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PreiS vierteljährig 1 st- 12 fr. mi Bringerlohn. Durch die

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Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Äuv- nähme Montngk

Expedition: Lsnzletberg

Bit B. Nr. 1

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen.

Nr. Donnerstag dm 14. Dcccmbcr 1871.

vüu Wales wirv gemeldet: Der Tag verlief sehr

rtum, doch hat Vie Erschöpfung nicht zugenommen.

aber wurde das

Ministerium der Finanzen hat der Stände gerichtet:Da es das den Ständen vorgelegte

wissende Volk außer von ausgesprochenen Deutschseinden hauptsächlich von der Geist- lichkeit ausgehetzt worden ist."

13. December.

Der badischen Regierung genügt das Priesterstrafgesetz (§. 130 a) durchaus nicht, sie hat es deshalb unter dem Titel des Einführungsgefetzes zum §. 130 a gründlich verschärft und dem Landtage vorgelegt. In Art. 9 dieses Einführungs­gesetzes sind zwei Hauptbestiwmungen in dieser Hinsicht enthalten. Die erste be­droht denMißbrauch der geistlichen Amtsgewalt oder Androhung eines bestimmten Mißbrauchs, insbesondere durch mißbräuchliche Anwendung geistlicher Versprechun­gen oder Drohungen" mit Gefängniß bis zu zwei Jahren, auch mit Verlust der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter von 1 bis zu 5 Jahren, und setzt noch hinzu:Der Versuch ist strafbar." Die zweite Bestimmung bedroht die Geistlichen, welchein Kirche oder anderem, zu religiösen Versammlungen bestimm­tem Ort in öffentlichen Vorträgen entweder a) die StaatSregicruna, Gesetze, Ein­richtungen des Staats, Anordnungen oder Verfügungen einzelner Behörden tadeln, oder d) aus Anlaß von staatS- oder gemeindebürgerlichen Wahlen oder zum Nach- theil bestimmter Personen auf die Wahlberechtigten einzuwirken suchen," mit Geld-

heute Abend ab, die deutschen morgen.

Berlin, 11. December. Heute, Montag früh, hat die Unterzeichnung des veutsch-amerikanischen Vertrages über die Consularverhältniffe und Fabrikmarken (Trademarks) stattgefunden. w

Aus Lothringen, 2. December, schreibt die B. L.-Ztg.:Die Volkszählung

Los Angeles in Californien war am 24. October der Schauplatz schreck­licher Greuelscene«, worüber wir einem Berichterstatter derNewyork Tribüne" das Folgende entnehmen: Nachdem sich die Nachricht verbreitet hatte, die Häuser einiger dort ansässiger Chinesen seien mit Gold angefüllt, versammelte sich ein Pöbelhaufe, aus Irländern und einigen Mexikanern bestehend, vor einem dieser Häuser, um es zu plündern. Die Chinesen verbarrikadirten sich, Schüsse wurden gewechselt und ein Amerikaner wurde getödtet. Dann folgte Mord und Plünde­rung. Der Pöbel erzwang sich den Eingang, schoß 4 Chinesen nieder, verwundete 7 bis 8 und machte 17 Gefangene, welche sofort aufgeknüpft wurden. Das Auf­knüpfen geschah alle 17 Mal noch einem Muster. Daher genügt die Beschreibung der erstenHinrichtung": Zwei Irländer führten Weng Chin, einen chinesischen Kaufmann, unter dem Jauchzen der Menge durch die Stadt, und wenn der Un­glückliche einen Augenblick zögerte, oder sich loszumachen suchte, dann stieß ihm ein halbbetrunkener Mexikaner, der die Nachhut bildete, die Spitze seines Dolch- meffers in den Rücken. Der Aermfte beschleunigte darauf seine Schritte, gab aber keinen Laut des Schmerzes von sich. An der improvisirten Richtstätte angelangt, wurde er nach kurzen Vorbereitungen aufgcknüpst. Aber er schiennicht recht zu hangen". Deshalb kletterte ein brutaler Irländer auf seine Schultern und tanzte auf denselben herum, so daß er ihm den Halswirbel zerbrach. Als ob dies de» Tod noch nicht genug beschleunigte, wurde auf ihn geschossen und nach ihm ge­stochen, während der Pöbel auf teuflische Weise gellte. Diese und ähnliche Greuel- (eenen kamen bei den verschiedenen vorgenommenen Hinrichtungen vor.

mung zu ertheilen."

Darmstadt, 12. December. Am Montag den 18., Vormittags 101/2 Uhr, wird die zweite Kammer der Stände zu einer Sitzung zusammentreten, deren Tages- oronung die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, den Gesetzesentwurf, die Erhebung der Staatsauflagen für die drei ersten Monate des Jahres 1872 be­treffend bildet.

Frankfurt, 11. December. Die Zusatzconvention zum Fnedensvertrage vom 10. Mai ist heute abgeschlossen worden. Die französischen Bevollmächtigten reisen

Volk zum passiven Widerstande gegen die Zählung heimlich unter dem Vorgehen ausgefordert, Jeder, der sich einzeicknen lasse, habe sich dadurch Preußen verschrieben und müsse lutherisch und Freimaurer werden. Unter den Zählungöagcnten hatten ganz besonders die Lehrer, welche in vielen Ortschaften die Zählung im Auftrag der Regierung besorgten, alles Mögliche auszustehen. Einer derselben gibt über seine Erlebnisse folgende Schilderung:Was wollen Sie noch von mir?" rief mir der Eine bet meinem Eintritt in sein Haus zu,sind wir nicht schon Preußen, tst'S nöthig, daß das auf dem Papier steht? Ich werde Ihnen keine Antwort geben."Sie sind als Franzose so unverschämt, mit einer preußischen Liste herum- zugehen, um uns den Preußen auSzuliefern!" schrie mich der Andere an, und als ich einen Dritten nach seinem Geburtsort fragte, neckte er mich längere Zeit durch falsche Angaben, bis er schließlich behauptete, er sei aus Gravelotte, wo die Preußen Hiebe bekommen hätten. Da trete ich bei einer frommen Frau ein. Sie springt auf und ruft:Was wollen Sie von mir? Ist es denn wahr, daß man uns den Freimaurern verkaufen, uns den Glauben nehmen will? Schreiben Sie mich doch um Gottes willen nicht auf das verdammte Papier da!"Nein, Mutter, nein", stimmt die Tochter ein,du gibst deinen Namen nicht an, man will uns betrügen; wir wollen nicht lutherisch und auch keine Freimaurer werden!" Solch ein Empfang wurde uns stets zu Theil, und es ist leider Thatfache, daß das un-

Darmstadt, 11. December, Nachmittags. Ueber das Befinden des Prinzen unruhig und in starkem Deli- Die Aerzte haben etwas mehr

Hoffnung.

Darmstadt, 12. December. Das Großh. gestern folgendes Schreiben an die zweite Kammer nicht möglich fein wird, die Vereinbarung über Finanzgef^tz pro 1872 noch vor dem Schlüsse des Jabres 1871 zu Stande zu bringen, so beehrt sich das unterzeichnete Ministerium in Allerhöchstem Auftrage den anliegenden Gesetzentwurf, wonach das Finanzgesetz vom 12. August 1869 auf die ersten drei Monate des Jahres 1872 ausgedehnt werden soll, zur ver- fassungsmäßigen Zustimmung an die Stände gelangen zu lassen."

Der erste Ausschuß hat in Bezug darauf folgenden Bericht erstattet:Da Ausschuß hat den Hauptvoranschlag für 1872 alsbald nach dessen Einlagen in Angriff genommen und hofft, mit seinen Arbeiten im Laufe des Monats Januar fertig zu werden. Eine Prorogation auf drei Monate ist sonach nicht zu um­gehen, weßhalb wir beantragen: dem Gesetzentwurf die verfassungsmäßige Zustim-

strafe von 50 bis zu 500 Gulden.

DerKöln. Ztg." wirv aus Paris geschrieben: In militärisch.n Kreisen findet die ThierS'sche Methode, das Heer zu organisiren und die Aushebung zu ordnen, die entschiedensten Gegner. Man macht dem Präsidenten zunächst zum Vorwurf, die eigentlich mit den deutschen Verhältnissen genau vertrauten Militärs nicht zu Rathe gezogen zu haben, als er sein System ausstellte. Auf diese Weise kam jenes Mißverständniß zum Vorschein, welches ihn das Wesen des deutschen Armeecorpsverbandes in einer steten gemeinsamen Lagerung der demselben ange­hörenden Regimenter erblicken läßt, wie dies jetzt bei Paris und Lyon in Baracken­lagern nachzubilden versucht-wird, wahrend es ja gerade eine rein territoriale und provinziale Zusammengehörigkeit ist, welche in Deutschland den verschiedenen Armeecorps ihr Gepräge gibt und ihre Mobilisirungssähigkeit erhöht, ohne daß eine beständige gemeinsame Lagerung dadurch benöthigt würde. Wo aber die Kritiker selbst über das Wesen ter deutschen Wehrpflichtigkeit sich im Unklaren be­finden, ist da, wo sie derallgemeinen Dienstpflicht", wie sie in Deutschland be­steht, einen generelleren Character beilegen, als dies in Wahrheit der Fall ist. Auch in Deutschland ist es aus Budgetrücksichten bekanntlich nicht möglich, die ge- sammte wehrfähige Jugend jeder Altersklasse zu den Fahnen zu rufen, und auch hier muß unter den Diensttüchtigen da alle gleich dienstpflichtig sind das Loos entscheiden. Aber man schuf hier die Ersatzreserve, welche dem Staat die Möglichkeit läßt, alle diejenigen zum Heeresdienst heranzuziehen, welche momentan nicht in dem einzustcllcnden Kontingent einbegriffen werden konnten. Die fünf­jährige Dienstzeit, welche der Präsident verlangt, wird eigenthümlicherweise wenig beanstandet, waS den Zeugen der parlamentarischen Kämpfe in Preußen über den gleichen Gegenstand mindestens Wunder nehmen muß. Ersichtlich herrscht auf bei- den Seiten in dieser Militärfrage noch viel Unklarheit und mangelhafte Information.

Fast sämmtliche englische Blätter finden eS befremdend, daß sich die Thiers sche Botschaft Über die constitutionelle Zukunft Frankreichs und über so viele andere wichtige Dinge, wie die Stellung der zu Deputaten gewählten Prinzen von Orleans, die Unterrichtsfrage, die Verlegung der Kammer nach Paris u. f. so auffallend schweigend verhält.Wenn wir glauben könnten sagt die Times daß Herr Thiers mit Fleiß sich jeder Bezugnahme auf die constitutionellen Fragen, welche die Franzosen jetzt agitiren, enthielt, so möchten wir seiner Politi applaudiren." DieDaily News" wundert sich nicht, daß Herr Thiers sich mit einer Botschaft, wie die neueste, einige Zeit nahm, ehe er Muth «assen konnte, sie den versammelten Deputirten vorzutragen. »Boi zwei Monaten , sagt das Blatt, emhsaht er ihnen, nach Hause zu gehen und über die ernsten Probleme, die Frankreich damals gegenüberstanten, nachzudenken. Und nun, da ^rr Thiers (elber mit den Depu.irten »uruekkommt, in Wt^em nfee tj M« «1Ite P« ^en DeuMinden' wieder willkommene Gelegenheit,'ihre Berbiff-nhett gegen gelost worden? Er kann .u der Tha erkiar n, M&vo" banten? ©tat. die Regierung an den Tag zu legen. In ganz Lothringen haben sich wohl nicht LS Ät: .... «UU »s-t WRWS.

ernstlich bewölkt geworden, und e« ist unmöglich zu vermeiden, dass vte Berant- too'lh^bit für diese« Resultat in hohem Grade aus den Staa -mann fallt, d r Unentschlossenheit zeigte, wo er fest hätte (em sollen, und Harinaektgke t, wo er nachgiebig hätte fein sollen." DieMorning Post" si-h> sich,°bwohisie den Verhältnissen, in welchen Herr Thier« sich befindet, Rechnung tragt, ju tem Oe stfindniß gezwungen, dass da« Msmsest der französischen Regierung über oll Maßen schwächlich und durchscheinend verfänglich ist. Die Vergangenheit sei sonderbar «dreht, die Gegenwart in einer Weise geschildert, die Niemand tauschen könne, und die Zukunft in positive Dunkelheit gehüllt.

Au« Pari» wtrd derTimes" vom 6. t«. telegraphirt: Die Z°"ung haben davon gesprochen, der König von Italien habe eine Unterredung mtidem Papste nachgesucht, sei aber von demselben aus »en Rath setner Umgebung hin abschlägig beschieden worden. Ein Ansuchen vteser Art tfi cfhctea nW an 6 Papstichtet worden, und der letztere hat übertu« erllart, dass et J fl $ kiner Beübungen zum König Stctnr Emanuel nur seine eigenen Eingebungen u E,;* "L* (j. ift a£n>ib, dass der Papst (wie Vie Time« metgetheilt)

bisher feinen Wunsch ausgedrückt hat, Rom zu verlassen, aber nach au« bester Le hat derselbe erklärt, dass ein StiUichwttget. uber ^ P kt ihn für die Zukunft keinetweg« binde, dass er allein d e Lage »er Ding theilen könne, und daß seine Anwesenheit in Rom nur so lange möglich sei, sie sich mit vollständiger geistlicher Freiheit vertrage.