Zinßer'scher Garten.
6386) Sonntag den 1. August: z
Großes Italienisches Nachtfest.
Programm und Anschlagezettel besagen das Nähere.
6356) Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß eine meiner Dreschmaschinen am Neustädter Thore a. d. Lahn ausgestellt ist, und daß bei Herrn Th. Lony in dec Promenade, sowie auf meinem Comptoir, Bestellungen entgezengenommen werden.
G g. Renzel.
Kommet, sehet und Ihr werdet stammid den menschlichen Geist bewundern.
6372) Tine merkwürdige Uhr ist Freitag den 30. und Samstag den 31. Juli, ferner Sonntag den 1., Montag den 2., Dienstag den 3. und Mittwoch den 4. August auf dem Markt platze (OZwald'scher Garten) zur Anstcht eines J.'den aufgestellt. Diese Uhr nimmt einen Raum ein von 203 Tubikfuß und wiegt 15 Centner. Sie zeigt an die Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate und schreibt von selbst mit jedem neuen Jahre eine andere Jahreszahl und alle vier Jahre eine andere Schaltjahreszahl. Die Zahl 1 ist die erste und die Zahl 9,999 ist die letzte Jahreszahl, welche die Uhr zu schreiben im Stande ist. Als Schaltjahreszahl ist die Zahl 4 die erste unv 9,996 die letzte. Demnach zeigt diese Uhr alles Obengenannte richtig an, bis das Jahr 10,033 erfolgt. Dann erst muß der Mechanismus verändert werden. Ferner sind an dieser Uhr 122 verschiedene Figuren durchgehends von V2 Fuß Höhe angebracht, welche sich zu verschiedenen Zeiten bewegen, wodurch sie das menschliche Leben und die Zeit versinnbilden wie B.: 1) Der Minutenschläger. Er schlägt bei jeder 60. Seeunve einmal mit dem Hammer an der Glocke, also in der Stunde 60 Mal. 2) Der Viertelschläger. Ec schlägt bei jeder 15. Minute das betreffende Viertel dec Stunde ebenfalls mit dem Hammer an der Glocke au. 3,i Dec Genius. Er zeigt auf einer sich uuid.'ehenden Scheibe stets das richtig geschlagene Viertel an. 4) Die 4 Menschenalter: Kinder, Jünzling, Mann und Greis. Bei dem 1. Viertel er scheint das Kind. Es bleibt 15 Minuten sichtbar, worauf es verschwindet und der Jüngling hervorkommt. Ebenso erscheint bei dem 3. Viertel der Mann und bei dem 4. der Greis. 5) Der Tod. Diese Figur, förmlich den Tod vorstellend, schlägt nach dem Erscheinen des Greises die volle Stunde aus. 6) Der Schutzengel. Ec beschützt das Kind, den Jüngling und Manu vordem Ausschlagen des Todes durch ein Aufheben dec rechten Hand in sinnbildlicher Beziehung. 7) Die zwölf Apostel. Deren bei jedem Stundenschlage einer hervortritt, bis bei der 12. Stunve alle 12 nach einander erscheinen. 8) Eine Figur, EhcistuZ vorstellend, thut bei dem Vorüberziehen der Apostel jeden einzelnen mit beiden Händen einmal segnen. 9) Der Glöckner und der Greis. DeS Morgens, Mittags und Abends läutet der Glöckner die Betglocke, wobei der Greis mit gefalteten Händen auf seine Kniec niedersinkt. 10) Die große Musik Uhr, welche durch eine Figur, einen Italiener vorstellend, alle 6 Stunden in Bewegung gesetzt wird und 12 la ite kräftige Stücke spielt. 11) Die 7 heidnischen Götzenbildnisse, deren je eines um 12 Ubr Mitternacht erscheint und 21 Stunden lang den betreffenden Tag vorstellt, weil von diesen Bildnissen die Namen ver Wochentage abstammen. 12) Die 12 himmlischen Zeichen. Als da sind: Widder, Stier, Zivil- linge, Krebs u. f. w., von welchem mit jedem neuen Monat eines erscheint nnd erst im folgenden Monat verschwindet. 13) Die vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Am 21. März, des Nachts um 12 Uhr, erscheint der Frühling als Gärtner mit einer Spate und einem Blumenstrauß. Ec bleibt sichtbar bis zum 21. Juni, dann kommt der Sommer als Landman» mit Sense und Rechen. Auf dieselbe Weise kommt am 21. September der Herbst als Winzer mit Traube und Weinkocb, und am 21. December der Mann mit dem PelSmantel. 14) DaS ganze Leiden Jesu Christi, in 11 Bildnissen dargestellt, von denen mit jedem neuen Tage, bei dem Schlage 12 deS Mittags abwechselnd 2 andere erscheinen. Auch ist an dieser Ubr die Umdrehung der Erd- und Mondkugel angebracht. Die Mouvkugel dreht sich alle 12 Monate 13 Mal um sich selbst, wodurch sie stets aufs Genaueste die verschiedenen Lichtgestallen des Mondes hervorbringt. Die Erdkugel dreht sich alle 21 Stunden einmal um sich selbst, wodurch man mit Bestimmtheit die richtige Tageszeit nm den ganzen Erdball herum angeben kann. Diese Kunst-Uhr zählt 265 Räder ohne alle Getriebe, geht durch einen Perpendikel und 12 Gewichte, von welchen auf 5 Fuß Fall das erste nach 8 Tagen und das 12. nach 1003 Jahren einmal aufgezogen wird. j
Sämmtliche Beweise werden den geehrten Besuchern geliefert und alle Bewegungen genau erklärt. Die Erklarungeu finden Nachmittags 3 Uhr, 5 Uhr, 7 Ubr und Abends 8•/, Uhr statt.
Die Eintritts-Preise sind: Zum Sitzen 12 und zum Stehen 9 fr. Kinder bezahlen die Halste.
Cs ladet zu recht zahlreichem Besuche ein: der Erfinder und Verfertiger
Christian Martin.
Gießen, im Juli 1869.
6364) Nachdem vor 2 Jahren in Darmstadt der mittelrheinische Verband freiwilliger Feuerwehren gegründet worden war, wurde im vorigen Jahr zu Worms einstimmig Gießen als Vor- und Festort für 1869 gewählt.
Mit Rücksicht auf das am 6. und 7. September c. dahier stattfindende land- wirthschaftliche Fest hat die Generalversammlung der freiwilligen städtischen Feuerwehr den mit großer Hebung und Ausstellung von Spritzen, Ausrüstungsstücken rc. rc. verbundenen Feuerwehrtag auf Sonntag den 5. Septcinber c. festgesetzt.
Man rechnet auf den Besuch von wenigstens 1009 Feuerwehrleuten.
Die allgemeine Tagesordnung ist: In der Frühe Empfang; 9 Uhr Begrüßung; Besichtigung der Ausstellung; nach der Kirche: Zug durch die Stadt zur Hebung; tiz 1 Hhr Essen und ’/23 Hhr Berathuug der Hauptleute; im Hebrigen Gelage mit Conccrt.
Arn folgenden Tag, erster Tag des landwirthschaftlichen Festes, werden die ausgestellten Spritzen rc einer Leistungsprobe unterworfen. Abends großer Versuch mit 12 Gasspritzen.
IIIgc» dfe st.
Samstag den 31. Juli, präcis 4 Hhr, haben sich sämmtliche Knaben, welche am Feste Theil nehmen, im OSwald'scheu Garten zur Eintheilnng cinzufindcn.
Die Herren Zugführer und Spielordner werden freundlichst ersucht, sich um dieselbe Zeit cinzustellen.
Der Termin zur Ablieferung von Preisgegenständen ist auf Samstag festgesetzt.
Der Fest-Ausschuß.
6382) Ein Kindermädchen wird zum sofortigen Eintritt gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.
6345) Ein Frauenzimmer, welches allen häuslichen Arbeiten vorstehen kann und gute Zeugnisse aufzuweisen hat, wird gegen hohen Lohn sofort in Dienst gesucht von
Gg. Schmchl, am Brand.
6357) Ein Laufmädchen für einen leichten Dienst wird auf sofort gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
6359) Ein Dienstmädchen, das bald eintreten kann, wird 31t miethen gesucht Lit. A. Nr. 179 vor dem Wallthor.
6385) Allen Verwandten und Be- M kannten , welche unseren unvergeß- W lichen Gatten, Vater und Schmie- B gervater, M
Philipp Möser, W
zu seiner letzten Ruhestätte begleitet W haben, sagen wir hiermit unseren S herzlichsten Dank. M
Die trauernden Hinter- M blicbcnen. M
6307) Arbeiterinnen in und außer dem Hause gesucht von Koch L Patz.
6365) Einem verehrlichen Publikum und insbesondere den werthen Stammgästen hiermit zur Nachricht, daß ich mit dem 1. August d:e käuflich acquirirte Gastwirth- schaft des Herrn Christoph Stier „Zum deutschen Hof" antreten werde.
Unter Zusicherung fortwährender prompter und reeller Bedienung bitte ich um ferneren geneigten Zuspruch.
Gießen, im Juli 1869. Georg Arnold, Gastwirth.
Bekanntmachung,
die Einführung von Freimarken zur Frankirung telegraphischer Depeschen betreffend.
Auf Grund des Bundesgesetzes vom 16. Mai d. I. (Bundes-Gesetzblatt Nr. 31) wird wegen Einführung von Freimarken zur Frankirung telegraphischer Depeschen Folgendes zur allgemeinen Kenntniß gebracht:
1. Vom 1. August d. I. ab kann die Frankirung aller telegraphischen Depeschen, welche bei einer Bundes - Telegraphen - Station aufgegeben werden, gleichviel ob dieselben nach Telegraphen - Stationen des Norddeutschen Telegraphen - Gebiets oder nach Stationen des Telegraphen-Vereins (Oesterreich und Ungarn, Baiern, Württemberg, Baden und Niederland) oder nach Stationen des Auslandes be- stimmt sind, mittelst Freimarken bewirkt werden.
Bei der Frankirung durch Marken sind außer den Gebühren für die telegraphische Beförderung auch die sonstigen von dem Aufgeber zu entrichtenden firirten Gebühren, z. B. für Weiterbeförderung per Post, durch Freimarken zu berichtigen.
Die Frankirung durch Freimarken ist dagegen vorläufig nicht zulässig bei allen Depeschen, welche bei Eisenbahn-Tele- graphen-S tationen aufgegeben werden.
2. Die Telegraphen-Freimarken enthalten auf blau und weiß guillochirtem Grunde innerhalb eines mit einem Perlstabe eingefaßten Kreises die Unterschrift: „Norddeutsche Bundes-Telegraphie“. Die außerhalb des Perlstabes liegenden vier Ecken sind mit einem durch einen Ring gesteckten Peil ausgefüllt. Unterhalb des so gebildeten Quadrats befindet sich auf einem schmalen blauen Streifen mit weißer Schrift die Bezeichnung „Groschen“. Die Wcrthzahlen sind innerhalb des oben- gedachten Kreises mit schwarzer Farbe hergestellt. Solche Marken sind vorläufig zu den Werthbeträgen von V2, l'/i, 2‘/2. 4, 5, 8, 10 und 30 Silbergroschen an- gefertigt worden. Die Marken zu V2, 2*/2, 4, 5, 8 und 10 Sgr. sind gegen Erlegung des Werthbetrages vom 1. August d. I. ab bei jeder Bundes-Telegraphen- Slation zu erhalten. Die Marken zu l14 Sgr sollen vorläufig nur bei den Bundes-Telegraphen-Stationen im Bezirk der Telegraphen-Direction Berlin, die Marken zu 30 Sgr. nur bei den größeren Bundes - Telegraphen - Stationen verkauft werden.
3. Das Frankiren der telegraphischen Depeschen mittelst Freimarken geschieht in der Art, daß auf der Depesche selbst oder auf dem zum Niederschreiben der Depesche benutzten Formular und zwar in der oberen Ecke rechts ober an der rechten Seite eine ober so viele Marken als zur Deckung ber tarifmäßigen Gebühren erforderlich sinb, aufgeftebt werben. Es ist wünschenswerth, baß bie Marken von ben Aufgebern selbst auf ben Depeschen befestigt werden.
4. Die Bundes-Telegraphen-Stationen sind verpflichtet, bei ber Aufgabe von burch Freimarken franfirten Depeschen genau zu prüfen, ob die Frankatur richtig ist, d. h. ob der Werth der verwendeten Telegraphen-Freimarken dem tarifmäßigen Gebührenbetragc entspricht. Ergibt sich die Frankatur bei dieser Prüfung als ungenügend, so muß der fehlende Betrag gleich bei Aufgabe ber Depesche eingezogen werben. Ist solches nicht ausführbar unb ber Station bie Person des Absenbers ber Depesche nicht so bekannt, baß bie nachträgliche Einziehung bes fehlenben Betrages gesichert erscheint, so bleibt bie Depesche, event. bis nach erfolgter Nachzahlung des fehlenden Gebührenbetrages, u n b e f ö r b e r t
Ist von bem Aufgeber ein höherer Betrag in Freimarken verwenbet worben, als bie tarifmäßigen Gebühren erforbern, so wird bemselben ber Mehrbetrag gegen Quittung baar erstattet.
5. Damit einmal verwenbete Marken nicht wieberholt benutzt werben können, werben biefelben mittelst eines Tintenstrichs entwerthet.
Depeschen, auf benen sich bei der Auflieferung Marken beftnben, welche ir- genb ein Merkmal ber Entwerthung an sich tragen, werden nicht eher abtele- graphirt, als bis ber Ausgeber über bie Beschaffenheit ber Marken gehört worben ist.
6. Da burch bie Einführung von Telegraphen - Freimarken ben Aufgebern telegraphischer Depeschen bas Mittel geboten ist, bie aufjugebenben Depeschen zu frankiren, so wirb vom 1. August b. I. ab bas bisher gestattet gewesene Verfahren, wonach von benjenigen Aufgebern, welche ben Telegraphen häufiger benutzten, Vorauszahlungen zur Berichtigung ber Gebühren für Depeschen-Beförberung angenommen werden durften, auf hören.
Berlin, ben 10. Juli 1869. Der Kanzler des Norddeutschen Bundes.
In Vertretung:
Delbrück.
Borseimachrichleii.
27. Juli 1869.
Preuas. 41/2% Obi. 93Vg Frankf. 3‘/2% Obi. 81‘/a Nase. 4‘/2o/o Obi. 93 Kurh. 40/0 Obi. 85»/a
Hess. 4o/g Obi. b. Roths. 90%
„ 3’/2°/o do. do. 87y2
Bayer. 5% Obi. 101V2
n 4Vz°/o 1jährige 93%
n 4V2°/o Vaiährige 94
Würtemb. 41/2% Obi. 923/4
Baden 4'/z0/g Obi. o. E.L. 931/2
Oestr. 5% b. R. 59 V4
„ 5% National 57 */4
a 5% Metall. Obi. —
„ M. steuerf. 525/g
Amer. 6% 1882r Bda. 873/g „ 60/0 1885r 86'/8
Actlen.
Frankf. Bank 1221/»
Oester. Bank 722
„ Creditaot 288
Darmst. Bankact. 317
FrlorilAten.
50/0 östr. F. St. E. ß. 389 Lud wigsh.-Bexbach — Maxbahn IO6V4 Bayer. Ostbahn 124>/g Hess. Ludwigsbahn 134 3% östr. Stsb.-Prior. 56 3°/o östr. s. Lombard. 48l/ß 3% Livorneser 337/e Toscaner —
Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97*^ 50/g Elisabeth-Prior. 75y2 do. II. Emiss. 73
Anlehen*loo*e.
Kurh. 40 Thlr. Loose 56*/2 Nassau fl. 25 b. Roth. 383/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 178 Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 4°/o bayr. Präm. Anl. 1051/4 4% badische Loose 103 Badische fl. 35 Loose 56 1858r Prioritatsloose 158 l860r Loose 85>/g 1864r „ 1183/.
Wechsel.
Amsterd. k. 8. 100 Augsb. k. S. 993/4 Berlin k. 8. 1047/8 Bremen k. 8. 973/4 Cöln k. 8. 1047/8 Hamburg k. 8. 883/8 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 120 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95</4 Wien k. 8. 95 x/t Disconto 3 V2 % G.
Geldsorten.
Pr. Gass. Sch. 1 44-451/4
Div. Cass.-A. —
Pr. Friedrdor. 9 581/2-59 >/, Pistolen . . 9 50-52 „ doppelte 9 51-53
Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankenst. 9 31,/2-32,/a Engi. Souver. 11 57-59 Rübs. Imper. 9 51-53 DolL in Gold 2 28-29


