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Freiburger Z $ Slaats-Prämien-Ankihc. | K 3538) Der Verkauf der Prämien- ® fc? Obligationen ist von allen Regie- & rungen des In- und Auslandes gestattet. A

Die Haupt-Gewinne betragen Francs y ® 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,N ® 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000, Z 116,000, 15,000, 6000, 5000, 4000, g y, 3000, 2000, 1000, 350,000 ä 250, 125, n G 75, 50, 30, 20 Francs. .

® Die Verloosung geschieht unter Staats-

3512) Bei Unterzeichnetem können Zimmergefellen gegen guten Lohn Be­schäftigung haben. I. Alker.

3514) Eine Schenkamme sucht einen Dienst auf sogleich. Näheres bei der Exped. d. Bl-

3544) Eine Lauffrau oder Mädchen wird zum sofortigen Eintritt oder bis zum 1. Mai gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.

3548) Ein Laufmädchen wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.

Lehrling gesucht.

3518) Für ein Fabrikgeschäft in der Nähe wird sogleich oder nach Pfingsten ein Lehr­ling mit den nöthigen Vorkenntnissen und guter Bildung gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.

3507) Ein braver Junge kann in die Lehre treten bei

G- H. Ledermann, Herrenkleidermacher, Asterweg A- 105.

3491) Ein braver Junge kann bei mir in (die Lehre treten.

Fr. Willd st rümpf, Spengler.

3481) Feine Wasche zum Bügeln wird schnell und gut besorgt Neuenweg B- 117, Parterre.

Wohnungöveränderung.

3374) Einem geehrten Publikum zeige ich ergebenst an, daß ich von jetzt an in der Wallthorstraße, vis-ä-vis dem Cafe Leib, wohne. Zugleich empfehle ich mich in allen in mein Fach einschlagenden Artikeln hier­mit bestens. Fr. Willdstrümpf,

Spengler.

3383) Meine Wohnung be­findet fich von heute an in dem Hause des Herrn Hofger.- Advocaten Krauskopf, par- terre^ (Seltersthor).

Gießen, den 12. April 1869. G. W. Koch, Zahnarzt.

3535) 1000 fl. liegen den 20. Juni d. I. zu 5 pCt. gegen doppelte Sicherheit zum Ausleihen bereit. Näheres bei der Exped-! d. Bltts.

3513) Meine geehrten Kunden und Freunde benachrichtige ich hiermit, daß ich mein Geschäftslocal in das Haus des Herrn Schreinermeisters Schopba'ch verlegt habe. Es können aber stets Bestellungen auch bei Herrn W- Dietz abgegeben werden ______Gießen, den 16. April 1869._____________Wilhelm Euler, Schuhmacher.

Generalversammlung.

3543) Die Mitglieder der Leichenkaffe-Gesellschaft werden auf Donnerstag den 22. d. Mts., Abends 8 Uhr,

zu einer Generalversammlung in das Wirthslocal des Herrn Louis Bramm in der Neustadt mit dem Wunsche eingeladen, sich um die bestimmte Stunde recht zahlreich einfinden zu wollen.

Tagesordnung: Besprechung über einen neuen Anbau an das Leichenwagenhaus.

Gießen, am 19. April 1869. Zn Auftrag des Vorstandes: _____________________________Georg Schmitt.

I Geschäfts-Empfehlung.

Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mich dahier als

Schreiner

etablirt habe und empfehle mich in allen in mein Fach einschlagenden Arbeiten unter Zusicherung reeller und prompter Bedienung.

Meine Wohnung befindet sich im Hinterhause von Daniel Wirth's Nachfolger, Neustadt Nr. 38. Carl Stückrath.

(C i n g e s a n d t.)

Zu den unangenehmsten Erscheinungen neuerer Zeit gehört gewiß auch das zweck­lose Umherlaufen großer Hunde. Das sollte nicht gestattet sein. Es ist schon unangenehm, bald hier bald dort von kleinen Hunden angebellt und zuweilen verfolgt zu werden, ängstlich und gefährlich aber ist es, von großen Hunden angefallen zu wer­den. Erst vor einigen Tagen ereignete es sich, daß ein Mädchen von einem großen Hunde förmlich umgeworfen wurde. Hierher gehört auch die große Unsitte des Mit­bringens von kleinen und großen Hunden in die geringen wie besseren Wirthschaftslo- cale ohne Unterschied, wo sie durch Umherlaufen, Herumlungern und ekelhafte Beschmutzung Jedermann rur Last fallen und zu gerechter Klage Veranlassung geben. Kann unsere Polizeibehörde diesem Unfuge steuern, dann möge sie solches sofort thun.

Telegraphischer Schiffs bericht,

mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun.

Angekommen in New-Bork r

Das Hamburger Postdampfschiff Cimbria, Reisedauer 10 Tage. Bremer America, 12

Abgehend :

Den 24. April Dampfer Union von

Bremen

nach New-Aork.

27.

Atalanta

Havre

28.

28.

Westphalia New Bork

Hamburg Bremen

4. Mai

Samaria

Liverpool

5-

5.

n

Hammonia Leipzig

Hamburg Bremen

Baltimore.

Wegen Auskünften und Passagen beliebe man sich an Obigen zu wenden.

Feuilleton.

Späte Vergeltung.

Criminalnovelle von Fr. Wilibald Wulff.

(Fortsetzung.)

Er erschrack, als er näher kam. Vor ihm lag die Leiche eines Mannes.

Als der Schlickläufer an die Seite des leblosen Körpers gekommen war, blickte er in ein von Todesqual verzerrtes, anscheinend noch jugendliches Angesicht.

Der Körper mußte jedoch schon mehrere Tage im Wasser gelegen haben, denn die Verwesung hatte ihr grauenhaftes Geschäft schon begonnen.

Die verglasten Augen des Todten standen offen, das lange braune Haar war mit Schilf verflochten.

Hiernach mußte die Leiche auf dem Grunde des Meeres geruht haben, und von der Fluth auf der Watte zurückgelassen sein.

Der Ertrunkene trug Matrosenkleivung, aber, wie Harms bald bemerkte, von feinerem Tuche, als dies ein gewöhnlicher Schiffer der schleswig'schen Küste oder der Nordsee-Inseln zu tragen pflegt.

Seine Züge waren noch nicht so entstellt, um nicht gewahren zu lassen, daß sie bei Lebzeiten des Unglücklichen auffallend regelmäßig und wohlgestaltet gewesen waren.

Dem Schlickläufer war der Todte unbekannt, vergeblich suchte er in dem Gesichte desselben nach der Aehnlichkeit mit einem Bewohner von Nordstrand oder den Nachbarinseln.

Harms hatte eine ausgebreitete Bekanntschaft unter den Capitänen und Ma­trosen, welche auf den Inseln oder an der Küste entlang ansässig waren und von hier aus ihre Reisen unternahmen, aber er erinnerte sich nicht, dem Todten jemals früher begegnet zu sein.

Mit innerem Grauen prüfte Harms die Gestalt des jungen Mannes, da fiel sein Blick auf die Hand desselben.

Zugleich gewahrte er einen kostbaren Ring.

Er war allein mit dem Toden, allein auf der einsamen Watte.

Die Begierde nach dem Ringe und die sich daran knüpfende Hoffnung, sein Weib vom Tode zu erretten, seinen Kindern die heißersehnte Hülfe zu bringen, machten sein Herz lauter schlagen.

Er konnte den Blick nicht losreißen von den blitzenden Steinen, die mehr als hinreichend waren, um die Noth seiner Familie zu bannen.

Kaum wissend, was er that, neigte er sich Über den Ertrunkenen und ver­suchte der erstarrten Hand das Kleinod zu entreißen.

Schon verkündete in der Ferne ein langanhaltender Donner die heranstür­mende Fluth und trieb ihn zur Eile an.

Nur seiner verzweifelten Anstrengung gelang es, sich in den Besitz des Rin­ges zu setzen.

Nachdem dies geschehen, durchsuchte er mit bebenden Händen die Taschen des Verunglückten, er fand darin eine silberne Uhr mit einer kleinen goldenen Kette und eine gewirkte Geldbörse, welche etwa fünf Thaler in Silbergeld enthielt.

Den Raub an sich nehmen und an seinem Leibe verbergen, war das Werk eines Augenblickes.

Dann eilte er, mit einem scheuen Blick auf den Toden, davon, als würde er von Furien gejagt.

Er wagte keinen Blick mehr hinter sich zu werfen und erst als er so weit von der Leiche entfernt war, daß er sie unmöglich mehr sehen konnte, hielt er erschöpft, mit keuchendem Athem inne.

Hatte er eine Schuld auf sich geladen, als er den Todten beraubt?

Harms wagte nicht, sich darüber Rechenschaft zu geben, das Blut stürmte durch alle seine Adern, als wolle es sie zersprengen. Er mußte sich auf seinen Stock stützen, um nicht umzusinken.

Noch lag es ja in seiner Hand, die genommenen Schätze dem Kirchspiel­vogte abzuliefern und der Familie des Todten, sobald diese durch öffentliche Be­kanntmachung aufgefunden war, das ihr rechtmäßig gehörende Erbe zukommen zu lassen.

Zu Harm's Ehre wollen wir nicht verhehlen, daß er lange schwankte, was er thun sollte.

Wenn ihn auch sein einsames Leben, die Noth seiner Familie und die Un­barmherzigkeit, mit welcher man sein Flehen um Hülfe zurückgestoßen, verbissen und menschenscheu gemacht hatte, so wiederstrebte doch sein gerader Sinn der un­rechtmäßigen Bereicherung durch die Hinterlassenschaft des Ertrunkenen, und mit jedem Schritt, der ihn dem Ufer seiner heimathlichen Insel näher brachte, wuchs die Ueberzeugung in seiner Brust, daß er eine schwere Schuld auf sich nehme, wenn er die bei dem Toden gefundenen Gegenstände nicht sogleich dem Kirch­spielsvogte ausliefere.

Aber der Gedanke an die hülflose Lage, in welcher er sich befand, und daß er wieder mit leeren Händen heimkehren sollte zu seinem kranken Weibe, zu seinen hungernden Kindern, rot Der (tritt seinem Rechtsgefühl auf die härteste Weise.

Er beschloß, um dem Kampfe in seinem Innern ein Ende zu machen, seine Frau als Schiedsrichterin zu wählen.

Was sie ihm rathen würde, wollte er thun.

Schon donnerte ihm die Fluth auf den Fersen, schon bildeten sich vor ihm zu beiden Seiten Wasserlachen, welche von Augenblick zu Augenblick sich mehr ausdehnten.

Jetzt durfte nur ein Gedanke noch seine Brust erfüllen, wenn er nicht von den heranstürmenden Wogen verschlungen werden wollte, der Gedanke an schnelle Rettung aus der drohenden Gefahr.

Zu seinem Schrecken wurde er inne, daß er zu lange bei dem Todten ver­weilt habe, denn das Wasser überschwemmte schon den Weg, der zum Ufer der Insel führte.

Jetzt galt es Geistesgegenwart und kalte Entschlossenheit, um nicht im An­gesichte des Landes ein Opfer der Meeresfluth zu werden.

Bisher hatte Harms langsam und in gebückter Haltung, als ob ibn das Gewicht der begangenen That niederdrückte, seine Wanderung fortgesetzt, jetzt richtete er fich empor, faßte seinen Stock mit kräftiger Hand und eilte, so schnell es ihm der schon fußhoch vom Wasser überschwemmte Grund gestattete, bald laufend, bald mit Hülfe seines Stockes sich über einen größeren Waffertümrnel schwingend, dem Rettung verheißenden Jnseldamme zu. (Forts, folgt.)