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Straßburg, 7. Oct.

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Basel, 10. Oct. In Mühlhausen haben gestern wieder Unordnungen stattgesunden. Die Arbeiter sind noch immer nicht ruhig und ihr Auflehnen gegen die öffentliche Ordnung macht sich meist dann bemerkbar, wenn die deut­schen Truppen die Stadt verlassen. Gestern sind die Truppen nach Breisach abgegangen, um das Eernirungscvrps daselbst zu verstärken. Sofort waren die Arbeitertumulte wieder da. Es wurde nun bekannt gemacht, daß, sobald

Arbeiterzusammenläufe stattfinden, dieselben durch die Pompiers auseinander ge­trieben werden sollen. Das ^Quartier neuf", wo die Mühlhäuser Geldaristo­kratie zu Hause ist, darf von größeren Arbeitsgruppen nicht mehr betreten wer­den, indem diese im Vetretungsfall mit einem kalten Strahl aus der dort aus­gestellten Säugpumpe begrüßt werden.

Bern, 8. Oct. Gestern Morgen 7 Uhr sind in Grvßbüningen und St. Louis 1500 Mann preußische Ulanen und Infanterie eingerückt, welche jedoch, nachdem sie Requisitionen an Fleisch, Wein und Cigarren erhoben Halten, wieder nach Blotzheim abzogen. Auf diese Annäherung deutscher Truppen an die schwei­zerische Grenze wurden von Base! vier Compagnien Scharfschützen zur Verstärkung der Grenzwache abgesandt.

Brüssel, 10. Oct. General Bourbaki befindet sich seit gestern in Brüssel, t/ Er stieg im Hotel du Monarque, Rue des FripierS, ab. Seine Frau befindet v sich bei ihm. Wie es heißt, will er sich nach Tours begeben. Wie man ver-

Man wird sich - erinnern, daß von der Straß- ..... ' Es scheint

Sept, ließ Pvlhös plötzlich Lärm schlagen und zog mit der Garnison in südlicher eonstatirt, und können wir das überaus wichtige Factum dadurch noch sicherer Richtung ab. Die Preußen seien im Anzuge. Nächsten Morgen stellte sich dann fcsistelün, daß es dazu nicht einmal der Ziel- und Ladevorrichtungen bedarf. ES heraus, daß der General sich unnothigerweise ins Bockshorn hatte jagen lassen handelt sich bei dem beginnenden Bombardement nur darum, daß kein einziger und er kehrte zurück. Als man ihn dann mit bitterem Tadel überhäufte, suchte Theil der Riesenstadt dem verheerenden Feuer unserer Geschütze entzogen bleiben er einen Theil der Schuld dem Präfeclen in die Schuhe zu schieben, welcher um könne; Venn so lange die um den Mittelpunkt gelegenen Theile vom Schrecken ven Entschluß, Orleans zu räumen, gewußt h-be. Hierüber haben sich nun die des Krieges freiblieben, konnte man annehmen, daß dir innere Schreckensherr- beiden Herren in einen Federkrieg verwickelt, welcher die Vorgänge noch durch schäft eine Uebergabe des Ortes nutzloserweise hinausschieben und das von uns einige interessante Einzelheiten ergänzt. So rückten 2 Stunden nach dem Abzüge nicht gewünschte, obwohl von den Parisern reichlich verdiente Elend vergrößern der Garnison zwei französische Cürassier-Regimenier (Die man vielleicht für Preußen würde. Der Mittelpunkt von Paris liegt eine volle Meile von den äußersten gehalten hatte) von Blois kvmmenv, in Orleans ein, und fanden Niemanden vor, vorgeschobenen Befestigungen entfernt, seine Beschießung mit gezogenen 24pfündern der ihnen Ordre gegeben hätte. Nachdem der Präfect ihnen von dem Abzüge und den neuen Mörsern wäre daher nicht möglich, deshalb hat man die Riesen- des General Polhör gesagt, gingen sie wieder zurück. In dem Walde von Or- kanonen, welche nunmehr in den Seefestungen entbehrt werden können, herbeige- leone waren ferner 7800 Mann ohne alle Ordre zurückgelassen worden. Man holt. Es sind dies gezogene 72- und 96psünder von 1517 Fuß Rohrlange hatte sie augenscheinlich ganz vergessen. In Folge dessen wurde die Bevölkerung und 200 Ctr. Gewicht, die 210 resp. 300 Pfund schwere Spitzgranaten ca. 1 ungemein beängstigt; die Eiscubahnbeamten brachten Locomotiven und Züge, die Meile weit schießen, wenn man ihnen die nöthige Elevationen giebt. Im See- Telegraphisten ihre Apparate nach La Fert6 und Beaugencp in Sicherheit, die kriege wäre das Schießen auf solche Entfernungen etwas unsicher, beim Bom- Banken und öffentlichen Cassen verließen die Stadt, und während der arme Präfect bardement des pariser Häusermeers hätte man jedoch nicht auf Fehlschüsse Rück- außer Stande war, dem fortgelaufenen General Nachricht von dem wirklichen ficht zu nehmen und die Wirkung gegen Gebäude muß eine furchtbare werben. Stande der Dinge zu geben, prolestirte der Gemeinderath vergeblich gegen die Vielleicht beginnt man mit dem Bombardement des Mittelpunkts der Stadt, Preisgabe der Stadt. Endlich gelang es dem Präfecten, eine einspännige Chaise z. B. des Hotel de Ville, in welchem die Vertheldrgungsbehorde und andere zu requiriren und dem General einige Briefe zuzuschicken, welche diesen über das Arrangeure ihren Sitz haben, und läßt dann erst eine Beschießung der Faubourgs Unbegründete seiner Furcht aufklärten und nicht gerade sehr freundlich gehalten folgen. Wenn, wie man hört, worüber aber die Nachrichten sich noch immer waren. An anderen Orten ist es mit dem Muthe der Bevölkerung nicht besser widersprechen, auch der Krupp'sche Tausendpfunder unterwegs nach Paris ist, dann bestellt gewesen. So hatte die Statt Etampes Waffen verlangt und sie bekam- hätte es mit dem Widerstande der Forts nicht viel auf sich, denn die Wirkung men. Sobald aber die Kunde einlief, daß einige Ulanen in der Nähe feien, der 70 Pfund Sprengladung in den 3 Fuß langen Granaten ist eine st furcht- warf man 50,000 Patronen ins Wasser und die Waffen wurden auf dem Stadt- bare, daß jedes getroffene Bastion oder fortificatonsches Gebäude in die lüft Hausplatze im Voraus zusammengebracht, um den Preußen die Mühe zu sparen, gehen muß und Die nicht direct von Trümmern oder Splittern getroffenen Be- die Bevölkerung entwaffnen zu müssen. Die Preußen kamen und zerstörten tu satzungsinannschasten dennoch von dem Luftdruck niedergeschleudert werden. Dies Waffen. In Artenav gingen zwölf Ulanen drei Tage lang ein und aus und dürsten Die Geschosse sein, zu deren Anwendung sich der König schon nach Den zogen Kontributionen ein, ohne Daß Jemand daran gedacht hätte, Die Stadt zu Schlachten um Metz entschlossen haben soll, nachdem die Franzosen durch Schießen vertheidigen, und an mehreren Orten ist eS sogar vorgekommen, daß die ringe- aus Ambulanten und Parlamentäre das Völkerrecht gebrochen hatten, was sie schüchterte Bevölkerung die Freischützenschaaren ersucht hat, wegzurücken, weil ihre seitdem freilich in viel edetanterer Weise wiederholt haben.

Anwesenheit zu sehr die Aufmerkiamkeit des Feinde- auf sich ziehe. Die Franc- Tours, 11. October. (Auf indirektem Wege.) Die Regierung veroffent- tireurS haben nämlich so schlechte Dtsciplin, daß sie der Ordnung im eigenen licht folgende Meldung:

Lande gefährlicher sind, als dem Feinte, und es kann daher wenig Wunder Orleans, 10. d. 8 Uhr 50 Minuten Abends. Der commandlrende Gene- nebmen, wenn die Regierung von Lyon Die Auflösung derselben beschlossen hat. ral des 15. Armeecorps an den Knegsminister. Heute Morgen 9y2 Uhr wurde Folgendes ist die betreffende Proclamation, welche durch Maueranschläge verbreitei Arthenay, welches von der Brigade Longerue und einigen Compagnien Chasseurs wurde: , Kraft eines Decretcs der hiesigen Regierung für die nationale Verthei- besetzt war, von bedeutenden feindlichen Steitkräften angegriffen; es gelang dem digunq werden die Freischützencorps von jetzt ab aufgelöst, und die Mitglieder Feinde, sich in dem Orte festzusetzen. . m h .

derselben angewiesen, sofort nach Hause zurückzukehren, um in die Mobilgarde General Reyan eilte sofort mit 5 Regimentern, 4 Bataillonen und einer einverleibt zu werden." Aber auch um die DiSciplin der letzteren und der Na- Batterie von Achtpsündern zur Unterstützung der Brigade Longerue herbe«; naw- tioaalRartcn ist re nicht ous'S B-str bestellt. Zumal diese treiben stch, Dank dem erm unser- Truppen bi« 2/2 Uhr Nachmittag« dem Feinde Widerstand geleistet Mangel an Okfilieren oder deren Unfähigkeit, mit dem Abschaum der Bevölkerung halten, wurden sie geworfen und zogen sich in em Gehölz zuruck, welche« auch herum, und sind, mit Ausnahme gewisser, ausschließlich au« dem revolutionären jetzt no» von ihnen besetzt ist und um jeden Preis gehalten werden wird. _ , Element bestehender Bataillone, schlecht bewaffnet. Die regulären Truppen, welche Straßburg, 7. Oct. Man wird, stch- drtnnern, ~aP »on rr -um Theil aus rohen Rekruten, zum Theil au« den Ueberbleibseln geschlagener bürget Besatzung auf deutsche Parlamentäre geschossen worden ist.

Regimenter bestehen, schlagen ihre Zeit damit tobt, daß sie über ihre Offiziere dies jedoch, wenn nicht zufällig, so doch nur eine Revanche für die gleiche Per- lorschimpscn und sich über ihre Rationen beklagen, so daß die besseren Klaffen letzung der Parlamentätstagge durch die Deutschen gewesen zu fern. Man bereits anfangen, in der Nähe der deutschen Truppen den einzigen Schutz für >hr erfährt über den Hergang Folgendes: Am 10. August, Nachmittags 4 Uhr, Hab und Gut -u suchen. Wie derTime," vom gestrigen Datum au« Der- war der Platzcapitän Röderer, von einem Trompeter begleitet, aus dem Stem- sailles telegraphirt wird, war General Burnside am 8. nach Pari« zurückgekrhrt straßer Thor nach dem badischen Generalquartier nach SchiltigheiM gertttcu, und Wittaenstein von dort Tag« zuvor mit Depeschen nach Tour« herausge. um eine Correspondenz auszutauschen. Beide, welche schon mehrmals densel- fommen ben Weg gemacht hatten, trugen die weiße Parlamentsstagge. Nachdem sie

fiautitnnartter Versailles, 7. Oct. Gestern Nachmittag glaubte ich mich ihren Auftrag erfüllt hatten, ritten sie zurück. Auf ungefähr 300 Meter von in die Promenade Ihres Thiergartens versetzt, da man in den berühmten Gär- Straßburg fing plötzlich das Pferd des Capitaus zu trabe» an. Im nämlichen ten Louis XIV. lauter bekannten Gesichtern begegnet. Hier, wo aus jedem Augenblick wurde aus den benachbarten Feldern gefeuert; zwei Kugeln trafen Stein ein Stück Geschichte zu uns spricht, ist eine Lebendigkeit im öffentlichen den Capitän, eine am Waden, die andere durchfurchte ihm den Hals, wahrend Verkehr eiugetretcn, den man sonst in dem stillen Lieblingsaufenthalte der Pa- sein Pferd stürzte. Der Trompeter erhielt einen Streifschuß am Kopf und riser vermißte Nachdem wir seit Rheims nur in verlassenen Ortschaften quar- eine Kugel in die linke Brust, welche jedoch nur die Weichtheüe derselben durch- tiert waren fallt ein Alp von unserer Brust, und freier athmen wir, weil wir bohrte. Arbeiter hoben die Verwundeten auf und brachten sie auf Tragbahren uns wieder unter Menschen befinden. Die guten Leutchen hier verstehen es in die Stadt. Wollte man deutscher Selts wirklich ein Mlßverstandmß an- -war unfern Aufenthalt auf der einen Seite uns recht angenehm zu machen, nehmen, was ja immerhin möglich wäre, so darf man doch auch den Gegner auf der aiibem Seite hingegen ihren Profit nicht außer Acht zu laffeu; in der nicht so schwer »»Hagen. Wo man auch fragte, keiner der gefangenen Osfi- Tbat grenzen die Preise an das Fabelhafte, so zahlt man u. A. für eine Suppe, ziere vermochte einen Aufschluß über deu Hergang hmfichtlich der Verwundung ein -iemlick schlechtes Beefsteak nebst einer demi Bouteille 8 Francs! Die deutscher Parlamentäre zu gebe». Man horte hier aiich, daß häufig da» Jo-

lAmvol,ner habe» klug gehandelt, indem sie ihre Häuser und Läden nicht ver- hanniterkreuz zur Auskundschaftung der französischen Positionen benutzt worden

lassen haben es ist ein ^rietet Befehl des Generals v. Voizts-Rheetz ergangen, fein soll, namentlich fei dies öfters von Kehl aus geschchen, Wie weit dies

den Personen und dem Eigenthum sichersten Schutz angedeihen zu lassen. Aus- richtig ist, vermag man von hier ans nicht zu beurtheilen, doch glaubt man

falleiiderweise sticht die politische Stimmung des etwas conservativen Versailles, kaum, daß sich die Deutschen einer so groben VeAetzung der Genfer Conven- des französischen Potsdam, bedeutend von den Ansichten fast aller anderen Hon schuldig gemacht haben können. Ueber den General Uhrich erfahrll man französischen Städte ab. Während man dort den verzweiflungsvollen Krieg noch, daß er stch wahrend der ganzen Belagerung kaum ein einziges Mal auf bis auf das Messer wünscht, hat sich Versailles nicht nur von der anarchischen den Wällen hat sehen lassen. Es soll dies auf einem ^«willigen Einschlüsse Regierung abgewandt, sondern sich mit der Invasion einverstanden erklärt in beruhen. Er war zu wenig Techniker, nm in die directe Vertheidigling des

der berechtigten Hoffnung, von dem provisorische» Gouvernement vor der Hand Platzes bestimmend eingreifen zu können. Dagegen war cr bei der Orgamsa-

v Mont u bleiben^ Gestern Nachmittag um 4 Uhr fand in der Avenue de tion der inneren Vertheldigung vorzüglich und nach allen Mittheilungen, die

Varis ei/großer Auflauf statt; man sah einen Pfaffen, cscortirt von einem man von ihm machte, wahrhaft unermüdlich. Getreu soll ihm hierbei der Ca-

Trnvv 3 Ulanen nach der Co nmandantur (Rue de Madame) trausportire». pitän und Contreadmiral Exelmanus zur Weite gestanden habe». (ö. I.) Dieser eleiide Priester hatte nämlich unweit von St. Denis leinen Preußischen 10. Oct. Müblbauien haben aeflern w.ede,

Artilleristen niedergefchosseu. Da der Priester die Binde mit dem Kreuze am Arme truq, ritt der Artillerist in dem Glauben, einen Seelsorger vor sich zu sehen, demselben entgegen, und auf zehn Schritt Distance feuerte der Halluuke sein Pistol auf den unglücklichen Artilleristen ab, der sofort fernen Geist aufgab. Nur mit Mühe und namentlich dem Befehle des Kriegsministers v. Roon ge­lang es, unsere braven Soldaten abzuhalten, Lynchjustiz an dresem Meuchel­mörder zu üben. Derselbe betheuerte zu wiederholten Malen ferne Unschuld durch Pantomineu, entblößte dann seine Brust und rief uns, die wrr auf das Aeußerste erregt waren, zu:Tuez moi. Nach abgehaltenem Kriegsgericht wird der bübische Hund wohl heute erschossen werden. Von kriegerischen Vor­kommnissen ist nichts Neues zu berichten; man glaubt, daß das Hauptquartier mindestens 14 Tage hier bleiben dürfte. Der Kronprinz wohnt bei einer reichen Rentie, Madame d'Andro, deren Lebensaufgabe es von jeher war, Pro­paganda für die protestantische Kirche zu machen. So lud die Dame die hier in Garnison gelegenen französischen Offiziere stets zu Gesellschaften ein, in welcheii sie belehrende Vorträge über die Macht des Protestantismus hielt und nach dem Diner jedem Offizier eine Bibel als Geschenk präseutirt. (B. Börsen-C.)

Berlin, <1. Oct. Daß Paris auch ohne Die Besitzergreifung eures seiner Forts unsererseits beschossen werden kann, ist durch das Urtheil von Fachmännern