g Grand Cirque
unter Direktion von ch. Schumann L- I- Aruzzi in der höheren Reilkunst, Pferdedreffur, Gymnastik und Pantomime im Sswald'schen Garten.
8488) Das nächste
Abonnement - Coneert
wird Freitag den 27. Mai im Zinßec'schen Garten abgehal-
ten. Anfang halb 6 Ubr Reifert,
Musikmeister.
Heute D i e u st a g den 24. M a i
große U o r ft e I" f n n g.
Preis' der Plätze:
Erster Platz 36 fr. Zweiter Platz 24 fr. Dritter Platz 12 fr.
Kasseöffnung halb « Uhr. Anfang halb 7 Uhr.
Morgen Mittwoch den 24. Bi a i drei große Vorstellungen mit neuem Programm.
Erste Vorstellung 1 Uhr, zweite Vorstellung 3 Uhr, dritte Vorstellung halb 7 Uhr
<*, Sduimanii 4? Triizzi.
Burg-KuiEie
247U Donnerstag den 26. Mai, als am Hiurmelfahrtstage: MMtär-Lmickrt, ausgeführt von einem Theil des Musik-Corps des II Jnf.-Regiments zu Gießen.
Anfang 4 Uhr. — Entree ä Person 6 ft.
Auf dem Sch ffen berg.
2488) Donnerstag den 26. Mai, als am Himmelfahrtslage, bei günstiger Witterung:
Militiir-Concert
vom Musik-Corps des Grosih. Hess. 2. Jnsant.-Regim., unter Leitung seines Diusikmeisters, Herrn Reifert. Anfang 4 Uhr. Entree ä Person 9 fr.
Eine Armee, deren Unterhalt zwar Millionen kosten mag, die jedoch alle aus sie verwandten Kosten auf's Reichlichste lohnt — ein stehendes Heer, dessen Vermehrung nicht auf Kriegsgefahr, sondern auf d>e Zunahme friedlicher Geschäfte, auf das Wachsthum der Bildung und Freiheit hinwcist — ist die Armee der Blatter, das stehende Heer der Zeitungen. Die geographische Verbreitung dieser Culturfortschrrtts- kämpfer, die Stärke der papierncn Truppen (d. ü. Exemplare), welche jede Zeitung in's Feld schickt, die Gebühr, welche für den Dienst bezahlt werden muß, der einem Privat- interesse durch die Presse geleistet wird (mit anderen Worten der Annoncenpreis) und die Hahl der Tage, an welchem das betreffende Blatt seine Dienstleistungen offerirt — das Alles ist mit Bequemlichkeit aus dem eleganten, handlichen Zeitungs - Catalog zu ersehen, welchen die Annoncen-lLrpedition von G. L-Daube L5 Eo. in Frankfurt a. M. (Filialen derselben sind bekanntlich etablirt in München, Augsburg, Nürnberg, Würzburg, Stuttgart, Hamburg, Brüssel und Bern) soeben ausgeyeben hat. Alle deutschen und die empfehlenswcrthesten ausländischen Blätter sind darin übersichtlich zusammen- aestellt- eine klar geschriebene Einleitung erläutert die Vortheile des modernen Jnser» tions-Sustems, und eine Karte Mitteleuropas vollendet die ausgezeichnete Ausstattung dieses unentbehrlichen Hülfsmittels der Geschäftswelt.(Franks. Beobachter.)
Feuilleton
Das Doppelhaus.
Von der Verfasserin von „John Halifax, Gentleman" rc. Deutsch, mit Bewilligung der Verfasserin, von Marie Morgenstern.
(Fortsetzung.)
„Und hoffentlich werden wir dann auch Mr. Merchiston in unserer Mitte sehen," setzte er gegen Mrs. Merchiston gewendet hinzu, indem er seine gewohnte Recekürze für din Augenblick zur Seite legte und mutheilsam wurde. „Ich krnne feinen Mann, den ich höher achte, als Ihren Gatten."
Sie erröthete sichtbar, aber begnügte sich mit einem: „Sie haben Recht — ich danke Ihnen."
Wir standen alle drei vor unserer Hauöthür, sie reichte uns eben zum Abschiede die Hand, da fuhr ein plötzliches Erschrecken durch ihren Körper und sie trat schnell hinter die Thür zuruck. Dicht an ihr vorüber, so dicht, daß er ihre Kleitcr streifen mußie, ging ihr Gälte, Dr. Merchiston.
Er sah um die Thur, sah uns alle Drei, und auch wir sahen ihn.
- „vcclor, Doctor!" rief Jacob.
Dr. M-echtsten schritt über die Straße hinüber, wantte sich einen Augenblick zur Seite, verbeugte sich, aber sagte kein Wort.
„Eiuschuldigen Sie, ich habe ihm etwas zu sagen," sagte Jacob und sprang davvn, ohne Mrs. Merchiston onzuschen.
Ich crschrack, als ich zu ihr binübubhrftf. Ihr Körper bebte und ihr Gesichl war toctenblaß. Ich fühlte sic in mein Z mmer zurück und legte sic auf das Sopha, sie war fast ohnmächtig. Endlich cryolte sie sich und sagte schwach:
„Ich vanke Ihnen, es ist vorüber. Es war sehr unrecht von mir, aber ich konnte es nicht hindern. D, Mrs. Rivirs, wenn Sie sune Gatti.-. waren und ihn seil zwei Jahren nicht gesehen hatten."
„Ist es nur möglich daß Sic Ihren Gatten meinen ?"
„Ach ja, meinen Gatten, meinui tyeuren, lieben Gatten, der mich aus Liebe Heirathete! seufzte MrS. Merchiston. Gott allein weiß, was ich gcthan, datz er mich nicht mehr liebt!--Ach, mein Gott, was habe ich gesagt e"
„Grämen Sie sich nicht über das, was Sie gesagt haben, meine Liebe," ich bewahre Ihr Geheimniß. So — es wird Ihnen gut tyum, wenn Sie sich ausweinen."
Und ich weinte mit, weinte von Herzen. Es war zum Weinen. Ein so junges, liebevolles, hübsches Geschöpf! — Unter demselben Dache zu leben mit dem Gauen uno ihn in zwei langen Jahren nie zu sehen — es war zu schrecklich! Nun lag das Geheimniß ces Doppelhauses vor mir enthüllt, nun hakte ich die Bestätigung der umlaufenden Gerüchte, die ich verneint, unrerdrückt, nicht geglaubt hakte. Ich war sehr erschrocken, und behandelte Die Frage natürlich nach Frauen Weise.
„Ich hielt ihn für so gut, Sie für so glücklich!" klagte ich. „Welche Betrüger die Manner doch sind!"
„Sie irren sich, Mrs. Rivers, wenigstens in der Beurtheilung eines Mannes," entgegnete Mrs. Merchiston mit Würde. „Ihr Gatte hatte Recht, wenn er sagte, er kenne keinen Mann, der der Achtung würdiger sei, als Doctor Merchiston.
„Dann also hat er die Ihrige nicht bcdoren?"
„In keinem Punkte."
„Dann lieben Sie ihn noch?"
„Ja, Gott helfe mir — ich liebe ihn."
Und sie schluchzte, als ob ihr Herz brechen müsse.
Es blieb mir nur noch eine Schlußfolgerung übrig, ein Grund nur konnte vorliegcn — ein Grund nur konnte einen guten Mann veranlassen, seine Gattin so unbarmherzig zur Seite zu schieben: — ein Fehler von ihrer Seite — gleichviel ob ein wuklicher oder eingebildeter. Wenn ich aber niederblickte in
ihr sanftes, unschuldiges Kinvergesicht, dann erschien mir ein Zweifel an ihr eine Unmöglichkeit. Auch jene angebornen, unverbesserlichen Fehler des Tempe- raments oder Charakters, jene „unaussprechlichen Tropfen, die endlich Den Stein aushöhlen," die, wenn Ehescheidungen durch etwas Geringeres, als absolute Verbrechen, gerechtfertigt erscheinen können, in manchem Ehestande, den ich gesehen, sie gerechtfertigt haben würden, konnte ich nicht in ihr entdecken.
Weiß es Jemand? Ich frage nicht meinetwegen, sondern weil es ihm nachtheilig sein könnte, MrS. Rivers, o bitte, sagen Sie mir, muthmaßt irgend Jemand in Azedale, wie es ist?" , r e
„Ach, in einem Dorfe, wie das unsrige, kann es keine Geheimnisse geben. Sic rang die Hände.
„Ich dachte — ich füchtete es." schluchzte sie. „Aber tr wollte auf dem Lande leien, weil die Aerzte erklärt hatten, dre Londoner Lust sei mir schädlich. O, daß sie mich getödtct hätte!"
Ich habe ten Blick der Verzweiflung in dem Auge von mehr als einer mißhandelten, unglücklichen Gattin gesehen, ergreifender, zu Herzrn gehender aber nie, als in den Augen der armen Barbara Merchiston. Ich schlang meine Arme um ihren Nacken, bat sie — obwohl sie älter war, als ich — daß sie mir erlauben möge, sie zu trösten, ihre Freundin zu sein, wenn sie keine andere habe." , , „ -
„Keine, keine," klagte sie. „Aber" — und sie fuhr erschrocken zuiuck — „Sie gedenken doch nicht mernc Freundin se.n zu wollen, und du Feindin meines Gatten zu weiden X"
„Ich beabsichtige nichts derartiges. Ich verdamme ihn auch nicht, er ist seinem Herrn und Gott für sein Thun veraniworklich."
Vielleicht sprach ich fort, Denn sie nahm meine Hand und sagte eindringlich : „O bitte, beurteilen Sic weder ihn noch mich falsch. Ich bin zu tjeeln, daß ich mich hinreißen ließ, auch nur das Geringste zu verrathen. A^cr mein L^n ist so einsam, ich bin nicht so stark, uno dieies Begegnen üveraiaiinte mich. Wie leidend er aussieht — wie grau er geworden ist! O Evan, Evan, mein armer Gatte!"
Ich konnte sic Nicht weinen sehen, konnte es nicht ertragen, daß sie so frei schien von Aerger oder verwundetem Stolz, uno fühlte beides für sie. Ich war entschlossen, dieses gkheimnißvolle Räthsel lösen zu wollen; ich wollte daS gewöhnliche Schicksal Derer, Die zwischen Ehegatten treten — nämlich vaS, sich Den Haß Beider zuzuziehen — riehren, wollte mein Möglichstes versuchen, ihr Verhältniß zu biffern.
„Glauben eie nicht, daß ich auS lässiger Neugierde frage, sondern sagen Sie mir, liebste MrS. Merchiston, wie lange hat dieses Verhältniß bestanoen?"
„Fünf Jahre."
„Fünf Jahre!" — Ich wußte nicht, was ich denken oder sagen sollte. „Gänzliche Tiennung und Entfremdung seit fünf Jahren, — und ohne Grüne? Sind Sie veisichert — o, verzeihen Sie, wenn ich Sie verletze aber sagen Sie mir, sind Sie versicher, daß kein Grund vorliegt?"
„Ich versichere auf das Heiligste, — es ist keiner! Er tadelt mich nie in Wort oder Thaf"
„Gab Ihnen auch keinen Grund zum Tadel gegen sich selbst?" fragte ich, sie scharf anblickenv, und immer noch geneigt, die Rechte meines GlschlechteS zu vertheidigen. -
„Mir — Grund, ihn zu tadeln? — Meinen Gatten zu tadeln?" fragte sie zurück mit einem verwunderten, fast vorwurfsvollen Blick. „Ich sagte Ihnen ja, daß er mich liebt."
„Aber Liebe kann schwinden," fuhr ich vorsichtig fort, denn eS war schwer, dem Blicke ihrer großen, unschuldigen Augen zu begegnen, Der dem Der Gazelle glich, welche Den fremden Griff an Der Kehle fühlt. „Die Männer verlieren sich mitunter mit ihrer Liebe zu anv.ren Frauen."
Die Röthe der Entrüstung übeiflulhete ihr Gesicht.
________________________________(Fortsetzung folgt.)
Rebaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr- Ehr. Pietsch) in Gießen.
Ent- fermm in
Meile
Entfernung in
Meilen
ot
bit^'J eiihin noch
z»B Schn»
noch weitet gchh,
bis 1 In bi fern ti
offen
bit en


