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Anzeige- und Amtsklatt für Sen Kreis Kietzen

1872

Mittwoch dm 12. Juni

Nr. 135

den Ankauf von Remonten pro 1872 betreffend.

Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei, und ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind im Großherzogthum Hessen nachsteheüde

Morgens 8 Uhr resp. 12 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar:

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zur stelle abgenommen und igegen Quittung so-

Pferde werden

Die von der Militär-Commission nach gegenseitigem Uebereinkommen erkauften

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Biblis, Gernsheim, Goddelau, Groß-Gerau, Bickenbach, Groß-Bieberau (8 Uhr), Groß-Umstadt (12 Uhr.)

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Alsfeld, Nieder-Gemünden, Nidda,

Nieder-Wöllstadt, Lich,

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PreiS vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Brtngerlvhn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr.

. d. Mts. -runz nicht ags 5 Uhr,

Per Erzherzogin Sophie unmöglich machten. Dieses Comrnunique kam gerade zur zuten Stunde, um jenen Den Mund zu stopfen, welche aus dem Nichterscheinen emeS preußischen Prinzen im Zusammenhänge mit dem Besuche des italienischen Thrcnfolgcrpaares in ihrer, d. i. in deutschfeindlicher, Weise Capital schlugen.

Wien, 9. Juni. Nach einer Nachricht derPresse" aus Bucharest hat es mit der von diesem Blatte vor einigen Tagen gemeldeten angeblichen Sequestri- rung der Cossen der Eisenbahn Lemberg-Czernowitz-Jassy folgende Bewandtmß: In Folge eines von ihm ausgewirkten Erpropriationsurtheil« hatte ein Gläubiger vie Casten der Eisenbahn-Gesellschaft in Jassy mit Beschlag belegen lassen. Die Direktion der Gesellschaft drohte darauf mit Einstellung des Betriebes; die ru­mänische Regierung aber vermittelte, daß der Sequester aufgehoben und der be­treffende Gläubiger angewiesen wurde, seine Rechte gegen die von der rumänischen Regierung übernommene Zinsengarantie geltend zu machen.

Frankreich.

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Oesterreich.

Wien 8. Juni. Ausnehmend angenehm berührte in hiesigen Hofkrcisen das Commumque derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" über die Gründe, welche das Erscheinen eines Mitgliedes der deutschen Kaiserfamrlie bei der Letchenfeter

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Srschemt tägllch, mit Aus» nähme Sonntags.

Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.

Paris. In Paris ist die klerikale Partei wegen der allseitigen Vorsichts­maßregeln der weltlichen Regierungen für das künftige Conclave in Allarm ge» rathen. DieAgence Havas" meldete neulich,die italienische Regierung habe Verhandlungen mit den katholischen Mächten angeknüpft, welche da- Vorrecht haben, in den Conclaven den oder jenen Candibaten zu beseitigen." DieLtberta" bemerkte bereits früher, der deutsche Reichskanzler beabsichtige, das Veto, das einige Mächte aus dos Conclave ausüben, als Erbe des heiligen römischen Reiches zu beanspruchen; der Kaiser von Oesterreich besitze dieses Recht als König von Ungarn. Der römische Corrcspondent des französischenJournal de Florence" fügt hinzu, diese Umtriebe seien nicht blos vorhanden, sondern man wolle sich im Falle der Verweigerung des Vetorechtes einer Macht bedienen, die man nicht weiter zu nennen brauche." Wir lassen die Richtigkeit dieser Angaben dahingestellt und wollen nur bemerken, daß dasUniverS" dieselben für sehr wahrscheinlich erklärt und mit Bemerkungen begleitet, worin cs dem deutschen Kaiser dieses Recht ab­erkennt und e« Oesterreich, Frankreich und Spanien nur zugestehen will alskatho- Uschen" Großmächten, aber hinzufügt: die Kirche habe dieses Recht niemals an- erkannt, und wenn sie es geduldet, um Schlimmerem vorzubeugen, habe sie stets die Rechtsfrage vorbehalten; aber selbst wenn man in der zugclaffenen Gewöhn- heit ein Recht erblicken wolle, so habe dieses gegenwärtig seinen Existenzgrund verloren, da jetzt die Mächte nur nochdem Namen nach katholisch" feien,weil sie die Gewissensfreiheit und Cultusglcichheit verkündigt hätten". DasUniverS" wundert sich nicht über Bismarck's Ansprüche, sondern nur noch darüber, daß er vom Papste für seinen Kaiser noch keine Cardinäle der Krone verlangt habe, wie die katholischen Mächte sie haben, und daß er sich mit der Beantragung des Car- dinals Hohenlohe als Botschafter begnügte. Wie man sieht, sind die Ultramon- tanen im Vatican und in Frankreich besorgter wegen des nächsten Conclave, als sie scheinen wollen. In Betreff des letzten Conclave bemerkt dasUmvers":Im Jahre 1846 ließ das heilige Collegium den Diplomaten keine Zeit, ihre Ränke zu spinnen, und schon nach 24 Stunden Conclave war Piu« IX. gewählt. Die Christen erblickten in dieser so raschen Wahl ein besonderes Einschreiten der gött- lichen Thätigkeit, und sie rechnen fest darauf, daß unter noch schwereren Verhält- niffen das heilige Collegium und die heilige Kirche einen gleichen Beistand erhalten

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Bebörde versagt werden.

§. 2. Die zur Gesetzausführung erforderlichen Anordnungen werden vom ^Un In den kurzen Motiven wird ausdrücklich betont, der Entwarf gebe dem Reichstagsbeschlusse nur vorläufig gesetzgeberische Folge; weitere GesetzgebungS- Acte über sonstige durch den ReichStagsbeschluß angeregte Fragen nach Maßgabe der R^veEung^solle^fo g katholische Pfarrer Diefenbach von Hofheim wurde heute von der Strafkammer wegen Kanzelmißbrauchs zu einmonatiger

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Deutschland.

Berlin, 10. Juni. So viel über das Resultat der in der Provinz Posen bi- jetzt adgehaltenen außerordentlichen Schulrevisionen verlautet, ist dasselbe hin­sichtlich der Fortschritte der Schüler in der deutschen Sprache nur in den über- toiegent deutschen Städten und Gegenden und in den der Aufsicht eines loyal gesinnten und pflichttreuen Geistlichen untergebenen Schulbezirken cinigtrmafcen be­friedigend ausgefallen; in denjenigen Schulen dagegen, welche sich in überwiegend polnischen Gegenden oder unter der Aufsicht eines polnisch-national gesinnten Geist­lichen befinden, ist der deutsche Sprachunterricht entweder ganz vernachlässigt oder mit kaum wahrnehmbarem Erfolg ertheilt worden. Von der preußischen Geschichte und Geographie, so wie von den Verhältnissen des preußischen Staates hatten die Schüler in den meisten Schulen auch nicht die geringste Kenntniß. In vielen Dorfschulen wußten die Schüler nicht einmal zu sagen, zu we.l- chem Staate und Lande sie gehören und wie der König von Preußen und Kaiser von Deutschland heißt. Es versteht sich von selbst, b«ß hier nur von den polnischen Schulen die Rede ist, die vorzugsweise der Gegenstand der Revision sind. v ..

Berlin 11. Juni. Der Bundesrath nahm heute auf Antrag des Justiz, ausschuffes f/lgenven Gesetzentwurf, betreffend die Beschränkung des Rechts zum Aufenthalt der JJuiten im Deutschen Reiche, an:

r 1 Den Mitgliedern des OroenS der Gesellschaft Jesu oder einer mit diesem Orden verwandten Congregation kann, auch wenn sie das deutsche Jndigena besitzen, an jedem Orte des Bundesgebietes der Aufenthalt von der LandeSpolizet-

Feftungshaft verurtheilt. w

Nassau, 9. Juni. Aus sicherster Quelle kann derRh. K. der von der

Pk." ^brachten und in andere Blätter übergegangenen Nachricht gegenüber miltbeilen, daß die Feier der Enthüllung des Steindenkmals nicht am 28. jun. ftatiRnCet. Der Tag ist Überhaupt noch nicht bestimmt und die Festsetzung des. selben dem Kaiser anheiwgegeben worden. Auf jeden Fall dürste er in Vie: 3*0 feiner Anwesenheit in Ems, also in den Monat Juli fallen. Daß die Kaiser von Oesterre'ch und Rußland der Feier anwohnen werden, daruoer verlautet noch nichts. Im Laufe dieses Monats wird die Statue hier ankommen. Das Forde- rungSgerüst ist bereit« aufgestellt

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September in Lorsch (8 Uhr), Bürstadt (12 Uhr),

Sogenannte Luxuspferde werden bei zu hohen Preisfordernugen vom Handel ausgeschlossen, ebenso die zu wenig entwickelten, oder solche, die zu schwach, schwerfällig und ordinär, den Ansprüchen an ein Militär-., Zug- oder Reitpferd nicht entsprechen, auch Pferde, welche durch zu frühen Gebrauch gelitten haben, mangelhaft gebaut, mit bedeuteudeii Knochen oder anderen erheblichen Fehlern behaftet und nicht gängig sind. _ , h

Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Laudesgcschen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises id der sämmtlicheu Unkosten zurückzunehmen. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke ruidlederiie Trense mit starkem zweckmäßigem Gebiß, eine starke Kopfhalfter, von Leder oder Hanf, mit zwei mindestens sechs Fuß langen starken Stricken ohne besondere ^ergiltung mitzugeben. ° Kriegs-Ministerium Abtheilimg für das giemoute-Wesen.

gez. v o n S ch ö n. S ch m i ch. -