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Das hiesige Amt ha, sind in der >üngsten Zeit Zigeune-banden, mit au«.

Zudringlichkeiten aller Art belästigt. Da derartige Banden erfahrungsmäßig die öffentliche Ordnung und Sicherheit in hohem Grade gefährden, so ist darauf zu halten, daß dieselben, gleichwohl, ob sie

Der Barbone.

(Barbone, im ital. VolkSdialect: der Bärtige.) Novelle von Fr. Büchner.

(Verfasser der PretsnovelleJugendverirrungen.")

ländischen Pässen versehen, oft ton erheblicher Stärke, in den diesseitigen Regierungsbezirk eingedrungcn und haben das Publikum durch Wahrsagen, Betteln und

Hochheim, 29. Juli.

in Betreff der in jüngster Zeit sehr häufig vorge- kommcncn Durchzüge von Zigeunerbanden folgenden Erlaß an die Bürgermeister ergehen lassen:ES

lian.Ich würde Dich nicht mehr Freund nennen, wenn ich Dich nicht als Kämpfer unter den Bertheidigern Deines Vaterlandes gesehen hätte."

Ein Händedruck sagte dem Freund für diese Worte beredteren Dank, als Albrecht denselben hätte aussprechcn können.

Albrecht von Schauenstein bemerkte jetzt erst, daß der Freund an dem rech­ten Arm verwundet war und stark blutete. Die Wunde zeigte sich so bedeutend, daß vorauszusehen war, es würden einige Wochen bis zur Heilung derselben erforderlich werden.

Willst Du, daß ich Dich zu Deiner Pflege nach Scharnitz bringen lasse?" fragte Albrecht besorgt.

Nein," erwicderte der Verwundete,nach dieser Niederlage wird uns jener Ort keinen Schutz mehr gewähren; auch will ich an diesem Kampf gegen Tyrol nicht mehr theilnehmen, selbst wenn ich bald wieder genese."

Ja, das muß ein trauriges Geschäft für einen deutschen Soldaten sein, auf Befehl des fremden Tyrannen wider uns zu kämpfen," sagte Albrecht von Schauenstein düster.Du thust wohl, nicht nach Scharnitz zurückzukehren; ich will Dich an einen Ort bringen lass.n, wo zarte Frauenhände mit sorgsamer Pflege Dich bald wieder gesund machen sollen."

Er gab einigen Bauern Befehl, die den Verwundeten sorgsam unterstützten und ihn einstweilen zu einer nahen Sennhütte trugen.

Albrecht von Schauenstein begab sich nun nach den Ruinen des Klosters Mariahilf, wo der Mönch nur seine Ankunft erwartet zu haben schien, um über das Schicksal der Gefangenen zu beschließen.

Der Barbone wandte sich, als Schauenstein an seiner Seite stand, zu den getrennt von den übrigen Soldaten stehenden Hauptleuten und sagte, indem ein finsterer Ausdruck auf seinem Gesicht lagerte:Ihr habt zwar die Waffen nie- dcrgelegt, und nach Kriegsgebrauch sollte Euch das Euer Leben sichern, aber seit man die gefangenen Bauern wie Hunte todtschießt, seitdem man schuldlose Frauen, Mädchen und Kinder auf abscheuliche Weise zu Todt martert, ist der stillschwei­gende Vertrag des Krieges gelöst, in einer Viertelstunde müssen alle Führer sterben. Wir vergelten nur, was Ihr über Schauenstein verhängt hattet, und was Ihr über mich beschlossen haben würdet."

Die Hauptleute starrten, ohne em Wort zu erwiebern, finster zur Erde und ergaben sich still in ihr Schicksal, da sie einsahcn, daß sie bei einem Führer, wie der Barbone, keine Gnade erwarten dursten.

Da trat Albrecht von Schauenstein neben den Mönch und sagte mit fester Stimme:Das werdet Ihr nie und nimmer thun, Barbone!"

Und wer will mich daran hindern?" erwicderte der Mönch finster, indem er auf die Menge der sie umgebenden Bauern sah.

Nicht äußere Gewalt, Barbone," fuhr der Jüngling fort,aber das Ge- fühl für Recht und Ehre. Die Vorwürfe der Grausamkeit an Schuldlosen trifft mehr das französische Heer, als das unserer deutschen Landsleute, und was ein Einzelner verbrochen, dafür dürfen wir nicht Rache nehmen an diesen Führern, von denen Keiner, so viel ich weiß, sich einer Grausamkeit gegen die Unseren schuldig gemacht hat."

Des Mönches Augen ruhten einen Augenblick mit Wohlgefallen auf dem Jüngling/dann aber nahmen seine Züge wieder den früheren harten Ausdruck an, und er sagte:sie müssen sterben; im Krieg steht Einer für den Andern."

Ist das Euer fester Entschluß?" fragte der Jüngling, vor Aufregung zitternd.^ geantwortet, fuhr Albrecht von Schauenstein fort:

Gut, befleckt Eure Hände mit unschuldigem Blut, aber wisset, daß in demselben Augenblick sich Albrecht von dem Barbone loSsagt, und daß er ihn nie mehr als einen tapferen und edlen Volksführcr ehren, sondern als einen gemeinen Mörder verabscheuen wird." v .

Wieder blickte der Mönch mit Wohlgefallen auf den zürnenden Jüngling, dann aber entrang sich der Ausruf:mein Albrecht!" in einem weichen Ton seinen Lippen, wie man es bei dem harten Ausdruck, der eben noch über seinem Antlitz gelagert, nicht für möglich achtete. . x w x x w _

Als nun der Jüngling verwundert aufschaute, breitete der Mönch die Arme aus, umschloß ihn und rief mit einem Tone, in dem sich ein hoher Stolz aus­sprach :O daß alle Führer in einem Kriege so edel dachten! Mein Alorecht, kennst Du Deinen Freund nicht besser, denn daß Du ihn einer solchen That fähig hieltest? Ich wollte Dein Herz prüfen, das ich von bitterem Haß entflammt glaubte, weil Dir von dem Feinde das Todesurtheil gesprochen worden war. Du hast die Prüfung bestanden, mein Albrecht! Gott segne Dich, mein Sohn, Du bist werth, einst glücklich zu werden." . ..

Sich ru den gefangenen Hauptleuten wendend, fuhr er fort:Ihr seid von diesem Augenblick an frei, und erzählt den Euren und Euren Bundesgenossen daß das mißhandelte Volk in unseren Alpen edler gegen den gefangenen Feind denkt, als Ihr. Nur die Soldaten bleiben hier in Haft, bis die in Scharnitz gefan- genen Tyroler gegen sie ausgewechselt sind. Daß das geschehe, mache ich zur Bedingung Eurer Freiheit." .

Eine tiefe Rührung prägte sich auf allen Gesichtern aus, als letzt der ehr­würdige Oberst von Holmar vortrat, beiden, dem Barbone und Albrecht von Schauenstein die Hand reichte und tiefbewegt die Worte sprach:Ich danke Euch, edle Männer, im Namen der Meinigen. Was Ihr gethan Habt, soll nicht verloren sein, und so weit wir es vermögen, sollen Eure gefangenen Lands­leute in dem traurigen Krieg stets milde behandelt werden."

Ein Paar Stunden später zog eine Schaar jubelnder Tyrolerbauern aus dem Thore von Scharnitz auf der Landstraße dahin, im Takte dem gewöhnlichen Kriegsmarsch folgend, der an ihrer Spitze von einer helltönenven Sackpfeife wie- Verklang. Wie strahlten ihre Augen von Wonne, als sic statt der öden Kerker- wände wieder ihre hohen heimathlichen Berge vor sich sahen!

(Fortsetzung folgt.)

(Fortsetzung.)

Als man endlich an dem Portale angelangt war, stiegen einige Führer nebst einer Anzahl Soldaten und dem Mönche, mit einer brennenden Fackel ver- leben den schmalen Stufen hinab, welche in das große, unter dem Kloster sich dinuehenve, steinerne Gewölbe führten. An dem dritten Pfeiler in demselben gewähr,- man sogleich die groß- eingelassene weiße Steinplatte.

Der Mönch besohl einigen Soldaten, sich unten fest weder dieselbe zu stem- men allein der Stein wich nicht. Da sagte der Mönch:Ihr kennet den Kunstgriff nicht;" und al« er sich mit dem einen Fuß fest weder die Platte stemmie, ward eine leichte Bewegung de« Steine« sichtbar.

Wiederum versuchten die Soldaten ihre Kraft, aber vergeblich.

Der Stein muß noch von der Fever geholten sein," sagte der Mönch verdrießlich,und," fügte er hinzu, indem er einen Blick auf seine gefesselten Haiie^ warf,, t« schien, aufmerksam den vergeblichen Ber>

suchen der Soldaten zusehend. Da befahl der Oberst, ihm den Strick von den Landen zu lösen; und kaum war diese« geschehen, so ließ sich der Mönch zur Erde nieder und begann da« eine Ende des Steine«, wo derselbe auf der Erde rubte mit großer Aufmerksamkeit zu untersuchen.

Leuckte mit Deiner Fackel hierher, nahe zu mir," tief er dann dem au ber anderen Seite de« Stein« stehenden Soldaten zu. Dieser neigte die Fackel tief bi« »um Fuße der Platte, aber in demselben Augenblick schlug diese mit un- ael eurer Gewalt um, die verlöschte Fackel unter ihrem Gewichte begrabend. ° Ächz, Licht!" rief der Mönch mit schrecklicher Stimme,sonst sind wir alle vnüor ^rtC( an tiefem Orte von einem Wesen auSgerufcn, an dem der oemeine Soldat stets nur mit einem geheimen Grauen aufsah, brachten die aröstte Verwirrung hervor. Alle« stürzte nach der Eingangsthur, um sich zu tun und nur einige Hauptleute unternahmen e«, mit einer neuen Fackel ver- (eben' da« Gewölbe wieder zu betreten. Sie fanden den Stein umgelegt, aber Intet demselben blickten sie in einen der dunklen, geheimen Gange, w,e man sie nicht selten in Klöstern findet, um in Zeiten der Roth al« letzter Rettungswrg dienen Nicht lange aber überließen sich die Führer ihrem Erstaunen. M,t der Einsicht daß der Mönch entflohen, und jeder Versuch, sich seiner wieder zu bemächtigen, vergeblich sein würde, sahen sie zugleich em, daß sie letzt schnell den Rückweg antreten mußten, wenn sie sich nicht der größten Gefahr aussetzen wollten.

Aber schon war e« dafür zu spat. Einzelne Schüsse, die dumpf in dem Gewölbe widerballten, zeigten ihnen an, daß der Fe,nv in ihrer Nahe war. As sie rasch hinauf in da« Freie geeilt waren, um tue Ihrigen zu ordnen, fiel ihr erüer Blick auf den gespenstigen Mönch, der in geringer Entfernung vor ihnen, wieder in sein dunkle« Klosterkleid gehüllt, aus einem Felsen stand, in der Linken t>a« Erucifir, in Der Rechten ein Schwert haltend, und schaurig drang fein lau- ttr RufTprol und die heilige Jungfrau!" zu ihnen herüber. Die «oldaten richteten ihre Schüsse nach dem gespenstigen Wesen, aber vergeblich e« ftano da fest, unbekümmert, wie sich bewußt, daß eine höhere Macht e« beschirme.

Sinter eoem Felsen wurden nun Tyroler Bauern sicht ar, die mit ihren kurzen Stutzen, die nie fehlten, furchtbar unter den rathlosen Soldaten, auf- räumten Als diese ein Paar vergebliche Versuche gemacht hatten, die Hohen u gew nne erkannten Führer, daß ihr Widerstand nutzlos sei, und endlich aebo die laute Stimme de« OberstenAufhoren de« ungleichen Kampfes. Eine kleine Weile später waren die noch übrig gebliebenen Soldaten entwaffnet und mit ihren Führern einstweilen nothduntig in den Ruinen de« Kloster« untep. 0tbr<®«renttem aber dauerte der Kampf noch ununterbrochen an dem Eingang ru dem steil aufführenden Klosterpfade fort. Hier hatten die Soldaten einen besseren Stand gegen Vie Bauern, uud schon hatten sie ""'ge Dorthes errun­gen und hofften die breite Landstraße zu gewinnen, als Albrecht von schauen- stein mit den nach dem Kampf bei dem Kloster dort entbehrlich geworden n Bauern erschien und den vordringenden Fetnd wieder zuruckwarfi Die So d n fenten nun auch hier die Waffen nieder und gaben sich gefangen.

Albrecht von Schauenstein eilte nun nach einem Einschnitt des SBctj«, au« Dem man noch einzelne Flintenschüsse vernahm, um auch hier den Kampf zu Ende »u führen Dort ^aber bot sick ihm in ter kleinen, engen Schlucht ein seltsames Schnufviel dar. Eine Truppe Soldaten hatten eben ihre Waffen medergelegt, nur eine kleine Strecke von ihnen entfernt, sah man einen lugenblichen Führer, ?er sch a Schwert in der Linken haltend, mühsam gegen einige Bauern v r- theidigte. Noch einmal blickte S»auenstein hin, bunn mar er in in Ja sSu-sSä &

mehr der da« Leben Mapimilian« bedroht hatte. .

Albrecht von Schauenstein zog den Freund weg unter einen vorspringenden Felsen wo ein kleines ebene«, mit frischem Alpengra« bewachsenes Plätzchen zum Ruhen^einlud^ ^lwn gerettet, Albrecht," sagte tiesbewegt Marimilian,

Di« .1.(1 vww- w*

Don Schauenstein," und wird unsere Freundschaft trotzdem fortDaunn < Gott lasse diesen unglückseligen Krieg bald endigen," erw.ederte Morim..