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92 Segm genügende °mgknommen wttdcn. re Anfragen, erhefsen.
—Litern I. eichnrte sucht zum bab 1 Maun aus Sehrlmg.
Sauerei Gießen.
nvsohlener Hausbursche den Lohn in die Hirsch-
ißer Hausbursche kann Julius Wallach. nder und Handlanger !N Lohn dauernde Be- ^riedrich Deibel, Weißbinder in Wieseck. rin wird gesucht von einr. Homberger, A. 161, Walltbor.
15. dieses Monats unü im eine ordentliche rck rciren und waschen km, tl. Wo? sagt dicßxpk-
imes Lwe/tmäbchen n gesucht von Arnold Müller.
nt W zu so- rin solides ersahreneS rliersweg C-102.
imüichrs Timstmädcheo ii wird gesucht von
Auaust Krolls
es Mädchen, am liebsta Ut fiaiifarbtittn gru^ mcb'zarmitabfinW bei Stabtßcriit^ot
VW Eonnenschim i gefuvdm worden und Pritaltunfl der Jnsera^ ;:r M in Empfang W
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ZI fL 29 fr.
Meßmer AigtWr.
>Lrschemr täglich, mit AuL nähme Sonntags.
Spedition- Gang leib et o, 8it. B. Nr. 1
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kichen.
Nr. 209. Freitag den 6. September 18^2,
Amtlicher The i l.
1*38—'
Bekannt rnachun
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Conrad Brücket meinde Lang-Göns ernannt worden ist.
Gießen, am 4. September 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Röder.
g.
V. zu Lang-Göns zum Beigeordneten für die Ge-
'politiseber Tüei».
Die bayerische Ministerkrise.
In Boyern ist eine Ministerkrise ausgebrochen mit Aussicht auf Eonstituirung eines Ministeriums von particulanstischer und ultramontaner Dichtung, al;o mit Aussicht auf eine Reaction gegen die nationale Politik.
Welche Motive eimm solchen Sysiemwechsel zu Grunde liegen, lst unbekannt; daß er aber gerade in einem Zeitpunkte eintritt, in welchem Deutschland feine S^ge feiert nicht um sich an militärisch.w Ruhm zu berauschen, sondern weil es in liefen Siegen seine nationale Wiedergeburt feiert, deren Voraussetzung sie waren; der Umstand, daß in demselben Augenblicke, in weichem der deutsche Kaiser die Monarchen Rußlands und Oesterreichs an feinem Hofe empfängr und die Welt« voller Bef.icdigung anerkennt, welche FriedeneburgfLajt ihr durch die nationale Constiluireng Deutschlands gegeben wordcn ist, d:e bayerische Minister, krrse eintritt: dies könnte ihr wohl einen demonstrativen Eharacter geben, und wir zweifeln nicht, daß sie von allen Feinden Deutschlands und des Friedens in solchem Sinne gedeutet haben wird.
Gleichwohl ist kein hinreichender Grund zu einer solchen Deutung vor. Händen. Die Minister, und Systemwechstl folgen sich in Bayern zu rasch aufeinander , als daß man in diesem Wechsel etwas Anderes, als einen Wechsel der Stimmung, welcher nicht grade durch die Sachen erzeugt zu sein braucht, sondern vielleicht sich auf die Person bezieht.
Noch ist die gegenwärtige Ministerkcise nicht entschieden; doch darf man als wahrscheinlich annehmen, daß es Herrn v. Goss»r gelingen werde, em Ministerium zu Stande zu bringen — aber uas folgt daraus ? Die Beziehungen Deutschlands zu Bayern sind durch Berträge und durch die deutsche ReichSverfaffung bestimmt; in ihnen kann nichts geändert werden; höchstens kann der Pflege ucrfelden in loyaler Bundesfreundlichkeit oder mit mrßlauniger Buchstabengerechtigkeit obge- legen werden.
In dieser Beziehung stehen die Chancen nicht günstig für den bayerische Parl.'culariSmus; denn Deutschland hat nirgendwo Ansprüche an Bayern gerichtet, welche nicht aus dem Vertrags- und Verf ffungSrecht Orientalen; wohl aber hat die ReichSpolitrk sich a°er Ze t eine Rücksichtnahme auf bayerische Wünsche oder bayrische Empfindlichkeit b-fl ffen, welche, jo sehr dieselbe auch in den Verhältnissen gerechtfertigt ist, doch wieder holt zu baicreu Kritiken seitens Derer Veranlassung gab, welche die glücklichere Erfüllung des nationalen Gedankens von der strafferen Anspannung der Centralgcwalt erwarten.
Durchaus unmotivirt aber Ware Die Inauguration einer reichsfeindlichen Politik in Bayern, wenn man dadurch die innere Selbstständigkeit schützen zu müssen vermeinte. Grade nach dieser Seite hin hat Die Reichspolitik Die äußerste Zurückhaltung beobachtet; und so freigebig Die particularistische und ultramontane Presse in Bayern^ ihre Verdächtigungen gegen das Reich und gegen Preußrn ausstreut, so hat sie doch nicht den Muth gehabt, auf fremde Zntriguen yinzuweisrn, wenn Die Dinge in Bayern nicht den Lauf nehmen, welchen sie selber ge- gewünscht hätte.
UnD daö war freilich immer der Fall, wenn es sich um vitale Entscheidungen handelte, wie z. B. bei Den Zoll- und Allianzverträgen und deren Erprobung bei Ausbruch Du Krieges gegen Frankreich.
Man weiß, welche Anstrengungen in Diesen Fallen gemacht wurden, um einer retchsseindUchen Politik zum Stege zu v.rhelfen, und wie grade Dtr Ltbtnsinstinkt des bayerischen Volkes trotz alles Widerstandes und aller Ungunst der Verhältnisse zulitzt den Ausschlag gab. Wenn aber so harte Proben sieg- reich überstanden worden sind, so ist wohl ohne Weiteres anzunehmen, daß Die Dolksstimmung und Die ihrer feilst bewußte öffentliche Meinung Die wahre FörDerung specrell bayerischer Interessen nur im Anschluß an Die nationale Politii erwartet; daß eS sich bei dieser Uiberzeugung gar nicht um Partetstellung uno Antipathien oder Sympathien handelt, sondern um einen nothwendigen Zug der Verhältnisse, welcher stärker ist aeS die Launen des Augenblicks und der irivivi- Duellen Stimmung.
Diesem Zuge der Verhältnisse würde sich auch em Ministerium Gasse, ohne Aussicht auf Erfolg widersttzen, wenn man ihm Den Muth Der Offensive zutrauin könnte. Es ist aber daö Schicksal jeder Stimmungspolitik, Daß sie, weil ihr Die Ueberzeugung Des Erfolges abgeht, welche für große Entschließungen unerläßlich ist, mit kleinen oder Halden Maßregeln gewissermaßen probeweise und zur Selbst-
deschwichtigung operirt und darum, weil sie Niemanden befriedigt, nichts fördert und nichts unterdrückt, schließlich alle Welt w.der sich ausbringt.
In Bayern, wo man bereits hinlängliche Erfahrungen m dieser Bezithung gimuebt hat, würde man sogar nicht überrascht fern, wenn Herr v. Gasser durch fernen Einfluß eine Entschließung seines Souveräns herbersührt, weiche gradezu im Widerspruch mit dcr centrifugalen Politik, welche seinem Ministerium Vorbehalten sein soll, sichen würde; gewiß aber darf man „im Reiche" mit großer Gelassenheit und jede Beunruhigung den Experimenten Der neuesten bayerischen Aera entgegen- sehen, welche von Dem Genius Bayerns nicht favo^isirt wird.
Solche Gelassenheit wäre ab.r um so gerechtfertigt.r, je sichere man vor- ausjetzin kann, daß bei dem Mangel einer constanten Richtung der bayerischen Politik Der Mißerfolg eme6 Ministeriums nothwendig zu einem wenn auch ganz unvermittelten Sprunge in das entgegengesetzte System führt. So kann des Ministerium Gaffer zunächst zu einer .mmeihin sehr empfindlichrn Bilästigung Bayerns führen, aber diese wird leichter zu ertragen fein, je gewisser nun Daton überzeugt fein Darf, Daß feine Abnützung nöihig war, um die Rückkehr eines Ministeriums Hohenlohe einzuletten.
Deutschland.
Berlin, 4. September, lieber Die Höhe der durch Die Militärtransporlk auf Eisenbahnen enstandenen Kosten während Des Krieges kann man sich kau, eine Vorstellung machen. Die Köln-Mindener Eisenbahn bat jetzt noch circa 876,000 Thlr. Militärfahrgelder aus Den Jahren 1870 und 71 zu fordern.
Berlin, 4. September. Zur kirchlichen Feier der hundertjährigen Ver- eintgung Ermlands mit Preußen hat Der Bischof von Erwland in einem Hirten- bnefe verordnet, daß Sonntag, Den 15. d. M., em dreistündiges Gebet ror dem ouegefetzten heiligen Sacramente mit Tedcum zum Schlosse in allen katholischen Pfarrkirchen Erwlands gehalten werde. Wo am Freitag, Den 13. D. M., der Tag Der Vereinigung in bürgerlicher Feier begangen wird, kann auch an diesem Tage. Hochamt mit Tedeum gehalten werden.
' D.e Rinderpest, welche in Folge Der letzten kriegerischen Ereignisse an Dielen Orten zum Ausbruch gekommen war, taucht immer von Neuem, obschon ste Damcils vollständig besiegt wurde, hie und da wieder auf und hat die Ne- gierungen derjenigen Lander, welche von dieser Krankheit heimgesucht wurden, veianlaßt, besondere Maßregeln gegen Die Einschleppung derselben zu treffen. Die "'glische Regierung hat Die Einfuhr von Rindvieh aus Deutschland, Oesterreich- Ungarn, Italien, Frankreich, Belgien, Lürkei und GnechenlanD verboten. Italien hat ein Einsuhiverbot von Rindvieh und Schafen, Überhaupt von Wiederkäuern !v>oie von frischen Häuten aus Den Häsen Der Nordsee von Der Elve ab weg-' märU erlassen. — Die Rinderpest ist neuerdings nach einer Anzeige der Regierung zu Schleswig zu Eppendorf auf Hamburger Gebiet ausgebrochen. Erne amtliche Mittheilung aus Oesterreich besagt, daß 4 Ortschaften in Galizien von der Seuche befallen sind.
Berlin, 5. Sept. Heute Nachmittag 2^/4 Uhr trafen Der Kaiser Alexander Der Großfürst-Thronfolger und Großfürst Wladimir hier ein unD wurden vom Kaiser Wilhelm, dem Kronprinzen, Den königlichen Prinzen, Den Grvßyerzogen von Baden u.iD Sachsen-Weimar, Den Herzogen von Eodurg und Anhalt, sowie einer großen Anzahl anderer FürstlichkettlN, Dem Fürsten BiSmarck unD Den anDeren Ministern, Der Generalität unD Den obersten Hoschargen auf Dem Ost- bahnhose empfangen. Die erste Eowpagnie ces vierten Garde-Regiments mit der gabne als Ehrenwache, sowie eine Deputation des ersten brandenburgischen Ulanen- r-gimenls „Kaiser von Rußland" waren in Parade ausgestellt. Beim Einfahren des Zuges spulte Die Musik Df* 4. GarDe,Regiments Die russische Nationalhymne. Kaiser Alexander verließ Den Wagen unD umarmte unD begrüßte den Kaiser Wilhelm, welcher Die russi,che Generals-Uniform trug, aufs Herzlichste. Nachdem Kaiser Wilhelm fernen hohen Gast an Der Reihe der Ehren-Eompagnie entlang durch Die festlich geschmückte Empfangshalle geführt hatte, begaben sich bc<De Katfcr in einem Wagen durch Die mir Flaggen geschmückten Straßen, von oen jube'nden Zurufen einer dichtgedrängten Spalier bildenden Menge begleitet, nach Dem russischen Bvtschastshotel.
Bingcn, 2. Sept. Die FUer für Sedan hat trotz dem Webe, stunde Der Ultramontanen stattgefunden. Am Abend brannten grcudrnseuer, Raketen stiegen


