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26. September.

Ueber das Befinden der Kaiserin von Rußland ist man nicht ganz ohne Sorgen. Schon der Um­stand, daß man überhaupt Bulletins zu veröffent­lichen sich veranlaßt sah, wird als ein Zeichen an­gesehen, daß das Unwohlsein der Monarchin kein ganz unbedeutendes gewesen und noch sei; sodann ist die Fassung der Bulletins, die Anfangs nur von einemUnwohlsein in Folge Erkältung" sprachen, darauffieberhafte Symptome" zugaben und »jetzt den Zustand alsKrankheit" qualificiren, durchaus nicht geeignet, Beruhigung einzuflößen. Der letzte deßfallsige Bericht desRegierungs-Anzeigers" da- tirt aus Livadia vom 18. Sept, und lautet wört­lich:Ihre Majestät die Kaiserin befindet sich besser; das allgemeine Befinden ist nach dem Gange der Krankheit befriedigend; die Symptome des Fiebers dauern zwar noch fort, aber in geringerem Grade."

Nachrichten aus Konstantinopel wissen über die bisherigen Erfolge der Vermittlung der Westmächte der ägyptischen Angelegenheit wenig Tröstliches zu erzählen. Der französische und der englische Bot­schafter riethen, die Antwort des Licekönigs zu ac- ceptiren, sowie auf die Vorlage des Budgets und der Anleihegenehmigung nicht bestehen zu wollen. Der österreichische und der italienische Gesandte äußer­ten sich in gleichem Sinne; ter russische und nord­deutsche blieben neutral. Die Pforte bleibt allen Vorstellungen gegenüber unzugänglich für die Rath­schläge der Mäßigung und beharrt auf völliger De- müthigung des Vicekönigs. Die Großmächte ermü­den indeß nicht in der Ertheilung ihrer Admonitio- nen, und die dort beglaubigten Vertreter lassen nicht ab vom Hoffen, daß es denn doch gelingen werde, der Angelegenheit ihren acuten Charakter zu nehmen.

Man liest imGaulois":Der Krieg in Cuba hat einen Charakter entsetzlicher Verwüstungen ange­nommen. Die oberste Junta der Insurgenten hat Befehl gegeben, alle städtischen und ländlichen Be­sitzungen in Flammen zu legen, und den officiellen kubanischen Blättern zufolge ist von Herrn Miguel Aldama, dem nahen Verwandten einer in der Pa­riser reichen Welt sehr bekannten Familie, die Wei­sung crtheilt worden, alle seine Pflanzungen und Immobilien, die eine ungeheure Summe rcpräsenti- ren, in Brand zu stecken. Heer Aldama ist in der That einer der bedeutendsten Grundbesitzer Cuba's und sein Entschluß scheint von dem Wunsche dictirt worden zu sein, zu beweisen, daß die Jnsurrection den Krieg bis aufs Aeußerste fortsetzen wird."

27. September.

Ein Pariser Correspondent derKöln. Zeitung" schreibt: Eine Verständigung zwischen Oesterreich, Rußland und Preußen soll zu Stande gekommen sein. Nach den hier mit vielem Eifer in Umlauf gesetzten Gerüchten sollen England und Frankreich die Hand lm, Spiele haben. Es fehlt nicht viel, und man spricht uns von der bevorstehenden Ver­wirklichung der alten Lieblingsidee des Kaisers: von dem Zusammentreten eines europäischen Congresses. Lord Clarendon soll es nämlich geglückt fein, sowohl über Süddeutschland als über die orientalische Frage eine Verständigung zwischen den Mächten herbet- zuführen.

Ueber die gegenwärtige Haltung der französischen Regierung tn der deutschen Frage macht derMo­niteur" interessante Mittheilungen. Danach soll der Kaiser sich vor einigen Tagen längere Zeit mit Lord Clarendon über innere und äußere Politik unterhal­ten haben. Aus Vieser Unterhaltung ergebe sich, daß die englische Regierung gegenwärtig die Unificirung Deutschlands durch Preußen als ein unvermeidliches und unabwendbar gewordenes Ereigniß betrachte. Lord Clarendon persönlich, der früher für die Ent­würfe des Hrn. v. Bismarck durchaus keine Sym» pathieen gehabt hätte, habe sich schließlich den vol­lendeten Thatsachen gefügt und in diesem Sinne voriges Jahr gegen den Grafen v. Moltke und dieses Jahr gegen den König von Preußen und den Fürsten v. Gortsckakoff sehr aufrichtig geäußert. Diese Ge­sinnungen des englischen Cabinetö erscheinen dem Moniteur" im gegenwärtigen Augenblick um so gewichtiger, als die kaiserliche Regierung mehr und mehr entschlossen sei, sich in ihrer auswärtigen Po­litik nicht von England zu trennen. Die Regie­rung lenke darum auch seit drei Jahren bereits in dieser Richtung ein; bis wie weit, das will der Moniteur" unentschieden bleiben lassen; doch scheine, ! sagt er schließlich, in der gegenwärtigen Lage nichts geeignet, die friedlichen Anschauungen des Kaisers und des Landes zu stören, und diesen allgemeinen Eindruck hätte auch Lord Clarendon von seiner jüng- sten Unterredung mit dem Kaiser mitgenommen.

Die Pforte nimmt, demP. Ll." zufolge, eine drohende Haltung Montenegro gegenüber ein. Das kaiserl. türkische Cabinet hat eine Note nach Zettinje abgesandt, in welcher die Regierung des Fürsten über den Zweck der Rüstungen befragt wird, die seit 11/3 Jahr in den Schwarzen Bergen anhalten. Diese Note, die Essad Pascha, Gouverneur von Albanien, übermittelte, ist vom Fürsten Nikola noch nicht be­antwortet. Die Pforte läßt inzwischen Truppen an der montenegrinischen Grenze concentriren und Kulas (Thürme) bauen. 29. September.

Mit Bezug auf die von derBaier. Lvsztg." ver­öffentlichte Mittheilung über eine Annäherung Preus- sens an Oesterreich, deren Inhalt theils irrig, theils vollständig unbegründet ist, wird aus Wien von kom­petenter Seite versichert, daß Seitens des österreichi­schen Cabinetö in Betreff des Prager Friedens gar keine anderen Erklärungen als jene abgegeben wor­den sind, welche in den bereits veröffentlichten, daher allgemein bekannten jüngsten Depeschen des Grafen Beust enthalten sind.

DerBohemia" wird aus Wien über den Be­such des preußischen Kronprinzen geschrieben: Der Besuch, den der preußische Kronprinz unserer Resi­denz zugedacht hat, erregt in politischen Kreisen be­greiflicher Weise großes Aufsehen. Ueber die Genesis dieses Besuches, dem jedenfalls eine freundschaftliche Annäherung der beiden Höfe vorausgegangen sein muß, erfahre ich Folgendes: Von Berlin aus wurde der preußischen Gesandtschaft in Wien die Anzeige gemacht, der Kronprinz werde auf seiner Tour nach dem Oriente auch die Hauptstadt Oesterreichs berüh­ren. Die Gesandtschaft machte hiervon am 17. d. im Ministerium des Acußern Mittheilung und knüpfte die Frage daran, ob Se. Majestät den Kronprinzen während seines Wiener Aufenthaltes empfangen wollte. Der Kaiser war zur Zeit in Gödöllö. Auf die einfache Anfrage erwiederte Se. Majestät, er werde sich freuen, den Kronprinzen in Wien zu begrüßen, und fügte gleich hinzu, daß er am 7. und 8. des nächsten Monats in Wien weilen werde. Daraufhin wurden denn auch die Reisedispositionen des preußi­schen Kronprinzen so getroffen, daß er am 6. Oct. in unserer Stadt eintreffen wird.

Vermischtes.

Gicssrn, 29. Sept. Wie wir soeben vernehmen, wird Hr. Gregor seine Amerikanische W el t - A uS st el ln ng, welche hier, sowie überall, wo dieselbe ausgestellt war, mit so großem Beifall ausgenommen wurde, heute Donnerstag den 30. d. zum letztenmale allhier sehen lasseu.

Darmstadt, 25. Sept. 3m Jahre 1849 oder 50 wurde ein hiesiger Einwohner, Namens Fischer, wegen verschiedener Vergehen, insbesondere Widersetzung gegen die Genöddarmerie, zu einer ziemlich bedeutenden Correktionöhausstrafe verurtheilt. Fischer entzog sich der Strafverbüßung durch die Flucht nach Amerika, allwo er sich zu einem wohlhabenden, angesehenen Mann emporschwang. Die Sehnsucht nach seiner Vaterstadt, welche Zeuge mancher seiner muthwilligen und tollen Streiche gewesen, trieb ihn vor wenigen Wochen wieder über den Oceaa. In dem Glauben, daß die Sache längst verjährt und ihn seine Eigenschaft als naturalifirter Amerikaner vor etwai­gen Unannehmlichkeiten schützen würde, trat er hier ganz offen auf und lebte etwa 14 Tage völlig unbehelligt in der Mitte seiner zahlreichen Verwandten und Bekannten. Da wurde er plötzlich auf Grund einer erfolgten Denunciativn ver­haftet und in hiesigem Arresthaus einstweilen in Gewahrsam gebracht. Ein eingereichtes Gnadengesuch scheint keinen Er­folg gehabt zu haben, denn am 18. d. wurde Fischer behufs Verbüßung der ihm zuerkannten Strafe in das EorrectiouS- Haus abgeführt.

Berlin. Bei Drucksachen, welche gegen die ermäßigte Tare versandt werden, ist eS bisher gestaltet gewesen, An­striche am Rande zu dem Zwecke anzubringcn, um die Auf­merksamkeit deS Lesers auf eine bestimmte Stelle der zur Ver­sendung eingelieferten Druckschrift hmzulenken. Dagegen war cS nicht erlaubt, einzelne Stellen zu unterstreichen. Nach einer heute imSt.-Anz." veröffentlichten Bekanntmachung des Ge­neralpostamts sollen fortan auch Unterstreichungen gestattet sein, sofern nicht ersichtlich ist, daß durch das Unterstreichen einiger Worte der Zweck einer briestichen Mittheilung erreicht werden soll. Ferner soll die Verbesserung von Druckfehlern auch bei fertigen Drucksachen fortan nicht mehr zu den verbo­tenen Aenderungen gerechnet werden. Diese Vorschriften gelten auch für den Wechselverkehr. Ebenso ist, nach derN. Pr. Ztg.", bei der Versendung von Packelen ohne Werthsdeclaration von jetzt ab gestattet, den Verschluß derselben, statt, wie bis­her durch Versiegelung, in der Weise herzustellen, daß die En­den deS Bindfadens, welcher zum Vernähen oder zur Verschnü­rung des betreffenden PacketeS dient, durch Anlegen einer oder mehrerer Plomben vereinigt und solche Plomben mit dem Stempelabdrucke versehen werden, welcher dem Siegel - rc. Abdrucke auf dem Begleitbriefe nach Form und Inhalt im Wesentlichen entspricht. Bei Packeten mit declarirtem Werthe ist die Anwendung deS Plombenverschlusses, die im Verkehr nach dem Auslande ebenfalls zulässig ist, vorerst nicht gestattet.

Dresden, 22. Sept. Der Brand des Hoftheaters ist nicht durch einen Fehler der Gasleitung, sondern dadurch her- beigesührt worden, daß ein BeleuchtungSgehülfe, welcher Lein­wand mit Benzin bestrichen hatte, zur Vertreibung des üblen Geruchs ein Räucherkerzchen anzündev wollte. Als das Streich­hölzchen sich entzündete, ergriff das Fever sofort die Benzin- genäßten Hände des Gehülfen und die Leinwand, und verbrei­tete sich durch reißende Schnelligkeit über das ganze Gebäude.

In Lausanne in der Schwei; waren dieser Tage die De­

mokraten Europa'S zum FriedenScongreß versammelt. Die Reden wurden französisch gehalten; denn die Mehrzahl gehörte den Franzosen, Russen und Polen an, Deutscher war em klei­nes Häuflein. Wie man den Krieg abschaffe, wurde u. a. berathen. Die Fürsten wollen ihn durch Soldaten abschaffen und zwar durch möglichst viele Soldaten, so daß ein Volk sich vor dem andern fürchtet, die Demokraten wollen ihn durch Ideen abschaffen. Damit waren Alle einverstanden, nur über die Reihenfolge gab'S neuen Krieg. Die Demokraten aus Frankreich, die das große Wort führten, riefen, die Deutschen müssen zuerst entwaffnen, dann wollen wir schon dafür sargen, daß Frankreich mit der Entwaffnung nachfolgt. Da stieg der deutsche Demokrat Venedey auf die Rednerbühne und sagte: Quod non! Wenn wir deutschen Demokraten in Deutschland sagen: Entwaffnen wir! so lachen unter Hundert uns 99 brave, gute Deutsche aus und antworten: Sobald Deutsch­land seine Soldaten heimgeschickt hat, rückt Napoleon mit seiner 'Million Soldaten vor! Wir deutschen verbrannten Kinder scheuen das Feuer. Ihr Franzosen habt uns von jeher den Krieg gebracht. Französische Heere Ludwigs XIV. und anderer Ludwige, Heere der Republik mit den schönsten Ver­sicherungen, daß sie nichts als Freiheit brächten, und endlich die Heere des Kaiserthums haben in Deutschland gehaust, und daS deutsche Volk hat keine Lust, das sich wiederholen zu sehen. Der gesunde Menschenverstand in Deutschland sagt sich:So lange ein 'Napoleon in Frankreich herrscht und dort Heere, die an die Million reichen, bestehen, wollen wir bewaffnet bleiben." Wir deutschen Demokraten mögen glauben, daß, wenn Deutsch­land entwaffnete, Frankreich schon folgen würde, folgen müßte; aber die Franzosen haben Unrecht, wenn sie von dem deutschen Volke fordern, zuerst zu entwaffnen. An Frankreich ist eS hier, voranzuschreiten; dann wird das deutsche Volk sicher seine Pflicht thun. Die Rede wurde oft mit Beifall unter­brochen und am Ende von der ganzen Versammlung, auch den Franzosen, applaudirt.

Paris. Der Austritt des Paters Hyacinthe aus sei­nem Kloster und sein Rücktritt von der ersten Kanzel Frank­reichs macht ungeheures Aufsehen. Pater Hyacinthe ist ebenso berühmt als Kanzelredner, wie bekannt durch Gelehrsamkeit, Frömmigkeit und duldsame Menschenliebe Im Eingänge sei­nes Briefes an seinen Ordensgeneral in Rom gibt er als Grund seines Austrittes an:In Folge einer plötzlichen Ver­änderung, deren Ursache ich in den Umtrieben einer m Rom allmächtigen Partei (der Jesuiten) suche, tadeln Sie, was Sie früher billigten, und verlangen Sie, daß ich eine Sprache führe oder ein -schweigen beobachte, welche nicht mehr die wahren Ausdrücke meines Gewissens wären. Da zögere ich keinen Augenblick. Mit einer durch ein Losungswort ge­fälschten oder durch Verschweigungen verstümmelten Rede kann ich nicht die Kanzel wieder besteigen."

Die gegenwärtige Stunde ist eine feierliche. Die Kirche durchschreitet eine der heftigsten, dunkelsten und entschiedensten Krisen ihres Bestehens auf Erden. Zum erstenmal seit drei­hundert Jahren wird ein öcumcnisches Concil nicht nur einbe­rufen, sondern für nothwendig erklärt; daS ist der Ausdruck des heiligen Vaters selbst. Nicht in einem Augenblicke kann ein Prediger des Evangeliums, und wäre es der letzte von allen, darein willigen, zu schweigen, wie jenestummen Hunde" Israels, ungetreue Wächter, denen der Prophet vorwirft, daß sie nicht bellen können: Canes nmli, non valentes latrare. Die Heiligen haben niemals geschwiegen. Ich bin nicht Einer von ihnen, aber ich bin doch von ihrem Geschlecht filii sancloruni sumus und ich habe immer meinen Ehrgeiz darin gesetzt, mit meinen Schritten, meinen Thränen und, wenn eS sein müßte, meinem Blute in ihren Spuren zu wan­deln. Ich erhebe also vor dem heiligen Vater und vor dem Eoncil meinen Protest als Christ und als Priester gegen jene Lehren und jene Praktiken, welche sich römisch nennen, aber nicht christlich sind, und welche in ihrem immer kühneren und verderblicheren Vordringen darnach trachten, die Verfassung der Kirche, Form und Inhalt ihrer Lehre bis auf den Geist ihrer Liebe selbst zu verändern. Ich protesiire gegen die eben so gottlose als unsinnige Scheidung, welche man zu bewerkstelli­gen sucht zwischen der Kirche, die unsere Mutter in alle Ewig­keit ist,und der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, deren Söhne wir in der Zeit sind und gegen die wir auch Pflich- ten und Anhänglichkeit haben." Ich protestire gegen die­sen radicaleren und noch schrecklicheren Widerstreit mit der menschlichen Natur, die von jenen falschen Lehrern in ihren unverwüstlichsten und heiligsten Bestrebungen angegriffen und empört wird. Ich protestire namentlich gegen die kirchenschä'i- derische Fälschung deS Evangeliums des Sohnes Gottes selbst, dessen Geist und Buchstabe in gleicher Weise von dem Phari­säismus des neuen Gesetzes mit Füßen getreten werden. Es ist meine innigste Ueberzeugung, daß, wenn Frankreich insbe­sondere und die lateinischen Racen überhaupt der socialen, sitt­lichen und religiösen Anarchie zur Beute werden, der Haupt­grund dafür zwar gewiß nicht in dem KatholiciSmuS selbst, aber in der Art liegt, wie der KatholiciSmuS seit langer Zeit verstanden und geübt wird. Ich appellire an daS Concil, welches zusammentreten wird, um Heilmittel für daS Ueber­maß uniecet Leiden zu suchen und um sie ebenso nachdrücklich als sanft in Anwendung zu bringen. Aber wenn Besorgnisse, die ich nicht theilen will, in Erfüllung gehen sollten, wenn die erhabene Versammlung nicht mehr Freiheit in ihren Bera- thungen haben sollte, als sie schon in ihren Vorbereitungen gehabt hat, wenn sie mit einem Wort der wesentlichen Merk­male eines öcumenischen ConcilS entbehrte, so würde ich zu Gott und den Menschen schreien, um ein anderes zu verlan­gen, welches wirklich im h. Geiste, nicht im Geiste der Par­teien zusammentrete, wirklich die ganze Kirche, nicht das Schweigen der Einen und die Bedrückung der Anderen ver­trete.Mich jammert herzlich, daß mein Volk so verderbet ist, ich gräme mich und gehabe mich übel. Ist denn keine Salbe in Gilead? Oder ist denn kein Arzt da? Warum ist denn die Tochter meines Volkes nicht geheilet?" (Ierem. Cap. 8.) Und endlich appellire ich an Dein Gericht, Herr Jesus. Ad tuum, Domine Jesu, tribunal appello. In Deiner Ge­genwart schreibe ich diese Zeilen; zu Deinen Füßen, nachdem ich viel gebetet, viel nachgedacht, viel gelitten und viel ge­wartet habe, unterzeichne ich sie. Wenn die Menschen auf Erden sie verdammen, so vertraue ich, daß Du im Himmel sie billigen wirst. Das genügt mir für Leben und Sterben. Paris, Paffy, 20. Sept. 1869. Fr. Hyacinthe, Oberer der Carmeliter-Barfußler von Paris, zweiter Definitor deS Ordens in der Provinz Avignon."

Redaction, Druck und Verlag der Brühl'scben Druckerei (Fr. Ehr. Pi et sch) in Gießen.