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monatliche Pension von 20,000 Piastern. Daß die Cholera in Bruffa auS- gebrochen sei, wird amtlich in Abrede gestellt.

Amerika.

Newyork, 13. August. Nachrichten au- Mexico melden die Annahme der Amnestie Setten- Dtaz', des Hauptführers der Insurgenten, sowie daß im Lande vollständige Ruhe herrsche.

Lima, 27. Juli. Nachdem der Mörder des Präsidenten Balta, Oberst Gutierrez, nebst seinen drei Brüdern vom Volke im Wege der Lynchjustiz abgethan worden, übernahm der Vicepräsident des Staates Oberst Cevallos die Regierung-- gewalt und der von Gutierrez aufgelöste Kongreß trat wieder in Thätigkeit. Die Ruhe ist vollständig hergestellt.

Vermischtes.

(Trichinen.) 3u Quedlinburg hat der Fleischbeschauer in einer Speckseite eine ziemliche Menge Trichinen gefunden, ebenso sind in Magdeburg in amerikanischem Speck lebende Trichinen gefunden worden. Auch in Hannover find in Folge der regelmäßigen Untersuchung auf Trichinen in amerikanischem Speck wieder Trichinen, und zwar in solcher Unmasse wie noch nie, gefunden worden.

(Selbstmord.) In einem Gasthofe zu Tharand hat fich am 2 d. M. ein junge- Paar vergiftet. Zn einem aufgefundenen Briefe wird der junge, etwa 22 Jahre alte Mann al- ein Bahnasfistent der Bre-lau-Schweidnitzer Bahn, Namens Ty, aus Liegnitz gebürtig bezeichnet; über die junge Dame, welche fein gekleidet war und ein schwarzseidenes Kleid trug, fehlt jede Auskunft. Beide waren am Nachmittag deS 2. dS. zusammengekommen und hatten fich ein Zim­mer geben lassen, wo man sie Abends todt fand. Sie hatten Gift genommen und zwar in einer Flasche Wein.

Görlitz, 10. August. Den vielfach begründeten Klagen über Unzulänglichkeit des rollenden Betriebsmaterials der Eisenbahnen scheint eine Abhilfe vsn einer Seite zu kommen, von welcher man sie bisher nicht erwartet hatte. Die Tragefähigkeit der Eisenbahnwagen ist wesentlich bedingt durch die Tragefähigkeit der Federn und die bis­her angewendeten sogenannten Blattfedern haben, da die ganze Last auf der oberen Schiene der Feder ruht, die Gefahr eines Bruches also nahe liegt, nur eine beschränkte Tragefähigkeit. Die von dem Ober - Locomotivführer Wendt Hierselbst construirte und von dem k. Handelsministerium zu Berlin unterm 3. d. Mts. patentirte Feder für Eisenbahnlastwagen gewährt nun vor allen Dingen den Vortheil, daß sie eine Ueber- ladung von mindestens 25 Procent gestattet, was bei vielfachen, der Patentertheilung vorausgegangenen Probefahrten auf der Berlin -Görlitzer Eisenbahn constatirt worden ist. Schon aus diesem Grunde ist die schleunige Einführung dieser Feder auf allen Eisenbahnen nicht dringend genug zu empfehlen, da dies einer Vermehrung der Trans­portmittel um den vierten Theil gleichkommen würde. Dazu kommt noch, daß die Wendt'sche Patentfeder nach dem Urtheil Sachverständiger der Gefahr eines Bruches fast gar nicht ausgesetzt ist und das die Herstellungskosten nur auf etwa 40 Thlr. pro Wagen sich belaufen, während die bisherige Federconstruction 7080 Thlr. pro Wagen kostet.

(Ein vorbedachter Zusammenstoß auf der Franz-Joseph-Bahn.) DieDeutsche Zeitung" schreibt unterm 5. Aug.: Gestern Vormittag 9 Uhr fand auf der Franz- Joseph-Bahn unmittelbar vor dem Wiener Bahnhofe ein Zusammenstoß zwischen dem Kremser Personenzuge und einer zum Wasserbehälter außerhalb des Bahnhofes ihm entgegenfahrenden Locomotive statt. Beide Maschine^ wurden stark beschädigt, die Locomotive des Personenzugs entgleiste und die Schienen kippten an der Stelle des Zusammenstoßes um. Die Passagiere sprangen in der Angst aus den Coupes und flohen gegen den Bahnhof. Der Heizer Ferdinand Klement wurde, als Opfer des Zu­sammenstoßes, schwer verletzt in das allgemeine Krankenhaus gebracht und wird an seinem Aufkommen gezweifelt. Der Maschinenführer Franz Hoffmann, welcher, das Signal nicht beachtend, mit der Localmaschine Nr. 82 aus dem Bahnhofe dem Kremser Personenzug entgegenfuhr, wurde als der an dem Unglücksfalle Schuldtragende dem Landesgerichte in Strafsachen eingeliefert. Ueber die Ursache des Zusammenstoßes er fahren wir eine düstere, seltsame Geschichte. Man erzählt, daß der Zusammenstoß in frevlerischer Absicht von dem Maschinenführer Franz Hoffmann vorherberechnet und herbeigeführt worden, um den Heizer Ferdinand Klement ums Leben zu bringen. Hoff­mann hegt nämlich Argwohn, daß Klement mit seiner (Hoffmann's) jungen Gattin intime Beziehungen unterhalte, und die Eisersucht brachte ihn auf den teuflischen Ge­danken, seine Nachgelüste an Klement auf diese Weise zu befriedigen, ohne Rücksicht darauf, daß auch er selbst und viele andere Menschen das Opfer dieses frevlen Be­ginnens werden könnten. Für die vorherbedachte böse Absicht spricht der Umstand, daß Hoffmann schon am Abend vorher an die Frau des Heizers Klement ein Telegramm richtete, worin er ihr anzeigt, daß ihr Mann in Folge eines Zusammenstoßes auf der Bahn todt auf dem Platze geblieben sei. Die Frau kam in Folge dessen nach Wien und in der That hatte ein Zusammenstoß staltgefunden, dessen Opfer ihr Mann war; nur mußte es sofort auffallen, daß dieser Zusammenstoß nicht Samstags, wie in dem

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Telegramme gemeldet worden, sondern einen Tag später stattgefunden hatte. Wahr­scheinlich hatte Hoffmann schon Tags vorher seinen satanischen Plan ausführen wollen, jedoch die Gelegenheit hierzu nicht gefunden. Hoffmann hatte offenbar berechnet, daß, wenn er mit seiner Locomotive dem Kremser Personenzuge entgegenfahre und an der Stelle des Gelcisewechsels, also unter einem Winkel der Zusammenstoß erfolge, die ganze Kraft des Stoßes jene Stelle treffen müsse, an der gerade der Heizer Ferdinand Klement auf der Localmaschine stand, und daß sonach dieser fast mit Sicherheit das Opfer des Zusammenstoßes werden müsse. Die Thatsachen zeigten, daß der raffinirte Calcul leider nur zu richtig war. Hoffentlich wird die eingeleitete Untersuchung bald völlige Gewißheit in diese Angelegenheit bringen.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 15. August. Die gestern eingetretene Hausse für Staatsbahnactien fand heute ihre Fortsetzung. Unter gestriger Schlußnotiz einsetzend, stieg dieses Effect rasch bis 368 bei sehr lebhaftem Umsatz. Lombarden und Creditactien dagegen verkehrten weniger umfang­reich und blieben erstere 1 st. unter dem gestrigen MUtagScourS, während letztere, unter gestriger Notiz anfangend, schnell wieder auf 3551/2 gingen, wo sie auch blieben. Die Bankactien hatten sich wiederum regster Aufmerksamkeit zu erfreuen. Wir können nicht alle die Bankpapiere einzeln herzählen, in denen bedeutende Umsätze stattfanden; die ganze Art deS Verkehr- aber läßt erkennen, daß man im Publikum wirklich ein große- Interesse an diesen Papieren nimmt und sie aller bereit- stattgehabten CourSsteigerungen ungeachtet für speculationswürdig hält. De- wirklich groß­artigen Umsätze- halber, der heute in Deutschen Sffectenbankactien stattfand, und zwar auS An­laß der bevorstehenden Einführung an der Berliner Börse, müssen wir diese ganz besonder- her­vorheben. Gestern noch 1335/8, wurden sie heute mit 1371/2 cont 2i/2 bezahlt. Provinzial- diSconto verkehrte matter und weichend, was bei der überstürzten Treiberei diese- Effects vorauS- zusehen war. Amsterdamer gingen in großen Posten zu 112 um. Von Bahnen wichen Busch- terader abermals etwas, während Nordwest, Donau-Drau, Ungarisch-galizische und Oberhessen beliebt waren. Oesterreichische Rente etwa- lebhafter als die letzten Tage. Russen andauernd gefragt. Die Liquidation pro Medio ging ziemlich leicht von statten und stellte fich der Zinsfuß für Prolongationszwecke auf 5 Procent. Geld ist reichlich vorhanden. Loose und amerikanische Fonds wie gewöhnlich still.

Börsennachrlchtea.

15. August 1872.

Preuss. 41/2% Oblig. 103i/8

Frankf. 31/3% Obi. 87

Nass. 4i/a0/0 Obi. 991/2

Kurh^ss. 4% 933/4

Gr. Hess. 5% Obi. 1023/8

, n 4% » 981/2 » n 31/30/0 » 93

Bayer. 50/0 1005/8

WA, 1jährige 1003/4 40/o 1jährige 94?/g

Würtemb. ai/8o/o Obi. 9978

Baden 41/2% ObL g. E. L. 100

Oesterr. Silberrente 66 */a

Papierrente 611/4 Spanier, neuest. 30/0 293/g Amerik. Bonds 1881r 99i/2

1882r 961/2

» 1885r 971/4

» 1887r 973/8

Aetien.

Frankf. Bank 142>/2

Frankf. Vereins-Kasse 153

Dannst. Bankact. 515

Wien Bankactien 937

Oest. Creditact. 366

Galizien 2611/2

Aetleaiu

50/0 östr. F. St. E. B. 368 Lombard. Bahn 225 Ludwigsh.-Bexbaob 2001/2 Maxbahn 1461/2

Bayer. Ostbahn 1375/s Rhein-Nahebahn-Act.

Hess. Ludwigsb.-Act. 1821/2

Oberheesen 841/2

Prioritäten.

3O/o öster. Stsb.-Prior. 587/e 30/o öst. b. Lombard 513/4 30/0 Livorneser 391/4

5% Toscaner 621/8

50/g Elisabeth.-Prior. 86

do. H. Emlss. 85

AmlehenelQOse.

Darmstädter fl.50Loose 199 »25 55

Kurh. 40 Thlr. Loose 71 Nassau 25 fl. 451/3 Braunschweiger 22

30/o Oldenburg, ä 40Thlr. 38% 40/g bayr. Präm.-Anl. 1131/2 4O/o badische Loose 1111/2

Badische fl. 35 Loose 73

Oestr. fl. 250 v. Itz54 851/2 1858r Prioritätsloose 210

1860r Loose 937/s

1864r w 163

Weeinsei.

Amsterdam

k.

8. 981/,

Augsburg

k.

S.

993/4

Berlin

k.

8.

1047fl

Bremen

k.

8.

175i/B

Brüssel

k.

8.

93J/8

Hamburg

k.

8.

873/»

Leipzig

k.

8.

105

London

k.

S.

H8/2

Lyon

k.

8.

Paris

k.

8.

93i/?,

Wien

k.

8.

107

ditto

m.

8.

1O67/r

ditto

1.

8.

1063/4

Diseonto

4%

Geldsorten» fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 5859 Pistolen . . 9 4148 doppelte 9 4143 Holl. fl. lOSt. 9 5355 Ducaten . . 5 3436 20 Frankenst. 9 2223 Engi. Sover. 11 4951 Buss. Imper. 9 4345 Dollar in Gold 2 2526

Wer eine Annonce

in hiesigen oder auswärtigen Blättern veröffentlichen will, erspart Mühe und Porto­kosten, wenn er damit die Unterzeichneten beauftragt, deren alleiniges und ausschließ­liches Geschäft es ist, Anzeigen in alle Zeitungen der Welt zum Original-Kostenpreise und ohne Nebenspesen zu befördern.

Haaskilstein & Vogler,

Frankfurt a. M., große Gallusftraße 1.

ASlgemeiner Anzeiger.

Besondere Bekanntmachung. Aufforderung.

3846) Die auf NamenKonrad Pfeif, Forstschütz von Londorf, wohnhaft zu Allendorf", in dem Grundbuche der Gemarkung Londorf stehenden Immobi­lien sind von den Konrad Pfeif Erben am 9. März 1871 öffentlich versteigert worden.

Beim Mangel von Eigenthums-Urkunden ergeht diese öffentliche Aufforderung zur Anmeldung von Ansprüchen jeder Art an diese Immobilien binnen 4 Wochen vom Erscheinen in den öffentlichen Blättern an gerechnet, als sonst den Steigbriefen die Bestätigung erthetlt und der Eintrag auf die neuen Erwerber in das Mutattons- verzeichniß verfügt wird.

Grünberg, den 15. August 1872.

Großherzogliches Landgericht Grünberg.

Erdmann, Landrichter.________

Versteigerungen.

Jagdverpachtung.

3834) Montag den 26. August 1872, Nachmittags 2 Uhr,

soll auf dem Bureau des Unterzeichneten die Jagd in der Gemarkung Allendorf a. d. Lahn von 1555 Morgen auf 6 Jahre ver­pachtet werden.

Allendorf a. d. Lahn, den 15. August 1872. Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lahn.

Volk.

Arbeitsversteigerung in der Ober- försterei Schiffenberg.

3835) Freitag den 23. I. Mts., Nachmittags 3 Uhr beginnend, sollen die nachverzeichneten Arbeiten an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden:

1) Auffrischen von 1500 Meter Graben an dem Watzenborner Weg,

2) Auffrischen von 375 Meter Graben an der Langen-Schneiße,

3) Anfertigen von 500 Meter neuer Ent- wässerungs - Graben in Abtheilung Töpferkaute,

4) Ausfrischen von 1300 Meter Entwasse- rungs - Graben in Abtheilung Alt­gehegt,

5) Anroden einer 800 lH Meter großen Fläche in Abtheilung Buchenberg, für Anlage eines Saatbeetes,

6) 45 Cubik-Meter Steine:

a. zu brechen in dem Steinbruch, Ab­theilung Buchenberg,

b. dieselben anzufahren an die Stein­berger Straße,

c. dieselben daselbst aufzusetzen,

d. dieselben kleinzuschlagen.

Zusammenkunft Nachmittags 2 Uhr auf dem Vicinalweg von Gießen nach Schiffenberg, an dem Watzenborner Weg.

Gießen, den 15. August 1872.

Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Georgi.

Feilgebotenes.

3613) Einem verehrlichen Publikum hiermit die ergebene An­zeige, daß ich nach meinem Abzug aus meinem schwiegerelterlichen Hause (Röber am Kreuz) ein Spielwaarengeschäft am hie- figen Platze, Neustadt 8it. D. Nr. 202, Nebengebäude des Herrn Kaufmann Flett, an der sog. früheren Stadtpforte, etablirt habe und sehe ich einem recht zahlreichen Zuspruche entgegen.

Zugleich mache ich hiermit bekannt, daß meine Frau aus dem Röber'scheu Geschäft ausgetreten ist und fortan atleArten Kränze, Sträuße, Kronen rc. selbst verfertigen und vorräthig halten wird, wobei ich noch ein verehrliches Publikum der Stadt und auf dem Lande besonders darauf aufmerksam zu machen mir erlaube, daß auch Kinderjacken, Häubchen, Krägen ic. in schönster Auswahl und zu den billigsten Preisen bei mir zu haben sind.

Fr. Füger.

s htimpewftelirili

KLaiifFmaiiii & Coinp. in Gießen.

Niederlage für den Detailverkauf dahier bei Herrn Wilh. Balfer> Wallthorstraße.

Alle Arten Petroleum - Lampen mit Flach- und Rundbrennern neuester und bester Construction.

Große Auswahl. Billigste Preise.

Annahme von Reparaturen und Besorgung von Umänderungen von Lampen.