Ausgabe 
8.1.1870
 
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Politische Rundschau.

6. Januar.

drückt.

in Polen."

silion noch sehr vermindert werden, und wird darum auch un­ermüdet daran gearbeitet. Die Mittel dazu sind in Fülle vor­handen , und so lange eS Bischöfe giebt, die schon glücklich find, sich den Titelpäpstlicher HauSprälat" beilegen zu dürfen, wird ein sanfter Druck, eine Insinuation, die Aussicht auf ein Privilegium, auf eine vornehmere Farbe des GewandeS und dergleichen mehr bei vielen die gewünschte Wirkung erreichen. Solche Dinge wirken gleich jenen Insecten, die auch daS här­teste Holz durchbohren. Es versteht sich, daß der Episkopat auch heute noch Manner aufweisen kann, welche den Lockungen wie den Drohungen unzugänglich sind.

Die vom Papste vorbereitete Bulle gegen die moderne Wissen­schaft wird alle seit dem Eoncil von Trient (also seit 300 Jahren) erschienenen philosophischen und wissenschaftlichen Bücher, welche nicht die specielle Billigkeit der katholischen Kirche erhalten haben, über einen Kamm scheeren und rundweg verdammen. Da- nennt man kurzen Proceß machen'.

Florenz, 3. Jan. GS wurden Truppen nach Bologna, Faenza und Parma gesendet, da dort Unruhen auSgebrochen sind. Der Finanzminifter gestattet, um weiteren Putschen vorzubeugen, auch fernerhin denjenigen Müllern zu mahlen, welche 1869 die Steuer schuldig geblieben find.

Vermischtes.

Gießen, 6. Januar. Der SchwnrgerichtShof der Provinz. Oberhessen vom I Quartal l. I. hat in den nachbemerkten AnAagesachen erkannt: ,

Am 3. Januar gegen Karl Hinkel von Vtlbel, wegen aus­gezeichneten ' Diebstahl, eine geschärfte CorrectionshauSstrafe von 1 Jahr 2 Monaten.

Denselben gegen Ludwig Ockel von Unter-Schmitten, wegen ausgezeichneten Diebstahls, eine geschärfte CorrectionShauöstrafe von 1 Jahr 3 Monaten.

Am 4. Januar gegen Markus Roth von Rieder-Ohmen^ wegen Meineids, eine Correctionshausstrafe von IVr,Jahren.

Den 5. Januar gegen Eonrad Stengel von Ostheim, wegen Meineids, da die Geschwornen einNichtschuldig" erklärt hatten, auf Freisprechung.

Den 6. Januar gegen Johannes Georg II. von Landen­hausen , wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg da das Verdict der Geschwornen ebenfalls einNichtschuldig" enthält auf Freisprechung.

Sodann werden weiter folgende Falle zur Verhandlung bezw. Aburtheilung kommend , . a_

Den 10. Januar, Vormitt. 9 Uhr, gegen Johanne« Meiß­ner Großh. Bürgermeister von Hainchen, wegen Dienstver­brecken; Vertheid.: Großh Hofg.-Advocat Weidig.

Den 11. Januar, Vormitt. 9 Uhr, gegen Elisabeths Bing von Eschenrod, wegen Kindesmords; Bertheid.: Großh. Hofg.« Advocat La bro isse.

Den 12. Januar, Vormitt. 9 Uhr, gegen Ludwig Hensel von Wingershausen, wegen Brandstiftung; Vertheid.: Großh.

der Verwalter dieses Ministeriums.

Bayern. München, 4. Jan. Die Abgeordnetenkammer hat heute die EinweisungScommission gebildet. Dieselbe, be- I stehend auS dem Alterspräsidenten, den beiden Jugendsecretären I und sechs durch das LooS bestimmten Mitgliedern, prüft die I Legitimationen. Das Loos war den Ultramontanen günstig. I Außer dem Alterspräsidenten und den zwei Secretären gehören fünf der auSgeloosten Mitglieder der ultramontanen Partei, und nur ein Mitglied der Fortschrittspartei an.

Belgien. Brüssel, 3. Jan. Bei der NevjahrS-Gratu- lation der beiden Kammern sprach der König in seiner Antwort über daS Verhültniß Belgiens zum Auslande und betonte b:e vortrefflichen Beziehungen zu allen fremden Mächten. Der so I herzliche Empfang, welchen der König in England gefunden, I ei ein Beweis für die hohe Achtung, welche Belgien im AuS« lande genieße. Belgien, sagte der König, nimmt in Europa einen beneideten Rang ein, Dank seinen Institutionen und der I Weisheit, womit sie angewandt werden. Er fordert die Kam- I meru auf, mit ihm für die Erhaltung dieser Institutionen zu wirken und für die Wahrung des Geistes, der Ordnung und deS Fortschrittes, welcher bei ihrer ersten Gründung gewaltet, habe. Da bei der jüngsten Kammer-Eröffnung keine Thronrede gehalten wurde, so wird diese Neujahrs-Ansprache gewisser­maßen als ein Ersatz dafür angesehen, und sie hat auf d'.e I Hörer einen sehr günstigen Eindruck gemacht.

Italien. Nahezu zwei Dritttheile des ConcilS find be­reits un Reinen, oder dafür gewonnen, daß die persönliche Unfehlbarkeit der 256 Päpste und ihrer künftigen Nachfolger jetzt Glaubenssatz werden müsse; doch ist der zuerst aufgetauchte Gedanke der einfachen Akklamation aufgegeben worden. Dre Bischöfe des Oeeans (Südamerika und Philippinen) haben in einer bet ihrem Cardinal Moreno gehaltenen Versammlung sich bereit erklärt, die Definition des Unfehlbarkeitsdogma zu bean­tragen.Wenn der Papst diesin Männern geböte, statt dreier Personen vier in der Dreieinigkeit zu glauben und zu lehren, so wurden sie gehorchen", äußerte kürzlich ein römischer Car­dinal über dergleichen Bischöfe. Die andere Partei, welcke daS Dogma ablehnen will, begreift gegen 200 Bischöfe, und dies ist mehr, als anfänglich auch sanguinisch Gestimmte zu hoffen wagten. Zu ihnen gehören die Mehrzahl der deutschen, öster­reichischen und ungarischen Bischöfe, die Hälfte der Franzosen, alle Portugiesen, einige Irländer, mindestens die Hälfte der Nordamerikaner und Kanadier und eine beträchtliche Anzahl von Orientalen. Wenn die Stimmen nicht gezählt, sondern nach dem geistigen Gehalt der-Votanten gewogen würden, so wären die Zweihundert weitaus die Mehrheit. Sobald man die Opposition auf 50 Stimmen herabgebracht hat, wird diese in dem Gefühle ihrer Ohnmacht allen Widerstand aufgeben und theilS das Feld räumen, IheilS zu der siegenden Masse übertreten. So muß denn die gegenwärtige Stärke der Oppo-

Ein Correspondent derPall-Mall Gazette" in San Sebastian sagt, das von Lersundi, Calonje und anderen Hauptführern der gemäßigten Partei befür­wortet Projekt einer Coalition zwischen Don Carlos und Donna Isabel finde in den oberen Rangstufen des Heeres immer mehr Anhängnr. Dieses Bündniß werde in Frankreich und Portugal gleichzeitig orga- nifirt, und Cabrera, welcher die carlistlschen Banden der baskischen Provinzen wieder unter sich zu ver­einigen beabsichtigte, billige den Plan durchaus. Wenn die Coalition zu Stande käme (das Haupthindermß sei die starke Antipathie zwischen Don Carlos und Donna Isabel), würde die Partei ihre Candldaten der Abstimmung der Nation überlassen; aber auch wenn der Plan nicht glücken sollte, seien die Carusten entschlossen, die Listen mit dem Namen ihres Candi- taten zu füllen und wo nöthig noch einmal zu den Waffen zu greisen. Die Mehrzahl von ihnen set zwar einer friedlichen Lösung bess-r zugeneigt, aber die Führer seien zum äußersten entschlossen und hätten auch vttsmal bessere Aussichten, da die Zahl ihrer Anhänger sich ganz bedeutend vermehrt habe.

Der römische Correspondent derKölner Ztg." theilt die Ansprache des Papstes auf die Glückwünsche des Generals Kanzler ihrem wesentlichen Inhalt und zum Theil ihrem Wortlaute nach mit. Der heilige Vater begann damit, daß er sagte, es sei ihmüber Nacht" der Gedanke gekommen, wie doch weder Christus und die Apostel, noch irgend einer seiner eigenen Vorgänger einer Armee zu seinem Schutze bedürftig gewesen sei. Er erkenne aber die Ursache sehr wohl, wegen deren er genöthigt sei, eine Aus­nahme zu machen. Der Unglaube und die Verführung habe überhand genommen und alle Verhältnisse um­gestaltet. Früher habe ein Wort, ein Blick der Stellvertreter Christi genügt, um ganze Heere zu Boden zu werfen. Das sei aber bei Garibaldi und seinen Anhängern nicht möglich. Dieselben seien Re­präsentanten der Revolution, die alle Verhältnisse umgekehrt habe und das göttliche und menschliche Recht mißachte. UebrigenS wisse er recht gut, daß Garibaldi nur durch die Künste der Verführung An­hänger gewinne. Er habe diese Ueberzeugung durch die Aussage eines Offiziers bestärkt gefunden, der- seinen Dienst verlassen habe, um sich Garibaldi an­zuschließen. Derselbe sei bei Mentana gefangen worden und habe um Verzeihung gebeten, indem er zugleich erklärt habe, durch welche Mittel des Be- trugs die Garibaldianer sichjAnhänger zu verschaffen wüßten. Ihnen könne nur mit der Gewalt der Waffen widerstanden werden. Er gewahre darum allen seinen Kriegern den päpstlichen Segen, und zwar nicht nur zum Frieden, sondern auch zum Krieg. General Kanzler selbst erhielt dabei noch ganz be-

sondere Versicherungen der Huld, und Dankbarkeit. Unter dem Offiziere, von dem der Papst sprach, soll ein junger Principe Sforza zu verstehen sein. Die römischen Journale haben dieser Rede nicht einmal mit einer leisen Andeutung gedacht.

Nach den widersprechenden Gerüchten, welche über das Befinden des Kaisers von Rußland in den Blättern die Runde gemacht haben, ist folgende Mit­theilung der Londoner medicinischen FachschriftLan- cet" bemerkenswerth:Die Krankheit, an welcher Kaiser Alexander leidet, ist die Milzsucht, ein in der kaiserlich russischen Familie erbliches Nebel, welches äußerst schwierig zu bekämpfen ist. W:e es heißt, weist der Kaiser, dessen kräftiges und gesundes Aeu- | fieres sich bedeutend geändert hat, oft die ihm ange- botene Nahrung zurück und schließt sich von allem Verkehr mit der Außenwelt und von allen gesellschaft­lichen Vergnügungen ob, welche er früher zu suchen pflegte. ,,

Preußen. Berlin, 1. Jan. In einem (dritten) Brief an fine Wähler sagt Fr. Harkort: In Altpreußen befinden sich unter 36,142 Lehrerstellen 1926 von 50 b»S 100 Tlstrn^ 8361 von 101 bis 150 Thlrn., 10,920 von 151 blS -00 Thalern, also 20,577 unter dem Gehalt eines GerichisvienerS i oder Bahnwärters '. Am 1. Mär; v. I. wurde ncch d,e Stelle an der evangelischen Schule in Lampersdorf mit einem Ge­halt von 20 Thlrn. ausgeboten'. Ist eS da ein Wunder, wenn aus Ostpreußen die Lehrer nach Amerika auSwandern, wenn sie sich um Bahnwärter und andere Stellen bemühen?

Berlin, 4. Jan. Bekanntlich ist mit dem 1. Jan. das preußische Ministerium des Auswärtigen an den Norddeutschen Bund übergegangen. Wie verlautet, nimmt dasselbe fortan zur obersten Bundesverwaltung eine ähnliche Stellung ein, wie bis­her im Organismus der preußischen Centralverwaltung. Es bleibt unter der unmittelbaren Leitung des Bundeskanzlers und Ministerpräsidenten Grafen v. Bismarck. Auch der UnterstaatS- secretär Wirkl. Geh. Rath v. Thile verbleibt als nunmehriger Bundesbeamter auf seinem bisherigen Posten als stellveitreten­

England. London, 3. Jan. DieTimes" veröffent­licht folgendes Telegramm aus Newyork vom «estrigen Tage: Der Aufstand auf Cuba scheint beendigt; 1500 Aufständische sollen sich bei TunaS ergeben haben. Die RevolutionSjunta in Newyork hat unter diesen Umständen eine allgemeine Waffen, streckung anempfohlen.

London, 1. Jan. Mit dem gestrigen Tage hat daS alte BankerottSgesetz, daS den Bankerotteuren günstiger war, dem neuen weicken müssen. Jeder suchte noch von dem alten ®efefr zu profitiren und am letzten Tage des alten Jahres, wo natür­lich Eilt Noth 4bat. war der Bankerottsgerichtshof in Bafing- hallstreet der Sckauplatz einer nicht wenig aufregenden Scene. Die Zahl der Bankerotteure, oder vielmehr solcher, die e» werden wollten, war so groß, daß die Thüren nicht mehr wett genug waren und die Herren sich durch die Fenster Zugang verschafften. r ,

Aus Irland kommt die Kunde, daß die Zahl der Verbrechen kurz vor Abschluß des alten Jahres noch vermehrt worden ist. In Asketon, Grafschaft Limerick, wurde auf ;w?i Polizisten ge­schossen. Die Verwundung deS Einen ist tödtlich. Ebenso wurde auf Ballycastle, Grafschaft Mayo, Miß Herriott Cardnor, eine Dame die in der Gegend bedeutende Güter besitzt, in ihrer eigenen Küche durch einen von außen gefeuerten Schuß ver­wundet. Sechs Schrotkörner waren in den Kopf gedrungen, doch erwartet man ihre Wiederherstellung.

5. Januar.

DerKarlsr. Ztg." wird von Wien geschrieben - Der hiesige französische Botschafter ist dem Verneh­men nach angewiesen, vorläufig zu erklären, daß, welche Richtung auch der inneren Politik Frankreichs aeaeben und welchen Händen auch die Leitung der­selben anvertraut werden möchte, die auswärtige Politik davon unberührt bleibe, und daß die kaiser­liche Regierung unter allen Umständen cs sich speciell zur Pflicht machen werde, die auf der Grundlage gemeinsamer Interessen und gegenseitiger Sympathien erwachsenen freundschaftlichen Beziehungen zu Oester- reich sorgsam zu erhalten und zu pflegen.

Von der Unterdrückung des Deutschen Rußlands sagt dieTimes" :Die altrussische Partei, welche in Petersburg hoch angeschrieben steht, hat tn letzter Zeit gegen die Deutschen in den Ostseeprov'nzen die­selbe moskowitische Propaganda durchzuführen ver­sucht, wie sie es in den letzten sechs Jahren gegen Polen gethan. Die unerträgliche Einmischung der russischen Beamten in Religion und Sprache der deutschen Unterthanen des Kaisers hat dieselbe Tyett- nahme in Deutschland hervorgerufen, wie seiner Zett die von der dänischen Regierung ausgegangenen Quälereien und Bedrückungen in Schleswig-Holstein. Wahrscheinlich in Folge der Unzufriedenheit des deut- schen Volkes hat die preußische Regierung neulich den Auslieferungsvertrag mit Rußland nicht erneuert. Da nicht leicht ein preußischer Flüchtling nach Rußland Übertreten würde, so hätte der Vertrag eine durchaus einseitige Wirkung gehabt, wenn Preußen nicht der öffentlichen Meinung nachgebend, Über seine Bestim­mungen hinweggesehen hätte. DaS Ende dieser Neber- einkunst ist so viel wie eine Ankündigung, daß Nord- deutschlanv eine M.cht ersten Ranges geworden ist, und daß seine Regierung die Verfolgungen in Esth- land und Livland eben so sehr mißbilligt, wie die

Hosg.-Advocat Lauer. ,

Den 13. Januar, Vvrmitt. 9 Uhr, gegen Balthasar Dürin­ger von Wieseck, wegen Nothzucht und Blutschande; Bertheid.: Großh. Hofg.-Advocat Dr. Reatz.

. Frankfurt, 6. Jan. Die vorjährigen Manöver bei Vil­bel und Bergen haben noch ein Nachspiel in der Form eine» ProcesseS erhalten. Bei der Durckfahrt deS König« vurch Vilbel standen zwei Leute, der eine aus Obererlenbach. der andere aus Niedereschbach auf der Straße, um den König sammt der Ge­neralität zu sehen. AIS der Wagen des: Monarchen vorüber war, entstand zwischen Beiden ein Streit, wer eigentlich der König gewesen, namentlich aber darüber, ob er eine Mutze oder eine Pickelhaube aufqehabt habe. Die Gemüther erhitzten sich beiderseitig so sehr, daß die beiden sehr wohlhabenden Leute ein Welte von 20 Friedrichsd'or entgingen. Nachdem man Un, parteiische herbeiaerufen, welche constatirten, daß der König J eine Mütze aufgehabt, wollte der verlierende Theil sich aber nicht zum Bezahlen verstehen. ES wurde nun bei dem Land­gerichte Vilbel gegen den Schuldner Klage erhoben und blefe» ordnete Antretung deS Beweises, daß der König bei der Durch­fahrt eine Mütze aufgehabt, an. Unter den vorgeschlaaenen Zeugen befindet sich der damalige Generaladjutant des KomgS und eine An;ahl Vilbeler Bürger. Kläger wollte waS. jtdoch abgelehnt wurde den König selbst vernommen haben. Diese Woche findet daS Zeugenverhör statt.

Paris. Der Raubmörder Traupmann ist am 30. December zum Tode verurtheilt worden. DaS Verhör Traupmann^ bot nicht viel des BemerkenSwerthen. Der Angeklagte zeigte An­fangs eine sichtliche Zurückhaltung und antwortete auf die an ihn gerichteten Fragen nicht viel mehr als ja oder nein. AU- mählig ließ er sich aber zu längeren Erörterungen, 1« zu hef­tigen Schmähreden gegen einige Zeugen hinre.ßen. Nachdem Traupmann im Laufe der Untersuchung zu mehreren Malen daS Geständniß abgelegt, er fei der alleinige Mörder kehrte er jetzt während der öffentlichen Verhandlung wieder zu feinem früheren VertheidigungSfyftem zurück und sucht die Hauptverantwortlich- keit seinen Mitschuldigen zuzuwälzen. Von dem Präsidenten darauf aufmerksam gemacht, daß die Untersuchung auch nicht eine Spur dieser vorgeblichen Mitschuldigen aufgefunden habe vielmehr allenthalben deutlich auf die alleinige Täterschaft Traupmann s Hinweise, wie derselbe ja auch im Besitz sammt- licher Papiere der Familie Kinck angetroffen worden, erwiderte der Angeklagte, daß entscheidende Gründe ihn abhielten, die Namen seiner Mitschuldigen zu nennen; doch werde die Be­hörde dieselben ausfindig machen können, wenn sie in den Be- fiv pes Portefeuilles gelange, daS dem Vater Kinck gehört und daS er, Traupmann, im Elsaß verscharrt habe, nicht weit von der Stelle, wo die Leiche Jean Kinck'S entdeckt wurde. DaS Gericht war nicht geneigt, auf diese Ausflüchte Gewicht zu legen, wobei eS offenbar der Ueberzeugung folgte, daß Traup­mann nur darum verlangt, behufs Ausgrabung deS Portefeuilles nach dem Elsaß geschickt zu werden, weil er entweder die wahn­sinnige Hoffnung hegt, unterwegs eine Gelegenheit zur Flucht zu finden, ober aber einfach den Proceß in die Länge ziehen will.

Bristol, 28. Dec. Im hiesigen Theater wurden gestern Abend in' Folge des Menschenandranges 18 Personen todtge-

Ncdaction, Druck und Verlag der Brühl'schm Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gietzen.