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Gießener Anzeiger.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags.
Expeditione Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Mmtsöück für den Kreis Hießen.
1870.
Sonntag den 2. October
Nr. 117.
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Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. G o l d m a n n.
Verleihung des Charakters als Generalkonsul an den Konsul in Serajewo.
Ernennung eines Konsuls zu Paramaribo.
Ernennung eines Vicekonsuls zu Lulea.
esgleichen zu Jaffa.
Desgleichen in Pizzo.
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Republik.
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(Nr. 565.)
(Nr. 566.) ,...... r . n~A
Gießen, den 26. September 1870.
Truppen in die Festung Toul »orfommen sollte, mit der ganzen Garnison nach dem Belieben (ä la merci) Sr. königl. Hoheit des Großherzogs von Mecklen- bürg deiff h tjß;£n yom 25. September: „Bezüglich
des künftigen Vcrhaltniffes Oesterreichs zu Deutschland ist die Meldung nicht ohne Interesse, daß von Bapein und Wachsen eine Revision des Prager Friedens, der formell der Reconstruirung Deutschlands im Wege steht, in Anregung ge- bracht worden sein soll. Mannichfache Anzeichen sprechen für d,e Richtigkeit dieser Meldung, und man darf hieraus wohl die Hoffnung schöpfen, »aß aus Grund d°r vollzogenen Thalsachen Formen für ein säuerndes Fr-undsa>a,l-banv zwischen 'Drütschiand und-Oesterreich werden g.sucht werden.
General Favejeff hat in der russischen „Borsenzrg. .men Arlikel unt.r der Ueberschrist: „Di- Verhältnisse Rußlands nach dem deutsch.französischen Kriege" veröffentlicht, der eenen tiefen Blick in die Abstchlen und Bestrebungen der immer selbstbewußter und kühner auftretenden russischen Panslavisten . Partei thun läßt und daher für Europa und namentlich für Deutschland in vielfacher Hinsicht lehrreich ist. Der eifrige Vorkämpfer ter russisch-panslavistischen Idee beklag, die Einigung der deutschen Stämme unter der Führung de- mächtigen Preußen die nach der Niederwerfung Frankreichs sich ungevlnderi vollziehen werde, als ein für Rußland unheilvolles Ereigniß und zwar aus dem doppelten Grunde, weil Frankreich, auf dessen Bundesgenossinschait Ruß and für seme pan° flavistischen Plane allein rechnen konnte, au- dem Ries-nkampf- mit Deut chland zu sehr geschwächt und das vereinigte Deutschland, der Hauptgegner des russischen PanslaviSmuS, zu mächtig hervorgehen werde. „Oestiilkich bemerkt Fede, ff - konnte nicht mit Preußen, das 17 Millionen Einwohner zahlte und Frank- reich kann nicht mit dem deutschen Bunde, der 40 Millionen Einwohner zahlt, f-rtia werden; Rußland aber, wenn es nach der Niederwerfung Frankreichs an die Reihe kommt, wird es mit einem Deutschland, das 60 (?) Millionen Einwohner hat, zu thun haben 1" Als den Z-itPUN-t de« Kampfes, den Rußland gegen das vereinigte Deutschland werde zu bestehen habeni, bezeichnet Fade-ff den Tag, an welchem Rußland die Losung der slavischen Frage, die für daffelb- eine Lebensfrage sei, fassen und entschieden in die Hand nehmen werde. Dieser von allen Russen ersehnte Tag werde erschienen sein, sobald -S Rußland gelungen sei, sich di- Sympathien all.r slavischen Stamme zu gewinnen, wa« da- Haupt- ziel aller seiner Bestrebungen ftiu müsse. Den Kampfplatz, auf den, die slavische Frage zur Entscheidung kommen werde, verlegt Fadejeff nach dem Komgreiche Polen, in da« Dreieck zwischen Weichsel, Narew und Bug. „Siegen wir in diesem Kampfe", fährt er fort, „f° werden unsere Heere in einigen Tagen in Berlin oder Wien stehen; unterliegen wir, so werden sie, wenn der Feind au» nur von einer kleinen polnischen Partei unterstützt wird, im Königreich Polen ihr Grab finden."
Vom Kriegsschauplatz.
Lllon verlangt, als Vicehauptstadt Frankreichs statt Tours anerkannt zu werden. Die France antwortet auf einen Artikel des Salut Public in diesem Sinne: „Lyon sei in jeder Hinsicht dazu geeignet, aber da es die Fahnder rothen Republik aufgepflanzt habe, so erwecke es ernstliche Bedenken. Dl- Patrie, die in Poitiers erscheint, meldet vom 25. September: „An dem 17. September haben wir zum letzten Male den pariser Börse,icours erhalten. Es ist das wohl der schlagendste Beweis, wie luftig die vielen.Nachrichten sind, die von Tours und anderen französischen Städten aus >»er Paris verbreitet werden. „Ohne indiscret sein zu wollen" macht die France über die finanziellen Hoffnungen, die man in Tours hegt, folgende Bekenntnisse: „Ha. ben wir, wenn es zum Frieden kommt, eine Kriegsentschädigung an Preußen
4)1. Ociober.
Die „Darmst. Zig." schreib,: Di- U-bcrgab- Straßburgs wird zugleich auf die Bevölkerung von Pans ernüchternd einwirken. 'Straßburg galt den Parisern als leuchtendes Vorbild der Vertheidigung. Der Widerstand blS zum A-uß-rst-n ist nich, nach dem G-schmack aller Pariser, w>- d,e Schauren der descrii,enden Modilgarken und die zahlreichen Execu,Ionen wegen Verweigerung des militärischen Gehorsam« beweisen. Nachdem die tapferen Vcrtheidiger Straßburg« die Waffen gestreckt, wird französische Selbstüberhebung einigermaßen zur Besinnung gelangen, und allgemeiner wird da« Verlangen werden, vom Kampfe 618 "“unteTc'cn maM-n^Waffenstillstandeb-dingungen, die Graf Bismarck ge- stellt, war b-kanniiich die Auslieferung Straßburg« die wichtigste, obgleich seme Einnadme, gleich der von Toul, mit Sicherheit nahe bevorstand. Von den geforderten Festungen befindet sich nur noch Verdun, das die Verbindungslime der Deutschen vor Paris mit der Heirnath nicht bedroht, ,n französischen Händen. P alzbur das nach F-vr-'S Angabe gefordert sein soll, liegt abseits der Bahn von Weuvenheim nach Nancp und wird uns in Zukunft nicht wehr belästigen, als bisher Herr Favre wird neue Combinativneu bieten muffen, um einen Waffenstillstand zu erlangen. Was bisher nur französische Luge gewesen, wird ME« Wahrheit werden. Man wird nickt allem Einräumung de Lrl ™Dn( Balerien, man wird den Einzug in Pan« verlangen. Und ganz Deutschland wird dieser Forderung zustimmen, denn da« deutsche Heer tarf #or den Thoren von-Pari« nicht umkehren, °er Chauvmi-mu-muß ,n seiner eigent- lieben Brutstätte gcdemüthigt werden. h T.ut,
W ^trofebura ist wieder geworden, waS es war: eine deutsche Stadt. -Leut ff SAIBSÄ'Ä
land dast-hen, um das wievergewonnene R-ichSland gegen neuen frevlen Angriff fräf%U dluffcheu Heere haben in der kurzen Zeit von zwei Monaten unter den französischen Festungen und befestigten Städten schon tuntig aufge- räumt Es wurden belagert und genommen: Straßburg, Toul, Lutze ' » bera Mit Sturm genommen: Weißenburg. Nach kurzem
M^nt'm^VV- 'Nicht belagert, sondern nur beobachtet, resp. cernirt sind, m0Cr0h Aire HeSdin, Bethune, Eambray, Peronne, St. Quentln.
Das Protocoll, betreffend die Uebergabe von T o u l lautet dem Ws nach riemlich gleich jenem der Capitulation von Sedan. Nur findet sich da
Laon ereignete, wird bestimmt, daß, wenn Aehnliches beim Einzug- deutsche
sj>r 36 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 23. September 1870, enthält:
Bero d,mn7 b7r-On7?° Aufhebung de« unterm 20. Juli b- 3- -rlasf-nen Verbots der Ausfuhr und Durchfuhr von G-tr-,d- u. f. w. über d.e Grenze
"" Ou°r-
tierleiftung G-schäfisträg-r des Norddeutschen Bundes bei der Regierung der gmannten
werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch
(Mit den Grefzenee Miljergee bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.


