Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.
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Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.
2- 20 „ Nr. 174.
Donnerstag den 8. December
1870.
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dabin lautet- „Nach dem Beitritt Süddeutschlands zum Norddeutschen Bunde erfolgt. Indem tch Sie bitte, dasselbe als einen -beweis meiner hohen Werth- haben die Ew. Mas. übertragenen Prässdialrechte ihre Bestätigung gefunden und jchatzung von mir anzunehmen, erneuere ich die Versicherung der unveränderlichen bab. ick mich zu deren Bereinigung in einer Hand bereit erklärt, in dem Wer- Anhänglichkeit, mit welcher ich den Ew k. Hab.! Me.ne« theuren Ohe,ms
- 9 . ... zn-c- h-kaw-ct,« aaa <>nfft\rfm 10. Dctober i870. auter Nesse Alexander.
Zarskoje Sselo, 10. October 1870. guter Neffe Alexander." Heber die Schlacht bei Amiens berichtet der dortige Specialcorrespondent der „Daily News" unterm 27. November: „Der Kampf begann heute um unge- ähr 11 Uhr Morgens und dauerte bis gegen 6 Uhr Abends. Er war im Ganzen eine Artillerieaffaire und dehnte sich von Gentellcs, Boves, Dury nach Sains aus. Auf dem südwestlichen Flügel begann bei Le Petit St. Jean ein hitziges Gefecht. Der Bogenschnitt des Kreises, welcher den Kampfplatz bildete, mochte etwa 10 Meilen im Umfang haben, und das Terrain war hügelig. Die Franzosen wagten sich nicht weit aus ihrem verschanzten Lager heraus und der einzige Bayonettangriff fand in Boves statt. Die Theerjacken fochten wie die Löwen und erwiesen sich als vortreffliche Artilleristen. Das Dorf Dury wurde von den Franzosen beschossen, in Folge dessen ein Schloß niederbrannte. Die Linientruppen nahmen wie gewöhnlich zuerst Reißaus. Die Landstraße war mit
Ein neuerer Bericht aus Shanghai, vom 4. Oktober, schließt mit der beruhigenden Mittheilung, daß sich die politische Situation wesentlich gebessert habe und die fremden Vertreter in Peking den Entschluß, vor Schluß der Paiho- Schifffahrt nach Shanghai zu übersiedeln, aufgegeben haben. Graf v. Rochechouart zog, Post für Post vergeblich auf Instructionen aus Paris wartend, die Verhandlungen mit dem Tsung-li-yamen hin. Nachdem er in Tientsin die Ueberzeugung gewonnen hatte, zwar nicht, daß der von der öffentlichen Meinung zumeist ange- klagte Gouverneur Chung-Horn, wohl aber drei andere Mandarinen, darunter der General Tsenkwo-jui, als mitschuldig an dem Blutbade vom 21. Juni anzusehen seien, machte er die Hinrichtung dieser drei Mandarinen zur Vorbedingung jeder Verständigung und stellte schließlich in diesem Sinne ein Ultimatum mit dem Prä- clusivtermin bis 21. August. Die chinesische Regierung erklärte ihre entschiedenste Weigerung und Graf Rochechouart bewilligte, da er auch nach dem Ablaufe des
Sr. Maj. des Kaisers an den Prinzen lautet:
„Mein theurer Oheim! Die militärischen Operationen, welche einen erneuten Glanz über die glorreichen Annalen der tapferen preußischen Armee verbreitet haben, gaben auch Ew. k. Hoh. Gelegenheit, die Sie auszeichnenden militärischen Eigenschaften zu entwickeln. Zum Beweise, wie sehr ich diese schätze, habe ich
— nach Tientsin begeben müssen, um dort dem Untersuchungsrichter ad hoc ju-ptyiu. worr.j
7. December.
Die Pariser scheinen an den Lektionen vom 30. November und 2. December noch nicht genug zu haben, sie verstärken ihre Truppen vor Vincennes und scheinen demnach noch einmal einen Angriff auf die so rühmlich behaupteten Stellungen der deutschen Truppen zwischen Brie und Champigny unternehmen zu wollen. An einen Erfolg eines solchen neuen Versuches ist aber gewiß um so weniger zu denken, als man im deutschen Lager die Absichten des Feindes durchschauen kann und es demzufolge an dem geeigneten Empfang nicht fehlen lassen wird.
Inzwischen werden von französischer Seite über die Vorgänge in den letzten November- und den ersten Decembertagen fortwährend die absurdesten Lügen verbreitet. Es scheint ein förmlicher Wettkampf eröffnet zu sein, wer am unverschämtesten lügen könne. Es liegt in den belgischen und österreichischen Journalen eine Reihe von Depeschen aus Tours vom 2. Dec. vor, die sich wie ein ununterbrochener Siegeshymnus lesen und als würdiger Schlußeffect mit einer Liste von Auszeichnungen endigen, die Herr Gambetta für Auszeichnungen in jenen sieg- reichen Kämpfen zu verleihen geruhte. General Ducrot ist noch nicht darunter, aber diesem hat General Aurelles de Paladine die Genugthuung zu Theil werden lassen, in einem Tagesbefehl an die Loirearmee zu erklären, daß die Pariser Armee unter General Ducrot die feindlichen Linien durchbrochen habe. Zur Revanche wird General Ducrot seinerseits wieder den General Aurelles de Paladine als Sieger bei Beaune la Rolande unv bei Artenay proclamircn lassen.
Gambetta war drei Tage in Le Mans und hat diese Gelegenheit benutzt, um durch eine vom 24. November datirte Proklamation den Soldaten Muth zu machen: „Ihr habt energische, ergebene und so weise wie unerschrockene Führer an eurer Spitze!" ruft er ihnen zu. „Ihr steht euren Waffenbrüdern von der Loirearmee nicht nach und ihr vertheidigt an der Sarthe eine eben so wichtige Stellung, als es die Ufer der Loire sind. Ihr wirkt endlich mit zu der rühm- reichen Bewegung Frankreichs nach der Hauptstadt, ihr werdet nicht länger Boden verlieren wollen, denn jeder Fuß Boden, den ihr aufgebt, ist ein Tag schrecklicher Angst mehr, den ihr den Belagerten auferlegt. Leistet euch daher einander den Schwur, wie eure Väter, nicht zurückzuweichen unv alle in gleichem schritt zu Frankreichs Befreiung zu marschiren, damit von euch wie von euren Ahnen gefugt werde: Sie haben sich um das Vaterland und die Republik verdient gemacht. Es lebe Frankreich! Es lebe die eine und unteilbare Republik!" Das Lager von Conlie, fünf Wegstunden von Le Mans, an der Westbahn, liegt auf einem Hügel, auf dem 100,000 Mann Platz finden; auf dem höchsten Punkte ist in einer Meierei das Hauptquartier. Am 22. November, wo Gambetta eintraf, wurden die ersten Waffen vertheilt.
In der sechsten Reichstagssitzung am 5. December beantwortete Präsident Delbrück eine Interpellation des Abgeordneten vr. Friedenthal, ob thatsächliche Verhältnisse vorlägen, welche die baldige Herstellung des deutschen Reiches erwarten ließen dahin: „3cb nehme keinen Anstand, auf diese Frage ^u antworten. Se. k. Hob. der Prinz Luitpold von Bayern hat vorgestern ein Schreiben Sr. Maj.
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Kriegsnachrichten.
Se. k. Hoh. Prinz Albrecht von Preußen, welcher bereits die 4. Klaffe des St. GeorgenordenS für seine Führung einer Expedition am Flusse Pschecha im Kaukasus besaß, hat, wie die „Spen. Z." berichtet, am 10. October die 3. Klasse dieses höchsten russischen Militärordens erhalten. Das eigenhändige Schreiben
Frist um Frist und suchte mündlich und schriftlich den peremtorischen Charakter feiner ursprünglichen Forderung zu mildern. Bis zum 21. Oktober wollte die chinesische Regierung ihre definitive Erklärung abgeben. Gras Rochechouart hatte inzwischen die so ungünstigen Kriegsereignisse in Frankreich erfahren und war, um neuen Complicationen auszuweichen, entschlossen, unter den bestmöglichen Bedingungen zu einer friedlichen Verständigung die Hand zu bieten, ohne weiter auf Instructionen zu warten. Prinz Kung und seine Partei, deren Stellung durch den Einfluß der fremden feindlichen Partei mit dem sogenannten siebenten Prinzen an der Spitze bedroht war, scheinen sich wieder fester zu fühlen. Gras Rochechouart wird von den Gesandten Belgiens und Spaniens, in neuerer Zeit am eifrigsten von dem Charge d’affaires Wade und dem Generalinspector der Seezölle R. Hart unterstützt. Auch der amerikanische Gesandte Low hat sich seinem Standpunkte genähert. Dagegen beobachtet trer russische Gesandte von Butzow die größte Zurückhaltung. Der norddeutsche Gesandte unb Senior des diplomatischen Corps v. Rehsuß hat sich die äußerste Reserve auferlegt. General Tsengkwo-jui hat sich — ein günstiges Zeichen für die nachgiebigen Dispositionen der Regie-
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trauen daß dadurch den Gefammtinteressen des deutschen Vaterlandes entsprochen wird. ' Ich habe mich deshalb an die deutschen Fürsten gewendet, gemeinschaftlich mit mir bei Ew- Majestät in Anregung zu bringen, daß die Ausübung der Rechte unter dem Titel des deutschen Kaisers geschehe." (Lebh. Beifall.) Ich kann binzufüaen, so erklärt Präs. Delbrück, daß die in Versailles anwesenden Fürsten ihre Zustimmung ausgesprochen haben und die Zustimmung der übrigen Fürsten und freien Städte ist zu erwarten."
Unmittelbar nach der Annahme der Bundesverträge im Reichstage sollen ssch die deutschen Fürsten unter Führung des Königs von Bayern nach Versailles beaeben um dem Könige Wilhelm den deutschen Kaisertitel anzutragen. Nach einer Korrespondenz des „Daily Telegraph" wird der vom Könige anzunehmende Titel wahrscheinlich nicht „Kaiser von Deutschland," sondern „Kaiser von Preu- ßen und Schirmherr von Deutschland" sein, so daß jeder Schatten von Besorg- niß entfernt wirb und Preußen als solches nicht verschwindet.
” Auf Schloß Windsor haben die Vorbereitungen für die Vermahlung der PrinreMii Louise mit dem Marquis os Lome, ältestem Sohne des Herzogs von Aravll r.:dcbe wahrscheinlich Anfangs Februar nächsten Jahres Statt finden wird, bereits'beaonnen. Die feierliche Ceremonie wird in der St. George's-Capelle des Schlosses Statt finden, der nämlichen, in welcher die Trauung des Prinzen und der Brinrefsin von Wales vollzogen wurde. — Die Mehrzahl der CabinetSmit- alieder hüben die Hauptstadt verlassen, um erst noch Weihnachten zurückzukommen. Gladstone geht in diesen Tagen nach seinem Landsitze Schloß Hawarden tn cremt bire, der Conseil-Präsident Earl de Grey und Ripon ist bereits nach Norton Park und Der Colonial - Minister Earl os Kimberley nach seiner Besitzung Kim- berlev Hall in Norfolk abgereist. Der Marine - Minister Childers hat sich nach Cautllv Park in Iorkfhire begeben, während der Minister des Innern eine Reihe von Besuchen angetreten hat. KriegS-Minister Cardwell ist nach Godalming in Surrey und Der General - Postmeister Marquis of Hartington nach ChatSworth in Derbyshire gegangen. Vorerst bleiben demnach nur Granville, der Herzog von Argyll, Der ArmenamtS-Präsident Göschen unD Der Unterrichts-Minister Forster in
ihren Chassepots wie besäet."
Aus Lothringen, 29. Nov. Die beiDen kleinen Bergfestungen Pfalzburg und Bitsch, im deutschen Theile Lothringens gelegen, sind bekanntlich noch immer in französischem Besitz, und wurden von unfern Truppen bisher nur cernirt und niemals ordentlich belagert oder kräftig beschossen. Da durch die Einnahme von Metz, Verdun und Thionville jetzt sehr viel schweres gezogenes preußisches Belagerungsgeschütz, welches bekanntlich mit unübertrefflicher Sicherheit aus der weitesten Entfernung schießt, disponibel geworden ist, so soll nunmehr aus Der- sailles der Befehl gekommen sein, mit der Beschießung auch dieser beiden kleinen Festungen baldigst zu beginnen, und zu diesem Zweck preußische schwere Geschütze anzuwenden. Grade bei einem etwaigen hoffentlich recht baldigen Friedensschluß ist es von Wichtigkeit, daß wir schon im Besitz dieser beiden für immer mit Deutschland zu vereinigenden Festungen sind, und Die Franzosen nicht erst nöthig haben, uns solche abzutreten, wogegen sich ihre Nationaleitelkeit sehr sträuben mürbe. Wenn man nur ernsthaft will unD gute Geschütze anmenDet, können weder Bitsch noch Pfalzburg sich lange Zeit vertheidigen.
Aus Der Präfectur des Meurthe-Departements ist am 29. v. M. folgendes Schreiben an Den Maire von Nancy gerichtet worden: „Ich habe die Ehre, Sie


