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1. zur Wahl eines neuen Bezirksvereinsausschusses bemerkt der Vorsitzende, daß er im Ausschuß einen von diesein gebilligten An­trag gestellt habe, welcher, da er eine Abänderung der Statuten bezwecke, der Zustimmung der Generalversammlung bedürfe. Der Antrag, welcher verlesen wird, geht dahin:

a. die pos. 1 des §. 3 der Statuten des Bezirksvereins aufzuheben und an deren Stelle zu bestimmen, daß auch der erste Direetor des Ver­eins frei aus und von den Mitgliedern zu wählen sei;

b. ebenso die Bestellung des Secretärs (Rechners) der freien Wahl der Vereinsmitglieder zu überlassen (§. 5);

c. die Zahl der Ausschußmitglieder (§. 3) auf zwölf zu erhöhen und die bisherige Beschränkung hinsichtlich des Wohnorts Wegfällen zu lassen;

d. zu bestimmen, daß jährlich wenigstens drei Generalversammlungen ab­zuhalten seien;

e. die Geschäftsordnung für die Versammlungen des laudw. Vereins der Provinz Oberhessen auf die Versammlungen des Bezirksvereins an­wendbar zu erklären, und demzufolge

f. unter Berücksichtigung der Bestimmung sub c. und e. die Statuten des Offenbacher Bezirksvereins, welche im Uebrigen mit dem Vor­stehenden übereinstimmen, zu adoptiren.

Dieser Antrag wird nach einer kurzen Discussion, bei welcher sich Se. Erlaucht der Herr Graf zu Solms-Laubach, die Herren Dr. Gros und Poststallmeister Kempff, sowie der Antragsteller selbst betheiligten, einstimmig angenommen. So­fort wird zur Vornahme der Wahl des ersten und zweiten Directors, sowie der 12 Ausschußmitglieder geschritten, deren Ergebuiß nach Schluß der Versammlung ermittelt werden soll.

2. Verwendung der Vereinsmittel.

Der Vorsitzende theilt mit, daß sich sechs Lehrer, welche den l and w irt h- schaftlichcn Unterricht für Schullehrer zu Darmstadt im laufenden Jahre besuchten, mit der Bitte um Unterstützung an den Verein gewandt hätten und schlägt vor, jedem dieser Lehrer eine solche von 10 fl. zu gewähren, dabei jedoch die Erwartung auszusprechen, daß die betreffenden Gemeinden die Kosten flir die Anschaffung der Lehrmittel (Bücher) übernehmen würden. Von anderer Seite wird vorgeschlagcn, diejenigen Lehrer, welche sich bereits im vorigen Jahr an dem Kursus betheiligt haben, höher zu bedenken, als die zum Erftenmale Theil nehmend, während die Herren Secretär Gros und Poststall- aneister Kempff sich für die Bewilligung von je 15 st. aussprechen und Herr Generalsecretär Dr. Krämer sich für den Vorschlag des Vorsitzenden erklärt.

Die Abstimmung bleibt ausgesetzt bis zur Beschlußfassung über die wei­teren Verwendungen.

Lieber die Resultate der Verwendung künstlichen Düngers, wel­cher im vorigen Jahre ans Vereinsmitteln angeschafft und an Mitglieder un­

entgeltlich abgegeben worden war, sind durch den Vorsitzenden Bürgermeisterei­berichte eingezogen worden, welche zur Verlesung kommen ; dieselben lauten meist für die fernere Verwendung künstlichen-Düngers wenig günstig, es kann ihnen übrigens auch mit Rücksicht auf die Ungenauigkeit und Unvollständigkeit der angestellten Versuche nur ein geringer Werth für die Beurtheilung der vorliegen­den Frage beigemessen werden. Weit mehr Interesse bietet ein von Herrn Lehrer Schlapp in Rödgen hierauf erstatteter eingehender Bericht über die von demselben angestellten vergleichenden Versuche der Düngung mit künstlichem Guano, Mist, Pferch, Pfuhl und halber Düngung mit Mist und Guano. Diese Versuche haben ein im Ganzen günstiges Ergebniß geliefert. Herr Gutsbesitzer Faber vom Hardthof referirt über die Anwendung natürlichen Guanos, dem * eilte etwas größere Wirksamkeit, als dem Stallmist zuschreibt. Von mehreren Seiten (Herr Secretär Gros, Poststallmeister Kempff, Lehrer Schlapp rc.) wird darauf hingewiesen, wie die Witterung im laufenden Jahre besonders ungünstig gewesen sei; man solle daher noch weitere Versuche anstellen und dabei auf gleiche Bodenbeschaffenheit, gleiche Qualität des Samens rc. Rücksicht Nehmen. Es bemerken ferner: Herr Bürgermeister Jnderthal von Rödgen: In Rödgen sei viel Regen gefallen; sein mit Guano gedüngter Waizen sei deßhalb auch vorzüglich gewesen. Herr Dr. Leisewitz: Man solle Versuche mit mehreren künstlichen Düngerarten machen und dabei auf Gleichheit aller in Betracht kom­menden Verhältnisse (Boden, Samen rc.) achten; auch möge man sich nicht durch ungünstige Ergebnisse im ersten Jahre abschrecken lassen; die Wirkung zeige sich oft erst im folgenden Jahre, wie denn überhaupt der Einflüsse zu viele und Täuschungen zu leicht seien. Herr Dr Krämer: Es handle sich darum dem Boden diejenigen Bestandtheile zu ersetzen, die ihm vorher entzogen worden seien und die auch- der Stallmist nicht enthalte. Redner empfiehlt gleichfalls die Anstellung weiterer Versuche mit verschiedenen Düngerarten und ein sorg­fältiges Studium des Bodens, führt günstige Beispiele aus Offenbach an und verweist auf den bedeutenden Verbrauch von Guano in Rheinhessen. Der Vorsitzende schlägt hiernach vor, tote im Vorjahre, 100 fl. zur unentgeltlichen Abgabe verschiedener, vom Ausschuß zu bestimmenden Sorten künstlichen Dün­gers zu verwenden und erklärt sich die Versammlung hiermit ebenso einverstan­den, rote mit dem Anträge des Herrn Dr. Gros von Co Inhausen: Den Dünger nur an Diejenigen abzugeben, welche sich verpflichteten, die Versuche nach einem bestimmten Schema, zu dessen Entwerfung sich Herr Dr. Leisewitz erboten habe, anzustellen und darüber zu berichten.

Für Unterricht im Hufbeschlag werden hiernach 30 fl. und zwar je 15 fl. für zwei Hufschmiede bestimmt und wird die Unterstützung der Lehrer, welche am landwirthschaftlichen Unterrichtscursus zu Darmstadt Theil genommen haben, auf 15 ft. für jeden der 6 Lehrer festgesetzt, dabei aber be­schlossen, die oben erwähnte Erwartung auszusprechen, daß die Gemeinden dis Kosten für Lehrmittel auf ihre Kassen übernehmen würden.

(Schluß folgt.)

Besondere Bekanntmachungen.

6903) Nachdem die Relicten des Großh. Rechnungsraths Martin dahier mit dessen gerichtsbekannten Gläubigern ein Arrange­ment, resp. einen Nachlaßveftrag unterm 26. Juni d. I. abgeschlossen haben, dieser jetzt allseitig genehmigt worden ist, so wer­den nunmehr noch etwaige unbekannte Gläu­biger aufgefordert, innerhalb 14 Tagen ihre Ansprüche an den Nachlaß des Großh. Rechnungsraths Martin dahier sogewiß geltend zu machen und etwaige Einwendun­gen gegen den oben erwähnten Nachlaßver­trag vorzubringen, als sonst unter Aus­schluß hiermit das erwähnte Arrangement gerichtlich bestätigt und der fragliche Nach­laß in Gemäßheit der getroffenen Bestim­mungen ohne Rücksicht auf etwa weiter be­stehende Forderungen ertheilt werden wird.

Gießen, den 21. September 1868.

Großhcrzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, v. Rots mann, Stadtrichter. Stadtgerichts-Assessor.

Oeffentliche Aufforderung.

7016) Alle Diejenigen, welche noch For­derungen an den Nachlaß der verstorbenen Fräulein Julie Tasche von hier bilden wollen, haben solche innerhalb 14 Tagen bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, indem dieselben sonst bei der Bertheilung des Nachlasses keine Berücksichtigung finden.

In.gleicher Frist haben auch Diejenigen, welche etwa an den Nachlaß der Verstor­benen noch Etwas verschulden, dieses an den Großherzoglichen Reallehrer Dr. Th eo- dor Tasche zu berichtigen, wenn sie sich nicht gerichtlicher Einklagung gewärtigen wollen.

Gießen, den 22. September 1868.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, Dr. A. v. Grolman, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.

Versteigerungen.

Die Vergebung von Arbeit bei der Stadt Gießen.

7019) Samstag den 3. October 1868, des Vormittags 9 Uhr,

soll auf hiesigem Rathhause Pflasterarbeit, veranschlagt zu 79 fl. 21 '/2 fr., an den Wenigstfordernden vergeben werden.

Gießen, den 26. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Vogt.

6997) Die Grundstücke des Ludw. Her- bert I-, rote solche in Nr. 105 und 108 die­ses Blattes naher beschrieben sind, sollen, da die Versteigerung derselben am 14. Sep­tember nicht genehmigt worden ist,

Donnerstag den 1. October, Nachmittags 2 Uhr, auf dahiesigem Rathhause.nochmals verstei­gert werden und wird bei annehmbarem Gebote sogleich die Genehmigung ertheilt.

Gießen, den 24. September 1868.

In Auftrag:

Weidig, Ortsgerichtsmann.

7011) Dienstag den 6. October, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die Grund­stücke des Christian Petri 11., als: Flur Nr.ftlftr.

18/ios 76 Acker zwischen dem Wetzla­rer Pfad und der Lahn,

4%i 240 Acker in den Schwarzlachs­

gärten, am Flnthgraben, 4%2U.33 179 Acker auf dem Sandfeld, nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden, unter dem Anfügen, daß die ge­richtliche Genehmigung ertheilt werden wird, wenn auch das Meistgebot die Taxation nicht erreicht.

Gießen, den 19. September 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

Ebel.

Oüerhessische Eisenbahnen.

Section Gießen.

7007) Die Herstellung von fünfzig Stück zweirädrigen Schnappkarren soll vergeben werden. Uebernahmslustige können die Be­dingungen auf dem Sections-Bureau er­fahren.

Gießen, den 25. September 1868.

Der Sections-Jngenieur.

H. Lippold.

Feilgebotenes.

Vorzügliche Cigarren,

ä 1 fr. pr. Stück, empfiehlt

(6995) L. Fr. Handwerk, Neustadt.

6987) Ein sehr guter noch neuer Steiu- kohlrn-Ofen steht zu verkaufen. Zu erfah­ren bei Herrn Carl Roloff.

7026) Ein Clavikv steht billig zu ver­kaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bl.

7014) Keltcvschraubeu in allen Di­mensionen bei Flick L Kröll.

Arbeitsversteigerung zu G r ü n i n g e n.

7029) Montag den 5. October 1868, Vormittags um 11 Uhr,

sollen auf dem Rathhause zu Grümngen nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden, als: Steinfahren, Setzen und Zerschla­

gen der Steine, veranschlagt zu 170 fl. Weißbinderarbeit, 25

Gießen, den 27. September 1868.

I. A-:

Körner, Bezirksbauaufseher.

Mobilien - Versteigerung.

7018) Die zu^der Concursmasse des Hirsch Mayer Sohn dahier gehörigen, zu 14000 fl. taxirten Mobilien sollen einer öffentlichen Versteigerung gegen Baarzah­lung im Laufe des nächsten Monats ans- gesetzt und

Montag und Dienstag, den 12. und

13. October l. I., Vormittags 8 Uhr, der Anfang mit den in dem Laden befind­lichen Gegenständen gemacht werden. Zur Versteigerung kommen:

Montag den 12. Ootober: Specerei- waaren verschiedener Art, Tabak, Cigarren, Lichter, Seife, Farbwaaren, Lacke, zwei Fässer Oel rc. rc. ;

Dienstag den 13. Octo ber: Eisen-, Messing-, Stahl- und Blechwaaren aller Art-

Butzbach, den 25. September 1868.

Großherzogliches Ortsgericht Butzbach. Küchel.

Für alle Schreibende empfehle ich mein Lager der allein ächten patentirten Alizarin - Tinte, Anilin- Tinte, Tintenextract, Dresdener veil­chenblauschwarzer Schreib-, Copir-, Stahlfeder- und Archiv - Tinte, sowie rother und blauer Carmin- Tinte, aus der rühmlichst bekannten Fabrik von August Leonhardt in Dresden, in den verschie­densten Füllungen zu den bekannten Preisen. (7025)___________________Carl Frech.

7004) Eine moderne Chaise und ein Occouomiewagcu sind zu verkaufen.

H. M- Jughardt.

7023) Schöne Wintersalat- und Wintergemüse-Psianzen zum Aussctzcn werden käuflich abgegeben bei

Theodor Rautenstrauch, an der Schoor.

7017) Brennholz, Stein- und Braun­kohlen in bester Qualität bei

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vorzüglich eingemachte, pr. Stück 1 fr., em­pfiehlt L. Fr. Hand werf, Neustadt.

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Brustkranke und Hustenleidende zu em­pfehlen, !> Flasche 45 fr.; '

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Ausfällen hohler Zähne, ä 18 und 36 fr., (7022) empfiehlt Carl F r e ch.

7012) Haarlemer Blumenzwiebeln, als: Hyazinthen, Tazettcn, Tulpen und Crocus, in den schönsten Sorten und Farben, empfiehlt die Samenhandlung von

Carl Deines, am Marft, neben dem Rathhaus.

7010) Steinkohlen und Braunkohlen, in ganzen und getheilten Waggonladungen, sowie in Heineren Partieen in das Haus geliefert, empfiehlt Emil Pi stör.

7005) Ich empfehle mich dem geehrten Publikum als practischer Lehrer zum gründ­lichen Zitherspielen. Auch habe ich stets vorräthig: Zither-Schuleu-Pulte-Ringe und gute Zithersaiten, desgleichen eine große Auswahl in Zithermusik.

Joh. Lerch, Hautboist,

bei Herrn Kaufmann I. Bernhard, Wallthorstraße.

7006) Eine zweischläfrige tannene Bett­lade, ein größeres tannenes Kinderbett und zwei Fenstertritte sind zu verkaufen- Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.

7033) Meinen 3/4 Morgen haltenden, mit vorzüglichen Obstbäumen bepflanzten Garten im Altenfeld hin ich Willens unter sehr günstigen Bedingungen aus freier Hand zu verkaufen. Margarethe Schnecke-

7009) Dienstag den 29. September, Nachmittags 1 Uhr,

werden im Gasthofe zum Einhorn verschiedene Mobilien, als: Tische, Stühle, Commoden, Sophas, Bettladen, Bett­werk, Kleiderschränke, Fässer, Oeconomiegeräthsch as­ten u. s. tu. versteigert. I. Müller.

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