erinnern, daß sie vom
einen Geietzentwurf vorgelegt, welches über den Waffengebranch des Militärs ersten Napoleon eingesetzt worden sind und jetzt im „Deutschen Kaiserreich"
und die Mitwirkung desselben zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, wurzeln. Wenn jedoch das genannte Blatt mit einiger Freude im Anschluß an
ble in Folge des Abschlusses der Militärconvention nothwendig gewordenen Ab- diese Bemerkung mittheilt, daß die enthusiastische Begrüßung, welche dem deutschen änderungen der seitherigen Bestimmungen enthält und diese mit dem, was die Kronprinzen aus seiner Rundreise zu Theil geworden, in Württemberg und
preußische Gesetzgebung festsetzt, in Uebereinstimmung bringt. Abweichend von den Bayern partikularistische Gedanken geweckt habe, so dürfte diese Hoffnung sich doch
seitherigen Bestimmungen sollen nunmehr auch Ehrenwachen und Ehrenposten (§ 1) al- unbegründet erweisen. Mag auch König Ludwig von Bayern die Begegnung zum Waffengebrauch befugt sein. Der Gebrauch der Schußwaffen soll (§ 2) mit dem deutschen Kaiser vermieden haben, mag cr auch bei Wiederbesetzung der
erst dann eintreten, wenn andere Waffen sich als unzulänglich erweisen. In § 4 noch immer erledigten Ministerstelle von den mannigfachsten, zum Theil deutsch-
ist ausgesprochen, daß ein militärisches Einschreiten regelmäßig nur auf Requisitlon feindlichen Parteien beeinflußt werden, — der junge Monarch wird nicht mit der Civilbehorden statthaben soll. Sobald der Requisition Folge geleistet wird, seiner eigenen Vergangenheit brechen, wird nicht vergessen, daß er der Erste war, tritt die ausschließliche Zuständigkeit des Militärbefehlshaber- ein. Rach tz 5 ist welcher den Ruf nach Wiederaufrichtung des deutschen Kaiserreichs ertönen ließ, das Militär jedoch, im Falle Gefahr auf dem Verzüge schwebt, zu selbstständigem Wohl mag Frankreich heute sich traurig der Zeiten erinnern, da Deutschland Einschreiten befugt. „Daß beim Gebrauche der Waffen da- Militär innerhalb seinen ärgsten Feind in Deutschland hatte, aber wir haben keinen Grund zu der der schranken seiner Befugnisse gehandelt, wird vermuthet, bis das Gegentheil Befürchtung, daß jene Zeiten wiederkehren werden, welche die schmachvollsten erwiesen ist" sagt § 6. „Die Angaben derjenigen Personen, welche irgend einer Blätter unserer vaterländischen Geschichte füllen. Jetzt, wo — Gottlob I __ die
Theilnahmc an dem, was das Einschreiten der Militärgewalt herbeigeführt hat, Geschichte nicht mehr ausschließlich Geschichte der Fürsten und Höfe, sondern überschuldig oder verdächtig sind, geben für sich allein keinen zur Anwendung einer wiegend Geschichte der Völker ist, jetzt ist nicht mehr wie früher mit der Gesinnung Strafe hinreichenden Beweis für den Mißbrauch einer Waffengewalt." des Monarchen auch die Gesinnung des ganzen Landes verändert. Darum werden
BtNltt, ~4. Aug. Gleich wie der Geisteechor in der Radziwill'schen Faust, auch die „drei Könige des Südens" nicht die Hoffnungen der „Jndep. beige" composition das „Wird er schreiben? Er wird schreiben. Er wird nicht schrei- in Erfüllung gehen lassen, Deutschland wird einig bleiben, selbst wenn sich der ben. Er wird schreiben" in allen Tonarten variirt, so hat in letzter Zeit der Drei-Kaiser-Zusammenkunst feine Drci-König-Zusammenkunft anreiht.
Chor der Journalisten das „Wird er kommen? Er wird kommen. Er wird Berlin, 26. August. Man ist allgemein darauf gespannt, in wie weit auf nicht kommen. Er wird kommen" bis zur Ermüdung hin und her geleiert. Auch den vom Reichstage angenommenen Antrag des Abg. Völk auf Einführung der hier ging es von der Position über die Negation zur Position; ein freudiges Civilehe seitens des BundeSrathes eingegangen werden wird. Es scheint nicht,
„Er wird kommen' bildete das Finale aller unendlichen Modulationen. Er wird daß sich der Bundesrath abwehrend verhalten wird, vielmehr lassen anaeordnete
und mit ihm villlcicht Lkb.n und B-wrgung in die bishcr ruhcndc E-b-bung-n über die VkkhäUnissc in anderen Staaten, in den.n die Civilede
SUar t« d°» in den letzten Wochen so still und schwül unter dem politischen besteht, schließen, daß man auf den Antrag etn.ugehen b-abstchtigt. Daß im
«>immd, daß man unwillkürlich in jene lautlose Ruhe der heißen Mitlagszelt Si-ichstagc, bliebe der Antrag unberückstchtigt, derselbe wiederholt würde, ist
dachte, wann, nach griechischer Sage, „der große Pan" schläst. Kein Hirte wagte außer Frage.
e?""' *ie "st"> 3dpll schiloe.t, die Flöte zu blasen, damit er Berlin, 26. August. Ueber die bevorstehenden Festlichkeiten verlautet, daß
t,n schlummer de« gewaltigen. Wehe aber dem, der sich erkühnt, am 7. September, dem Haupttage derselben, Bormittags eine große Parade"
die Stille zu unterbrechen und den Zorn des Schlafenden zu wecken! Weht doch Nachmittags ein Äaladiner im königltchen Schlosse, Abends Gala-Oper und
h ““‘t KCrt "Nb läßt er doch dann die Felsen großer Zapfenstreich bei Fackelschein auf dem reservirten Platze zwischen dem
und Schluchten wiederhallrn von seiner grolldrühnenden Stimme. Er wird kam. tat,erlichen Palais und dem Schloss- stattstnden. Es ist für denstlben Abend


