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4159) Nachdem ich vorgestern von Ars sur moselle, dem gegenwärtigen Smd- nkt der hessischen Division, zurückgekehrt bin und auch dort mit bestem Erfolg reine ufgabe erledigt habe, sage ich im Auftrag von Herrn Oberst Kraus und fielen -undert Einzelnen allen Gebern von Liebesgaben besten Dank- Gleichzeitig beae/ke ich, daß ich über die Verwerthung der eingegangenen Gelder rc. jederzeit bereitwlltzst Auskunft ertheile. Dr. W- Simon.

Zur schönen Aussicht.

Sonntag den 25. September, von Nachmittags 4 Uhr an:

Streichmusik.

Katholische Kemeinde.

Getauft.

Den 15. September. Dem Kamin­feger, Carl Zwesch dahier, ein Sohn, Wil­helm Maximilian, geboren den 30. August.

Beerdigte.

Den 18. September. Alphons L'imet aus Vallen^ay, in Frankreich, Soldat in 84. Linien - Infanterie-Regiment, alt 26 I., gestorben den 17. September.

Den 20. September. Louis Jean

Maria Maaec, aus Plouckonveille, in Frankreich, Soldat in dem 58. Linien-Jn- santerie-Regiment, alt 25 I., gestorben den 19. September.

Den 21. September. Simon Mühl­bacher aus Burghausen, in Baiern, Soldat in dem 1. baier. Infanterie-Regiment, alt 31 I., gestorben den 20. Sept.

Denselben. Dem Bürger und Pri- vatscribenten, Carl Wigandt, ein Sohn, Friedrich, alt 5 M. 19 T., gestorben den 20. September.

Der Ertrag ist für die Verwundeten.

J"rifd)bacäer zu Ließen.

Sonntag den 25. Septbr. Carl Plank in der Wolkengasse. Daniel Rühl am Rathhaus. Christian Jughard in der Wallthorstraße.

Kirchliche Anzeigen.

Evangelische Kemeinde zu Kietzen.

Gottesdienst.

Am 25. September.

Morgens: Pfarrer Landmann.

Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel.

Getaufte.

Den 18. September. Dem Bürger und Schuhmachermeister, Wilhelm Euler, ein Sohn, Ludwig Moritz Emil Martin, geboren den 26. August.

Denselben. Dem Bürger zu Beuern und Taglöhncr dahier, Philipp Nürnber­ger, ein Sohn, Wilhelm Marlin, geboren den 26. August.

Denselben. Dem Bürger und Ta e- pezierer, Heinrich Bepler, ein Sohn, Frcnz Christian Theodor, geboren den 23. Juli

Beerdigte.

Den 16. September. Georg Andras Röber, Bürger, Schuhmachermeister mb Kaufmann dahier, alt 54 I. 6 M. 4 T., gestorben den 15. September.

Den 17. September. Ludwst Dir- lamm, Musketier im II. Großherzig lichen Jnfanterie-Regimente aus Wallenrod Kreis Lauterbach, alt 27 I., gestorben ier 16. September.

Den 20. September. KatharireEli­sabeth Karoline Vogt, geborne Sack, Zhe- frdu des Bürgers, Metzgermeistere und Ortsgerichtsmanns, Konrad Vogt, alt 49 I. 10 M. 26 T., gestorben dm 19. September.

Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Loche besorgt Pfarrer Landmann.

Btirsennachrichten.

22. September 1870.

Preuss. 41/2% ObL 19 Frankf. 31/2% Obi. 80 Nass. 41/2o/o Obi. 90i/2

Kurh. 4O/o Obi. 82i/2

Hess. 40/0 Obi. b. Roths.

31/2% do. do.

Bayer. 5% Obi. 96 n 41/2% ijährige 89-/4

n 40/o/fahrige 9O3/e Würtemb. 41/2% Obi. 843/8 Baden 41/2% Obi. c. E.L. 89 Oestr. 5°/o b. R.

5°/q National

50/0 Metall. Obi.

5% M. steuerf. Amer. 6u/q 1882r Bda. 93%

» 60/p 1885r 92%

Actien.

Frankf. Bank 127V2 Oester. Bank

Creditact. 243% Darmst. Bankact. 321

Prioritäten.

5O/o östr. F. St. E. B. 324 Lndwigsh.-Bexbach 158 Maxbahn 100

Bayer. Ostbahn 123% Hess. Ludwigsbahn 128 30/0 östr. Stsb.-Prior. 55 3% östr. s. Lombard. 45% 3% Livorneser 30^4 50/g Toscaner 491/* Frankf. Hypoth.-Bank Frankf. Vereins-Kasse 5% Elisabeth-Prior. 75Vs do. II. Emiss. 741/1

Anlelienelooee.

Kurh. 40 Thlr. Loose 60% Nassau fl. 25 b. Roth. 39 Gr. Hess. fl. 50 b. R. Gr. Hess. fl. 25 b. R. 40/g bayr. Präm. Anl. 105 40/g badische Loose 1033/4 Badische fl. 35 Loose 57 1858r Prioritätsloose 153 1860r Loose 74% 1864r Ä 1091/2

Weeh*el.

Amsterd. k. S. 100

Augsb. k. 8. 99% Berlin k. S. 104% Bremen k. 8. 97 Cöln k. S. 1041/r Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. 104% London k. 8. 1191/1«

Lyon k. S.

Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 95% Disconto 40/g G.

Geldsorten.

Pr. Gass. Sch. 1 44%-105 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 57-59 Pistolen . . 9 42-44

doppelte 9 42G.u.fehL Holl. fl. 10 8t. 9 55 Ducaten . . 5 32-34 20 Frankenst. 9 25-27 Engi. Souver. 11 49-53 Russ. Imper. 9 42-44 Doll, in Gold 2 25-27

KeuilLetVN

Die Vergeltung.

Schon nähert sich Paris, dem Näuberneste, Das deutsche Heer in raschem Siegerschritt;

Eugenie fort! der Cäsar im Arreste, Da Frankreichs Grund ihm unterm Fuß entglitt! Auch wanket Metz, die uunehmbare Veste, Und Straßburg wankt, das laug so nutzlos stritt; Drum hin der Wahn, der Rheiuesufer linkes Sei, je besiegt, gewärtig seines Winkes.

Es ist ein altes Sprüchwort: Wen verderben Die Gottheit will, bethöret sie zuvor;

Es war nicht unbekannt des Onkels Erben, Doch lieh er ihm, trotz Cäsar, nicht das Ohr. Zwar könnt' er froh nicht auf dem Throne sterben, Da er, ihn zu erlangen, fälschlich schwor;

Doch säumt oft Gott mit der gerechten Strafe Und rüttelt Manchen spät aus tiefem Schlafe.

So lenkte der Tyrann auch die Geschicke Des sränkschen Reiches viele Jahre lang, Ja ganz Europa wandt' auf ihn die Blicke Und lauschte seinem Machtspruch erust und bang. Ob zu Neujahr er Andern freundlich nicke, Ob er die Stirne runzle: drob erklang Die Kunde rasch bis zu den fernsten Landen, War Grund zu Hoffnung doch, zu Furcht vorhanden.

Allein wie schnell hat sich das Blatt gewendet, Seit er mit Deutschland freveln Krieg begann! Er träumte wohl, das Spiel sei rasch beendet, Indem er schlau auf Preußens Schwächung sann. Doch, wie wenn Gott uns höhres Licht gesendet, Erhob das deutsche Volk sich wie Ein Mann, Die Zwietracht alter Tage war verschwunden, Die neue Zauberformel schnell gefunden.

Zwar brach Er auf mit allen seinen Mächten Und trieb zum Krieg das Kind von Frankreich gar, Ja, wie entstiegen des Cocytuü Nächten, Zog wider Deutschland der Kabylen Schar, Als ob Barbaren da noch Hülse brächten, Wo morsch der Thron und baar der Stützen war. Umsonst ist Macht und Arglist aufgeboteu: So schrecklich schließt das Schicksal des Despoten.

Dr. Jochem.

Aus blutiger Icit.

Historische Novelle von Hermann Hirschfeld.

(Schluß.)

Sie winkte den Marschall ihres Hauses an sich heran und sprach leise mit ihm. Wenige Minuten später öffneten sich die Flügelthüren eines Sei- tengcmaches und der Troubadour des Königs erschien im Festsaal. Cathcrina richtete forschend ihren Blick auf ihre Schwiegertochter.

Nicht wahr? sagte sie mit schneidender Stimme, ich bereite Ew. Daje- stät eine Freude? Mein Sohn bedarf seiner Dienste wenig; seit er für das

Heil seiner Seele sorgt, ist der weltliche Liederklang verstummt und er wird es mir danken, wenn ich das Metall seiner Stimme nicht verrosten ließ. Nicht wahr, Ew. Majestät haben sie lange nicht vernommen und gewisse Er­innerungen

Nicht weiter, Königin, unterbrach sie Marguerite, seitdem ich Ihrem Sohne am Altar die Treue gelobte, sah ich Raoul nicht anders, als in Ge­genwart von tausend Zeugen, von spähenden Blicken bewacht. Ich weiß, Sie Haffen mich. Zücken Sie offen das Schwert auf meine Brust, ich biete sie Ihnen dar, aber tödten Sie mich nicht durch zahllose Dolchstiche.

Catharina winkte den Sänger zu sich, der jede Bewegung der beiden Königinnen beobachtet hatte, und als er, vor die Sessel tretend, in die schwel­lenden Saiten griff, entstand tiefe Stille in den so geräuschvollen Sälen.

Seltsam, bemerkte halblaut die Königin-Mutter, wozu doch das Schick­sal einen Menschen erheben kann. Aus einem einfachen Edelfräulein, aus einer Guise die Königin von Frankreich aus einem rebellischen Offizier, Trou­badour des Königs.

Raoul erbleichte von Neuem begann er sein Lied, aber schaurig klang es durch die hohen Säle, der Freude geweiht. Wie das mene tekel des Belsazar klang es aus seinem Liede die Rache feierte er die Rache schändlich Geopferter an ihren Verderbern.

Die Königin-Mutter erhob sich.

Genug! rief sie fast drohend, was soll ein solches Lied an diesem Orte? Der Lust, der Fröhlichkeit wollen wir uns weihen, das Jenseits kommt früh genug. Auf, füllt die Gläser man credenze uns den Nachttrunk!

Im Nu war der Saal von Lakaien und Pagen erfüllt, die aus silbernen Platten funkelnden Wein den Gästen darreichten. Ein lautes Treiben erfüllte jetzt die Räume und nur Wenige achteten, daß jetzt ein Manu in reich mit Gold gestickter schwarzer Kleidung den Saal betrat. Ihm folgten zwei Pagen in gleicher Tracht, die auf einer Platte von Ebenholz zwei von Gold und Edelsteinen funkelnde Pokale trugen. Raoul stand dicht neben dem Sitz der Königin an einen Pfeiler gelehnt, seine Hand fuhr durch die Saiten der Harfe, aber sein Auge haftete starr auf jeder Bewegung des Fremden.

Dieser verneigte sich tief, sein Auge blitzte unter den buschigen Brauen hervor. Auf seinen Wink knieten die Pagen nieder, ein jeder reichte der vor ihm sitzenden Frau den Pokal.

Marguerite zauderte, ihn anzunehmen ein Zittern überflog ihre ganze Gestalt die Königin-Mutter bemerkte es.

Fürchten Sie sich? fragte Catharina mit höhnischem Tone trauen Sie mir Böses zu, daß Sie zaudern, meine Gabe an Ihre Lippen zu führen? Nun, wir wollen die Becher tauschen, wenn es Ihnen Freude macht.

Marguerite verneinte durch eine Neigung des Hauptes und erhob den Becher, um zu trinken. Die Königin - Mutter hielt ihr den ihren entgegen.

Stoßen wir an! sagte sie mit seltsam klingender Stimme, auf Ver­gebung hier und im Jenseits.

Dumpf klangen die Becher gegen einander, zu gleicher Zeit berührten die Lippen der beiden Frauen den Rand derselben, athemlos und starr waren vier Augen auf sie gerichtet und dazwischen schallte fröhliches Lachen und Gläserklang.

Plötzlich schrie Marguerite auf, ein furchtbarer Schmerz durchwühlte ihr Inneres, ein entsetzlicher Krampf durchzuckte ihre Glieder, das Antlitz von großen Schweißtropfen bedeckt, sank sie in ihren Seffel zurück.

Ich wußte es wohl! rief sie. Ich bin vergiftet! Vergieb meinen Fein­den, Gott des Erbarmens, und nimm gnädig meine Seele auf.

Das Auge der Königin Catharina funkelte mit dem Ausdruck des Triumphes, doch schnell senkte es sich, denn mit dem Zeichen des höchsten Entsetzens drängte sich die Versammlung um den Seffel der jungen Königin. Aber nun