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Aus dem Elsaß, 26. August. Der „B. LvSztg." zufolge hat neuer» dinaS ein badischer Offizier in B- ein ärarischeS Tabaksmagazin aufgefunden, worin 52,000 Gentner Tabak lagern. Es stellt dies einen Werth von über 300,000 fl. dar. . ,
Brüssel, 30. August. Das belgische ObservatronScorpS concentrut sich mehr und mehr nach der äußersten Grenze hin. Der größte Theil der hiesigen Garnison wird einen Bestandtheil des Observationscorps ausmachen. Die ersten Trupvenabtheilungen rücken schon heute ab.
Brüssel, 30. August. Der „Jndependance belge" zufolge ist das Hauptquartier Mac Mahon'S zu Sevan (befestigte Stadt im Departement ArdenncS nahe Der belgischen Grenze), woselbst auch Napoleon mit seinem Sohne sich befinden soll.
Paris, 29. August. Ein Erlaß Trochu's vom 28. August ordnet an, daß diejenigen, welche Den mit Frankreich im Krieg befinDlichen Staaten ange- Horen, das SeineDepartement zu räumen und binnen Drei Tagen Frankreich ent- weDer zu verlassen oDer sich in das Loirebepartement zuruckzuziehen haben. Zu- wiDerhandelnde werden vor die Kriegsgerichte gestellt. Die Munizipalbebörde forDcrt die Einwohner zur Berproviantirung für Die Belagerung auf; Die Per- fonen, welche außer Stande sind, dem Feinde Widerstand zu leisten, sollen Paris
| verlassen.
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30. August.
Der „Karlsr. Ztg." wird aus Wien geschrieben: Die Neutralitätsliga hat es Den einzelnen Paziszenten zur Pflicht gemacht, nicht ohne vorgängige Verständigung Der M'tpaziszenten aus der Neutralität herauszutreten. Wenn ein Vorschlag durchdringt, der Dem Vernehmen nach von Oesterreich ausgegangen ist und von Rußland unterstützt wird, so würden Die Theilnehmer sich auch ver- pflichten, nicht ohne vorgängige Mittheilung zu machen, eine Friedensvermittelung in Angriff zu nehmen.
In der stürmischen Sitzung de- Gesetzgebenden Körpers vom 23. August hielt Jule- Favre folgende fulminante Rede: „Unser Unglück ist durch eine ver- hängnißvolle Führung entstanden; Unfähigkeit oder Vcrrath, ich weiß es nicht, das wird sich ausklären. Das aber können wir schon heute sagen: bei dem Heldenmuthe unserer Generale und Soldaten wäre Frankreich unüberwindlich gewesen, wenn es gut geführt worDen wäre. Die Politik Der Regierung ist es, durch Die Das ValerlanD verloren gegangen ist unö es ist Durchaus nothwendig, daß sie gewechselt wird. Dreimal verflucht sei derjenige, der eine Macht auf den Trümmern des Vaterlandes aufrichten wollte, aber wir können deßhalb nicht in dem System aiSharren, das uns Die Verluste gebracht hat (Beifall auf der Linken, heftiger Lärm auf Der Rechten.) Wir können es nicht gestatten, daß man uns sagt: „Die Regierung wacht, das genügt!" Sind wir -Lclaven, Die mit Der Armee eines Tyrannen ins Gefecht ziehen müssen, oDer sinD wir ein freies Volk, das sich für die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit feines Landes schlagt r Nun Denn, gehen wir an Die Arbeit! Man sagt uns: Was Die Fehler betrifft, so werden wir später sehen. Nein, nein, sprechen wir sogleich davon, daS ist ür die Rettung Frankreichs unerläßlich! (Bravo! Heftige Unterbrechungen) Was, meine Herren, Sie wollen dem Volke nicht sagen, wofür es sterben soll. (Tumult.) Für das Vaterland ocer für die Einrichtungen, die an all' unseren liebeln Die Schuld tragen? (Neuer Tumult.) Wie, Der gesetzgebende Körper hat Vertrauen ru diesen Einrichtungen? (Heftiges Murren.) Wenn er Vertrauen hat, so sage er eö; so wage er es, dem französischen Volke zu sagen, daß es sich für die Erhaltung des Kaiserreichs und der Dynastie schlagen soll." (Hier wurde der Tumult so heftig, daß Favre nicht weiter mehr zu verstehen war.)
richt dann in die Welt flog. Lebensmittel waren in dieser Nacht sehr knapp in der Umgebung des Königs, desgleichen war es mit Dem Nachtquartier übel bestellt, da alle Dörfer voll Verwundeten lagen. Mit Mühe wurden für Den König einige CoteletteS und später ein Nachtlager beschafft. Der Bundeskanzler hatte sich, nachdem er von ungefähr zu einigen Eiern gelangt, die er am Degenknopf zerschlug und ungesotten verzehrte, aufgemacht, mit seiner Begleitung selbst ein solches zu suchen. Mehrere Häuser, wo er nachfragte, boten, voll Blessirten, kein Unterkommen. Auch ein ferneres sollte nach Aussage Der Insassen voll fein. „Aber da oben ist wohl noch Streu?" fragte der Graf, indem er aus ein dunkles Fenster im ersten Stock zeigte. „Auch voll Verwundete," hieß es. Aber Der Minister ließ sich nicht abweisen, er ging den Dingen, aus Den Grund, besah sich da- betreffende Zimmer und entdeckte, daß es drei leere Betten enthielt, in deren einem er Dann Platz nahm, während der Erbgroßherzvg von Mecklenburg sich in ein anderes legte und der amerikanische General Sheridan, welcher in Der Begleitung des Grafen Bismarck Der Schlacht beigewohnt, sich's auf Dem Boden bequem machte."
Wie das „Dr. I." vernimmt, ist Sr. königlichen Hoheit Dem Kronprinzen von Sachsen von Sr. Majestät dem Könige von Preußen nach der Schlacht vom 18. August Da« Eiserne Kreuz verliehen worden. — Die Nachricht, daß Sr. königlichen Hoheit von Sr. Majestät dem Bundesfeldherrn DaS Obercommando einer aus mehreren Armee-CorpS gebildeten neuen 4. Armee übertragen worden fei, bestätigt sich dem obengenannten Blatte zufolge.
DaS „Echo du Luxemburg" veröffentlicht folgende Telegramme: Französische Grenze, 26. August 6 Uhr Morgens: Man hat heute während eines TheilS des Tages und selbst während des Regens in der Richtung von Longuyon und Damvillers Kanonendonner gehört. Ohne Zweifel ist es Mac Mahon, welcher dem Feind eine Schlacht liefert, um sich mit Bazaine zu vereinigen. Man spricht von einem Zuge von 3500 Verwundeten, der mit der Ostbahn gegen ^sedan geschafft wird. 26. August, 8 Uhr Abends. Sie können es als sicher ansehen, daß Die Preußen zwischen Longwv und Montmedy an Der äußersten Grenze an- gekomrnen sind. 27. August, 8 Uhr Abends. Die Preußen sind in Tellancourt, einem zwei Meilen westlich von Longwy gelegenen Dorfe.
Der „Karlsruher Zeitung" vom 29. August zufolge, hat der Bischof von Straßburg einen Vermittlungsversuch gemacht. Derselbe kam aus Der Festung heraus nach Schiltigheim, wo Namens des Generals von WerDer, Der baDische Generalstabschef Obcrstlieutenaut von LcScinSki mit ihm conferirte. Der Bischof fand das Bombardement kriegrechtswidrig. Er wurde jedoch widerlegt. Der Bischof bat dann um Gestattung des Abzugs der Bevölkerung. Dies wurde abgelehnt. Schließlich bnt Der Bischof um einen vierundzwanzigstündigen Waffenstillstand. Dies wurde angenommen, falls nach Ablauf einer Stunde gemeldet würde, daß der Gouverneur von Straßburg überhaupt unterhandeln wolle. Auch wurde Derselbe eingeladen aus Straßburg herauszukommen und von Den Angriffs- anstalten Kenntniß zu nehmen; auch könne dieß Durch einen Stellvertreter geschehen. Bei seiner Rückkehr wurDe auf Oberstlieutenant Lescinski, obwohl er Die Parlamentärsfahne selbst in Der Hand trug, ein förmliches Rottenseuer er-
I öffnet unD Die Fahne von Kugeln durchlöchert. Der Vermittelungsversuch war erfolglos; Das Bombardement Dauert mit kurzen Unterbrechungen fort unD greifen jetzt Geschütze Des schwersten Kalibers ein
Die Bewohner von SchlettstaDt schreiben Dem „Constitutione!", sie fürchteten sich nicht vor Den Preußen, ihre Walle seien voll Kanonen, Die Stadt ringsum durch 2 Metres tiefes Wasser geschützt, Promenaden rc. rasirt. Die ersten preufe. Reiter, die sich am 22. August gezeigt, seien sofort abgefangen worden. Die Eisenbahnschienen seien auf genommen, die Ginnetbrücke sei gesprengt, kurz Alles bereit zum Empfange des Feinbes.
Gj wird mitgetheilt, daß 734 preußische Gefangene von verschiedenen Truppengattungen, welche in Metz internirt waren, uy Der Nacht vom 24. bis 25 August aus Der Festung geschafft worDen sinD. Sie trafen Nachts 1 Uhr im Lager Der preuß. Armee ein. Nach Aussage Der Leute erhielten Anfangs je 2 Mann täglich ein Brod, in Den letzten Tagen aber je 6 Mann nur ein Brod. Es ist das ein Zeichen, daß ein Mangel an Lebensmitteln in Metz sich bereits anzumelden beginnt.
Vom Kriegsschauplatz.
Grandpre. 30. August. £)orf Voncq zwischen Vouzier und Attigny, von Infanterie, namentlich Turkos besetzt, hoch und stark gelegen, wurde gestern von zwei abgesessenen Husarenschwadronen erstürmt. Besatzungen gefangen genommen. — -Z^i Garde-Ulanen brachten Abends zwei Generalstabsoffiziere als Gefangene ein.
Varennes, 30. August, 2^/2 Uhr Nachm. Die Avantgarde des 12. königl. sächsischen Armeecorps hatte heute Nachmittag ein glückliches Gefecht bei Nouarl mit Truppen des französischen 5. Armeecorps. Die die Verbindung von Thionville mit Paris vermittelnde Eisenbahn ist zwischen Thionville und Mezieres an zwei verschiedenen Stellen durch diesseitige Detachements unterbrochen. Zwei preußische Husaren-Escadrons stürmten, abgesessen, Voncq und machten daselbst viele Gefangene (Turkos, Infanterie und Pompiers).
v. P o d b i e l s k t.
Der „Schw. Merkur" bringt folgendes Telegramm: Vor StraM.urg, 27. August, Vorm. 10 Uhr. Beschießung gestern Mittag ^it großer Energie wieder ausgenommen. Ganzen Mittag Brand in Straßburg. Um Mitternacht ganze Gegend vom Brande erhellt. Morgens 3 Uhr zeigen große Feuergarben an mehreren Stellen den Fortschritt des Brandes. Beschießung ununterbrochen fortgesetzt. Morgens 5 Uhr sieht man trotz eingetretener Tageohelle auf zweistündige Entfernung Die Flamme. Mehrere Verwundete, worunter 2 badische
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•'"•“■‘S'm. SLI.LI, ole .m IS. August im H°Mr«k- um Metz stuiifuud, toben'tie Sachsen sich durch die heldknmüthigc Tapferkeit dw wir an ihnen (eben wiederhol, bewunderten, hervorgethan und sehr wesentlich dazu beige ragen, dasi der ßroetf de« Tage« deutscherseits erreicht wurde. In der Absicht, d-n lebdaft-n Wunsch dieser braven Truppen, bald auch vor den Femd zu kommen, mo üichsi rasch und in geeigneter W-ise zu erfüllen, hat,-man d.e -lb.n nach dem äußersten linken Flügel, der sich bi« in die Nähe der Mosel «orschob, dm-
und dazu war-» mn 17., sowie am nächsten Tage sehr starke Marche erfor, erlich. ^Troh dieser Stravaffcn aber griffen diese musterhaften Solcatln, als sic sich den Franzosen gegenübersahcn, mit größter Energie und rnschest m Uagestum an, warfen , zum Theil durch Bayonne! - Angriffe den F-md kräftig rurück und erfüllten ihre Aufgabe, die darin bestand, den Franzosen da« Durch- brechen aus der Straffe nach Thionville zu verlegen und sie von dieser Rötung iurückzutreiben, in vollkommenster Weise. Leider hatten sie vabe, auch fthr starke B-rluste, die sich im Ganzen aus 2200 Mann an Todten und B.rwund.rten belaufen. Interessant wird noch Vielen sein, daß da« Telegramm di« König aus dem Mvouak, welche« den Sieg vom 18. meldete, de« >Ra*tS wm ©raftn Bi«marck beim trüben Schein eine« Wachtfeuers, dem au« der Nachbarschaft ein brennendes Hau« leuchten half, nie°e,geschr,eben wurde, und zwar in die LiUst. tasche eines Beamten, der eben angekommen war und gemeldet datle, raff er die Tclcgraphenleitung bis Gorze hcrgestellt, auf der tue betr-ffende Siegesnach.
lejentgen, we
Lazarcth-Baracken als Krankenwärter oder Krankenwärterinnen verwendet werden wollen, werden aufgefordert, sich bei dem Unterzeichneten zu melden.
Gießen, den 28. August 1870.
Namens des Vorstandes des Hülfsvcrcins: Haberkorn, Regierungsrath.
litcvvcty htuwut.
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