Ausgabe 
20.3.1867
 
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An

dik Bkwohnrr des Kreises Gießen.

Die Unterzeichneten sind im Interesse der zu gründenden Anstalt für blödsinnige Kinder zufammengetreten und habeni das uachstehend abqedruckte Ersuchen an die Herren Geistlichen und Bürgermeister des Kreises gerichtet. Lie halten es für ihre Pflicht, dies einstweilen zur Kenntniß der Bewohner des Kreises zu bringen, und sie zu bitten , für diese hochwichtige Ungelegenbeit Herz und Hand zu öffnen, und bei der demnächstigen Circulation der Listen die so oft bewährte achte Menschenliebe, die Bereitwillig­keit, allen Unglücklichen beizustehen, auch hier wieder zu bethätigen.

Gießen, den 6. März 1867.

Ferber, 1r Beigeordneter. Dr. Goldmann, Provinzial-Director. Mr. Seel, Stadtpfarrcr. Mr. Seitz, Professor. Vogt, Bürgermeister.

An

die Herren Geistlichen und Bürgermeister des Kreises.

Ans öffentlichen Blättern ist Ihnen bekannt, daß unter dem Protektorate Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Ludwig eine Anstalt für blödsinnige Kinder im Großhcrzogthum Hessen gegründet werden soll, und daß zu diesem Behufe «n> C°mtt zusammen getreten ist. Die Unterzeichneten, zur Unterstützung des Unternehmens aufgefordcrt, haben im verflossenen Jahre Un­stand genommen, sich an die damals so stark in Anspruch genommene Mildthätigkeit ihrer Mitbürger zu wenden; letzt wdesscn halten sie es für ihre Pflicht, ihrerseits zur Förderung des edeln Werks Etwas belzutragen, welches den unglücklichsten der menschlichen Geschöpfe ihre oft so entsetzlich traurige Lage erleichtern, ihnen die ihrem Zustand entsprechende Pflege gewahren, und den nach Umständen möglichen Unterricht ertheilen soll. .

Die Unterzeichneten wenden sich deshalb an die Herren Geistlichen und Bürgermeister mit der herzlichen Bitte, ihnen ihre einflußreiche Unterstützung zu gewähren und die anliegenden Einzeichnungslisten in den Gemeinden drculiren zu lassen. Die gezeichneten einmaligen Beiträge bitten wir, alsbald zu erheben und mit den Listen an einen der Unterzeichneten zu schicken; über die Art und Weise der Erhebung der jährlichen Beiträge behalten wir uns weitere öffentliche Bekanntmachung vor.

Gießen, den 6. März 1867.

Ferber, lr Beigeordneter. Mr. Goldmann, Provinzial-Director. Mr. «eel, stadtpfarrcr. Mr. Seitz, Professor. Vogt, Bürgermeister.

London. Preis - Medaille. 1862

Die

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empfiehlt sich bei Beginn der Frühjahrs-Saison für alle in dieses Fach cinschlagenbe Arbeiten.

Annahme für Gießen bei Frl. Kath. Münch,

(1037) wohnhaft bei Herrn Dachdecker Ruckstuhl, Neuenweg.

Mädchen-Institut in Gietzen.

1011) Wir erlauben uns, den verehrlichen Eltern anzuzeigcn, daß wir gesonnen sind, unser Institut von Friedberg hierher zu verlegen.

Der Unterricht unnaßt folgende Gegenstände: Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen, deutsche Sprache, Literatur, Aussatz, Mythologie, französische und englische Sprache, ver­bunden mit der abwechselnden täglichen Eonversation in denselben, Geschichte, Geogra­phie, Naturkunde, Zeichnen, Gesang und weibliche Handarbeiten. Jährlich findet eine öffentliche Prüfung statt.

Die Aufgaben der Kinder für die Schule können auf Wunsch der Eltern unter Aufsicht einer Lehrerin, von 4 bis 6 Uhr Nachmittags, gegen besondere Vergütung ausgcarbeitct werden. Sodann nehmen wir auch Halbpensionäre, d. h. Schülerinnen, die wir den Tag über bis zum Abend beaufsichtigen.

Klavierunterricht und italienische Sprache werden als Privatsache betrieben.

Beginn den 1. April.

Das Honorar beträgt jährlich für die:

I. Klasse 50 fl.

II. 40

III. 30

Halbpcnsioiiärc bezahlen 150 fl.

Mit unserem Institute ist eine Pension verbunden, wofür das Honorar 350 fl. beträgt; Prospekte besagen das Nähere darüber.

Indem wir Vorstehendes den geehrten Eltern zur Kenntniß bringen, bitten wir dieselben, etwaige Anmeldungen bis zum 1. April in unserer Wohnung tm Gossi'schen Hause, am Selteröthor, machen zu wollen.

Gießen, im März 1867.

Amalie, Marie und Lina Werner.

940) In der Eonkitorci des Unterzcich-i 1050) Ein mit guten Zeugnissen vcr- neten ist für einen braven kräftigen jungen scheues Mädchen kann sofort einen guten Mann eine Lchrlingsffcllc offen. Dienst als HauSmagd erhalten. Bei wem?

Ed. Lind. ! sagt Ausgeber d. Bltts.

Dürger-Lluti.

1042) Anmeldungen zur Aufnahme ordentlicher sowie außerordentlicher Mitglie- der sind bis zum 1. April schriftlich bei dem Präsidenten, Herrn Fcrd. Hofmann dahier, cinzureichen, später können Auf­nahmen nur auf Vorschlag ordentlicher Mit­glieder stattfintftn.

Als ordentliche Mitglieder sind nach §. 3 der Statuten aufnahmsfähig, solche, die bürgerliche Selbstständigkeit und festen Wohn­sitz hier oder in der nächsten Umgebung haben, dagegen außerordentliche nach §. 4, welche nur vorübergehend hier wohnen, und jüngere Leute, welche das 18. Lebensjahr zurückgelegt haben müssen.

Die ordentlichen Mitglieder haben 5 fl. Eintrittsgeld und 8 fl. jährlichen Beitrag, die außerorventl chen 4 fl., dagegen Söhne von Mitgliedern nur 3 fl. Beitrag, jedoch kein Eintrittsgeld, zu entrichten. Sämmt- liche Mitglieder sind gleich berechtigt die Locale und Vergnügungen der Gesellschaft zu besuchen.

Gießen, den 19. März 1867.

Der Vorstand.

1052) Ein tüchtiger solider Küfcrbursche wird gesucht. Von wem? sagt die Exped. dieses Blattes._______________________________

812) Meine Ernennung zum Königlich Preußischen Anwalt in Biedenkopf bringe ich unter dem Ansügcn zur össent- lichcn Kenntniß, daß ich zur Ausübung t» amtlichen Praxis in den Bezirken Bieden­kopf, Battenberg Gladenbach und ^Vöhl, sowie im ganzen ehemaligen Her- zogthum Nassau, berechtigt bin.

Biedenkopf, im März 1867.

T h. Welcker.

1051) Ein Kinterwägelchen (Korb. Wägelchen) wird billig zu kaufen gesucht Das Nähere bei der Exped. d. Bltts.

l(J02) Ein ordentlicher Znnge kann in die Lehre treten bei F. Meinhardt, Schreiner.