L
M
Gleichzeitig mit der Ernennung des Herrn
München- 25. September.
\n
von Ermeland sich somit der rückhaltlosen Anerkenntniß der Souveränetät Staates, und der unbedingten Geltung der Landesgesetze fortgesetzt entzogen wird die Staatsregierung, abgesehen von den weiteren Beschlüssen in Bezug die Stellung des Bischofs Krementz selbst, vornehmlich dafür Sorge tragen, Souveränetät des Staats auf allen Gebieten des bürgerlichen Lebens auf
des hat, au die dem
Jb er A
D di gi ui K <8
vollkommen genügt zu haben, wenn man sich in herbem Tadel über wirkliche oder vermeintliche Mißstände ergeht. Die Wenigsten geben sich die Mühe, ernsthaft darüber nachzudenken, wie es besser zu machen wäre.
Auf diesem Wege aber bildet sich keine öffentliche Meinung, welche der Regierung als Stütze dienen könnte.
Will man, daß die Erwartungen, die von dem neuen Ministerium gehegt werden, sich in vollem Maße erfüllen, so darf man die Arbeit der Reform nicht der Regierung allein überlassen. Auch in dem Verhalten des Publikums zu den öffentlichen Angelegenheiten wird eine Reform eintreten müssen. Wir müssen uns gewöhnen, in der Sicherheit des Urtheils, welche aus genauer Sachkenntniß und einer gewissenhaften Prüfung politischer Fragen entspringt, eine größere Befriedigung ru finden, als in der GesühlSerregung, welche der leidenschaftliche Kampf der Parteien erzeugt. Wir müssen lernen, den Dienst, den wir dem Gemeinwohl durch einen einzigen wohlüberlegten, praktisch ausführbaren Vorschlag leisten, höher zu schätzen, als die Genugthuung, die wir empfinden, wenn wir durch einen Schwall von Worten unserem gepreßten Herzen Luft machen. (Darmst. Ztg.)
Aus Rheinhessen, 23. September. Der Besuch dec Wormser Local- Ausstellung ist im Zunehmen begriffen, die Zahl der Besucher bezifferte sich gestern aus 3500. Morgen wird der Großherzog dort etntreffen und ebenfalls die Aus- stellung in Augenschein nehmen. — In Betreff der heurigen Weinlese erfährt man aus Ober-Ingelheim, daß dort die Lese deö Frühburgunders begonnen hat. Der Ertrag soll gering sein und das Viertel (10 Pfd.) mit 3 fl. 15 fr. bezahlt werden. „
Berlin, 23. September, liebet die Neubesetzung der diplomatischen Posten steht nunmehr fest: Herr v. Keudell wird Gesandter in Konstantinopel, Geheimer Legationsrath v. Bülow II. übernimmt v. Keudell's Decernat im auswärtigen Amte, Herr v. Rodowitz, zur Zeit General-Consul in Bucharest, wird Vortragender Rath im auswärtigen Amte, Hr. v. Pfeul wird General-Consul in Bucharest, Graf Alvensleben, bisher in Brüssel, tritt an v. Pfeul'S Posten in Petersburg, Graf Arnim - Boitzenburg, an dessen Stelle in Washington Graf Andreas Bernstorff tritt, und Frhr. v. Brincken, bisher in München, sind nach Berlin versetzt; Graf Arco Valley, bisher Attache in Washington, ersetzt den Grafen Andreas Bernflorff in Wien. Die über den Botschafter Grasen Arnim in Parts
ei K v
1
Wege der Gesetzgebung gegen alle Zweifel, Vorbehalte und Uebergriffe von kirchlicher Seite unbedingt sicher zu stellen. Die bevorstehende Landtagssession wird in dem Zusammenwirken mit der Staatsregierung zu solchem Zwecke eine ihrer Hauptaufgaben finden."
München- 24. Sept. Die heutigen „N. Nachrichten" senden dem Heern v. Gaffer keine schmeichelhafte Nachrede auf den Rückweg nach Stuttgart. Sie weinen aber, man sei ihm dafür den Dank schuldig, daß er der ultramontanen Partei — hier ist wohl nur die politische Thätigkeit derselben gemeint — Todten- gräberdienste gethan habe. Wir finden darin außerdem die früher schon laut gewordene Mittheilung bestätigt, daß sich der Prinz Adalbert, der Oheim des Königs, um das Zustandekommen des ultramontanen Ministeriums Gaffer eifrig bemüht habe. Wenigstens scheint auf diese Persönlichkeit der Hinweis zu zielen, „daß der bekannte Großconsument in Münchens nächster Nähe mit ungewohnter Geistesanstrengung Vie Intrigue zu fördern gesucht hatte." Bemerkenswerty in dem betreffenden Artikel ist noch, daß von der „selbstgewählten Aufgabe" des Frhrn. v. Gasser geredet wird, woraus zu entnehmen wäre, daß sich der unglückliche Minister- Candidat zur ultramontanen Staatsrettung herbeidrängte, weiche leidrr ein so klägliches Ende nahm, lieber die eigentliche Genesis deö Jntriguenstückes wird sich mit der Ze't wohl weiteres Licht verbreiten, und dies wird um so nöthiger sein, als auch das baierische Volk ein Interesse daran hat, zu erfahren, weshalb es zwei Monate lang vor dem übrigen Deutschland verdächtig erscheinen mußte, einer antinationalen Politik dienen zu wollen oder so kraft- und willenlos sich von einem zusamwengefegten Haufen politischer Nullen clericaler Färbung regieren zu lassen.
München, 24. September. Dem Vernehmen nach beabsichtigt Herr v. Gaffer
seine Entlassung von dem diesseitigen Gesandtschaftsposten in Stuttgart zu beantragen und in den Ruhestand zu treten. Der „Dolksbote" kann Angesichts der neuen Wendung der Dinge folgende Bemerkung nicht unterdrücken: „Es bleibt somit zur Freude Bismarck's Alles beim Alten und das fmis Bavariae wird nicht ausbleiben." — Graf Luxburg, der frühere kaiserliche Präfect in Straßburg, jetzt Regierungspräsident in Unterfranken, ergriff bei einem Festmahle der Landwirthe in Würzburg die Gelegenheit sich in einer längeren Rede über die bayerische Ministerkrisis zu äußern. Am Schlüsse seiner Ansprache sagte er:
„Man habe in Berlin stets in zuvorkommenster Weise die Wünsche Bayerns, namentlich in der Steuerfrage, berücksichtigt. Es wäre äußerst bedauerlich, wenn in Folge fortgesetzter Angriffe gegen Preußen sich das Verhältniß Bayerns zum Reiche anders gestalten würde. Er bitte daher alle Anwesenden, jeder in seinem Kreise, dahin zu wirken, baß da; mit so kostbarem Blut erkaufte deutsche Reich nicht durch innere Zwiste geschädigt werde."
München, 25. September. Herr v. Psretzschner, dessen Ernennung zum Minister des Aeußern mit dem Vorsitz im Ministerrath und zum lebenslänglichen Reichsrath bestätigt wird, ist nach Berg beschieden und vom Könige in Audienz empfangen worden.
Belgien.
Brüssel, 25. Sept. Soeben ist es in fünf Kohlenwerken des Centruws zu einer Arbeitseinstellung gekommen. Die feiernden Arbeiter verhalten sich ruhig; ihr Verlangen geht auf Lohn-Erhöhung.
Frankreich.
Paris, 23 September. Herr Gambetta befand sich in diesen Tagen in Saint-Etienne b ? seinem Freunde Dorian, der ihm zu Ehren auf seiner Besitzung ein Bankett von hundert Gedecken veranstaltete. Nach eingenommenem Mahle erschien Herr Gambetta auf der Terrasse des Schlosses, wo eine zahlreiche, theils mit Fackeln und venetianifchen Laternen bewaffnete Volksmenge seiner harrte, und hielt folgende Ansprache:
Bürger! Ich danke Euch für den wohlwollenden Empfang, den Ihr mir auf »einer Durchreise bereitet. Derselbe thut mir sehr wohl; denn in meiner Person begrüßt Ihr Die Republik. Es befinden sich unter Euch viele Mütter. Diesen fällt die Aufgabe zu, Vertheidiger der republikanischen Regierung und Rächer des Vaterlandes heranzuziehen. Die Republik wird Euch die Gleichheit bescheeren, nicht jene, welche uns unsere Verkleineret als Ziel unseres Strebens nachsagen, sondern Diejenige, welche sich auf das Recht und Die Arbeit Aller gründet. Stehen wir fest zu einander! Wir brauchen Euch, sowie Ihr Aufgeklärte Männer braucht, die sich die Aufgabe gestellt haben, Euch zu leiten und zu unterrichten. Gehen wir also vereint vorwärts und es lebe die Republik! Die Menge klatschte Beifall und Herr Gambetta Hub auf's Neue an:
Bürger! Es wird spät; gestattet mir, daß ich mich zurückziehe. Noch einmal Dank! Aus Wiedersehen! Es lebe De Republik!
Paris, 23. Sept. Das „XIX. Siecle" bringt heute die ersten Auslassungen des Herrn Eomond About nach seinem Straßburger Abenteuer. Jedem unparteiischen Zuschauer muß er den Effect eines Hundes machen, der, so lange man ihn am Kragen hatte, auf erbärmliche und mitleiberregende Weise heult, und welcher, so wie man ihn losläßt, wieder zu kläffen anfängt. Selbstverständlich werde ich Ihre Leser mit Der ganzen Prosa des Herrn About verschonen und nur einfach bemerken, daß er behauptet, die deutsche Regierung wolle alle die vor ihre Gerichte stellen, welche im Ausland gegen Deutschland schreiben und deren sie habhaft werde. „Man wird" — so fügt About hinzu — „ihnen vorwerfen, Haß und
verbreiteten Gerüchte sind grundlos.
Berlin, 23. Sept. Herr v. Gaffer in Baiern ist also seines Auftrages enthoben. Baron v. Pretzschner gehört seit dem Bestehen des Reiches als Vertreter Baierns dem BundeSrathe an und hat an dessen Arbeiten einen ttzätigen und offenbar warmen Antheil angenommen; er und der Justiz-Minister, Baron Fäustle, haben wiederholentlich Der Anerkennung Der baierifchen Regierung für das Entgegenkommen Preußens beredten Ausdruck gegeben, wie wir dies zum Theil selbst seiner Zeit mitgetheilt hatten.
Berlin, 24 Sept. Wie ein Korrespondent Der „M. Ztg." hört, soll Der von Dem Poltzei-PräsiDenten über Die unglücklichen Vorfälle bei Gelegenheit Des Zapfenstreichs an Den Minister des Innern erstattete Bericht das Resultat ergeben, daß die Unglücksfälle die Folgen einer verspäteten Absperrung des für die Musik- eorps bestimmten Terrains seien.
Berlin, 24. September. Nachdem neuerdings auch babischerseits Die Einfügung des eisernen Kreuzes in die Fahnenspitze Der 1870/71 activ aufgetretenen baDischen Truppenkörper nachgesucht worDen ist, steht zur Zeit Die Verleihung Dieser Auszeichnung nur für Die hessischen, württembergischen unD bayerischen Truppentheile noch aus. Für Das sächsische Armeecorps hat hingegen die Einfügung gleichzeitig mit demselben Vorgänge in der preußischen Armee stattgesunden. Entgegen früheren Mittheilungen, wonach die im letzten Kriege aufgeböten gewesenen preußischen Reserve- (Landwehr-) Cavallerie-Regimenter von der Bewilligung Dieser Auszeichnung ausgeschlossen geblieben fein sollten, stellt sich übrigens jetzt heraus, daß die Verleihung allerdings auch an diejenigen 11 Reserve- Cavallerie-Regimenter erfolgt ist, welche wirklich die französische Grenze über- schritten haben. Soweit schon nachweisbar finden sich gegenwärtig in der preußisch- deutschen Armee überhaupt 576 Fahnen und 95 Standarten Derartig decorirt, wovon 32 Fahnen und 11 Standarten neben dem jetzt ihnen verliehenen eisernen Kreuz zugleich auch noch dieselbe Auszeichnung für die Befreiungskriege von 1813—15 führen.
Berlin, 25. September. Die neueste „Prov. - Corrsp." knüpft an fimn längeren Artikel, in welchem sie Das Verhalten des Bischofs von Ermeland gegenüber der Staatsregierung charakteristrt, folgende Bemerkung: „Nachdem Der Bischo
v. Psretzschner zum Minister des Auswärtigen hat der König das Gesammt- Ministerium beauftragt, bezüglich Der Ernennung eines neuen Finanzminister- Vorschläge zu machen.
Ans Elsaß-Lothringen, 23. Sept. Einen grellen Gegensatz zu der immer mehr ausdlühenDcn Stadt Straßburg bildet die nunmehrige Grenzfeste Metz. Wer ich noch irgend welcher angenehmen Täuschung über die Zahl der Auswanderer hingeben möchte, der besuche Die Dortigen Eisenbahn-Güterhallen und er wirb sich enttäuscht, D. h. bestätigt finDen, Daß Die AuSwanDerung leider eine massenhafte ist. Der Zuzug durch Deutsche entspricht jetzt keineswegs Dem Abzüge, und noch scheint das deutsche Capital wenig Lust zu haben, sich in Metz niederzulassen. Was Metz verloren, das hat Nancy gewonnen. Dorthin zieht sich, wenigstens vorübergehend, Der Strom der elsässisch-lothringischen Auswanderung. Seit 18 Monaten hat sich die Bevölkerung dieser Stadt beinahe verdoppelt, und es ist zu berechnen, daß, wenn Europa sich eines dauernden Friedens erfreut, diese Stadt binnen zehn Jahren eine Bevölkerung von mindestens 80,000 Seelen zählen wird.
Oesterreich.
Wien, 24. September. Die Idiosynkrasie der Czechen gegen die Wiener Weltausstellung hat sich wieder im Prager Stadtrathe geäußert. Derselbe beschloß, jede Beitragsleistung zu den Auslagen der Landes - Commission für die Wiener Weltausstellung unter Hinweis auf die ungünstigen Stadtfinanzen abzulehnen.
Wie Der „Ung. Lloyd" hört, haben die in Fulda versammelten Bischöfe auch den österreichischen Episkopat zuzuziehen gewünscht. Die vertraulichen Verhandlungen sind aber ohne Resultat geblieben; theils Etiquettestreitigkriten, mög- iicherwcise auch ein leiser Wink der Regierung haben ihr Erscheinen verhindert, doch haben sie nicht verfehlt, sehr höflich zu erklären, daß sie die Mittheilung Der in Fulda zu fassenden Beschlüsse mit dankbarem Interesse entgegennehmen würden.
Wien, 26. September. In dem BuDget-AuSschusse der ReichsrathSdelegation erklärte Graf Andrassy als politischen Zielpunkt Die Erhaltung des Friedens. Hierzu sei nothwendig, daß man die Ueberzeugung beibringe, man könne als Freund verläßlich, als Feind gefährlich sein. Bei der Zusammenkunft der Monarchen sei die Absicht des Kaisers lediglich dahin gegangen, den aufrichtigen, guten Beziehungen zu Dem neuconstituirten Deutschland Ausdruck zu geben. Abmachungen hätten nicht stattgefunden, Der Meinungsaustausch der Minister sei vollkommen befriedigend gewesen. Gewisse panslavistische Tendenzen fänden in maßgebenden russischen Kreisen keine Unterstützung. Mit Italien und der Türkei bestünden die besten Beziehungen. Auch die Beziehungen Oesterreich-UngarnS zu allen Ländern veS Orients, für deren Gedeihen es sein regstes Wohlwollen vethätigt, seien sehr erfreulich.
iff‘i....
nt
«pr
2
st
bc k dei " ru . Nr. t 1
I Fr;
Ini| . :-Syp - dar alii Gen
r in I
24. t8*!
Attache! ltiidtö co gtvocstn M flöt vlS ihrem 3nl
nN ® 8* *? olltl« Milt ftint er aber, W
übrigens ve er jo W Milte, b rir AbM und Brosche stiller, der zraalllicv 0 in M ofr 8üit*n ins Gelängt zu vkrurth»'! solchen Proc nalisten zu »Mthkilt 1 gittung fie rS m Dir franz! »fiter zu! mit, die l demselben i lvas von L sche Berner! immer Rich bürg ßefuni so voMnd liehen Biai durzn Coi Banditen, stopfen: „ Bureaulrc und milih LugenM habenen (5 Gemalt zu die Mer Enzland w 32 Mif0 Voll lobt Wort; to
W gaben Die Thiers di entgegen.
M Morgen h Fmlikjian
Rom hoonuf.n letzten Ltvi schon lang' Üali.niscdcn fei nicht zu Wen bee d" freien lvo» in fr in der b s°hren
im« C«,n ""
I“ log d,, , S’Mri *4 in *fe
*, b(t
8'U ®
*■ Ä


