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Expedition: Canz lei berg Lit. B. Nr. 1.

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Anzeige- und Amtsötait für den Kreis Kielen.

Nr. 38. Dienstag den .13. Februar 1879.

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Verzeichnis

über die Vertheilung der Großh. Landgestütsbeschäler in die Landgestütsstationen für das Jahr 1872.

Berstadt. Ugolin. Rothbraun. liketer 72 Cent. groß. Starker, großer Wagenschlag. Analo-Normann, vom Halbblutbeschäler Essence unb Ugolin aus dem Gestüt du Pin. Don-Juan. Dunkelkastanienbraun. 1 Meter 63 Cent. groß. Mittelgroßer starker Reit- und Wagenschläg. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Pledje und Se- ducteur, beide aus dem Gestüt du Pin.

Düdelsheim. Gladiateur. Dunkelkastanienbraun. 1 Meter 72 Cent. groß. Großer, starker und gedrungener Wagenschlag. Anglo-Normann, vom englischen Halbblut­beschäler Stoher und einer Stute von dem Beschäler Printemps in dem Gestüt du Pin. Jai. Glanzrapp. 1 Nieter 64 Cent. groß. Großer, veredelter Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Vandermulin und Reignier aus dem Gestüt du Pin.

Eng elrod. Pen kam. Rapp. 1 Meter 63 Cent. groß. Mittelgroßer Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Penkam im Gestüt St. Lo und der Halbblutstute Iris. Francfort. Dunkelkastanienbraun. 1 Meter 65 Cent. groß. Großer, veredelter Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Francfort und einer Stute vom Beschäler Cornichon im Gestüt du Pin.

Grünberg. Javelot. Rothbraun. 1 Meter 63 Cent. groß. Mittelgroßer, edler Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Pledje und Knout, beide aus dem Gestüt du Pin. Intact. Dunkelbraun. 1 Meter 69 Cent. groß. Edler Reit- und leichter Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Sabreur und der anglo-normännischen Stute Serbinette, diese Tochter von Pledje aus dem Gestüt du Pin.

Hirzenhain. Favori. Rothbraun. 1 Meter 64 Cent. groß. Gedrungener Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Ursin im Gestüt St. Lo und von einer Tochter des Gabalunzy. Debardeur. Schwarzbraun. 1 Meter 61 Cent. groß. Veredelter Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Debardeur im Gestüt St. Lo und der Stute Bailette, Tochter von Firouzo aus demselben Gestüt-

Nied er-W ö llstadt. Uzcl. Schwarzbraun. 1 Meter 64 Cent. groß. Starker Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Uzel im Gestüt St. Lo und einer veredelten normännischen Stute. Umbert. Kirschbraun. 1 Meter 64 Cent. groß. Mittelgroßer, eleganter, veredelter starker Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Umbert und Cormesan, beide aus dem Gestüt du Pin.

Ober-Ofleiden. Governor. Kirsch braun. 1 Meter 60 Cent. groß. Eleganter, starker Reitschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Troarn und einer edlen Stute vom Vollblutbeschäler Governor im Gestüt du Pin. Ein. Rothbraun. 1 Meter 66 Cent. groß. Großer, veredelter Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Elu und der veredelten Stute Lucie, diese von Tipple-Cidcr.

Romrod. Isigny. Kirschbraun. 1 Meter 64 Cent. groß. Mittelgroßer starker Neitschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Isigny aus 'dem Gestüt St. Lo und einer veredelten normännischen Stute. Dorus. Kirschbraun. 1 Meter 63 Cent. groß. Edler Neitschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Dorus im Gestüt du Pin und der anglo-normännischen Stute Vandarina. Bravo. Kirsch braun. 1 Meter 64 Cent. groß. Mittelgroßer , veredelter Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Bravo und einer Stute vom Halbblutbeschäler Priam irrt Gestüt St. Lo. Pledje. Kirsch braun. 1 Meter 60 Cent groß. Edler Reitschlag. Anglo- Normann vom Halbblutbeschäler Pledje im Gestüt du Pin und der Vollblutstute Princess Olga aus demselben Gestüt.

Schlitz. Fra-Diavolo. Dunkelkastanienbraun. 1 Meter 65 Cent. groß. Edler Reitschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Historien und der Stute Lisette, Tochter vom Beschäler Kleber im Gestüte du Pin. Jean-Bart. Dunkelrothbraun. 1 Meter 70 Cent. groß. Starker, großer Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halb­blutbeschäler Ursin und Tarare aus dem Gestüt du Pin.

Darmstadt, den 26. Januar 1872. Großherzogliche Landgestüts-Direction.

Freiherr van der Capellen.

Politischer L h e i L.

abt 1870. Hbonncment aui 'm Besitz eines -genehme Weisis

lück, ^-Fabrikant, n 1872.1

irl Ulmer- MV er. Ein M « L Volksbuhie-t.

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* Die deutschen Landtage

haben gegenwärtig zunächst sehr stürmische Sessionen zu überwinden. Die Minder­heiten des Parlomenis versuchen es, im engeren Verbände ihre Opposition mit größerer Wirkung wieder aufzuukhmen, oder um die Sache präciser auszudrücken, das Gewebe wieder oufzulöscn, welches gemeinsame deutsche Arbeit fertig gestellt, oder welches dem deutschen Geiste in deutlichen Umussen vor Augen steht.

Wir dürfen uns darüber nicht wundern und nicht grämen oder ängstigen. Das große Nationswerk ist in Folge äußerer Einwirkungen, durch Krieg und Sieg rasch zur Vollendung gebracht worden, viel rascher, als man vor Beginn des Krieges erwarten konnte; über die Gedanken und Wünsche Vieler hinweg, welche in sich selbst den Kampf berechtigter Interessen noch nicht zum Abschluß gebracht halten und zum Verdrösse Anderer, welche der Wicderaufrichtung einet Deutschen Reiches von vornherein entgegen waren und durch die Art des Voll­bringens nur noch mehr verbittert worden sind.

Zwar versiummten alle Widersprüche während des Kampfes zu Ehren der deutschen Nation sei es gesagt; aber niemals vollzieht sich eine gewisse ge­schichtliche Entwickelung so zu sagen mit einem Rucke, wenn auch die treibenden Kräfte stark und gewaltig genug sind, um rasch auf das Ziel loszuflürmen und an dem Endpunkt der Bahn die Siegesfahne aufzupflanzen.

Die geschichtliche Entwickelung kann sich nicht lediglich auf der geraden Linie bewegen, weil diese die kürzeste ist, sie muß in die Spirale übergehen, um immer weitere Kreise in die fortschreitende Bewegung hineinzuziehen.

Wir dürfen uns daher nicht wundern, daß jetzt, nachdem die verfassungs­mäßige Einigung Deutschlands hergestellt und in das Leben der Nation überge- gangen ist, von Neuem und gewiß nicht zum letzten Male in Sütdeutschland ver> sucht wird, das Werk, welches nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, zu entgeistigen, indem man die Interessen der Gemeinsamkeit und des Ganzen den be­schränkten Partikularintereffen unterordnet, wie in Bayern und augenblicklich in Stuttgart, anläßlich der Reservatrechte, versucht worden ist. Die Bestimmungen der Reichsverfassung sind in dieser Beziehung zu klar, als daß der Versuch gelingen konnte, den durch seine verfassungsmäßigen Organe gebildeten Willen Deutsch­lands den Launen und Besorgnissen einzelner Ständekammern preiszugeben; ohne daß sich diese darum über eine Beeinträchtigung parlamentarischer Freiheiten zu beklagen hätten, wenn man ihnen auch nicht das Recht zugesteht, die Bundes- commissarien mit bindenden Instructionen zu versehen.

Man hat nicht lediglich auf die Stimmung des Gesammtminifteriums, sondern auch auf die Stimmung und Aufs ssung der einzelnen Landtage Rücksicht zu nehmen sagte Fürst Bismarck in seiner Rede vom 13. v. M., in welcher er die Ausrechthaltung der preußischen Gesandtschaften an den deutschen Höfen rechtfertigt, indem er folgendermaßen fortfuhr: Ich bin weit entfernt, den Theorien

anzuhängen, die jede Entwicklung des Bundesrechts und unserer Reichsverfassung mehr untergraben würden, daß in irgend einem Falle die Abstimmungen eine« Mitgliedes des Bundesraths, um juristische Giltigkeit für die Reichsgesetzgebung zu hoben, der Zustimmung eines Partikularlanktages bedürfen könnten; aber das ist außer Zweifel, daß jede Regierung sehr wohl thut, sich in der Lage zu halten, daß sie ihrer eigenen Landeerertretung mit Erfolg Rechenschaft ablegen kann über die Politik, die sie beim Reiche verfolgt."

Der Reichskanzler hat mit dieser Auffassung den Weg bezeichnet, auf wel­chem die Theorie mit der Praxis sich auszugleichen vermag und die Gewissen ehrlicher Particularisten würden keine große Mühe haben, sich bei dieser Auffas­sung zu beruhigen. Leider aber wird der Streit dadurch vergiftet, daß wo immer und aus welchem Grunde immer ein ängstliches Mißbehagen mit dem Gange der nationalen Entwickelung sich zeigt, sich eine Bundesgenoffenschaft ihm ausdrängt, welche dem deutschen Geiste überhaupt Fehde angesagt hat und daher die große politische Schöpfung dieses Geistes auf allen Wegen zu bekämpfen entschlossen ist.

Der Romanismus, welcher auf den Schlachtfeldern erlag, hat sich oller Orten in Deutschland mobil gemocht, um in den Parlamenten den Kamps wieder aufzunehmen und die deutsche Nation um die Frucht ihres Ringens und ihres Sieges zu betrügen, indem er derselben Pflichten unterzuschieben und Ziele zu geben versuchte, die sie nicht verfolgen könnte, ohne sich selbst auszugeben und die eigene That zu verleugnen. Die Religion wird zum Deckmantel politischer Prä» tensionen gemacht und je empfänglicher das deutsche Gemüth für religiöse An­regungen sich allezeit gezeigt Hot, um so beklogenSwerther erscheint cS, daß an der Schwelle des deutschen Neubaues sich ein Hader entsponnen hat, welcher politische und religiöse Uebcrzeugung in Conflict zu bringen scheint.

Aber wirklich scheint es auch nur so; wie es im Interesse der ultramon- tanen Tendenz liegt, diesen Schein aufrecht zu erhalten, und wie unbehaglich oder unerwartet der Kampf sein mag, welcher sich gleich der ersten Periode deutscher Entwickelung ausdrängt; eine Besorgniß, daß er dieselbe unterbrechen werbe, ist nicht vorhanden. Der Ultramontanismus, welcher aus eigener Bestimmung den Kampf gegen den Staat ausgenommen hat, sindet ja den modernen Staat sich gegenüber, welcher den Volksgeist als die treibende Kraft in sich aufgenommen hat und hat daher diesen Geist wider sich empört, indem er in die Rechtssphäre des Staates einzugreifen versucht.

Da kann der Sieg nicht zweifelhaft sein; aber er wird keine Besiegte hinter­lassen, außer denjenigen, welche unter falscher Fahne fochten; denn der Ausgang kann nur der sein, daß man sich bescheidet: Gott zu geben, was Gottes und dem Kaiser, was des Kaisers ist!