Ausgabe 
17.3.1870
 
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Aufforderung.

1138) Sämmtliche Gläubiger des stud. Hedda eus werden auf Samstag den 19 I. M-, Mittags 1 Uhr, in die Wohnung des Herrn Bäckermeister Busch auf bem Kreuz zur Angabe ihrer Forderung ein- geladen._________________________

Leise Anfrage.

1139) Was ist aus der Angelegenheit geworden, welche die durch die Oberhessischen Eisenbahnen im Neuenweger Felde theilweise wcggcnommenen, theilweise unbrauchbar an­gelegten Feldwege, betrifft, bei denen Ge­fahr für Lieh und Geschirr zu befürchten ist, und sehr bedeutende Umwege genommen werden müssen ? Hat die Commission des löblichen Stadtvorstandcs etwas zur Ab­hülfe gethan, oder was gedenkt sie noch zu thun, um Abhülfe zu schaffen, da jetzt die zur Frühjahrs - Ausstellung erforderlichen Fahrten beginnen?

Mehrere Grundbesitzer im Neuenweger Feld.

Beackrtenswerth!

76) Unterzeichneter besitzt ein vortreff­liches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane.

Spezialarzt IVr Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz).

1090) Für einen jungen Mann, der die nöthigen Lorkenntnisse besitzt, ist in unse­rem Geschäfte eine Lehrlingsstelle offen.

Gallische Wollenspinnerei.

Z Theater in Gießen.

(<$of(S Leib.)

Freitag den 18. März 1870:

Ein Kind deö Glücks.

Lustspiel in 5 Acten.

Preise der Plätze: Erster Platz 36 fr Zweiter Platz 18 fr. Gallerie 9 fr.

W. de Nolte, Theaterdirector.

Die Gartenlaube

bringt in Nr. 11 folgende Beiträge:. Aus eigener Kraft. Erzählung von W. v. Hillern, geb. Birch. (Fortsetzung.) Gaudeamus! Von G. Arnold. Mit Victor Scheffel's Portrait. Eine Thierversteigerung in Antwerpen. Von Brehm. Das amerika­nische Hotel. Ein Tempel der Hauscultur. Mit Abbildung: Vor dem Ausstel­lungsgebäude in der KarlSaue bei Kassel. Vom deutschenCantor-Fritz" in Ungarn. Von H. Beta. Blätter und Blüthen: Packträger, OmnibuS und Schiebfarren. Ein Hebel der Kunst-Industrie. Kleiner Brieffasten.

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Bern, Breslau, Cassel, Cöln 8 Stuttgart.

Dieselbe vermittelt ausschließlich Zeitungs-, Zeitschriften-, Kalender-, rc. Inserate iu alle Fachblätter und Zeitungen der fünf Welttheile, berechnet ohne Aufschlag von Porto, Pro­vision rc. stets die Lriginalpreise, gewährt bei größeren Auf­trägen angemessenen Rabatt, liefert Belegblätter für jedes Inserat, beseitigt alle Portoauslagen und sonstigen Neben­kosten, liefert vorherige Kostenanschläge, besorgt Uebersetzungen in alle Sprachen gratis und versendet auf Verlangen gratis und franco ein vollständiges Zeitungs-Preis-Verzeichniß.

Mit sämmtlichen deutschen Zeitungen steht obiges Institut in täglich dircctem Verkehr.

» S-o'Sj

Zeitungs-Annoncen-Expedition

von

Sachse ff Co. Leipzig,

Seitdem an der Frankfurter Börse Amerikanische Eisenbahn-Prioritöten in großer Zahl und mit einem Verzinsungsmodus eingeführt worden sind, der den hier meist verbreiteten Ansichten nur theilweise entspricht, ist öfter schon die Zahlungsfähigkeit der Amerikaner erörtert und die Frage aufgewor­fen worden, wie es möglich ist, daß die Amerikaner so hohe Zinsen zahlen können, wie dies z. B. die Amerikanischen Eisenbahn-Gesellschaften, deren Pa­piere in Deutschland eingeführt worden sind, factisch thun. Es intereffirt diel- leicht gerade unter den gegenwärtigen Verhältnissen vielfach, diese Frage einer kurzen Erörterung zu unterziehen, wobei der Brief eines New-Jorker Ccrre- spondenten, der uns heute vorliegt und sich gleichfalls mit diesem Thema beschäftigt, uns zum Anhalt dient. Die natürliche und geschichtlich ost erwie- sene Folge der Aufschließung neuer Ländergebiete ist, daß sich junge frische Ar­beitskräfte, angelockt durch reichen Gewinn aus der Ausbeutung unentdeckter oder noch unaufgeschlossener Erwerbsquellen, ansammeln. Der jungfräuliche Boden erzeugt mehr, die Industrie, ungehemmt von großer Concurrenz, wirft mehr Reingewinn ab, der Bergbau arbeitet noch auf der Oberfläche und erfor­dert daher wenig Betriebskosten, mit Einem Wort, die Arbeit ist lohnender. Daß es bei so vielen plötzlich eröffneten ReichthumSquellcn an Betriebscapital und auch an Arbeitskräften mangelt, ist natürlich. Deßhalb sind beide Kräfte um so gesuchter, die Concurrenz macht beide um so theurer und die Wahl der Eröffnung der ergiebigsten ReichthumSquellcn ermöglicht eS auch, hohe Interessen und hohen Lohn zu zahlen. Die Industrie ist in Amerika an der Quelle des Rohmaterials, geschützt durch hohen Zoll vor der Concurrenz, begünstigt vom Staat durch Steuerfreiheit und gestützt durch das mechanische Genie und Ge­schick der Amerikaner. Billiger Transport ist jedoch von überwiegender Wich­tigkeit in allen diesen Zweigen. Bei den großen Entfernungen fällt in den Vereinigten Staaten der Transport, besonders bei slußarmem Gebiet, schwer in die Gewinnbcrechnung und deßhalb wird den Eisenbahn - Gesellschaften hier durch reiche Landschcnkungen und werthvolle Privilegien so viel als möglich Vorschub geleistet. Der Landbesitz, der Bergbau, die Industrie, mit Einem Wort der Staat, findet dabei auch seine Rechnung, denn es wird ihm dadurch ein billiger Transport und in vielen Fällen überhaupt erst die Gelegenheit, seine Erzeugnisse an den Markt zu bringen. Bedenkt man den so großen Lan- derreichthum, die so großen Minerallager, die noch tausendfach nur des man­gelnden Transports wegen unausgebeutet liegen, so beantwortet diese Thatsache allein schon zum großen Theil die Frage, warum Nordamerika bei seinem bekannten Neichthum Geld in Europa leiht und warum die Gesellschaften so hohe Zinsen für das entliehene Capital zahlen können. Der Amerikaner widmet zudem seine ganze Geistes- und Körperkrast dem materiellen Gewinn. Indem er diesen beinahe zum einzigen Ziele seines Strebens macht, erlangt er dadurch um so größere Resultate, als diese Kräfte bet ihm vereint Einem Ziele zustre- den, während sie bei dem Europäer zwischen Geschäft, Vergnügen und wissen­schaftlichen Beschäftigungen getheilt sind. Man findet deßhalb die SpccieS der Rentiers in Nordamerika sehr schwach vertreten. Müßiggang findet keine Stütze, keine Gesellschaft und besonders während der Geschäftszeit wenig Vergnügungen, und deßhalb halten sich auch derartig inclinirte Amerikaner in Europa auf. Jeder, selbst der Reichste arbeitet und schafft, kurzweg vom national-ökonomi-

schen Standpunkt aus sind die Amerikaner beinahe durchwegs productiv und nicht wie Diele in Europa nur consumirend. Die Geldmatadore hören nicht auf, sich an industriellen Unternehmungen zu betheiligen und finden ihren Stolz und ihre Befriedigung darin, an deren Spitze zu stehen. So ist Astor der Häuser-, Stewart der Kaufmanns - und Vanderbilt der Eisenbahnkönig. Lebten diese Millionäre in Europa, so würden sie wahrscheinlich ruhig ihr Vermögen genießen, und nur durch Gründung oder Unterstützung wissenschaftlicher oder wohlthätiger Stiftungen Beschäftigung suchen. In den Vereinigten Staaten gebrauchen sie ihr Geld und dessen Einfluß, das Land und dessen industrielle Unternehmungen zu unterstützen, und so wirken sie auf ihre Weise wohlthätig. Wie eine Fabrik, die 12 Stunden und mit voller Kraft arbeitet, mehr Lasten tragen kann, als eine, die 8 Stunden und mit einem Anhang von müßigen Leuten arbeitet, so sind die Staatslasten und die hohen Capitalzinsen leichter zu tragen und zu erschwingen, wenn sie auf ein höchst ergiebiges Land und ein durchweg arbeitsames, geistig und körperlich reges Volk fallen.

Gingefandt.

Da gegenwärtig unter mancherlei Arbeiten zur Verschönerung unserer Umgebung mehrfach auch die Anlegung neuer kleiner Gebüsche begonnen wird, so erlaubt sich ein Arzt, darauf aufmerksam zu machen, daß mit solchen Gebüschen auch ein wichtiger Ge- sundheitszweck verbunden werden kann, wenn man sie aus Nadelholz statt aus Laub­holz macht. Die Ausdünstungen des Nadelholzes nämlich sind den meisten Lungen- und Kehlkopf-Leidenden sehr vortheilhaft, sie können oft viel zur Kräftigung schwacher, zur Heilung oder doch ansehnlicher Besserung bereits kranker Athem-Werkzeuge beitragen. Unter den mehr als 10,000 Bewohnern Gießens sind gewiß immer einige Hundert, denen jene Ausdünstungen das Leben theils verlängern, theils doch sehr erleichtern können.

Wir haben nun zwar int Philosophenwald, im Schiffcnberger Wald u. s. w. Nadelholz für diesen Zweck im Ueberfluß, doch sind diese Wälder für den Kräftestand eines großen Theils der bezeichneten Patienten schon zu entlegen, auch wird im Philo­sophenwald das häufige Trommeln und Blasen des Militärs nicht blos unangenehm, sondern auch verhältnißmäßig vielen Patienten geradezu nachtheilig und unerträglich. Es ist aber auch gar nicht nöthig, so große Massen von Nadelholz aufzusuchen, um die Athemwerkzeuge zu kräftigen. Denn die wohlthätigen Ausdünstungen, welche dem Nadelholze eigcnthümlich sind, bei anderen Gewächsen also theils gar nicht, theils nicht in gleichem Maaße auftreten, bestehen hauptsächlich, soviel wir wenigstens wissen, in den flüchtigen Deien und Säuren, besonders Terpentinöl und Ameisensäure und brauchen nur in so bescheidenem Maaße in der Luft verbreitet zu sein, daß eine gesunde Nase das Terpentinöl noch deutlich, aber sehr gemildert und dadurch angenehm riecht, eben so mild ober noch etwas nülber als z. B- bei einem großen Weihnachtsbaum im Zimmer. Dazu bedarf es keines Waldes, sondern nur sehr mäßig großer Gebüsche, 'für welche sich an unseren Spaziergängen noch zahlreiche Plätze finden.

Ich habe vorher durch den Weihnachtsbaum schon angedeutet, daß wir uns eine Nadelholz-Atmosphäre auch im Zimmer verschaffen können. Aber dies ist mit mancher­lei kleinen Unannehmlichkeiten verbunden und was das Schlimmste es fehlen dabei die übrigen vortheilhaften, körperlichen und geistigen Einflüsse des Aufenthaltes im Freien. Dian macht deßhalb nur selten davon Gebrauch nur etwa bei Leiden­der:, welche dauernd nicht mehr ausgehen können; bisweilen allerdings auch, um einen Leidenden fortdauernd, auch bei Nacht, in der wohlthätigen Nadelholzluft zu halten.

Soll die Nadelholz-Ausdünstung etwas Erhebliches leisten, so ist es nothwendig, daß sie eine Zeitlang täglich und zwar wenigstens stundenlang, besser noch einen großen Theil des Tages über, benutzt werden, so weit die Witterung es gestattet. Es darf also den von mir gewünschten Gebüschen nicht an Bänken mit Lehne fehlen, und die Plätze für diese Bänke sind theils schattig, theils sonnig zu wählen. Auch im Schiffen- berger Walde würden einige Bänke sehr wohlthätig fein.

Telegraphischer Schisssbericht,

mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun.

Silcsia;

9

8 Stunden-

Hamburger

7 Wochen.

vermißte Bremer Dampfschiff Smidt;

nach New-Aork.

Den

Passagen wende man sich gef. an Obigen.

und

Baltimore.

New-Orleans.

Havre Liverpool Hamburg Bremen

Atalanta Aleppo Hammonia Leipzig Frankfurt

Angekommen in New-Aork r Bremer Postdampffchiff Weser; Reisedauer 11 Tage.

Abgehendr Dampfer Donau von Bremen

Das

13. April Wegen Auskünften

19. März

22. "

23.

Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz.

Das Postdampffchiff des Nordd. LloydAmerika", Capt. R. Bussins, welches am 26. Februar von Bremen und am 1. März von Southampton abgegangen war, ist am 13. März, 8 Uhr Morgens, wohlbehalten in New-Aork angekommen.

Bfirscunachrichten.

15. März 1870.

Preues. 41/2% Obi. 933/g Frankf. 3i/?0/g Obi. 81 Vs Naas. 41/2% Obi. 92/2 Kurh. 40/g Obi. 833/g Hess. 4O/o Obi. b. Roths. n 31/2% do. do. -

Bayer. 5% Obi. 101

4/2o/o 1jährige 913/4

41/2% Vzjährige 86% Würtemb. 41/2% Obi. 9O/8 Baden 4 7^/0 Obi. 0. E.L. 92 */4 Oestr. 5% b. R.

50/0 National

5% Metall. Obi.

M. ateuerf.

Amer. 6®/q 1882r Bds. 95% 60/q 1885r 94%

Actlen.

Frankf. Bank 126%

Oester. Bank 696

n Creditact. 271 Darmst. Bankact. 327

Prioritäten.

5% östr. F. St. E. B. 374 Ludwigsh.-Bexbach 171 Maxbahn 1077g Bayer. Ostbahn 119 Hess. Ludwigsbahn 13374 30/0 östr. Stsb.-Prior. 58*/2 3% östr. s. Lombard. 5074 3% Livorneser 317/s Toacaner 51

Frankf. Hypoth.-Bank Frankf. Vereins-Kasse 99 7/e 5% Elisabeth-Prior. 777- do. II. Emiss. 75

Anlehenslooee.

Kurh. 40 Thlr. Loose 583/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 3772 Qr. Hess. fl. 50 b. R. Gr. Hess. ft. 25 b. R. 4°/o bayr. Präm. Anl. 1067g 40/g badische Loose 106 74 Badische fl. 35 Loose 58 (2 1858r Prioritatsloose I0874 1860r Loose 80 1864r 115

Wechsel.

Amsterd. k. S. 10072 Augsb. k. 8. 100

Berlin k. S. 105

Bremen k. 8. 9774 Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 883/< Leipzig k. 8. London k. S. 120 Lyon k. S. Paris k. S. 95 Vs Wien k. S. 967g Disconto 372% G.

Geldsorten.

Pr. Cass. Sch. 1 44?/g-457g Div. Cass.-A.

Pr. Friedrdor. 9 58-59

Pistolen . . 9 47-49

doppelte 9 48-49 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 36 38 20 Frankens!. 9 29>/2-3072 Engi. Souver. 11 55-59 Russ. Imper. 9 48-50 Doll, in Gold 2 2772-2872

(Hierzu eine Beilage.)