zu benachrichtigen, daß auf Befehl Sr. Mas. des König- da- auf die drei Arron- diffement- Nancy, Toul und Luneville beschränkte Departement der Meurthe mit einer (Kontribution von 750,000 Franken belegt worben, zur Deckung der Der» luste, welche den Deutschen durch ihre Ausweisung vom französischen Gebiet und durch die Wegnahme von Schiffen durch die französische Flotte entstanden sind."
Telegraphische Depeschen.
+ Wiesbaden, 6. Dec. Telegramm des Prinzen Karl an die Prinzessin Karl in Wiesbaden. Versailles, 6. Dee. Nachträgliches über Fritz Karl'S Sieg bei Orleans: *1*1 Geschütze, Unzahl Militär Equipagen, 4 armirte Dampfschiffe genommen. 10,000 Gefangene. Loire Armee nach allen Richtungen versprengt.
+ Schwerin, 6. Dec. Die Großherzogin-Mutter empfing von dem Könige von Preußen (ihrem Bruder) folgendes Telegramm: Dersailes, 5. Dec., Abends. Dein Sohn hat in drei Tagen drei Siege erfochten; am 2. d. bei 23a* zoches, wo er 12 Kanonen genommen, am 3. d. bei Chevilly, wo er 3 Kanonen genommen und am 4. d. nördlich und westlich von Orleans, wo Treskow drei Dörfer stürmte, 22 Geschütze nahm und 5000 Gefangene machte. Am 3. und 4. December fochten gleichzeitig des Großherzogs und Friedrich Karl's Armee am und im Walde von Orleans. Manstein stürmte gestern Abend die Vorstadt St. Jean, besetzte Nachts noch die Stadt. Verluste nicht übermäßig. Hier hatten wir vor Vincennes drei sehr blutige Gefechte mit abwechselndem Nehmen und Verlieren von Dörfern, bis der Feind gestern unangegriffen völlig abzog, nach großen Verlusten bei uns, namentlich des 2. Corps und der Württemberger, die heloenmüthig kämpften und viel verloren. Die Sachsen hatten geringere Verluste. Der beabsichtigte Durchbruch nach Orleans ist vollständig vereitelt.
+ Die regierende Großherzogin empfing vom Großherzog folgende Depeschen: 1) Orleans, 5. Dec. Gestern Vormittag gegen Orleans bis Chevilly nur leichte Gefechte. An 300 Gefangene, 1 General, 7 Geschütze, 1 Mitrailleuse. Unser Verlust bedeutend, namentlich mecklenburgische Truppen. 2) Orleans, 5. Dec. Gestern Nacht 12 Uhr nach mehrfachen glücklichen Gefechten hier ein- gerückt. Andere Armeekorps erst heute. 18 Geschütze, 4000 Gefangene genommen. Schöne Cavalleriegefechte. Morgen weiter.
4- Stuttgart, 5. Dec. General v. Obernitz meldet telegraphisch an das Kriegsministerium.- Die Verluste der württembergischen Division am 30. Nov., 2. und 3. Dec. stellen sich wie folgt: todt 13 Offiziere, 268 Unteroffiziere und Mannschaften. Verwundet 47 Offiziere, 1345 Unteroffiziere und Mannschaften. Vermißt 1 Offizier, 354 Unteroffiziere und Mannschaften, in Summa 61 Offiziere, 1967 Unteroffiziere und Mannschaften. Der Verlust an Pferden beträgt 148. Seitens der württembergischen Truppen wurden 1400 Gefangene gemacht, darunter 34 Offiziere.
ch Stuttgart, 6. Dec. Der „Staatsanzeiger" meldet: „Der König stimmt dem Vorschläge des Königs von Bayern zu, gemeinschaftlich mit den deutschen Fürsten bei dem Könige von Preußen anzuregen, daß mit der Führung des Bundespräsidiums der Kaisertitel verbunden werde. Heute ist der Adjutant des Kö- nias, £Dberft,*,n,*‘’w, um mitu» *pwuvfi5r<’i6f>n b«* VerfallleS abgegangen.
+ Stuttgart, 5. Dec. Ein Telegramm des „Staatsanzeigers" aus Berlin vom 4. December meldet: Der bayerische Minister Lutz ist hier eingetroffen, um gemeinschaftlich mit dem Bevollmächtigten des norddeutschen Bundes den Beitritt Württembergs, Badens und Hessens zum Vertrage mit Bayern zu vermitteln. Am Sonntag Mittags 1 Uhr findet die diesfallsige Conferenz im Bundeskanzleramt statt. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht die Antwort des Königs auf die Adresse der städtischen (Kollegien. Dieselbe sagt der Hauptsache nach: Wie bisher werde der König es auch ferner für die höchste Aufgabe betrachten, die Würde und das Ansehen Deutschlands in Gemeinschaft mit seinen Bundesgenossen zu wahren und für die gedeihliche Entwickelung seines geliebten Württemberg« zu sorgen.
Berlin, 5. Dec. Die „Kreuzztg." hört, daß die Einberufung des Landtags zu einer kurzen Session für den 12. d. M. in Aussicht genommen ist.
Berlin, 5. Dec. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Heute aus Paris eingetroffene militärische Nachrichten drücken Bewunderung aus über den Heldenmuth, welchen die Württemberger gemeinschaftlich mit ihren Waffenbrüdern aus Pommern und dem Königreich Sachsen bei den französischen Ausfällen am 30. Nov. und 2. Dec. bewiesen haben, indem sie sich 80,000 Franzosen entgegenwarfen und sie auf's Haupt schlugen. — Die „Börsenztg." meldet: Das Consortium zahlte am Sonnabend das erste Drittel auf die übernommenen 34 Millionen des neuen Bundesanlehens ein; zugleich erklärte sich das (Konsortium zur Uebernahme von weiteren 17 Millionen bereit.
+ Tours, 5. Dec. Die hiesige Negierung verbreitet folgende Nachricht: In der Nacht vom 3. zum 4. Dec. erklärte General Aurelles für nöthig, Orleans zu räumen und den Rückzug auf das linke Loire-Ufer anzutreten. Die Negierung war der Ansicht, Orleans zu halten, da aber General Aurelles bei der Nothwendigkeit des Rückzuges verblieb und versicherte, die Truppen würden nicht Stand halten, ließ man ihm volle Freiheit der Action. Am 4. d. M. tele- graphirte General Aurelles, er habe feine Ansicht geändert, er wolle in Orleans Widerstand leisten. Der Kriegsminister fuhr nach Orleans ab, doch mußte der Zug bei La Chapelle halten, da preußische Cavallerie auf den Zug schoß. Der Minister kehrte 3 Uhr Morgens nach TourS zurück, wo er eine Depesche Pallier's fand, welcher mittheilte, daß der Feind die Räumung von Orleans verlangt habe, widrigenfalls die Stadt beschossen würde. Pallier gestand NamcnS Aurelles zu, daß Orleans geräumt werde. Um Mitternacht war die Stadt von den Preußen besetzt. Von Aurelles sind der Negierung keine weiteren Nachrichten zugegangen.
£ Brüssel, 6. Dec. Ein mit dem Luftballon hieher gelangter Pariser Brief meldet, daß die Anhänger BlanquiS eine Demonstration der Frauen vorbereiten für den Augenblick, wo die HungerSnoth sich fühlbar machen wird. — Eine An- $abl französiichkr Nationalgarbe aus dem Departement du Nord bat sich auf belgisches Gebiet geflüchtet.
△ Brüssel, 6. Dec. Die neuesten Depeschen aus Tours melden, daß dort dte größte Rathlosigkeit herrsche. Die Generale der Westarmee und General d'Aurelles de Palatines gestehen zu, daß Orleans ohne Schwertstreich besetzt wurde. Die Volksstimmung schwankt aus einem Extrem in’« andere.
Brüssel, 6. Dec. Ballondepeschen aus Paris vorn 4. d. bestätigen völlig die letzten Angaben aus Versailles und zeichnen sich nur in gewohnter Weise
durch Uebertretbungen aus, indem sie die deutschen Verluste auf 20,000 Mann angeben.
4- Bern, 6. Dec. Ein Telegramm des „Bund" aus Pruntrut vom 5. December meldet ein siegreiches Gefecht der Preußen mit Franktireurs bei Mont- beliard. — Delle ist abermals von den Preußen besetzt. Bei Belfort ist lebhafte Kanonade.
△ Lille, 6. Dee. Proklamationen des RegierungScommiffärS Testelin und des neuen (Kommandanten der Nordarmee, Faidherbe, beklagen die erwiesene Unfähigkeit der bisherigen Offiziere der Mobilgarde, namentlich in Amiens, und ordnen die Wahl der Offiziere durch die Truppen an. Bezüglich der wachsenden Diöciplinlosigkeit unter den Truppen verfügen sie gleichzeitig, daß im Wiederholungsfälle die Truppen Marschbefehl zum Vorrücken gegen den Feind erhalten würden.
ch Florenz, 4. Dec. Bei Entgegennahme der spanischen Krone hielt der Herzog von Aosta an die Mitglieder der (Korted - Deputation eine Ansprache, in welcher er sagte: „Treu den (Überlieferungen seiner Ahnen, verkenne er nicht die Schwierigkeiten feiner neuen Stellung und seine Verantwortlichkeit vor der Geschichte. Er vertraue auf Gott und das spanische Volk, welches bewiesen habe, daß es sich einig wisse in der Achtung der Ordnung, der Religion und der Freiheit. Er werde, um sich der Erwählung würdig zu machen, nur den konstitutionellen Traditionen in Denen er erzogen sei, loyal zu folgen haben. Soldat in Der Armee, werde er vor Den Repräsentanten Der Nation Der erste Bürger fein. Ich bin sicher, Daß Der Spanier von Dem Könige, Den Die Spanier erwählten, stets sagen wird: Seine Loyalität weiß sich über Die Kämpfe Der Parteien erhaben. Er hat keine anderen Gedanken als die Eintracht und das Gluck Der Nation!" Die Rede des Prinzen wurde mit Dem Ruse: „Es lebe Spanien!" aufgenommen.
A Havre, 4. Dec. An Der Börse wurde folgender Ausruf angeschlagen: „Citoyens! Die Republik hat Decretirt: Es muß gesiegt werden! Die BefreiungS- stunde hat geschlagen! Der Feind verläßt Die ringsum gewonnenen Positionen. Von uns hängt es ab, feinen Rückzug in Flucht unD Untergang zu verwanDeln. Havre’S Flagge muß, eine Der ersten, auf den Mauern Des befreiten Paris wehen! Erhebt Euch! Schwören wir, nicht zurückzukehren, so lange Frankreich nicht wieDer an Der Spitze Der befreiten Nationen marschirt! ObercommanDant Ballier, SouS- präfect Chamel, Maire GuillemarD."
A Paris, 1. Dec. Nachrichten per Ballonpost melDen, Daß MireS am Sterben liegen soll.
Offieielle militärische Nachrichten.
Versailles., 6. Dec. Der Königin Augusta in Berlin. Bei Orleans sind über 10,000 Gefangene, 77 Geschütze und 4 Kanonenboote genommen worden. Treskow stürmte die Orte Gidy\ Janvry, Pruns, die fortificirte Eisenbahn in Orleans wurde um Mitternacht genommen. Heute hat Manteuffel mit dem 8. Corps Rouen besetzt. Wilhelm.
Versailles, 6. December. Am 4. warfen Abtheilungen des 8 Eorps eine von Rouen vorgeschobene französische Brigade, wobei 10 Offiziere, 400 Mann und 1 Geschütz in unsere Hände fielen. Am 5. erneuertes siegreiches Gefecht unseres rechten Flügels, wobei wiederum 1 Geschütz genommen wurde. In Folge dessen verließ das zum Schutze von Rouen zusammengezogene feindliche Corps die Stadt, welche General Göben noch im Laufe des Nachmittags besetzte. In den verlassenen Verschanzungen wurden 8 schwere Geschütze vorgefunden.
General-Feldmarschall Prinz Friedrich Karl meldet von Orleans: Jetzt 77 Geschütze und etwa 10,000 unverwundete Gefangene in unfern Händen, ebenso 4 Kanonenboote, jedes mit einem 24-Pfünder armirt. Die Verfolgung wird fortgesetzt. v. Podbielsky.
Vermischtes.
Karlsruhe. In der hiesigen Schuberg'schen Bierbrauerei geht seit 8 Abenden eine mit der Aufschrift: „Gebt Heerkreuzer!" versehene runde Holzschacktel in den ReichSsarben von Tisch zu Tisch, von Hand zu Hand, und der von einigen Stammgästen ausgedawte Scherz scheint so guten Anklang zu finden, daß zu wünschen wäre, es möchten andere öffentliche Wirtschaften den Vorgang nachahmen. Es dürfte bis Weihnachten oder Neujahr ein Ergebniß damit erzielt werden, das unfern im Felde stehenden wacker» Truppen oder ihren Angehörigen für diese Zeit eine unverhoffte und eben darum um so größere freudige Ueberraschung bereiten würde. Also: Gehet hin und thut desgleichen!
Bursennachrichten.
6. December 1870.
Preuss. 41/20 g Oblig. 91 ,/2 Frankf. 3%% Obi. 78% Nass. 4%0 0 Obi. 91% Kurhess. 4% „ 83 Gr. Hess. 5% Obi. —
» n 4% , 925/6
, n 3V2% n ~
Bayer. 50.0 „ 95%
» 4 72% 1jährige 913/Q n 4% % jährige 85 V4
Wiirtemb. 4%% Obi. 9O3/4 Baden 4’/20/0 Obi. c. E. L. 91 Oesterr. Silberrente 54
„ Papierrente 46 >, 4
„ 5% M. steuerf. —
Amerik. Bonds 1881 r 96%
„ „ 1882r 941/2
* „ „ 1885r 93%
n „ 1887r 933/4
Spanier, neuest. 3% 30
Actieii.
Frankf. Bank 131 %
Frankf. Vereins-Kasse 1011 4
Darmst. Bankact. 322
Wien Bankactien 700 Galizien 232
Actien.
Oest. Creditact. 2373/4
50/o östr. F. St. E. B. 3681/2 Lombard. Bahn 172 */2 Lud wigsh.-Bexbach 162 Maxbahn 108
Bayer. Ostbahn 1243/8 Hess. Ludwigsb.-Act. 135 Alsenzbahn-Actien 86 Oberhessen „ 67
Prioritäten.
3% öster.Stsb.-Prior. 55%
3% öst. s. Lombard 46
30/g Livorneser 311/4
5O/o Toscaner 49 i/s
5O/o Elisabeth.-Prior. 75% do. II. Emiss. 741/2
Anlehensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 64% Nassau 25 fl. 38%
4% bayr. Präm.-Anl. 106% Ansbacher 7 fl. 11%
4% badische Loose 105% Badische fl. 35 Loose — Oestr. fl. 250 v. 1839 — 1858r Prioritätsloose 159 1860r Loose 75% 1864r „ 111%
Braunschweiger 16% Stadt Madrid 22
Weelisel.
Amsterdam k.
S.
1003/8
Augsburg
k.
S.
99%
Berlin
k.
S.
104%
Bremen
k.
S.
96%
Cöln
k.
s.
104%
Hamburg
k.
s.
88%
Leipzig
k.
s.
104’%g
London
k.
s.
119%
Lyon
k.
s.
Paris
k.
s.
—
Wien
k.
s.
96%
ditto
m.
s.
ditto
1.
s.
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Disconto
4%
G.
Geldsorten.
Pr. Cassen-Sch. 1 44%—45 Sachs. „ Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58%—59% Pistolen . . 9 47 — 49
„ doppelte 9 48—50 Holl. fl. lOSt. 9 54—56 Ducaten . . 5 37—39 20 Frankenst. 9 33 — 34 Engi. Sover. 11 56 —12. Buss. Imper. 9 48—50 Dollar in Gold 2 27-28
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