Einzelbild herunterladen

Preis Ltecrcljährifl 1 st- 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Soft oezogen vierteljährig i fl. 27 fr.

OikßtM Anzeiger.

Erscheint täglich, mtt Aus­nahme Montags.

Expedition: Lanzleiberg Llt. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen.

Nr. 88. Sonntag den 16. April 1871.

Geld- und kapitalsbewkgung nicht nur Frankreichs, sondern auch eines sehr pro

rankreichs, sondern auch eines sehr flrnfcueti

Oesterreich, Spanien, Italien, die 9 stellen TranSactionen vollzogen und nicht C

Theils des übrigen Europa zusammen.

haben in Paris einen Theil ihrer finanziellen

blos solche, welche die Befriedigung der staatlichen Bedürfnisse veranlaßte, sondern

den Tod oder die Körperverletzungen eines Menschen herbugesührt hat, für den dadurch entstandenen Schaden.

v. Unruh weist auf die verschiedene Behandlung der Eisenbahnen und der Fabriken hin; während letzteren ein Berschen ihrer Beamten nachgewiesen werden muß, sind die Eisenbahnen für alle Vorkommnisse verhaftet, sofern sie nicht ihre Schuldlosigkeit Nachweisen können. Das se» eine schreiende Ungerechtigkeit, zu deren Abstellung er beantrage, das Gesetz einer Commission zur Vorberathung zu überweisen.

Bundeskommissar Geh. Ober-Iustizrath Falk vertheidigt die Vorlage; die im §. 1 niedergelegte Rechtsanschauung entspreche ebensowohl der Analogie des Art. 395 des Handelsgesetzbuchs, als dem Sachoerhaltnisse selber; sie sei dem östreichischcn Gesetz über die Haftung der Eisenbahnunternehmungcn ebenfalls im Wesentlichen zu Grunde gelegt, und könne daher auch als Anhalt für die Reichs­gesetzgebung dienen.

Dr. "Schwarze vertheidigt die Bestimmungen vom juridischen Standpunkt. Die Nachweisung, die Eisenbahnverwaltung habe sich in concretem Falle eine Pstichtverletzung zu Schulden kommen lassen, sei für den Beschädigten für gewöhn­lich unmöglich.

Dr. Becker (Dortmund) gegen die Verweisung an eine Commission. Das Gesetz schieße eine erfreuliche Bresche in die bestehende Gesetzgebung, und U sei nur zu wünschen, daß die Haftpflicht der Eisenbahnen auch auf die Fabrik- ic.

3/. Berlin, 13. April. Deutscher Reichstag. Vor Eintritt in die Tages­ordnung der heutigen 14. Plenarsitzung überreicht v. Rochau (Braunschweig) dem Präsidenten eine große Rolle Ausschnitte aus d-rFrankfurter Zeitung", mit der Bitte, dieselben im Lesezimmer auslegen zu lassen; er beabsichtigt damit den Btwetö für seine in der vorletzten Sitzung vor den Osterferien ausgesprochene Behauptung zu erbringen, das Organ des Herrn Sonnemann habe in dem letzten Kriege für Frankreich Partei ergriffen.

Das Haus tritt darauf in die Tagesordnung ein: Erste Lesung des Ge- fetzes über die ^Verbindlichkeit zum Schadenersatz für die büm Betriebe von Eisenbahnen, Bergwerken rc. herbeigeführten Tövtungen und Körpe.Verletzungen." Die beiden ersten Paragraphen des Gesetzes, welche das Princip desselben ent- lten, lauten: §. 1. ' ... ~ -

Wie dieKorrespondenz Stern" aus zuv.rlässiger Quelle erfahren haben will, hat die bayerische Regierung nach vielfachen Verhandlungen nunmehr darauf verzichtet, bei dem BundeSrathe einen auf die Abtretung von Weißenburg gerich­teten Antrag zu stellen.

Ueber den Zeitpunkt, wann die Recruteneinstellung in Elsaß-Lothringen be­ginnen soll, ist noch nichts Definitives bestimmt; man hat jedoch Ursache anzu­nehmen, daß schon Ende des gegenwärtigen Jahres die Militäroerfassung des deutschen Reiches aus die neue Provinz übertragen werden wird.

es lehnte sich auch eine große Zahl von Privatunternehmungen dieser Länder an den Pariser Markt an.

Die Haltung, welche Pans seit dem Ausbruche des Krieges angenommen, insbesondere die letzte Jnsurrection, haben das Renommee, sowie den Kredit, dessen sich Paris fast auf der ganzen Erde zu erfreuen hatte, fast vollständig zerstört.

Dre Austreibung der Deutschen, deren sich die Franzose., entledigten, weil sie deren Ueberlegcnheit anerkannten und deshalb diese concurrirenvc Kraft befein­den wollten, dann das Moratorium für Mechselzahlunaen, der erste Schritt zur Untergrabung normaler Verhältnisse, endlich die Jnsurrectlon mit ihrem Plünde» rungs- und Branoschayungssystem, haben zur Folge gehabt, daß dieHauptstadt der Civilisation" Europa einen wahren Schrecken eingejagt.

Das Vertrauen zur Haltbarkeit aller staatlichen und gesellschaftlichen Ver­hältnisse ist so gründlich erschüttert, d»ß, wenn auch ter Aufstand n'edergeworfen und der Pacificirung des Lances der Boden geebnet, auf welchem eine Reactioirung des Landes möglich ist, Parts feine frühere Bedeutung doch niemals wieder ge- Winnen kann.

Andere Plätze werden die Rolle von Paris auf dem Geldmärkte übernehmen, durch die Uebertragung derselben werden auf dem wirthschaftlichen Gebiete anderer Länder große Veränderungen sich vollziehen, und so sehr der Aufstand von Paris auch isolirt geblieben, so hat doch in dieser Beziehung die Jnsurrectlon nicht localisirt" werden können.

Der Pariser Korrespondent derJndependance Helge" schreibt:Es wird allgemein die Bemerkung gemacht, daß die Pariser gegen die Versailler Armee einen Much und eine Hartnäckigkeit entwickeln, den sie weitaus nicht g.gcn die Preußen gezeigt haben. Auf der anderen Seite bringt die Versailler Armee, be- sonders die Offiziere, einen Willen zu siegen ins Gefecht, der unseren Truppen gegen den Feind, als er Paris belagerte, fehlte. Aber damals handelte es sich blos um Frankreich, und jetzt schmeichelt man sich, wenigstens ist dies bei vielen Mitgliedern des Stabes der Fall, die Republik vernichten zu können. BeklagenS- werth ist cs jedenfalls, daß die politischen Leidenschaften bet uns ungleich stärter geblieben sind, als die patriotischen Gefühle." Als Angstwesstr in Betreff der guten Pariser verdient bemerkt zu werden, daß die Thäligkeit von Agenten der Commune in den Pariser Abzugsgräben, wo man nach Telegraphendrähten fahndet, das Gerücht verbreitet hat, die Kommune wolle im äußersten Falle Paris in die Lust sprengen und treffe bereits Vorkehrungen dazu. Im Uebrigen herrscht äußer- l'ch Ruhe in Paris, ja, die Pariser ziehenin unabsehbaren Schaarcn" hinaus nach den Elyseeischen Feldern, um sich die Aufregung zu gönnen, daß sie von ferne tem Bürgerkriege, der seit acht Tagen in Hellen Flammen lodert, zuschauen. UeberoÜ sieht man", heißt es in der letzten Nummer des Siecle vom 9. April, in den Zugängen auf dem Rondpoint Gruppen stehen; man plaudert und dis- putirt; die Schlacht liefert den Stoff zu den Unterhaltungen ein trauriger

M. Das untergehende Paris.

Der Einfluß, den Frankreich so lange Zeit auf Europa ausaeübt, beruhte zum nicht geringsten Theile auf dem Prestige feiner Hauptstadt. Paris mit dem Reichthum seiner geschichtlichen Erinnerungen, umgeben von dem Glanze der inneren und äußeren Einrichtungen einer Kapitale von nahezu zwei Millionen Einwohnern galt als die civilisirteste aller Städte Europas, m welcher der Sicherheit der Person und des EigenthumS relativ der größte Schutz gewährt werden konnte. Außerdem spielte Paris auf dem Weltmärkte eine besonders hervorragende Be­deutung. Paris war nicht blos d.'r Mittelpunkt eines großen Eisenbahnnetzes und eines großartigen DerkehrSlebens für Frankreich; in ihm liefen die Faden der

der amerikanischen Amdulance angekommen, als eine Botschaft eintraf, daß ein Arzt gebraucht werte, da ganz nahebei einer Frau von einer platzenden Granate ein Bein weggerissen, und drei oder vier andere Leute schwer verwundet worden seien. Mir Dr. Cormack begab ich mich in das Haus, in welches die Verwundeten getragen worden waren. Nie werde ich den Anblick vergessen, der mir dort ent- gegenkrat. Auf einem Bette lag eine Frau mit einem von blutigen Schrammen vecccktcn Gesicht, und einem Bein, das in einem unscheinbaren, in rohe Bandagen gewickelten Stumpf endete. Sie war bleich w e cher Too und die Aerzte bezwei­felten ihr Wtederauskommen. Im nächsten Zimmer lag eine andere Frau mit einer bösen Schulterwunde, und die enge Stiege hinauf wurde mühsam em Mann getragen, der aus einer tiefen Hüftenwunde blutete. Wenige Thurcn davon lag eine gräßlich entstellte Leiche. Diese vier Opfer mit einigen anderen wenige ernst­lich Verwundeten waren alle von ein und derselben Grauate getroffen worden eine Granate gegen französisches Volk von einem französischen Kanonier auf Befehl einer französischen Regierung geschleudert. Fürchterlich, wie die Scene war, fühlte ich, daß ich kein Recht besaß, diejenigen, welche sie veranlaßt, ju tadeln, falls ihr Feuer gegen eme Batterie gerichtet gewesen wäre; aber sie feuerten unaufhörlich absichtlich auf Häuser, ihren eigenen Triumphbogen aU Zielscheibe nehmend."

Stoff! Die Damen, welche die Neugier erfunden haben, richten ihre Augengläser auf den Triumphbogen, wo alle Augenblicke Kugeln einschlagen."

Heber das Bombardement von Paris wird derTimes" von ihrem Spezial- corresponventen in Paris unterm 9. ds. geschrieben:Ich kann vielleicht in wenigen Worten fein; bessere Idee von der fürchterlichen Lage geben, in welche das arme Paris schließlich gerathen ist, als indem ich sage, daß die Champs Elysees mit Menschen angefüllt sind und zwar so stark wie immer an dem großen Pariser Festtage, Ostersonntag und daß fast jedes Gesicht kummervoll und traurig aus- sicht. Ich fetze voraus, daß Jules Favre noch immer "in Mitglied der Regierung ist. Wir hören jetzt nie etwas von Versailles, und so kann ich cs nicht genau loisscn; aber auf die wahrscheinliche Annahme hin, daß er noch immer als ein M nister für dieses letzte Bombardement verantwortlich ist, möchte ich in sein Ge- dächtniß die beredksame Philippika zurückrufen, mit dem er die Preußen angriff, weil sie harmlose Non-Combattanten hinschlachteten und sogar Frauen und Kinder, unter dem lockeren Vorwande, wie Jules Favre damals g'aubte, die Bewegungen bewaffneter Truppen zu beunruhigen. Frauen und Kinder werden jetzt auch hin­geschlachtet, nur mit dem Unterschiede, daß sie von französischen Granaten nieder- gemctzelt werden, und obendrein eher ja wie nein Parteigänger der Regierung sind, auf deren Befehl das grausame Bombardement stattfindct. Ich war eoen in

Die Negierungstruppen in Versailles machen Fortschritte, jedoch nur sehr langsame; ihre Zahl und Kraft wird ohne Zweifel auch für die nächste Zett noch nicht hinreichen, die Forts von Paris zu stürmen und sich den Einmarsch m die innere Stadt zu erzwingen. Es wiro deshalb noch lange nicht daran zu d sein, daß die französische Regierung ihre ZahlungSvtrbindlichkeit gegen Deutsch erfüllen wird. Gkichwohl aber wird die deutsche Bundesregierung zur Zeit , ' Ihn, lauten: §. 1. Wenn bei dem Betriebe einer Eisenbahn ein Mensch ge-

nicbt ben Entschluß fassen, zu Gunsten der Versailler Regierung zu tnteroentn dtet oder körperlich verletzt wird, so hastet der Betriebsunternehmer für den f;e wird aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem Wege von Requisitionen, eventuellldadurch entstandenen Schaden, sofern er nicht beweist, daß ter Unfall durch- durch Ausnutzung von Staatsgütern rc. in den occupirtcn Gebieten sich bezahltlhere Gewalt oder durch eigenes Verschulden des Gciödtet.n oder Verletzten ent- moeben, soweit das geht. Inzwischen sind in Bezug auf die deutsche Armee solche standen ist. §. 2. Wer eia Bergwerk, einen Steinbruch, eine Gräbcrci (Grube) DiSlocationcn getroffen, die auf eine Concentrirung derselben Hinweisen. Sollten oder eine Fabrik betreibt, hattet, wenn ein Bevollmächtigter oder ein Repräsen- also die Dinge in Frankreich nicht bald zur Entscheidung gelange», so würde tant oder ein zur Leitung oder Beaussichtigung des Betriebes oder der Arbeiter allerdings das Vorgehen der deutschen Heere statlfinden müssen und da- Nachspleliangenommene Person di'rch ein Verschulden in Ausführung der Dienstverrichtungen des Krieges damit ein rasches Ende finden. den Tod oder die Körververlctzunacn eines Menschen üerbuaeführt hat, für den

du en H

1; nah' n alji) zu v huhev in Zu l beste

j0

* he zu )ea eist ;ei- zu- am ren ser­vil t# Iber

Ä Wei, iom> elM f\ ählktz üfurf ha' u /

Ä nütv n