Einzelbild herunterladen

Restauration Bramm (Neustadt.)

175) Sonntag den 10. Januar 1 86 9:

G o n e e r t

von einem Theil der hiesigen Regiments-Musik. Anfang 4 Uhr.

217) Sonntag den 10. Januar:

Streich-Quartett

im Schützenhof.

Anfang Nachmittags 4 Uhr.

Eingesandt.

Gießen. Die Gebrüder Matula und Gesellschaft, deren Leistungen in Jongleur­künsten und physikalischen Produktionen auf dem sich immer wieder neu regenerirenden Gebiete der natürlichen Magie vollkommen Anerkennung verdienen, werden, wie wir hören, nur noch zwei Vorstellungen, am Sonntag und Montag im Caf6 Leib geben, worauf wir besonders aufmerksam machen. Staunenswerth und zugleich ungemein ansprechend ist die Fertigkeit und Präcision, mit welcher Herr S- Matula seine Künste dem Publikum vorführt und überaus nett und geschmackvoll das Arrangement dabei, sowohl in Rücksicht auf die Auswahl der einzelnen Stücke, als auf die Art und Weise der Darstellung selbst und noch bemerkenswert!) die Eleganz der Costüme, sowie das bescheidene Auftreten der Künstler selbst. Ganz besonders aber verdienen die Leistungen der beiden Gladiatoren auf dein rollenden Globus ungetheiltes Lob, Leistungen, die wir in dieser Art bisher noch nie gesehen haben.

Und dann die eleganten Dalancierübungen, welche in jeder Beziehung staunen­erregend waren und von Kraft und Geschicklichkeit des Künstlers zeugten. Auch wird Herr S- Matula die Enthauptung oder das Kopfabnehmen eines Menschen produciren.

Mehrere Kunstfreunde.

nKHmnssi

Politische

-frischkäcker zu fließen.

Sonntag den 10. Januar. Martin Lenz am Marktplatz. Ehr Lampus auf dem Seltersweg. Louis Schneider in der Neu­stadt.

Airchliche Anzeigen.

Evangelische Hemeinde zu Hießen.

Gottesdienst.

AmallgemeinenMissionsfeste,den 10. Januar.

Morgens: Pfarrer Dr. Seel.

Nachmittags: Mitprediger-Vikar Drescher.

(Hollecte für die Mission.) (Nächsten Sonntag den 17. Januar Feier des heiligen Abendmahls.)

Getaufte.

Den 31. December. Dem Bürger und Schuhmacher, Emil Ohr, ein Sohn, Gustav, geboren den 25. October.

1869.

D en 1. Januar. Dem Bürger zu Großen-Linden und Kaufmann, jetzt Gast- wirth dahier, Johann Karl Schmandt, eine Tochter, Elisabeth Philippine, geboren den 11. December.

Denselben. Dem Bürger und Schuh­macher, Philipp Kramer, ein Sohn, Georg Karl Ernst, geboren den 9. December.

Den 3. Januar. Dem Bürger und Weißbinder, Christian Petri HL, eine Toch­ter, Wilhelmine Luise Marie, geboren den 3. December.

Denselben. Dem Bürgerund Möbel­fabrikanten , Friedrich Fürst, ein Sohn, Friedrich Joseph Johann Baptist Julius, geboren den 8. December.

1 '7 IIMfWWBgaKBBSEaBgfflHB

Denselben. Dem Bürger und Gast- wirth, Karl Peppler, ein Sohn, August Heinrich, geboren den 22. November.

Beerdigte.

Den 31. December. Eine noch un- getauste Tochter des Bürgers in Alten-Bu- seck und Kunstgärtners, Georg Becker, alt 2 T., gestorben den 30. December.

«x 1 6 69.

n .1' Januar. Johann Gerhard Stix, Burger zu Frankfurt a. M. und Pho­tograph dahier, alt 28 I. 11 M. 27 T-, gestorben den 30- December.

Den 3. Januar. Wilhelm Wüst aus Hungen, alt 23 I., gestorben den 1. Ian-

Den selb en. Maximilian Wenzel, des Burger» und Kaufmanns, Karl Wenzel, ehelicher Sohn, alt 4 M- 9 I., gestorben den 2. Januar.

D ensel b en. Friedrich Wilhelm Johann August Emil Busse, des Stationsschreibers an der Coln-Gießener-Bahn dahier, Adolf BuM aus Hamm, ehelicher Sohn, alt 2 I- 1 28 T., gestorben den 3. Januar.

m.Den 5. Januar. Hermann Claus, Burger und Häfnermeister, all 64 I. 5 M- 9 4.., gestorben den 3. Januar.

Den 6. Januar. Ein unehelicher Sohn von auswärts, Emil, alt 16 T-, gestorben den 5. Januar.

Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer vr. Seel.

Im Jahre 1868 wurden in der hiesigen evangelischen Gemeinde ehelich eingesegnet 60 Paare. Geboren wurden 233 Kinder, 123 Knaben und 110 Mädchen, darunter 7 todtgeborne und 19 uneheliche Kinder. Die Zahl der Gestorbenen beträgt 266, ""ter welchen sich 66 Auswärtige befinden.

Vt n n d s ch er u.

Berlin, 5. Jan. DieKrcuzzkg." thut in ih­rem heutigen Leitartikel so ängstlich, als ob ein libtralcr Pairschub" in Folge ter Ablehnung des Gusrarb'schen Antrags bereits vor der Thüre stünte. Sie tadclt denWcttcifir der Ulbertreibung", wo­mitinsbesondere nationalliberale Organe znm Zweck einer möglichst alarmirenden Polirnik gegen das Her­renhaus cs sich angelegen sein lassen, die Bedeutung des in Rede stehenden Vorganges hinaufzuschroubcn" und den Vorgang als einenernsten Staatscon- slict" ^arzustellen. Solche Falle, meint sie, in denen es sich einfach um eineMeinungsverschiedenheit" zwischen den gesetzgebenden Factvren hantle, habe man niemals in Preußen alsEoi:slicte" bezeichnet. Es sei eben der mißlungene Versuch einer Neuerung, wobei Alles beim Alten bliebe, ohne daß daraus besondere Unregelmäßigkeiten und Verwirrungen im Staatsleben resultiren. Daß auch hinsichtlich solcher Falle, in denen dieKreuzztg." das Wesen eines wirklichen VcrfassungSconflicls erkennt, das Tvryblatt Vie Existenz einer drohenden Gefahr für das Staatö­leben nicht erblickt, wird eben nicht befremden, wenn man sich an die lange Dauer und Harmlosigkeit- solcher Vorfälle aus der Geschichie des parlamenta­rischen Lebens in Preußen erinnert.

Berlin, 6. Jan. DerBörsencourier" von beute Abend meldet aus zuverlässiger Quelle: Die Pforte habe auf Andringen der Machte elngewilligt, den fünften Punkt des Ultimatums, betreffend das Vcrfprechcn Griechenlands, dem Völkerrechte und den bestehenden Verträgen gemäß zu handeln, fallen zu lassen.

Berlin, 7. Jan. DieKreuzztg." dementirt, daß die Regierung die Creirung dreier neuen Ober- tribunalrathsstellen bean rage. Das Blatt eikiait, bei der nach Art. 92 der Verfassung in näherer oder fernerer Zukunft ncthwendig werdenden Verschmel- zung des Oberappellationsgerichls für die neucrwor- benen Landestherle mit dem altländischen Obergc- richtöhofe würde sich für die Regierung die passendste Gelegenheit bieten, die Frage wegen der Hülfsrichter und der Creirung ausreichender Ralhsstcllen definitiv zum Austrag zu bringen.

Marburg, 4. Jan. In Beircff der Univer. sitätssrage wird derBrest. Ztg." von Berlin aus nachstehender Bernhigungsartikcl cingesanet:Die Bestürzung, welche in Marburg die Verlegung der dortigen Universität nach Frankfurt hervorgeruien, hat an zustehendem Orte hirr Thetlnahme gefund.n und zuwege gcbracht, daß man die Marburger in kurzer Zeit völlig darüber beruhigen wird, daß das bestehende Verhältniß unberührt erhalten ble ben, ja, sogar für die Hebung und Förderung der Universi« tät in gewünschter Weise eingeschrittcn werden soll."

Paris, 5. Jan. DemJournal de Paris" zufolge wurde Die Conferenz bereits übermorgen, den 7., in Paris zusammentreten. Der griechische Ge- sandte, Hr. Ronghabc, wird sämmtlichen Sitzungen beiwohn n, nur wird er bei der Eröffnung der ersten

Redaction, Dl

Sitzung sich in einem Nebensaale so lange aufhal- tcn, bis seine Zulassung auf den Vorschlag des Hrn. v. Lavalctte von den versammelten Vertretern der Machte ausgesprochen sein wird. Dann wird er in die Sitzung eingesührt werden. DieFrance" dcmentirt die Nachricht, daß Rußland daraus ange- tiagen habe, den Boden der Dcliberationen der Conferenz weiter auszudehnen, und namentlich aus gewisse Punkte des Vertrags von 1856 zurück- zukommen.

Paris, 6. Jan. Die ZeitungParis" erzählt die vielbesprochene und auch vielfach angezweifelte Zusammenkunst zwischen dem Herzog von Madrid und der Exkönigin voll Spanien in folgender roman­tischer Weise:Am Sonntag gegen 9 Uhr Mor­gens hielten zwei Fiakers, nachdem sie nicht ohne Mühe die Elyseischen Felder und die Avenue de la Grande Armee hinaufgefahren waren, an dem be­kannten Rond-Point von Courbevois. (Es ist dieß ein Kreuzweg in der Nähe des Bois de Boulogne, wo man vor mehreren Jahren die von der Ven- dome-Säule herabgeholte populäre Statue Napo- Icons I. ausgestellt hat.) Drei Personen stiegen auö: einerseits ein junger Edelmann mit etwas deut­schen Manieren, andererseits eine Person in einfacher Toilette und ein Mann mit einem sehr starken Barte. Die drei Personen gingen einander entgegen und druckten sich unweit der Statue Napoleons die Hand; sie plauderten lange. Es war Don Carlos von Bourbon, die Königin Isabella und ein Geheimer Rath.

Madrid, 2. Jan. Wie Sie bereits wissen, hat sich unsere seiner Zeit ausgesprochene Vermu- thung, die Barrikaden von Cadix würden in der Geschichte der gegenwärtigen spanischen Revolution nicht vereinzelt bleiben, nur allzu eklatant bewahr- beitet. Obgleich indeß die neuesten gouvernementa- len Depeschen die Jnsurrection von Malaga schon als beendet bezeichnen; ein streng objektives Unheil über diese unheilverkündenden Vorgänge ist selbst heute noch nicht möglich. Wer die mephistophelische Falschheit erwägt, mit der Die immer mehr entar­tende provisorische Regierung alle Communikalions- mittel mit Belchlag belegt, und aus der Verbreitung lügenhafter Nachrichten ein förmliches Metier macht, wer die vortreffliche Dressur der Gouverneure kennt, die absolut kein Telegramm nach der Hauptstadt ge­langen lassen, das irgendwie Die Interessen ihrer tyrannischen Oberherren fchäDigen könnte, der wird begreifen, mit welcher Vorsicht ein Correfpondent zu Wege gehen muß, wenn er nicht unbewußt Den Par- tclstandpunkt des Despotismus theilen will. Die Veranlassung zu Dem bewaffneten Widerstand Der malaguenische/r Republikaner gab das verfaffungs- wicrige Bcg'nnen des Caballero De Rodas, der, wie in Cadix, die Entwaffnung Der Bürgermiliz vorneh­men. d. h. Dem Prim'fchen Staatsstreich Die unan­genehmsten Hindernisse fo unter Der Hand aus dem Wege räumen wollte. Die Demokraten haben dieses

1 und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr- Ehr. Pie

widerliche Spiel wohl durchschaut, und es legt für i^re Ehrenhaftigkeit und Entschlossenheit ein rühm­liches Zeugniß ab, wenn sie sich diesem schimpf­lichen Ansinnen mit Den Waffen in Der HanD tot- versetzt haben. Aus glaubwürdigerer Quelle hort man, daß Die Insurgenten vortrefflich organisirt seien UND was jedenfalls das Wichtigste ist daß man in aller Kürze eine allgemeine Erhebung in allen andalusischen Städten erwarte, ein Ereigniß, las denn doch die provisorische Regicrung in nicht geringe Verlegenheit stürzen dürfte. Mit Truppen­macht hält man eben die Strömungen einer Idee, zumal wenn Die Erbitterung wegen erlittenen Un­rechts hinzukommt, nicht auf, und Caballero De Ro­das kann nicht an allen Orten zugleich sein, oDer als Commis-Voyageur Des Monarchismus in ganz Spanien Die Runde machen.

Madrid- 6. Jan. DerGaulois" meldet nach einer heute Morgen eingetroffenen Depesche, daß man in Barcelona eine carliftische Verschwörung entdeckte, Die Verzweigungen in Saragossa, Tortosa und Lerida hat. Militärische Verhaftungen wurden vorgenommen. Sehr compromittirende und besonders sehr wichtige Papiere legte man bei den verschiede- nrn Verschworenen mit Beschlag, welche gefangen genommen wurden. Die Gefangenen, welche in Ma­laga gemacht wurden, befinden sich noch immer auf Den Kriegsschiffen. Man erwartet die Befehle Der Regierung.

Vermischtes.

Darmstadt. Nach den Aufzeichnungen des Großhnzog- lichen Katasteramtes hat man in Darmstadt feit 40 Jahren (1828) keinen so milden December gehabt, wie im vergosse­nen Jahre.

Mainz. Heinrich Schäfer von Bretzenheim, der Mörder seiner Frau, wird, nach Entscheidung de» (Vereinigte Staa­ten-) BundeScommiffärS Osborn an den Norddeutschen Bund abgeliefert und von dem Deputirlen, Bunde«marschall DaviS Devire, zu diesem Zwecke nach Deutschland begleitet werden.__

Berichte aus dem Seljthale (Rheinhessen) melden von in Bluthe stehenden Kirschenbäumen.

Königsberg, 2. Jan. DieOstpr. Ztg." berichtet: Am Mittwoch kamen Leute vom Seestrande, welche mittheilten, daß in den letzten Tagen durch den heftigen Sturm eine Menge Bernstein auögespult worden ist. Ihrer Erzählung nach sollen darunter auch drei Stücke von bedeutender Größe sein. Die Regierung hat das Graben nach Bernstein vorläufig inhibirt. Dennoch wird am ganzen Strande von Nodems bis Cranz von den aufsässtgen Dorfichaften gegraben. Die dort stationir- ten GenSd armen kennen nicht« ausrichten, da die Strecke zu lang ist (6 bis 7 Meilen). Zeigen fie fich da, w, gegraben wird, so entflieht das ganze Corps von 400 Arbeitern und darüber, um da« Geschäft an einer ander» Stelle sofort wie­der aufzunehmen. Es wird höchst wahrscheinlich Militär requi, rirt werden.

(Die Geschwindigkeit einer Well,.) In Tara- naki, Neu-Seeland, hat ein Erdbeben Schaden im Betrage von 5000 L. angerichtet. In einem V»rtrage vor der Royal Society in Melbourne wurde dargethan, daß die große Welle, welche am 15. August gegen die Küste von Neu-Seeland, so­wie Ost- und Süd-Australien »»schlug, die Reise über den Stillen Ocea» in 18 Stunden (als, 383 Meilen in tiitr Stunde) zurückgelegt haben müsse.

ch) in Gießen.