Gießener Anzeiger
Freitag den 8. Teccmbcr
Nr. 28tt
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Die Unterredung
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^Mi§ ri-cteljährig 1 fi- 12 fr siit Bringerlohn. Durch die Psst bezogen tziertelsihrig 1 fl. 27 fr
7. Decembcr.
Aus den vorhandenen neun Münzstätten sollen, wie man berechnet, allmonatlich für 10 bis 12 Millionen Thaler Goldmünzen hervorgehen, so cast rer Metall- vorroth der Reichekasse bis um die Mitte nächsten Jahres rrlchöptt wäre, wo dann weitere Raten der französischen Kriegsentschädigung ibn zu ergänzen und die Gold ausprägung zu nähren hätten. Eigentliche RelchSmünzen ml dem Blldmsse dee Kaisers als solchen, nicht Königs von Preußen, werden nur aus der Strasburger
In Paris, wo noch der Belagerungszustand herrscht, hüten sich die Blätter, dem Groll, welchen ein großer Thcil der Bevölkerung über die Hinrichtung Roffel'S empfindet, Ausdruck zu geben. Das „Siecle" bittet um Entschuldigung, daß es o.e sehr große Anzahl von Zuschriften in dieser Angelegenheit nicht veröffentliche. Oie „France" geht noch weiter und warnt vor übertriebenem Mitgefühl: „Hüten wir uns, schreibt sie, denn auf diesem Wege wird man, wie das spanische Amerika, ein Land der Pronunciamentos!" In der Provinz überläßt man sich dagegen offen dem schmerzvollen Eindruck, den die Versailler Hinrichtungen gemacht haben. So erschienen zu Lyon außer der „Republique Republicaine" noch der „Petit LvennaiS ' mit schwarzem Rande und werden so acht Tage lang erscheinen; der Neveil de Lot-et-Garonne" verlangt, daß man Rossel eine Statue setze, und der „Progres de Lyon" meint, daß die Nationalversammlung, aus welcher die Gnaden- commission dkivorgegangen sei, in Zukunst einen unauslöschlichen Blutflecken an eer Stirn trage. Biele andere Blätter führen eine ähnliche Sprache. Einem , ccrfclbfn, der „Republique" von Montpellier, wurde deshalb der Straßenverkauf entzogen. Dasselbe theilte die Hinrichtungen folgendermaßen mit: „Eine Depesche kündigt uns soeben die Execution Roffel's an. Möge das Blut dieses edlen OpferS . Oie bespritzen, welche die Verantwortlichkeit dafür übernommen haben." In Mar- icille herrscht große Aufregung wegen der Hinrichtung Cremieux'. Er lebte dort
tKrtchetnt täglich, «ti nähme Montags.
Ey>«dttierr: Canzleibrrg 8it B. Rr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen.
' “ 1871
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bekanntlich als Advocat.
Obgleich in Paris im Allgemeinen die Freisprechung des Mörders des deutschen Soldaten Denmuler nicht gebilligt wurde, so hatte doch kein einziges Blatt cer Hauptstadt dm Muth, das Urtheil des Pariser Hofes zu tadeln. Eine Ausnahme macht nur d.r „Soir", der unter der Unterschrift seines militärischen Mitarbeiters, Wächter, der zugleich die Freisprechung der 18 Landwirthe in Versailles bespricht, sich darüber folgendermaßen ausdrückt: „Man möge sich in Acht nehmen; wir spielen ein gefährliches Spiel, und wir könnten diese Gelüste zur Revolte theuer bezahltn. Hassen wir doch als Männer von Herz; der Hoß entbindet uns oder nicht davon, gerecht zu sein, und cs wäre würdiger gewesen, sowohl den Mörder eines Soldaten ohne Vertheidigung, als die Lieferanten des Feindes zu verurtheilen." Was die Pariser Geschworenen bestimmt hat, den Mörder de- Oenmoler sür unschuldig zu erklären, war einzig und allein die Furcht, der öffent- l'.chen Meinung vor den Kopf zu stoßen, die sehr antideutsch ist. Dieses ist auch oer Grund, weshalb nur ein einzig»« Journal es wogte, das Urtheil des Tounelet zu rügen; den übrigen fehlte der Muth, das, was sie für gerecht und bedauerns- merih hieiten, auch so zu bezeichnen. Für Frankreich selbst muß man den Vorfall auch deshalb bedauern, weil ..die wirklichen Repräsentanten der Nation" — so
werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B-1, a!6 such hd allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.
müssen; dem Hause hat gar . nicht ein in den Ziffern berichtigter Etat bei seiner Abstimmung gedruckt Vorgelegen, sondern Vie Abstimmung ist nur auf Grund münd- ticher Berichtigung der fehlerhaften Ziffern durch den Präsidenten erfolgt.^ Es verdient, damit sich eine Wiederholung dessen in Zukunft nicht ereigne, consiatirt tu werten, daß der Präsident Simson selber durch die Verlesung der Allerhöchsten Ermächtigung wegen des Schluffes der Session überrascht worden ist. Es wäre irohl geziemender gewesen, wenn dem Präsidenten des Reichstages im Laufe der Sitzung eine Benachrichtigung darüber zugegangen wäre, daß nach der Annahme rj Elatsgefetzes der Schluß der Session erfolgen werde. Der Präsident hätte dann seinerseits dem Hause in pasiender Form ?on dieser Absicht Kenntniß geben
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Münze hervorgehen. ,
Die Verzögerung, welche bis jetzt hinsichtlich der Verhandlungen über einen neuen deutsch-französischen Postvertrog stattfand, ist auf principielle Schwierigk.tten zuruckzusühren. Obwohl Frankreich nichts gegen die Gemeinsamkeit der Einnahmen und Therlung derselben hatte, so beanspruchte es aber einen entschieden gieren Thcil. Es proponirte für die Beförderung der Briese ein Porto von 40 Len- Uwes und verlangte für feinen Antheil 25 Centimes, während Deutschland nur 15 Centimes erhalten sollte, und zwar wegen der schlechten Finanzlage Frankreichs, die also aus Kosten Deutschlands verbissen werten sollte. Diesseits wurde deshalb erklärt, daß, falls nicht eine andere Verhantlungsbasis aefunven werden sollte, vom 1. Januar 1872 ab die für Frankreich bestimmte Poll bis zur Grenze geschafft we.ven würde und das Übrige der französischen Pcstverwaltung ubcrlasser> bleiben sollte. FranzösischerseitS wollte man darauf ras Theilungeprtncip ausgeben und jedem Lande seine Einnahmen zuweisen. Dies wurde acceptirt. Hieran knüpft» sich das Verlangen Frankreichs, die von dort abgesandten Briese mit einem Porto von 40 Centimes zu belasten. Deutscherseits wurde das Porto auf 3 ^Ubcr- loschen bemess»n. Dies .st die Gruntlage der jetzigen Verhantlungen. In -ve- tt.ff ter unfrontirten ©rufe ist worden, d°st dieselben ,n Frankrctch mt,
60 Ceniiwr«, in Deutschland mit 5 Stlbrrgroschrn Porto belegt werren sollen. Ueber t>;e Versendung von Drurksachen, Maarenprobrn, Zettungrn ic. sind (Äiund- rüge bis jetzt noch nicht bestimmt, ebenso wenig über den Transitverkehr.
Die Indienststellung der Panzerschraubensregatten Kronprinz' und "Prinz Friedrich Karl", der gedeckten Schraubencorvette „Elisabeth" und der G!..ttdcck- corvette „Augusta", welche bekanntl.ch Brfrht erhalten haben, eine Urbuug«l°h.t nach dem atlantischen Ocean anzutreten, soll, wtc dtc „Leser-Zettang hort, s viel al« möglich beschleunigt werden, und soll aub-rrrm für dieselbe eine langet. Zeitdauer in's Auge gksatzt sein, al« die« bei geadhaltchen Jndtettststellungen sonst der Fall ist. Trotzdem werden die Vorbereitungen längere Zett ersorccin. but da« Jahr 1871 waren nach Beendigung de« älrirge« dtc getrohnttchen >abr!tcktn Jnditnststlüunarn tu U-bung«sahit-n nickt ang,ordnet worden, da ,s unum,ang- lich nothwendig schi'N, da« gesawmte Material mit Nuelsickt auf die Dauer t<« «o,jährigen Indienststellung einer gründlichen Revision ju unterzrehen. Dem u v nchnren nach würde da« Geschwader schwerltch früher al« in der ,wetten Hals. Januar lur Abfahrt bereit sein. . , .
Nachrichten au« Köln »usolge würde in Kürze abermal« eine Lonferenj der »reusitschen Bischöfe in Fulda zu erwarten sein. Der Erjdifchvf von Kola soll ein de-balbigr« Circular an feine prertztschtn Kollegen gtrtcht't und darin die Nothwenvtgleit -ine« ferneren gemeinsamen Borgehena betont baben.
Die gleichsam überrumpelnde Weise, in welcher der Rtch-tag am Freitag geschlcss n worden ist, h-t, wenngleich nicht üble Absicht, sondern nur W-kanfew losigtri! angenommen wird, böse« Blut gemacht ö« war tat tafl«, «it
B. St. G." f treibt, die Meinung allgemein vcrbr.ttet gewesen, dah dir Retch«lag 'am'Samstag (2. Dec) noch eine Sitzung würde abhalten ntüff.n, und in der Thal, wenn da« Hau« nicht so abgespannt, giotze Fragen zu (ein pst'gt, geweten wäre, so würde lchoit, um r.chnungematz fl Vie Ziffern richtig zu stellen, t '‘
Best-Mmmgen auf den Gießener AuzeLgex
Monnentm, Nelcke den Anzeiger bei der Erpedtlion abhokn lassen, erdaiten demselben für den Monat December zu 2V kr.
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nannte Luchaud nie Pariser Geschworenen — zur Genüge bewiesen haben, daf so lange in Frankreich nicht mehr Sinn für Recht herrscht, eine Regeneration
wie dies immer nach Debatten übei zu erhoffen ist, da sie ohne denselben unmöglich wird.
lv--3 Herr v. Beust und ThicrS haben am Vormittag des 1. dS., nie'
Bekannt m achn n g.
Betreffend: Die Tollwnth der Hunde.
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p ' St e f n I ö, Kreisassessor.
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T„ ,r . M- n.-nflrinb (A<n Berichte leien, auf- in D.rsailleS eine M'lincholifche Entrevue gehabt. Die Unterredung
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