er
Kriegsnachrichten.
v.
nant vom
1. Reiter-Regiment.
Verwundet sind: Vom 1. Reiter-Regiment: Lieutenant de BardaleS (leicht).
Von der Artillerie: Hauptmann Maurer (leicht), Lieutenant Möser.
Vom 1. Infanterie-Regiment: Hauptmann Frhr. v. Roder (L), Lieutenant
und Thaten der RcgierungSmänner beherrscht.
Zwei uns gütigst mitgrtheilten Feldpostbriefen von der hessischen Division aus Orleans vom 5. und 8. December entnehmen wir Folgendes: Bei den Kämpfen vor Orleans war das IX. Corps am 3. und 4. engagirt. Von der hessischen Division kam nur ein Detachement unter Oberst Winkler (ter bekannt- lieh als Brigade-Commandcur an Stelle des Generalmajors v. Wittich getreten), aus dem 1. Infanterie Regiment, 1. Jäger-Bataillon, Leibschwadron ersten Rei- terregimentS und Batterie Reh bestehend, bei St. Germain und Achöre (zwischen Artenay und PhitivierS, 3 Meilen nordöstlich von Orleans) auf der Straße Angerville BazocheS Orleans am 3. Mittags von 12*/4 bis 5 Uhr in das Gefecht. Unsere Verluste waren: 1. Bataillon 1. Regiments: Lieutenant Rübe todt; Hauptmann v. Röder, LtntS. Seipp und Kuhn leicht verwunret. 1. Reiter- regiment: EscadronSchef Oberlieutenant v. Stein sehr schwer verwundet, Ltnt. BardaleS Prellschuß, befindet sich bei der Truppe; Batterie Reh 2 Mann, 10 Pferde verwundet, 1. Iäger-Bat. 1 Mann schwer verwundet.
Von den übrigen Theilen der Division, die hinter der 18. Division auf der großen Straße avancirten, kam, wie ich glaube, niemand bis zum 4. AbendS in das Gefecht, wo in der Vorstadt von Orleans eine Granate in das 3. Regiment einschlug und den Hauptmann von Muralt tödtete, sowie noch weitere 3 Osficiere und circa 20—25 Mann tödtete oder verwundete. Hauptmann CaSpary soll leicht verw., Ltnt. Scharch schwer verwundet sein. — Auch das 4. Regiment soll einige Leute verloren haben. Lieut. Möser von der Artillerie verw. Dem armen Stein mar der Schuß durch die rechte Brust gegangen und hatte die Lunge verletzt. (Ist bereits gestorben.)
Die Verwundeten des Gefechts, circa 80 Mann, liegen in Achöre, wo un-
ander die Hände reichen können.
Aus Rom meldet der dortige Correspondent der „Daily News", daß gegen- wärtig eine sehr lebhafte Correspondenz zwischen dem Papste und dem Kaiser von Rußland, oder, vielleicht genauer gesprochen, zwischen den vertrauten Rathgcbern der beiden Kirchenoberhäupter gepflogen werde. Da alle anderen Versuche, von Oesterreich, Preußen, Bayern und Belgien Hilfe zu erlangen, gescheitert sind, Frankreich die Hände gebunden sind und ein Prinz aus dem Hause Savoyen den spanischen Thron besteigt, wendet sich das Haupt der katholischen an das Haupt der schismatischen griechischen Kirche um Beistand. Der Vatikan setzt , wie im Weiteren auseinandergesetzt wird, seine Hoffnung jetzt auf einen allgemeinen Welt- brand und rechnet darauf, für sein geistliches Rüstzeug mit den Leistungen von Kriegswaffen Gegendienste zu erhalten. An d»e polnischen Bischöfe sollen päpstliche Ermahnungen ergehen, um ihre Diocesen zur Unterwürfigkeit gegen den Czaren zu veranlassen, während gleichzeitig die galizischen Bischöfe angetrieben werden, die österreichisch-ungarische Regierung bei ihrem Widerstand gegen die Angriffe Rußlands zu hindern. Ausführliche und genaue Mittheilungen über diese Der- Handlungen sind dem Correspondenten zufolge zur Kentniß der italienischen Re
tz. Verdy den bestimmten Auftrag empfangen, die Nachrichten von der großen Niederlage der Loirearmee bei Orleans zu überbringen, von jedem unnützen weiteren Widerstande abzurathrn und in stritten Worten die Uebergabe von Paris binnen 3 Tagen zu verlangen. Das Hauptquartier des Königs will einem Höhe- rerr französischen Offizier gestatten, nach Versailles zu kommen, um sich von der wahren Sachlage der Dinge überzeugen zu können. Verdy h t die ganz bestimmte Sornmation der provisorischen Regierung überbracht, daß, trenn Paris binnen 3 Tagen seine Thore der deutschen Armee nicht geöffnet hätte, das Bom- bardement aus Paris alsdann seinen Anfang nehmen würde. Allerdings lassen die jetzt mit Elfer betriebenen Vorbereitungen auf wichtige Ereignisse schließen. Der Generalinspector der Artillerie, General v. Hindersin, hat den Befehl ertheilt, sämmtliche disponiblen Bespannungspferde sofort heranzuschaffcn, um von Cagcy Munition in großen Dorräthen in einigen Tagen vor Paris zu dlrigiren. Die gegen die Pariser geübte Langmuth und Milde Hot in der That ihre äußerste Grenze erreicht; bereits in Ferneres und Versailles haben die deutschen Regierungen ihre Friedensliebe tocumentirt, ohne bei der exaltirten Regierung in Paris Gehör zu finden. Zum letzten Mal will König Wilhelm an den Patriotismus des Pariser Gouvernements oppelliren, um ter feindlichen Hauptstadt die Schrecken einer Beschießung zu ersparen. Der Augenblick ist gekommen, wo die Herren Trochu, Favre und Genossen ihren persönlichen Egoismus aufzugeben und das salus reipublicae im Auge zu behalten haben, ein einziges Wort genügt, um den Ruin der Stadt aufzuhalten und Tausende von Menschenleben der Gesellschaft zu erhalten. Ich glaube nicht, daß die Vernunft bei den leitenden Machthabern in Paris eingekehrt ist. Die Phrase ist es, welche noch immer alle Handlungen
Darmstadt, 12. Dec. Nach einem heute Morgen eingetroffenen Bericht an Seine Königliche Hoheit den Großherzog vom 5. d. betrug der Verlust der Groß- herzoglichen Division in den Kämpfen um Orleans vorn 3. und 4. December 14 Officiere und HO Unterofficiere und Soldaten.
Von den Offickren sind todt: Hauptmann v. Muralt und Reserve-Lieute- Rübe vorn 3. Infanterie-Regiment, sowie Oberlieutenant Frhr. v. Stein
Kuhn und Reserve-Lieutenant Seipp (l.)
Vorn 3. Infanterie-Regiment: Hauptmann Caspari (!.), die Lieutenants Scharch, Cellarius (L), Metzler (l.) und Bataillon«.Adjutant Schäer.
Seine Königliche Hoheit haben zu befehlen geruht, daß alsbald auch die Verlustliste der Mannschaft direct hierher eingesandt und veröffentlicht werde.
Die bis heute eingelangten Listen über die Verluste der Großherzoglichen (25.) Division in den Gefechten des vorigen Monats werden nachstehend unter dem Anfügen bekannt gegeben, daß weiter eintreffende Verlustlisten jedes Mal ebenfalls sofort veröffentlicht werden.
Darmstadt, den 11. December 1870.
Großherzogliches Kriegsministerium.
Dornfetff.
Verlustliste:
des 2. Infanterie-Regiments in Folge des UeverfallS zwischen Donnemarie und Mcntereau am 18. November.
Musketier Johannes Stöppler, Leibcompagnie, von Udenhausen, l. v., Streifschuß am l. Arm; ist bei der Compagnie.
ter Dr. Böhms Leitung noch am Abend ein Lazareth etablirt wurde.
Nach dem Gefecht vom 3. brachte das Detachement die Nacht in Achere zu und ging am 4. auf der Straße nach Orleans über St. Lye vor. Die Nacht hielt dasselbe in Fleury, eine halbe Stunde vor Orleans. Vorwärts Fleury wurde noch am Abend von Theilen der 18. Division gefochten.
Am 5. Marsch nach Orleans. Die Division kommt theilweise in die jenseits der Loire gelegene Vorstadt und die vorliegenden Fermes (Meiereien), theilweise geht sie als Avantgarde vor.
Am 6. rückt die Division unter dem momentanen Befehl des Großherzogs von Mecklenburg auf der Straße nach Tours vor. Das 2. Infant.-Regt., 1. Iägerbat. und 2 Schwadronen werden zur Absuchung des südlichsten Theils des Waldes von Orleans wieder rückwärts detachirt und steben in der Nacht vom 6./7. in Loury an der Straße Pithiviers.Orleans. Am 7. kehren diese Theile nach St. Loup, der Vorstadt von Orleans nach Pithiviers zu, zurück, machen daselbst am 8. Rasttag, um am 9. wieder zur Division zu stoßen.
Die Division soll am 7. bei Meung engagirt gewesen fein. Prinz Friedrich, der am 8. sich in Orleans befand, sollte beabsichtigen, die Division am 9. gegen Orleans zurückzuziehen und sie wieder dem IX. Corps zuzutherlen. (D.Z.)
gierung gelangt.
Mfgr. Meignan, Bischof von Chalons, hat sich unter die Notabeln einschreiben lassen, welche auf die Locomotiven steigen müssen, um die Züge zu geleiten; will auch als Stellvertreter für Familienväter diesen Posten übernehmen.
Versailles, 7. December. Gestern ist in Person des Oberstlieutenant Verdy aus dem königlichen Hauptquartier ein Parlamentär nach Paris gesandt worden, welcher der provisorischen Regierung die thatsächliche Lage vor Augen halten und namentlich die harten Schläge, die die Loirearmee erlitten, zur Kenntniß der Herren Trochu und Favre bringen soll. Wie ich höre, hat Oberstlieutenant
Hamburg und Altona, 2. December 1870. Während unser Land energische Anstrengungen macht, um den Fremdling zurückzuschlagen, sucht die bonapartistische Partei in demselben durch das Gerücht von einer imperialen, von französischen in Deutschland gefangenen Armee angezettelten Verschwörung Zwietracht zu schüren. Wir, Kriegsgefangene, protestiren gegen solche Ranke und erklären, daß wir und niemals („jamaisl“) weder jetzt noch später einem Unternehmen dieser Art gegen den Willen der Nation anschließen werden.
Die Unterzeichneten, deren erste Liste die „Independance" bringt, füllen zwei Spalten, die höchsten Chargen darunter sind die zwei Brigadegenerale Graf ChanaleilleS und Pechot, zu der Dritten Unterschrift: „De Courcy Göneral“, macht Die „JnDcpendance" ein Fragezeichen; Der Rest besteht überwiegend auS CapitänS und Lieutenants. Mit Den Namen ist eS jeDoch so genau nicht zu nehmen; bemerkt Doch Das belgische Blatt selbst: „ES kann vorkommen, Daß etliche der Unterschriften falsch geschrieben sind, denn wir haben manche Namen selbst mit Hülfe des Annuaire militaire nicht zu entziffern vermocht, aber wir werden alle an uns gerichteten Berichtigungen aufnehmen.
Das Eintreffen eines Parlamentärs des Herrn Gambetta in Orleans, scheint auf richtiger Information zu beruhen. Was aber den von „Daily News" erwähnten Auftrag desselben betrifft , so erscheint es kaum als wahrscheinlich , daß ernsthafte Anerbietungen zu einem Waffenstillstand gemacht sein könnten, während die militärischen Operationen ungestört ihren Fortgang nehmen und auch Die Verlegung Der Regierung nach Bordeaux nicht dazu Dienen kann, eine derartige Annahme zu unterstützen. UeberdieS wird von Tour- aus die Nachricht verbreitet, daß Trochu, Den General Moltke von Der NieDerlage Der Loire-Armee benachrichtigt habe, mit Anerbietung eines GeleitscheinS um sich von Der Wahrheit zu Überzeugen, Das Anerbieten ausgeschlagen habe. Die Regierung hat Darauf in einer Proklamation, welche diese Thatsachen mittheilte, sich Dahin ausgesprochen, daß die Nachricht von einer Niederlage an der Loire, auch wenn sie als richtig angenommen werde, an ihren Entschlüssen und Pflichten nicht« ändere und diese lassen sich in dem Einen Worte zusammenfassen: Kämpfen. Wie es immer mit Der Wahrheit Dieser Mittheilung aus Paris stehen möge, Daß man sie in Tour« verbreitet habe, ist ein Deutliches Anzeichen für Die Stimmung, Die Dort vorherrscht, und die den Vorschlag zu einem Waffenstillstand als einen kaum ernstlich gemeinten erscheinen lassen müßte. (N. A. Z.)
Die France tritt mit Nachdruck für AurelleS gegen Gambetta in die Schranken; dieser entfalte zwar eine gewaltige Thätigkeit, aber durch seine blinde Wuth richte er fortwährend seine eigenen Plane zu Grunde. Gambetta entwickelt ganz jenen französischen Despotismus, der zuletzt in« Verderben führt. Aber dafranzösische Volk war von jeher solchen Wölfen gegenüber eine feige Herde.
Auch in den leitenden Kreisen Englands ist man davon überzeugt, daß Frankreich den siegreichen Vormarsch Der Deutschen nicht mehr aufhalten könne unD trifft bereits, durch Abiendung von Regierungsschiffen, Die nöthigen Vorkehrungen zum Schutze Der britischen Interessen in Havre nnD Dieppe.
Unbeirrt von Dem Getöse des Krieges geht in Diesem Augenblicke eines Der größten Werke des FrieDens seiner Vollendung entgegen. Die Durchbohrung des Mont-Cenis, durch welche Italien mit Frankreich verbunden werden wird, naht sich ihrem Ende; an diesem Riesenwerke ist nur noch eine Strecke von einigen achtzig MetreS zu durchbohren. Von italienischer und von französischer Seite hört man schon Die Stöße Der amerikanischen Dampfbohrmaschinen unD man hofft, daß Die Arbeiter von Der einen unD Der anDeren Seite noch vor Weihnachten ein»
unD ihn zu zwingen, seinem Opfer Stoß auf Stoß zu versetzen, wahrend das Blut aus jeder Ader spritzt. Im Juli sagte man, der Krieg sei völlig unD aus- schließlich des Kaisers Schuld. Wie wissen wir, daß er jetzt nicht Gambetta s Schuld^,st^ guxemburg bestätigen vollständig, daß Preußen der dortigen Re- gierung erklärt hat, daß es sich nicht mehr an den Vertrag von 1867 gebunden hält. In Luxemburg hatte diese Meldung große Bestürzung erregt, und man zieht jetzt allgemein gegen die französische Ostbahn zu Felde, der man die Schuld gibt, daß es so weit gekommen sei. Die Ostbahn regiert nämlich im luxemburgischen ganz souverän und rüst Dort Die antideutschen Demonstrationen hervor. Die obigen Briefe beklagen Da« unD fürchten, daß die Ostbahngesellschaft Da« Land zu seinem Untergange hinsühre. .
Den gefangenen französisch en Offizieren in Deutschland ist von der „Indep. Helge" und den Agenten der Gamdetta'schen Republik Die Gelegenheit gebottn, sich pen Septembermännern zu empfahlen, indem sie einen Protest gegen eine Restauration des Kaiserthums in Frankreich unterzeichnen. Das betreffende Acten-


