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Preis tteettlftyriß 1 12 fr.

mit Bringerlohn. Durch die Post sezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr.

Erscheint täglich, mit Aus­nahme MontagS.

Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiefen.

Nr. 120. Donnerstag den 25. Mai 1871.

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2SeÜeiitttt<lClt <!1lf den GieKeNee MnreSMSP werden noch fortwährend sowobl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Post-Expeditionen und den Land-Poftboten entgegen genommen

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eine Verschiebung des jetzigen Kampfplatzes eintreten

lohnte."

(K. Z.)

Es ist nun eine

pikllen Unterschieb macht es nicht, ob es 7% Monate oder ein oder zwei Jahre

Friedberg, 22. Mat.

Herzog in un|mr Stadr ein,

24. Mai.

t An dem denkwürdigen Tage, an welchem der FriebenSschluß in Frankfurt ratificirt wurde, sind auch die Versailler Regierungstruppen in Paris eingerückt, nachdem die Föderirten die Forts geräumt und auch die Malle der innern Stadt verlassen hatten; gleichzeitig heißt cs, die Häupter der Commune, wie Pyat, Groufftt u. A. hätten sich aus dem Staube gemacht. Der Bürgerkrieg ist damit be­endet, und es werden nun sofort die Vorbereitungen zur Rückkehr unserer Truppen, wenigstens eines großen Theiles derselben, beginnen; zugleich verlautet, die fran> zösische Regierung beabsichtige schon im Laufe der nächsten Woche die Summe von fünfzehnhundert Millionen Francs (vierhundert Millionen Thaler) an Deutschland auszuzahlen.

Die von dem Reichstage angenommenen Derbesscrungsanträge zudem Gesetze über Elfaß-Lothringen sind zwar theilweise von den Vertretern der Regierung im Plenum sowohl wie in der Commission lebhaft bekämpft worden; wie wir ver­nehmen, werden der BundeSrath und die Bundesregierungen denjelben jetzt keinen Widerstand mehr entgegensetzen. Das Gesetz wird gleich nach der dritten Lesung, also schon in den nächsten Tagen perfect werden und der BundeSrath alsdann sich mit denjenigen Maßregeln beschäftigen, welche zur Durchführung der bereits be­schlossenen Organisation im Elsaß erforderlich sind. Einstweilen wird es bei den drei Departements verbleiben.

Die erste Stelle, wo ein bevorstehendes Eingreifen ter deutschen Truppen in den französischen Bürgerkrieg mitvoller Gewißheit" miigetheilt wird, finden wir in der Jndependance Fraryaise vom 19. d. M., einem i

Washburne hat diese Aufgabe übernommen, und um sie zu erfüllen, sich an __

Preußen gewandt. Am Dienstag um 3 Uhr Nachmittags hielten die Preußen in Montmorency einen großen Kriegsrath ab, in Folge der von Washburne geschehe- nen Schritte und der von Berlin empfangenen Befehle. Beim Schlüsse dieses KriegSraths wurde der Versailler Regierung ein Ultimatum zugesandt, worin ihr erklärt wird, daß, wenn der Kampf an einem sehr nahen Zeitpunkte nicht beendigt sei, die Preußen sich einmischen und in Paris einrückm würden. Dieser Drohung ist schon der Anfang der Erfüllung nachgefolgt. Gestern wurden alle Batterien der Forts Romainville und Noisy fertig gestellt, um auf Belleville und La Billette zu schießen. Zu gleicher Zeit jammelte sich in St. Denis ein Corps von 40,000 Mann unter dem Befehle des Prinzen von Sachsen und ein anderes von 25^000 Mann bet Enghien an, hinter oem Fort Briche, dessen Wälle in schreckenerregen­der Stärke vollendet worden sind." Man sieht, daß diese Mittheilungen des Pa­riser Blattes die Quelle der über London nach Deutschland gelangten Lombard- Depesche über die angebliche deutsche Intervention gewesen ist. Englischen Blättern wird aus Paris noch berichtet, daß die Pariser für den Fall eines neuen preußi­schen Bombardements sofort die öffentlichen Gebäude in die Luft sprengen wollen. Also wieder einmal der Junge, der sich absichtlich die Hände erfrieren läßt, weil sein Vater ihm keine Handschuhe kauft. Ferner heißt es:Die deutschen Truppen nehmen imponirende Stellungen ein. Die Preußen sind jetzt bis nach Constans an der teilte, gegenüber dem Fort von St. Germain, vorgerückt und ein Theil des 6. Armeecorps von Meaux hat sein Quartier dort aufgeschlagcn. Wir möchten zu all' diesen Behauptungen und Thatsachen zu erwägen geben, daß die deutschen Truppen möglicher Weise ihre eigenen Linien verstärken, um für jede Eventualität ^sichert zu (ein , die durch eine Verschiebung des jetzigen Kampfplatzes eintreten

Heute Vormittag 10 Uhr traf S. K. H. der Groß- - - . um, wie verlautet, für längere Zeit seinen Aufenthalt

im hiesigen Schlosse zu nehmen. S. K. H. begleitttcn die Fiugcladjutantcn Maior o. Küchler und Major v. Herff.

Darmstadt, 19. Mai. Wie denHess. Volköbl." aus guter Quelle mit- gcthcilt wird, ist die Rückkehr unserer hessischen Division in drei, höchstens vier Wochen zu erwarten. Das Hauptquartier der Division befindet sich seit dem 12. Mai in Epinal, wo auch das 2. Bataillon des 4. Jnf.-Regiments Standquartiere biogen hat. Die Division verließ am 5. (der Divisionsstab am 6.) Mai die Nutzeren Cantonnements im Departement Haute-Marne und marschirte beim schön­sten Wetter über Ncuf-Chateau, Mirecourt und Dombire nach Epinal, in dessen Umgebung sie nun Standquartiere, auf hoffentlich nur kurze Zeit, bezogen hat.

t Eerlitt, 20. Mai. Deutscher Reichstag. (Zweite Berathung des Gesetzes über die Vereinigung von Elsaß und Lothringen mit Deutschland. Schluß.)

Minister Delbrück: Ich werde weder auf die Organisation von Elsaß- Lothringen ausführlich eingehen, weil ich amtlich darüber keine Auskunft geben kann, noch auf die in den übrigen Paragraphen angeregten Gesichtspunkte. Nur eine Bemerkung: Der Vorredner sagte, man gehe hier von der Voraussetzung aus, mit der Annexion von Elsaß Lothringen müsse mit den dort bestehenden Institu­tionen tabula rasa gemacht werden. Ich bin dieser Auffassung noch nirgends be- gegnet. Halte ich mich an den §. 1, so können doch die Schwierigkeiten der Stellung der neuen Provinz, die nicht Bundesstaat und auch nicht Theil eines Bundesstaates ist, doch nicht davon abhaltcn, ihr diese Stellung zu geben, wenn man überzeugt ist, daß diese Stellung die richtige ist; es kommt lediglich darauf an, ob sich dieser, der Bundesverfassung fremde Organismus in dieselbe einfügen läßt. Daß diese Einfügung geschehen kann, ohne daß eine Bresche in die Ver­fassung gelegt oder die Interessen der Elsässer verletzt werden, darf man als gewiß annchmen. Ich finde in der Reichsverfassung nichts, was dem entgegenstände, für He neue Provinz auf einige Zeit einzelne Rechte der Verfassung zu modificiren; ich sthe nichts, was der Bestlmmung des §. 1 entgegenstände, daß Elsaß und Lothringen als solche dem deutschen Reiche einverleibt werden, und bitte deshalb um die unveränderte Annahme der Regierungsvorlage.

Lasker: Wenn cs möglich wäre, heute über die Organisation von Elsaß und Lothringen zu verhandeln, dann brauchten wir heute überhaupt keine Dictatur, kein Provisorium, aber weil das nicht möglich ist, darum wird keiner der einge- brachten Anträge an dem Provisorium etwa« ändern können. Ich würde zu diesem §. überhaupt nicht das Wort genommen haben, wenn nicht der Vorwurf erhoben worden wäre, meine politischen Freunde suchten durch dieses Gesetz die Rrichsver-

Sämmtliche Soldaten, welche den Krieg gegen Frankreich mitgemacht haben, werden zur Erinnerung eine Denkmünze erhalten, mit deren Prägung in nächster Zeit vorgegangen werden wird. Sie soll ungefähr die Größe der Denkmünze für den dänischen Krieg erhalten. Auf dem äußeren Rande wird sie die Worte tragen : Aus eroberten Geschützen", auf ter einen Seite der Münze soll ein gothifches W. mit der Kaiserkrone stehen und ringsum die Worte:Gott war mit uns, ihm fei die Ehre", auf der anderen Seite das eiserne Kreuz mit den Jahreszahlen 1870, 1871.

Der aus Paris geflüchtete Pariser Correspondent der Jndependance Belge, Paul Foucher, schreibt aus Compiegne, woselbst er sich gegenwärtig aufhält, daß die Deutschen, die in dieser Stadt und Umgegend stehen, theilweise nach Paris abmarschirt sind. Unter diesen Truppen befände sich die ganze Cavallerie, und man glaube in Compiegne, daß diese Truppenmärsche Statt fänden, weil, Falls die Versailler siegreich in Paris einrücken, man einen Cordon bilden wolle, - um den Communisten den Rückzug auf der Nordostseite von Paris abzuschnciden. Daß die deutschen Truppen vor Paris Verstärkungen erhalten, wirb übrigens von dort aus bestätigt. Die betrtffenden Schreiben (vom 18.) melden:Die Preußen nähern sich Paris auf der Ostlinie in großer Anzahl. Gestern sind zwei Rcgi- menter in Lagny ongekommen. 500 Mann sind heute Nacht im kleinen Dorse Gagny (bei Montsermeil), und doppelt so viel in Raincy angekommcn. In einer Speiseanstalt dieses Ortes, wo sonst 30 Offiziere tiniren, waren gestern 85 bei Tisch. Von Lagny bis nach Noisy haben alle Bewohner Soldaten in Garnison erhalten. Viele der ersteren waren genothigt, dcn Soldaten ihre Betten zu über­lassen. Die ganze Truppenbewegung findet nicht in der Richtung nach Deutsch, land, sondern in der nach Paris Statt. Außerdem bemerkt man, daß große Züge mit Kriegsmaterial ankommen, welches für die von den Deutschen besetzten Forts bestimmt ist. In Lagny, wahrscheinlich auch auf unteren Punkten, werden Schanz- körbe angefertigt, welche nach den Forts geschasst werden. Die deutschen Offiziere sind, was diese Truppenbewegung anbelangt, sehr zurückhaltend. Die Soldaten besprechen aber sehr lebhaft den Fall einer bevorstehenden Intervention ihrerseits in den Kampf zu Paris. Sie setzen den 20. Mai als die letzte Frist fest, welche man den Versaillern bewilligt. Die Soldaten des gor)« Nogent behaupten, daß Paris von dieser Seite aus bombardirt werden würbe. Sie sagen jedoch nicht, durch wen. Möglich, daß Herr v. Bismarck den Versaillern gestattet hat, Paris auch von der Ostfeite anzugreifen, und die Deutschen nur ihre Vorsichtsmaßregeln für den Fall treffen, daß der allgemeine Angriff gegen Paris den Versaillern nicht gelingt." Der Pariser Cri du Peuple berichtet darüber, wie folgt:Seit einigen Tagen haut zwischen Raincy und Montfcrmeil ein preußisches Geniecorps Holz und fertigt eine Masse von Schanzkörben und Faschinen an. Dic'es Corps schielt sich an, nach einer mit Versailles unterzeichneten Convention eine Brücke über die Seine zu werfen, welche einem großen Theile der Bauern-Armee zum Utberschreiten des Flusses dienen soll. Der Marschall Mac Mahon hat in der That beschlossen, einen ernstlichen und entscheidenden Angriff von Osten her zu machen. Wir vcr- bürgen die Nichtigkeit dieser Nachrichten, welche der WohlfahrtS-Ausschuß übrigens kennt."

m oen französischen Bürgerkrieg mitvoller Gewißheit" miigetheilt wird, finden fassung zu verdunkeln; ich weise den Gedanken entschieden zurück, daß wir etwas der Jndependance Franyaise vom 19. d. M., einem in Paris selbst er- anderes bezwecken, als der neuen Provinz die möglichst beste Regierung zu geben (chetnenben Blatte. Nach einer wüthigen Schimpfrede auf die preußischen Räuber daß wir sie zu ihr fremden Zwecken gebrauchen wollen. Ist heute der Zeitpunkt e ^"Uchelmvrder sagt es:Vor einigen Tagen schon haben sich die nach Der- gekommen, wo wir den Willen der Elsaß-Lothringer betreffs der Regicrungssorm fatues gefluchteten Mitglieder des diplomatischen Corps und ihre in Paris ge- ermitteln können? Ich sage Nein, und wer bas mit mir zugesteht, der spricht vltevenen Stellvertreter zusammen an Washburne gewandt, den amerikanischen Ge- sich damit auch für ein längeres oder kürzeres Provisorium aus. Es ist nun eine ant>ten, her in den diplomatischen Begebenheiten des Krieges mit Preußen eine reine Zweckmäßigleitsfrage, wie lange dieses Provisorsum dauern soll, einen princi- m n f ßrfp,elt , um ihn auszusorbem, Maßregeln zum Schutze des piellen Unterschieb macht es nicht, ob es 7% Monate oder ein ober zwei Jahre vesitzthums ihrer Staats-Angehörigen in Paris zu treffen ober vorzubereiten. Herr! länger bauert. Die Art Der Diktatur, daß bie Regierung im Bunde mit dem