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Das Kriegsministerium fordert für das gemeinsame Budget ein Orvinarium von 78 Millionen. Das Extraordinarium ist auf 6 Millionen herabgesetzt.

Wien, 28. Sept. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß der Feldmarschall-Licutenant Fürst von Turn und Taxis im Auftrage dcS Kaisers zur Be­grüßung des Czaaren nach Warschau gehen werde. DieN. Fr. Pr." erfährt, daß sämmtliche Mi­nisterien bei den Berathungen dcS Budget für 1869 mit geringem Forderungen als int Vorjahr hervor- gctretcn sind.

Paris, 28. Sept. DerMoniteur" enthält heute die Nachricht, daß Graf Walewski, Mitglied des Geheimen Rathes, ehemaliger Minister des Aeußern, ehemaliger Präsident des gesetzgebenden Körpers, ge­stern Abend in Strasburg einem Schlaganfall erle­gen ist. Graf Walewski kam von Eviaxo in der Schweiz, und der Tod ereilte ihn imHotel de Paris" zu Straßburg ganz plötzlich, eben als er Jm Begriffe war, sich zur Table dliote zu begeben. Der Kaiser hat auf die Nachricht von diesem Txaucr- fall sogleich ein eigenhändiges Beileidsschreiben an die Gräfin Walewski gerichtet.

Paris, 29. Sept. DerMoniteur" meldet, daß Granada sein Promniciamento gemacht und die königlichen Truppen sich zurückgezogen hätten. Deß- gleichen hätten sich dieselben in Carthagena bei der Annäherung von drei Fregatten zurückgezogen. Eine Begegnung zwischen Serrano und Novaliches hat noch nicht stattgesunden. Dieses Zusammentreffen dürfte nicht ohne wichtige Folgen bleiben.

London, 25. Sept. Wie vor Kurzem über die österreichischen Manöver in Bruck, läßt dieTi­mes" sich jetzt über die preußischen in den Rhein­landen Bericht erstatten. Er findet sie in jeder Be­ziehung überaus praktiseh und hebt besonders den Ernst hervor, mit dem Offiziere und Mannschaften an die Arbeit gehen und nicht minder das freund­liche Zusammenwirken der Artillerie, Infanterie und Cavallerie bei der Ausführung der ihnen gestellten Aufgabe. Die Tüchtigkeit der preußischen Soldaten liegt, abgesehen von dem vortrefflichen Material, nach dem Dafürhalten des Berichterstatters in dem Umstande, daß die preußische Armee zum größten Theile aus jungen Leuten bestehe, denen das In­teresse am Dienste und der Eifer für denselben noch nicht abhanden gekommen sei, wie dieses in der Sie­gel bei den alten Soldaten aller Armeen beobachtet werden könne. Sonst ist aus seinen Beobachtungen noch hervorzuheben, daß die preußische Armee vor­erst noch nicht mit dem amerikanischen Systeme der freien Feldverschanzungen und der französischen Mi- trailleuse experimcntire, sondern sich auf ihr bisheri­ges System beschränke, welches sie seit Einführung der Zündnadel angenommen und im letzten Kriege so wirksam gefunden hat. Sehr lobenswerth findet er außerdem die praktische Schulung der Offiziere im Gebrauche der Generalstabskarten und empfiehlt seinen Landsleuten in diesen und allen andern Be­ziehungen das preußische Manövrirsystem.

London, 26. Sept. In Betreff der Ereignisse in Spanien schließt sich aueh dieTimes" in einer Besprechung der verschiedenen Möglichkeiten, welche die nächste Zukunft in ihrem Schooße birgt, den Ideen unserer übrigen Blätter an, und verwirft die Candidatur des Carlistischen Zweiges der Bourbo­nen, sowie das Projekt einer Republik ohne Wei­teres. Gegen die andere Linie führt sie deren ka- tholische Tendenzen als Einwurf an, während der Republik die Grundlage in den Sympathien des Volkes abgesprochen wird. Dagegen ist das leitende Blatt der Wahl des Herzogs von Montpenster nicht abgeneigt, indem Spanien durch dieselbe einmal sei­nen vor 35 Jahren verfochtenen Grundsätzen nicht zuwiderhandle und dann auch an den tüchtigen ge­schäftlichen Eigenschaften des Herzogs eine gute Er­werbung mache. Dabei würde allerdings der Nach­theil entstehen, daß in den Kindern der Königin Isabella eine neue Schaar von Prätendenten erwüchse, und es wird daher für den Fall der Abdankung der Königin eine Regentschaft während der Minderjäh­rigkeit des Thronerben empfohlen und hierbei Ser- rano. als einstweilen der beste Candidat in Vorschlag gebracht.

Madrid, 26. Sept. Herzog Torre steht mit 10,000 Mann nahe bei Cordova. Novaliches weicht zurück und erwartet Verstärkung. In Andalusien werden 25,000 Mann Nationalgarde organisirt. In Bejar haben die Bürger aus K^rchenglockcn Ka­nonen gegossen. Die Insurgenten in Anteguera erschossen acht ihrer Genossen, die sich der Haus- Plünderung Zchulvtg gemacht hatten.

Madrid, 27. Sept. Bei Der Wiedereinnahme von Santander durch die Regierungstruppen betrug die Zahl der Sotten und Verwundeten 600.

Calonge marschirt mit Verstärkung nach

Redaetion, Dn

Santona. Falls dasselbe Widerstand leistet, beab­sichtigt er, cs in Brand zu stecken. Die nach Den canarischen Inseln verbannten Generale sind in Ca- Dix. Marschall Serrano leitet Die aufständische Be­wegung. Eine Begegnung mit der Armee von Novaliches wird jeden Augenblick erwartet. Prim war in CaDix, wurDe aber durch die Generäle Der liberalen Union schlecht empfangen, da er ein Ma­nifest publicirt hatte, das radikaler war, als das der Generäle. In Rioja und einem Theil von Navarra wurden wenig zahlreiche Banden durch die Gensd'armerie zerstreut. In Carthagena, Cata- lonicii, Aragon und Valencia herrscht Ruhe.

Madrid, 27. Sept. Die Insurgenten von Ferrol haben ein Schiff nach Portugal gesandt, Das Daselbst Gewehre ankaufen soll. Die provisorische Regierung von Sevilla erklärte Cadix für einen Freihafen. Die Jnfurgentenschaareii im Innern mehren sich. Der Hauptmann Ceballos, welcher Dem Corps von Novaliches angehört, ließ einen frü­heren Präfekten von Der Partei Der liberalen Union ohne Prozeß erschießen. Diese That erregte die lebhafteste Entrüstung. Die Streitkräfte Der Ne­gierung an Den Ufern des Quadalquivir fahren fort, sich zu concentrircn. Der Jnsurgentenhauptmann Baldrich landete in Catalonien bei Vinaroz mit Truppen. In Catalonien herrscht eine große Auf­regung. Eine am 10. b. M. in Cadix veröffent­lichte, von Serrano, Prim (?), Dulee, Bedoija, Topete und anderen Generalen unterzeichnete Pro­klamation erklärt feierlich, der zu Madrid bestehen­den Regierung Den Gehorsam zu verweigern, unD Die Waffen nicht eher niederzulegen, bis die Nation ihre Souvenenität wieder erlangt und ihren Willen ausgesührt hat.Wir wollen" heißt esdaß eine provisorische Regierung, welche alle Kräfte des Landes repräsentirt, die Ordnung sichere, daß Das allgemeine Stimmrecht Die Basis unserer socialen und politischen Regeneration werde. Eilt Alle zu den Waffen!"

Vermischtes.

Darmstadt, 22. Sept. Das heute erschienene Regie­rungsblatt Nr. 52 enthält:

I. Verordnung, die Einführung der im Großherzogthum in Bezug auf das Schulwesen bestehenden Bestimmungen in den zufolge des Friedensvertrags mit dem Königreich Preußen vom 3. Sept. 1866 mit dem Großherzogthum vereinigten Gebiets- theiien betreffend.

II. Dienst Nachricht. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben allergnädigst geruht: am 8. Sept, den Oberförster der Oberförsterei Roßdorf, Ludwig Erdmann, in gleicher Diensteigcnschaft in die Oberförsterei Lanbach zu versetzen.

III. Milit ärdienstnachri ch t e n.

IV. Charakterertheilungen. Seine Königliche Ho­heit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Sept, dem Gymnasiallehrer Dr. Ludwig Adolph Hnffel, dem dem Gymnasiallehrer Heinrich Wagner, dem Gym­nasiallehrer Dr. Ferdinand Victor Lucius zu Darmstadt, dem Gymnasiallehrer Carl Glaser, dem Gymnasial­lehrer Dr. Johannes Heinrich Hainebach, dem Gym­nasiallehrer Dr. Ferdinand Anton Beck zu Gießen, dem Gymnasiallehrer Dr. Michael Vogel zu Mainz und dem Gymnasiallehrer Johann Baptist Seipp zu Worms den Cha­rakter alsProfessor" und an demselben Tage dem Erpe- ditionögehülfen bei der Gütcrerpcdition Darmstadt der Main- Neckar-Eisenbahn, Jacob Wilhelm Gerbeaur, dem Er- peditionsgehülfen bei der Bahnverwaltung Darmstadt dieser Eisenbahn, Wilhelm Funk und dem ErpeditionSgehülfen auf der Station Benshein, dieser Eisenbahn, Theodor Gim­pel, den Charakter alsErpeditoren" zu verleihen.

Darmstadt, 26. Sept. Das heute erschienene Regie­rungsblatt Nr. 53 enthält:

I Reglement, die Musterung, Abschätzung und Aushebung der bei eintretender Mobilmachung für die Großherzogliche Di­vision erforderlichen Pferde betreffend.

II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Organisation der Kreisämter betr.

III. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Mainz, die Umlagen für die Stadt Mainz pro 1868 betr.

IV. Ermächtigung zur Annahme fremder Or­den. Seine Königliche Hoheit der Großhcrzog haben dem außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Königlich Preußischen Hofe, Geheimen Legationsrath Hof­mann, das ihm von Seiner Hoheit dem Herzoge von Sach- sewMeiningen verliehene Großkreuz des Herzoglich Sächsischen Ernestinischen Hausordenö, sowie nachbenannten Herrn die bei­gesetzten Orden Sr. Mas. des Kaisers von Rußland anzuneh­men und zu tragen erlaubt: dem Cabinets-Director Menges den St. Annen-Orden 2. Claffe, dem Dr. phil. Hager, Er­zieher Ihrer Durchlauchten der Prinzen von Battenberg, den St. Annen-Orden 3. Klaffe, dem Geheimcnrath und Cabinets- Director Zimniermann den St. Stanislaus-Orden 2. Klaffe mit "dem Stern und dem Geheimen Baurath Licht Ham­mer den St. Annen-Orden 2. Klasse.

V. Diestnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 9. Sept, den von dem Herrn Grafen zu Stolberg-Wernigerode und Gedern auf die evangelische Schulstelle zu Ranstadt präseniirten Schulamts- Aspiranten Nürnberger für diese Stelle zu bestätigen und am 12. Sept, dem evangel. Schullehrer zu Hopfgarten, Mo mb er, die evangel. Schulstelle zu Münster zu übertragen.

V. Versetzung in den Ruhestand. Se. König­liche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Sept, den Schullehrer an der evangel. Schule zu Ober- Hörgen, Repp, unter Anerkennung seiner vieljährigen treu geleisteten Dienste, in den Ruhestand zu versetzen.

VI. Concurrenz für: die erste evangel. Schulstelle zu Steinbach mit einem Gehalte von 373 ff. 44 fr., nebst einer ! und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pie

Vergütung von 24 st. für Heizung des SchullocalS; dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentations- rccht zu dieser Stelle zu; die katholische Schulstelle zu Ober-Abtsteiuach mit einem Gehalte von 484 st. 34 fr., wo­von jedoch vorerst jährlich 184 st. abzugcben sind, nebst einer Vergütung von 30 st. für Heizung des SchullocalS; dem ka- iholischen Pfarrer und dem Gcmeinderathc zu Obec-Abtsteinach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu.

VIII- Gestorben: am 25. August der Schullehrer Schmitt zu Gonsenheim.

Preußen. Kreisfeldwebel Riegler in Cölleda war iur Kriege 1866 Zahlmeister gewesen; kurz nach dem Kriege ver­schwand er plötzlich und erklärte brieflich, es fehlten ihm in seiner Kasse über 1000 Thaler, er sei völlig unschuldig an dem Deficit und könne es sich nicht erklären, er kenne aber auch die Schande, die ihn erwarte, und habe sich deßhalb entfernt. Riegler war ein peinlich gewissenhafter, in jeder Beziehung achtenSwerther Mann und Beamter, hinterließ eine Familie in Jammer und deßhalb war das Bedauern groß. In Califor- nien ging es ihm schlecht, er fristete als Kärner sein Leben. Jetzt ist er zurückgekehrt; denn bei der amtlichen Revision hat sich die vollste Richtigkeit der Rechnung herauSgestellt, das De­ficit beruhte auf einem Rechnungs-Jrrthum. Die Freude ist groß; als Deserteur muß er der Gnade des Königs empfohlen werden.

Schleswig. Eine Inschrift. In Apenrade lautete eine zur Feier des königlichen Besuchs angebrachte Inschrift eines patriotischen Schleswig-Holsteiners:

lieb' immer Treu' und Redlichkeit Bis an Dein kühles Grab Und trete keinen Finger breit Von Schleswig-Holstein ab!"

Aus Hexricdcn, 27. Sept., schreibt man derFr. Ztg.": Während in Nordeuropa bei hohem Barometerstand das Ther­mometer Morgens 7 Uhr noch unter dem Gefrierpunkt steht und dort fast täglich Nordlichter zu sehen sind, bringen vom Hafen von Gascogne kommende Lustthäler für den Westen Re­gen, und bei uns sehr gemischte Witterung, ohne das heitere Wetter auf die Dauer zu unterbrechen.

München, 28. Sept. Zu Ehre» der Kaiserin von Ruß­land haben glänzende Festlichkeiten auf Schloß Berg stattge­funden. Heute Morgen um 9 Uhr verließ die Kaiserin Starn­berg, um ihre Reise nach Como fortzusetzen, und passirte den Münchener Bahnhof um 9 Uhr 37 Minuten. Der König von Baiern begleitet die Kaiserin bis Innsbruck. Nach vollendeter Kur beabsichtigt die Kaiserin auf einige Tage nach München zu kommen. Die Vermählung der Herzogin Sophie in Baiern mit dem Herzog von Alencon wurde heute um 11 Uhr in Possenhofen durch Abt Hanneberg vollzogen. Es wohnten derselben bei: Die gesummte herzogliche Familie, Graf und Gräfin Trani, Erbprinzessin Helene von Taris, Prinz und Prinzessin Adalbert und Prinz Karl von Baiern, Herzog von Nemours mit seinen zwei Töchtern, der Graf von Paris, Prinz von Joinville mit Gemahlin und Tochter, Fürst Hohen­lohe, Minister Pfretzschner. Prinz Adalbert und Minister Pfretzschner waren bei dem Trauungsacte als königl. Com- miffäre anwesend. Die Kaiserin -von Rußland und der König von Baiern haben die herzogliche Familie und ihre Gäste ge­stern in Possenhofen besucht.

Bern. Eine drollige Geschichte ist hier Tagesgespräch. Eine Kuh hat nämlich kürzlich Vormittag den Bären im Bä­rengraben eine Visite abgestattet. Auf dem Viehmarkte in sei­ner Nähe zum Verkauf ausgestellt, muß dieselbe von irgend etwas unangenehm berührt worden sein, kurz, sie fand es für- gut, die Flucht zu ergreifen und mit einem wahrenHarraS- sprung" in besagten Graben sich dem Gewühle des Marktes zu entziehen. Diese Kühnheit hat dem Bärenpaare offenbar imponirt. Frau Braun zog sich vor dem frechen Eindringling in ihre Hofburg sofort höchst bestürzt in das Innere ihrer Ge­mächer zurück, nur Herr Braun, der wegen seiner wilden Grau­samkeit gegenüber dem armen dänischen Capitän Lork in ganz Europa übel berüchtigteMani", wagte einen schwachen Ver­such, das Hausrecht zu behaupten, wich aber vor den spitzen Hörnern, mit welchen die heldenmüthige Milchspenderin ihm entgegentrat, bald ebenfalls brummend in das Innere feiner Behausung zurück, deren Thore muthmaßlich auf seinen Befehl jetzt geschlossen wurden. Leider hatte die als Siegerin auf dem Platze bleibende Knh ihrer Lorbeeren sich nicht lange zu freuen. Für schnödes Gold an einen Mstzger verkauft, war ihr Leben wenig Stunden darauf dem Beile verfallen.

Frankreich. Welche Gerüchte, um das Volk aufzuregen, in Paris umgefetzt werden, davon gibt uns ein vomRhein. Courier" erwähnter Pariser Privatbrief bezeichnende Aufklärung. So soll u. A. der Kaiser bei einem Offiziersbankett im Lager von Chalons das Wohl der Armee in Rheinwein ansgebracht und nach Leerung seines Glases hinzugefügt haben:Meine Herren, der Wei» ist gut; an Ihnen ist es, das Land, wo er wächst, zu erobern."

Amerika. In New-Jersey macht eine Erfindung eigen-- thümlicher Art großes Aufsehen. Ein Deutscher, Vester/hat einenSicherheitssarg" erfunden, welcher ermöglicht, daß Personen, welche schcintodt begraben werden, sich selbst ans dem Grabe befreien, oder doch vermöge einer Klingel die Tvd- tengräber herbeirufen können. Der Sicherheitssarg ist dieser- halb mit einem kleinen Proviantmagazin und einem weiten Kamin ausgestattet, durch welch letzteren der Begrabene ver­mittelst einer Leiter ins Freie gelangen kann. Der Erfinder, von dem Grundsätze ausgehend, daßThatsachen beweisen", läßt sich vor den Augen einer zahlreichen Zuschauermasse, welche ein anständiges Eintrittsgeld erlegt, buchstäblich begra­ben. Die Scene geht in einem Biergarten vor sich, und zu den Klängen eines wehmüthigen Trauermarsches bringt das Publikum dem Seelentröster Garnbrimis reichliche Opfer wie ginge das auch anders, da Herr Bester über zwei Stun­den im Grabe bleibt und der wehmüthige Eindruck der Trauer- musik doch auf irgend eine Weise verwischt werden muß bis zum großen Ergötzen der anfgeheiterten Menge der Anf- erstandenc and Tageslicht kriecht und sich von seinen Bekann­ten pflichtschnldigst umarmen läßt.

Amerika. Folgendes steht wörtlich in der Newyorker Handelszeitung:Die Gegensätze berühre» sich: John Allen, Wirth eines der gemeinsten Tanzhäuser in Newyork, hat gegen Mitternacht letzten Sonnabend seine Spelunke geschloffen und dieselbe Sonntag Morgen als ein Bethaus eröffnet, in welchem er selber alsPrediger" fungitf. Umgeben von Pfaffen und ohne Zweifel von denFrommen" gut bezahlt, wird John Allen jetzt feine frühere Kundschaft zu bekehren suchen und bei diesem Geschäfte voraussichtlich eine bessere Rechnung finden, als bei seiner früheren Bordellwirthschast.

ch) in (Steffen.