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Krieg. Die zweite ist, brüderlich die Befehle der republikanischen RcgiengSge- walt entgegen zu nehmen, die hervorgegangen ist aus der Nothwenbigt und dem Recht, welche keinem Ehrgeize dienen wird und keine andere Leidensäft hat, als die, Frankreich dem Abgrunde zu entreißen, in den die Monarchie eqestürzt hat. Dies geschehen, wird die Republik gegründet sein, geschützt gegen t Ver­schwörungen der Reaktionärs.

Ich habe den Auftrag, ohne den Schwierigkeiten oder dem Widstande Rechnung zu tragen, den Unzulänglichkeiten und Verzögerungen abzuheln und die fehlende Zeit durch Thätigkeit zu ersetzen. Es fehlt nicht an Männer; was fehlt, ist die entscheidende Entschlossenheit und die Folge in der AuSführlg der Projekte. Was nach der schimpflichen Capitulation von Sedan fehlte, waren Waffen und alle Vorräthe dieser Art, die nach Sedan und Straßburg irigirt worden waren. Man wollte sagen, daß durch eine letzte sträfliche Combration die Urheber unserer Unfälle uns im Falle noch alle Mittel neymen wollte, um unseren Schaden auszubessern. Gegenwärtig werden die abgeschlossenen Sifäufe zur Folge haben, uns alle verfügbaren Gewehre des Erdballes anzuschaffe, und für die Ausstattung und Kleidung der Soldaten fehlt es weder an Arbeiter noch am Gelde.

Man muß alle unsere HülfSmittel in Thätigkeit setzen, die unermeßli« sind, man muß die ländliche Schläfrigkeit abschütiela, man muß dem thörichter pani­schen Schrecken entgegenwirken, den kleinen Krieg vervielfältigen, den Krieslisten Kriegslisten entgegensetzen, dem Feinde keine Ruhe lassen, man muß den natmalcn Krieg eröffnen. Die Republik fordert die Mitwirkung Aller. Sie wird jeden Muth nützlich machen und alle Fähigkeiten anwenden. Ihrer Tradition zemäß wird st? junge Anführer schaffen. Der Himmel wird aufhören, unsere -egner zu begünstigen. Die Herbstregen werden kommen und, zurückgehalten und usam- mengehalten durch die Hauptstadt, werden die Preußen, entfernt von der Himath, beunruhigt und gestört, Stück für Stück durch unsere Waffen, durch den ffunger, durch die Natur decimirt werden.

Es ist nicht möglich, daß der Genius von Frankreich stch für imn.r ver­hülle, daß die große Nation ihren Platz in der Welt sich durch eine Invasion von 500,000 Menschen nehmen lasse. ' f 1

Erbeben wir uns in Masse, sterben wir eher, als daß wir die Schande' einer Gebietszerstückelung ertragen, lieber alle unsere Unfälle hinaus bleit noch das Gefühl der französischen Einheit, der Untheilbarkeit der Republick.

Das eingeschlossene Paris behauptet nur noch glorreicher den unstMichen Wahlspruch, welcher der von ganz Frankreich werden wird: Es lebe die Nation!

Es lebe die eine und untheilbare Republik!"

DieCorr. Havas" enthält folgende an die ländliche Bevölkerung sich richtende Apostrophe:Es sind nicht Osfiziere, welche uns im Kampfe führen werden. Es ist ein Weib, ein Weib plebejischer Geburt; aber ein Weib, welches

nicht zurückweicht, nicht Verrath übt und niemals kapitulirt, welches die Seinigen, wie die Löwin ihre Jungen vertheidigt; ein Weib schön wie die Morgenröthe und tapfer wie das Schwe-t; welchem Du, o Bauer, es verdankst, daß Du Eigenthümer und nicht mehr Sklave bist; welche Du, Undankbarer, verleugnet hast und noch immer hartnäckig verkennst, welches nichts desto weniger aber an Deinem Glücke zu wirken fortfährt; ein Weib, dessen Blick lächelnd wie das Blau des Himmels, schrecklich w.e der Orkan ist und welches seine Liebe über die Völker ausgießt und den Blitzstrahl gegen die Könige schleudert. vte;.^ ist die Republik!"

DieTimes" sagt am Schluffe ihres Krügsanikels vom 7. Oktober: Unter den vielen unglücklichen Täuschungen dieses Krieges beherrscht noch immer eine das französische Gemütb, daß nämlich die Sterne in ihrem Lauf gegen die Preußen kämpfen, daß Pestilenz und Hungersnoth das Werk der Vernichtung vollbringen werden. Je eher man diese Idee fallen läßt, desto besser. Es ist nicht der mindeste Grund vorhanden, warum die Deutschen um Paris nicht in völliger Sicherheit überwintern könnten. Kleidungsstücke und Decken für die Armee fbnnen in wenigen Tagen per Eisenbahn gesandt werden, und die immen- sen Wälder um Paris werden endloses Mater al für Hütten und zur Feuerung liefern. Kann die Belrgerung von Paris nicht durch die Bürger von iniun oder die Provinzialbcwohner von außen aufgehoben werden, ist es unnütz, auf die Elemente sich zu verlassen."

Bezugnehmend auf die jüngsten Waffen- und Munttionslieferungen Amerikas an Frankreich fragt VieTimes":Wo ist die Deutsche Flotte? Gedenkt min wirklich, den Franzosen zu gestatten, sich vom Auslande bewaffnen zu lassen, ohne einen Versuch zu machen, es zu hindern? Die deutsche Armee hat Wunder gtthan; will sich die Flotte damit begnügen, im Hafen zu bleiben? Wenn man bedenkr, was die Conföverirten mit zwei oder Int großen Schiffen gegen die ganze Macht des Nordens thaten, kann man nicht verstehen, wie die deutsche R g-erung die Meere gänzlich ihrem Gegner überlassen kann."

Der Papst hat unterm 29. September einen Brief an die Cardinale ge- richtet, in welchem er gegm die Besetzung d-s letzten Restes des Kirchenstaates protestirt und unter Andern sagt:

Da Wir als der Statthalter Christi auf Erden und als oberster Hirte der ganzen Kirche durch die Vergewaltigung derselben nicht mehr im Besitze der Macht sind. Vie Angelegenheiten derselben frei zu leiten, so protestiren Wr gegen einen solchen Gewaltakt unv Wir werden diesen Prot st der ganzen katholischen Welt kundgeben.

Unsere Feinde werden einwenden, daß Wir nach wie vor die volle Freiheit besitzen, die geistlichen Angelegenheiten zu leiten und mit Unseren Gläubigen in permanentem Verkehre zu bleiben. JDem ist aber nicht so. Personen, welche erst kürzlich aus dem Vatikan in die Stadt gingen, wurden von den Sbirren der neuen Regierung genau durchsucht, ob sie nicht Briefe oder Dokumente bei sich hätten. Auf erfolgte Reklamation entschuldigte sich zwar der Regierungscommissar und sprach von Mißverständnissen, wer kunn aber verbürgen, daß sich derlei Per- quisitionen nicht wiederholen werden?

Der römischen Universität, an welcher über eintausend zweihundert Hörer studiren, die von ihren Eltern und Vormündern dahin gesendet wurden, damit sie durch wahre Lehren erleuchtet, durch Irrlehren nicht verdorben werden, droht ein großer schaden durch die Einführung des italienischen StuvienplaneS und die Wahl von Professoren, welche den alten Ruf dieser berühmten Anstalt wahr lich nicht erhöhen werden, ja es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Studenten, die stch zumeist dem geistlichen Stande widmen, in Vas Mil'tair eingereiht werden.

Auch die neuestens veröffentlichten Verordnungen und Decrete der Re­gierung über die Kirchengüter lassen die Absichten der Usurpatoren errathen.

Gegen alle diese bereit« erfolgten und noch erfolgenden Maßregeln pro­testiren Wir und finden Und veranlaßt, Dich, geliebter Sohn, hiervon zu ver­

ständigen, Uns vorbehaltend, diese Verhältnisse in einem anderen Briefe näher auseinander zu setzen. Inzwischen bitten Wir zu Gott, Er möge den Verstand unserer Feinde erleuchten, damit sie nicht kirchliche Strafen gegen sich herauf, bkschnören und Seinen furchtbaren Zorn herausfordern, denn Gott sieht Alles, Ihm kann nichts entgehen."

Kriegsnachrichten.

Nach Berichten aus Versailles ist die deutsche Reiterei jetzt mit dem Ab. fangen der Ballons betraut, welche von Paris nach Tours abgesandt werben. So oft eineLuftpost" die Stabt verläßt, jigen die Reiter dem Ballon weit in das nicht von den Deutschen besetzte Land hinein nach, um ihn beim Herab, fallen zu erwischen. Zwei Mal wurde diese Jagd von Erfolg gekrönt, und die Correspondenz der pariser Regierung fiel in Folge dessen den Behörden in Die Hände. Aus derselben soll hervorgehen, daß nicht mehr volle Einheit unter Den Mitgliedern Der Regierung der nationalen Vertheidigung herrscht. Briefe aus Toulou e metden, daß die Aushebung der Mannschaften von 25 bis 35 Jahren auf'S Eisr gste betrieben wird. Man läßt Niemanden zu Hause und will sogar Die Seminaristen und die Priester, welche ihr 35. Jahr noch nicht erreicht haben, einziehen. Da« GerS-Departement hat Die von ihm gebildete Compagnie Franc- tircurs nach Tours abgesandt. Die Leute haben eine schwarze Fahne und sind mit der Miniebüchsc, welche 1200 Meter weit schießt, bewaffnet. In Toulouse und vi<len anderen Orten fließen Die Gelder für die in der letzten Zeit von Den Departements notirt.n Anlehen nur spärlich ein. Die Leute wollen wohl ihre Sohne g-.ben, aber mit ihrem Gelve geizen sie. Aus Auxerre (Ionne-Depar- tem nt j melDit man, daß deutsche Reiter, welche einen Bauernhof in der Nähe von V.lleneuve besetzt hatten, von bewaffneten Bauern Überfällen worden sind. Vierzehn derselben, es sollen Leute aus Der Gegend von Frankfurt gewesen sein, wurden zu Gefangenen gemacht und nach Auxerre abgeführt. Den Uebrigen ge- lang cs, ihre Pferde zu erreichen unv sich davon zu machen. Es scheint, daß die Reiter übersehen hatten, Vorposten auszustellen. Die Nachricht, daß die Eisenbahnverbindungen mit Belgien abgeschnitten seien, ist unbegründet.

Aus Versailles, 29. Sept., schreibt der Corresp. Der WienerPresse,, : Im ganzen Osten Frankreichs, so weit ihn die deutschen Truppen besetzt halten, ist Der Viehstand Der Bauern geradezu vernichtet, unv in Der Gegend hier herum schmilzt er mit jedem Tage mehr zusammen; noch eine Weile, und Die hiesigen Bauern werden auch nichts mehr haben. Die Beefsteaks und die Hammelscote. letten werben in Paris rar werden während des Winters. Hafer, Heu und Stroh braucht dagegen das Armee-Commando für Den Augenblick nicht requiriren zu lassen, Denn von diesen drei Artikeln haben sich in den hiesigen Magazinen ganz ungeheure Quantitäten vorgefunven, welche gleich Dem Oelkrug Der Witiwe gar nicht zu erschöpfen sind. Die Nachlässigkeit des gouvcrnement de la d^fense nationale, diese Vorräthe hier zu belassen, statt sie nach Paris oder Dem Westen des Landes in Sicherheit zu bringen ist, im französischen Sinne gesprochen, eine ganz unverzeihliche. Vom 4. September bi- zum 18., an welchem Tage die erste Husaren Patrouille an Daß Gitter der Stadt Versailles hcranritt, hätte die Re­gierung doch wahrhaftig Zeit genug gehabt, diesen Transport bewerkstelligen zu lassen; Daß sie es versäumte, ist natürlich Der preußischen Intendantur nichts MkNlger al- unangenehm."

Tours, 7. Dctbr. Die Regierung hat ermuthigende Nachrichten aus Den Departements betreffs Der wachsenden Energie der Bevölkerung und des Ent- fchlusses Der Bauern, Die Preußen zu beunruhigen und ihnen ihre Vorräthe ab- zuschneiden, erhalten. Die Reorganisation Der Armee geht thätig vor sich. Die Preußen scheinen gegen Die Normandie vorrücken zu wollen. Alle Maßregeln sind getroffen, um ihnen Die Lebensmittel abzuschneiden. Das Vieh wird nach dem mittleren Frankreich ober nach England gebracht. Havre ist in gutem Vertheibi- gungSzustand. 10,000 Mann Elitetruppen werden aus Algerien erwartet. Die aus Tours angekommencn Zuaven haben ihre Osficier - Cadres vollstänbig; sie werden Elitecorps von 5-6000 Mann bilden. 1000 garibalbianische Freiwillige ünv in Cha nbrry ongekommen. Man versichert, daß die Kanonen Der vetachirten Forts eine Tragweite von 8000 MctreS haben; es ist daher unmöglich, daß Die feindlichen Batterien nahe genug herankommen, um Paris jetzt zu bombardiren. Im Departement der Aube befindet sich fein Feind mehr.

Tours, 7. Octbr. Die Regierung meldet: Bonneval, 6. Oct. Der Feind war von Toury (Arrondissement Chartres, Dorf und Eisenbahnstation) nach Etampes zurückgegangen, Epernon (nordwestlich von Chartres) wurde ge­räumt und Rambouillet von 3000 Mann besetzt.

Aus Tours wird belgischen Blättern gemeldet: Ein Zug preußischer Ge­fangener kam am 2. d. durch Tours. Sie kamen vom Kriegsschauplätze, trugen aber keineswegs Die Spuren an sich, daß sie einer Schlacht angewohnt. Ihre Haltung war eine treffliche, ihre Uniformen unbeschädigt. Es waren Soldaten von allen Waffengattungen, namentlich viele Husaren, im Ganzen 70 Mann. Sie blieben kaum eine Stunde auf dem Eisenbahnhofe. Während des Aufent­haltes stiegen sie aus Den Wagen ohne jedoch das Buffet zu betreten. Diejenigen, an welche Die Beamten des Bahnhofls einige Worte richteten, antworteten kurz und in ziemlich gutem Französisch. Da sie erfuhren, daß man sic nach Roche- sur-Ion bringen w.rde, fragten einige, wo diese Stadt liege. Man erklärte ihnen, daß es N-ipoleon-V^ndse sei. Si. kannten Dicsen Ort. Im Allgemeinen kennen sie unsere ganze Geographie. Die Gefangenen sind unverwundet. Der größte Theil scheint nicht mehr als 25 bis 35 Jahre alt zu sein. Ihr Auftreten und ihre Manieren Deuteten an, daß sie zur Landwehr gehörm. Sie scheinen sehr stark zu sein, was ihnen Die Kriegsstrapazen erleichtern muß."

Rouen, 7. Oct. Die von Gisors gekommenen Preußen wurden von Den Nationalgarden zurückgeworfen. 2800 Preußen mit Artillerie lagen bei BoiS- Gisors.

Bon Vorposten vor Metz wird per Feldpost geschrieben:

Das Fort St. Quentin, das wichtigste vor Metz, welches feit Dem Vor­postengefecht vom 28. September nur wenige Schüsse abgegeben hatte, entfaltete im Verein mit einer vorgeschobenen französischen Batterie in Den letzten Tagen abermals seine von Den Unfern bereits so vielfach empfundene verderbenbringende Thätigkeit. In der Nacht vom 2. zum 3. Oktober wurden verschiedene Granaten in den vom BelagerungScorpS besetzten Flecken Augny geworfen, Die mehrfachen nicht unerheblichen Schaden verursachten. Der Bahnhof von Ars ° sur - Mosclle, der, allerdings Dem Feinde leicht erreichbar, zum Sammelplatz Der für Die vor M tz lagernden Truppen best-mmten Liebesgaben Dient, war in Der nächstfolgenden Nacht das Ziel seiner Geschosse. Wie es heißt, ist Der Bahnhof und ein Theil Der umliegenden Gebäude demolirt. Nähere Details fehlen noch. Hoffentlich