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sich tn der Beurtheilung

Deutschland.

enthält folgende Bekannt-

festigungen.

hiesige Einwohnerscha r: für den ihm in hiesiger

wie"dies in dem gesamwten übrigen Deutschland der Fall ist. Gleichzeitig ist man bestrebt gewesen, für die nächsten Jahre die möglichste Rücksicht auf die eigen- thümlichen Verhältnisse veS LaneeS zu nehmen. Vor Allem ist hervorzuheben, vast fämmtliche Elsatz-Lothringer, welche du»ch dienstliche Bescheinigung nachweisen, daß sie vor dem 17. December 1870 (an welchem Tage der Eintritt von der deutschen Verordnung verboten wurde) in die reguläre französische Armee, ein- schließlich der Mobilgarde, emgetreten sind und in derselben Dienste geleistet haben, rin für alle Mai, sowohl in FriedenSzeiten wie im Falle der Krieges, von der Dienstpflicht, sowohl im stehenden Heere wie in der Reserve und Landwehr befreit find. Diese Maßregel wird geeignet sein, die Gemüther einer Reihe von jungen Leuten zu beruhigen, die in patriotischer Begeisterung noch vor Eintritt ihrer Dienstpflicht während dcS letzten Krieges zu den Waffen geeilt waren. Alle Be- theiligten werden wohlthun, sich die erforderlichen dienstlichen Bescheinigungen recht bald zu verschaffen. In der Uebergangszeit werden sodann an die jungen Elsaß- Lothringer behufs Zulassung zum einjährig freiwilligen Militärdienste noch nicht die strengen Anforderungen rückstchtlich ihrer wissenschaftlichen Bildung gestellt wer­ben, wie dies der Buchstabe des Gesetzes erfordert. Diese Anforderungen werden von Jahr zu Jahr etwa« höher gestellt werden, so daß nach Ablauf des Jahres 1876 die Elsaß-Lothringer dieselb n Bedingungen werden erfüllen muffen, wie die übrigen Reichsangehörigen, uw zu der Vergünstigung zugelassen zu werden, ihrer Dienstpflicht im stehenden Heere durch eine einjährige statt durch eine drei- jährige Dienstzeit zu genügen. Für die im Jahre 1851 und 1852 geborenen jungen Leute wird zum 1. October d. I. Frist zur Anmeldung, beziehungswerse Nachweisung ihrer Besähtgung zum einjährigen Dienst gewährt. Wer diese Frist versäumt geht des Anspruches verlustig und muß drei Jahre dienen. Eine gleiche RucksichtSnahme ist in den nächsten Jahren bei Beurtheilung der auf häusliche und andere Verhältnisse gegründeten Anträge auf Befreiung vom Militärdienste zugelassen. Es werden hiernach in den nächsten Jahren namentlich noch solche, eigentlich dienstpflichtige junge Leute nicht zum Militärdienste herangezogen werden, die bei Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Elsaß - Lothringen bereits ver- Heirathet waren oder sich in festen Lebensstellungen im AuSlanve befinden."

Straßburg, 12. April. Festprogramm für die Feier der Eröffnung der Universität: Am 1. Mai, Vormittags 11 Uhr: Feierlicher Eröffnungsact im Schlosse; Nachmittags 3 Uhr: Festdiner; Abends: Beleuchtung des Münsters. Am 2. Mai: Festfahrt nach dem Odilienbcrg; Abends: Commers.

Aus dem Elsaß wird der,,Volks-Zeitung" über den Festungsbau in Straß, bürg Folgendes berichtet: Die Stadt soll mit einem Gürtel von 18 Forts um- geben werden, die in einer durchschnittlichen Entfernung von 1 Meile von der Enceinte der Stadt angelegt werden. Zunächst wird nur der Bau von 5 Forts im Nordwesten in Angriff genommen und ist die Ausführung mehreren Consortien von Maurermeistern übertragen worden. Der Bau dieser 5 Forts muß am 1. AprU 1875 vollständig beendigt sein. Die Consortien beginnen jetzt damit, neben den ihnen für den Bau angewiesenen Stellen eine Anzahl leichter Wohnhäuser, dar- unter auch Gastwirthschaften, zu errichten, um je 800 bis 1000 Arbeiter aufnehmen zu können. Letztere werben hauptsächlich aus Aitdeutschlanv herbeigezogen werden, Da die Elsässer sich nicht gern zu dieser Arbeit hergeben wollen. Erst nach Vollen- vung dieser 5 Forts wird mit dem Bau der übrigen 13 begonnen und dann erst, wenn diese sämmtlich vollendet sind, deren Kosten beiläufig auf 30 bis 40 Mill. Thaler geschätzt werden, erfolgt der Abbruch der noch jetzt vorhandenen Be-

nicht geschadet u. s. w. . nv

Berlin, 12. April. Reich-tagssitzung. Bennigsen erklärt dte Annahme seiner Wahl zum zweiten Sicepräsibenten. Simson gedenkt mit warmen Worten der verstorbenen Deputaten Greil (Bayerns und Graf Strachwitz (Oppeln). Es folgen hierauf Wahlprüfungen. Die Wahl des Deputirten Strecke (Schlesien) wird wegen Wahlbeeinfluffung Seitens eines Consistorialraths beanstandet und behufs Untersuchung dem Reichskanzler überwiesen. Darauf werden die Ueber- einfünfte mit Spanien und Italien, betreffend die Ausdehnung der mit dem Nord- deutschen Bunde geschloffenen Consularvcrträge auf das Deutsche Reich, in erster und zweiter Lesung genehmigt. Es folgt sodann Berathung über die Consular- Convention mit Nordamerika. Die bet der GeneraldiScussion von den Deputirten Schleiden, Kapp, v. Rabenau erhobenen Bedenken werden durch den Bundes- bevollmächtigten König Punkt für Punkt widerlegt. Nachdem die Convention so- dann speciell diöcutirt worden, erfolgt unveränderte Annahme. Nächste Sitzung morgen.

In der Provinz Hannover haben bis jetzt 16 lutherische Geistliche erklärt, die Schulaufsicht im Namen des Staates nicht führen zu wollen.

Straßburg, 10. April. DieEls. Corr." schreibt:Die amtlichen Blätter bringen soeben Die Einführung der Militär-Ersatz-Jnstruction in Elsaß-Lothringen. In dieser Instruction sind die leitenden Grundsätze und Bestimmungen zusammen- gefaßt, nach welchen nach dem Vorbilde Preußens jetzt in ganz Deutschland be- Hufs Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht und der auf dieselbe gegründeten Wehrverfassung verfahren wird. Bei Einführung dieser Instruction ist daran fest-

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. nh fea6 tz-, mifftätifd» Wichtigkeit derselben durch feine Bedeutung gehalten, daß die allgemeine Wehrpflicht und da« deutsche Wkhrspstern in Zukunst ÄÄ ErMung de! Volkes noch üb-rbö.!^ wird- dir Verweichlichung kn ganz derselben Weise in Elsaß . Lothringen »ur Durchführung kommen müsse, seiner wiedergewonnenen Landsleute fröhnen wollte, um sie dadurch in ihrer Ent- nationalisirung zu bestärken. ,

Um Elsaß-Lothringen wahrhaft mit Deutschland zu vereinigen, muffen seine Bewohner gewöhnt werden, auch mit ihren persönlichen Beziehungen, welche jetzt immer noch die Richtung nach Frankreich, am liebsten nach Paris nehmen sich nach Deutschland zu wenden, und es ist nicht zu bezweifeln, daß die elsässi­schen Rekruten, nach ihrer militärischen Ausbildung in deutschen Garnisonen, als deutsche Missionäre in ihre Heimath zurückkehren werden.

Deutsche Verwaltung und gesicherte Rechtspflege haben feste Grundlagen gewonnen, die Straßburger Universität wird eine Pflanzstätte deutschen Geistes werden; es fehlt aber noch die durch die allgemeine Wehrpflicht gesicherte deutsche Kameradschaft, um alle Vorbedingungen eines wieder zu erweckenden Nationallebens zu vervollständigen welches in seinem neuen Aufblühen nur dadurch beeinträchtigt werden könnte, daß die R-gierung selber des Vertrauens zu demselben entbehrte.

Die Eröffnungsrede des Reichstags beweist da« Gegentheil, und je selbst- gewisser sie sich äußerst, trotzdem von Seiten der Reichsregierung niemals Jllu- sionen über das Entgegenkommen deutscher Sympathien gehegt worden sind, um so sicherer darf man auch jetzt darauf rechnen, daß sie sich in der Beurtheilung der gegenwärtigen Verhältnisse nicht täuscht.

Darmstadt, 13. April. Das hiesige Anzeigeblatt machung der Großherzoglichen Bürgermeisterei an die Herr General von Werder Erc. hat uns seinen Dank Stadt gewordenen herzlichen Empfang ausgesprochen und und ersucht, dlese Dank- i sagung der Einwohnerschaft öffentlich bekannt zu machen. E» gereicht uns zum Vergnügen, dem uns gewordenen ehrenden Auftrag hiermit zu entsprechen.

Darmstadt, 13. April. In der hiesigen Münze hat die Ausprägung von i ReichSgolomünzen, welche durch die erst vor Kurzem möglich gewordene Vollendung des von Herrn Hofmünzmedailleur Professor Schnitzspahn meisterhaft ausgeführten Aversstempels bis jetzt sich verzögert hatte, begonnen, und sind im Laufe dieser Woche 10,000 Zwanzigmarlstücke otcr 200,000 Mark geprägt worden.

Mainz, 11. April. Den unmittelbaren Anlaß zu der (bereits erwähnten) Bekanntmachung der Bürgermeisterei, welche die dringende Aufforderung an unsere Bürgerschaft enthält, in ihrem eigenen höchsten Interesse zur Aufrechthaltung der Ruhe und zur Verhütungweiterer Exceffe" mitzuwirken, lieferte folgender Vor- fall: Ein Darmstädter Dragoner, der den letzten Eistnbahnzug in die Residenz am Sonntag Abend verfehlt hatte, wurde von der militärischen Polizeirunde in einem Wirthöhause an dem Bahnhof betroffen und, da er Urlaub nicht nachweisen konnte, nach den auch für die Ruhe und Ordnung der Stadt geltenden Bestim- mungen auf die Hauptwache abgeführt; ein Verfahren, daö, wie ausdrücklich be­merkt werden muß, sehr strenge und ohne Unterschied der Truppe und der Charge hier durchgesührt wird. Sofort aber bildete sich für den engeren Landsmann eine Partei und verlangte von denPreußen" (es waren 87er, also Nassauer) die Herausgabe des Arrestanten. Auf dem Wege zur Hauptwache schwoll der drohende Haufe immer mehr an; die Patrouille sah sich mit Steinwürfen angegriffen, und es zogen nun einige Unteroffiziere die Seitengewehre, in Folge dessen es einige Verwundungen absetzte. Begünstigt durch den Dombau, wurden diese Angriffe vor der Hauptwache noch stärker fortgesetzt, bis einige Verhaftungen die Stimmung abkühlten. Ihnen ist eine umfangretche Untersuchung gefolgt. (F. I.)

Berlin, 11. April. Die Nordd. Allg. Ztg. erhält einen längeren Brief au- Braunsberg, nach welchem der Bischof von Ermeland in dem Excommuni- ciren nun doch ein Haar gefunden hat und die Wirkung der Excommunicationen abzuschwächen oder sogar in Abrede zu stellen bemüht ist. Als Dr. Wollmann zuerst mit dem Banne belegt wurde, erging ein im ermeländischen Pastoralblatt veröffentlichter Hirtenbrief, welchem unmittelbar eine Unterweisung folgte, wie sich die Gläubigen dem Excommunicirten gegenüber zu verhalten hätten. In dem Hirtenbriefe wurde bei Strafe ewiger Verdammniß verboten, die Kinder in den Religionsunterricht des Dr. Wollmann zu schicken, in der Unterweisung wurden nach den bekannten Vorschriften des canonischen Recht« die Folgen der Exeommuni- cation erörtert und aller und jeder Umgang mit dem Gebannten untersagt. Jetzt nun ist es endlich dem Paroralblatt vom 1. April eingefallen, auSzusühren, jene Unterweisung" entbehre alles osficiellen Charakters und gehöre dem Redacteur des Pastoralblattes, einem Seminar-RegenS Hipler, an. Weiter aber wird die Harmlosigkeit jenerUnterweisung" darzuchun gesucht: wennUmgang mit dem Gebannten zu pflegen" verboten würde, so heiße dies nur, man solle ihnnicht lieben , an ihm Theil nehmen, sich an ihn gewöhnen" , der eigentliche Umgang werde dadurch Niemandem verboten.Rechtlich" werde ja dem Gebannten gar

Oesterreich.

Pesth, 12. April. In der heutigen Sitzung des Unterhauses zeigte der Präsident an, daß am nächsten Dienstage der Schluß des Reichtages durch den Kaiser in der Ofener Burg erfolgen werde. MadaraSz gab hierauf die Erklärung ab, daß nach dem Gesetze von 1848 der Reichstag tn Pesth geschlossen werden müsse und daß seine Partei nur im NeichstagSsaale erscheinen werte.

Schweiz.

Bern, 8. April. Die schweizerischen Bischöfe haben an den BundeSrath eine Denkschrift über die angeblich-Unterdrückung der Katholiken im Santon Aargau gerichtet, in der fie stch u. A. zu folgenden Auslassungen hinreißen lass-n:Der Zeiger an der Uhr der Zeit ist bereit» zur elften Stunde -orgeeuckt. Die legte Stunde ist von Gotte» Barmherzigkeit den Fürsten und Regierungen al» eine Gnadenfrist eingeräumt, um die alte Warnung zu beherzigen: Und nun, ihr Könige, verstehet es! Lasset euch weisen, die ihr Richter seid auf Erden! Dienet dem Herrn in der Furcht und ergreifet die Zucht, daß ihr nicht vorn rechten Wege ab und zum Untergange gehet, wenn in Kurzem sein Zorn entbrennet." Der große Rath de» Santon» Aargau wird in allernächster Zeit sich mit der thatsachlichen Au», führung der im Grundsätze beschlossenen Trennung von Kirche und Staat be- fassen und da dürften die Herren Bischöfe wohl etwa» unsanft mitgenommen weiden. (Bad. 8.-3) . .. -

Bern, 12. April. Der Bunderrath genehmigte heute den am 14. Zanuar 1872 zu Rom abgeschlossenen internationalen Telegraphcn-Vertrag.

Belgien.

Brüssel, 13. April. Ein Geistlicher au» Bordeaux besindet sich hier, um hier zu predigen und eine altkatholische Gemeinde zu gründen.- Eine Note Italien», die stch über die belgische Regierung beschwert, existirt. Da» ofsictose Journal de Bruxelles" gesteht es zwar nicht zu, wagt e« aber nicht, zu laugnen.

Spanien.

Madrid, 13. April. Eta gestern gemachter Versuch, den nach «ndalusten gehenden Eisenbahnzug bei Madrid anzusallen, ist mißlungen. Die mtniflerielle Prensa sagt, daß die Earlistenbanden stch vermehren; die Nachrichten au» Eata- lonien sind widersprechend.

England.

London, 12. April. Dar Abendblatt de«Echo" ist zu der Mit,Heilung ermächtigt, daß der 8ord Oberrichter Sir A. Cockburn, da« englische Mitglied de« Genfer Schiedsgericht«, sich nicht für den 15. d. nach Gens begeben werde. (E« i würde also vvrautsichtlich nur ein formeller Austausch der nachträglichen Prozeß- schriste« unter den beiderseitigen Anwälten stattfinden.)