zur Bildung eines ZweigvereinS für die Unterstützung von Invaliden und von Hinterbliebenen gefallener hessischer Soldaten vom Feldzuge 1866.
Die Unterzeichneten, aufgefordert von dem Vorstand des Hauptvereins in Darmstadt, haben sich vor der ^and als Iweiaverein °Cr ®tüb‘ unt "es Kreises Gießcn, welche für die Invaliden und für die Unterbliebenen I n e£?Urd ^nr ^ld’t ®,fQa,n,n Serne thatig fein wollen, ihre Bemühungen durch Beitritt zu rem Verein unterflüken ,u wollen. Mitglieder des Vereins sind Diejenigen, welche ihren Beitritt erklären und sich zur Zahlung eines jährlichen Beitrags von einem Gulden in die Vereinskasse verpflichten; höhere Beiträge werden dankbar angenommen. Um allen Bewodnein (SekLÜbeit ,u geben, ihr Interesse durch einmalige orer jährliche Beiträge zu betätigen, werden wir an die Großh. Bürgermeistereien Einzcich- nungSlisten senden, und ersuchen dieselben unter Bezugnahme auf das Ausschreiben Großh. KreiSamtS Gießen, wonack' dem Vereine eine Eollecte im ganzen Umfange des GroßherzogthumS gestattet worden ist. diese Listen in den Gemeinden circulircn iu lassen und Cie eingehenden Betrage an einen der Unterzeichneten zu senden. Nach Rückkunft der Listen werden wir Behufs definitiver Consti- tuirung des Zweigvereins und Wabl des Vorstandes an alle beigetretenen Mitglieder eine Einladung erlassen.
Indem wir den Aufruf des Vorstandes in Darmstadt vom 12. Oktober v. I. nachstehend im Abdruck folgen lassen, haben w,r nicht nothig, die Sache der Invaliden noch durch weitere Ausführungen zu befürworten. Nur das wollen wir sagen, dass die Noth groß 'st ; d,e Zahl der UnterstützungSbedüntigen bet.ägt jetzt 242, welche zum größten Theil für lange Zeit hinaus der kräf- tigsten Hülfe bedurten. W.e reichlich flössen während des vorjährigen Kriegs die Unterstützungen für dieVerwundeten: vergessen wir auch jetzt der unglücklichen Opfer des Kriegs und ihrer Pflichttreue nicht! 8
®iefjen, den 13. Juli 1867, am Jahrestag der unglücklichen Schlacht bei Laufach und Frohnhofen.
Vr. Engelbach I., G. Fulda, I)r. Goldmann, Haberkorn, Aug. Heß, Wilh. Keller, L. Lpucker, Vogt, Weber, Wernher.
Aufruf.
In Gemäßheit der am 25. vor.^Monats ergangenen Aufforderung hat sich in der Generalversammlung vom 3. Oktober l. I. der Verein für die Unterstützung von Invaliden und von Hinterbliebenen gefallener hefst'fcher Soldaten von» Feldruq 1S(>(>
constituirt. ' 90
Zeine Kömglichc Hoheit der Großherzog haben das Protectorat über diesen Verein allcrgnädiast jiberiiommcn Nach den Statuten ist
der Zweck des Vereins die Unterstützung von Invaliden und von Hinterbliebenen gefallener hessischer Sol- . daten (i^en Ranges), nach Maßgabe der vorhandenen Mittel und des sich ergebenden Bedürfnisses.
Diejer Zweck soll dadurch erreicht werden, raß freiwillige Gaden in einmaligen und jährlichen Beiträgen erhoben werden, raß sich insbesondere in möglichst zahlreichen Orten des Landes Zweig-Vereine bilden, welche im Interesse des Ver- eins thatig sind, sich der Ermittelung der Bedürftigen, der Art der zu leistenden Beihülfe, sowie der Erhebung der Beiträge unter- ziehen, und deren Vorstände zugleich Mitglieder des Verwaltungsraths sind.
Mitglieder deS Vereins sind Diejenigen, welche ihren Beitritt erklären, und einen jährlichen Beitrag von Einem Gulden zur VereinS-Kasse bezahlen.
Höhere wie geringere Beiträge werden außerdem dankbar angenommen.
Als Mitglieder des VerwaltungSrathS des Vereins wurden erwählt die Herren:
Buchner II., Hofger.-Advokat. C- W. Dieffenbach. Eig enb rod t, vr. moci. Fuchs, Bürgermeister Fuß- ner, Gemeinverath. Hahrni, HofgerichtSrath. Hallwachs, Hofgerichtsrath. K. I. Hoffmann II., HofgerichtS- Advokat. Hügel, Ober-Steuer-Director. Iaup, Hofgerichts-Advokat. Köhler I., Hofgerichts-Avookat Re u t e r Fabrikant. Schenck, Ministerial-Seeretär. Schuchard, Fabrikant. Weber, Stadtgerichts - Assessor- Wendel- stadt, Bankdirector, von Willi ch, Provinzial-Director,
aus dessen Mitte die Unterzeichneten als Mitglieder des gefchäftSführenden Vorstandes ernannt wurden
Der Vorstand beginnt nunmehr seine Tätigkeit, im Vertrauen, daß sein Bemühen, welches fern von jeder politischen Partei- nchtung und jeder Rivalität mit anderen Vereinen gleicher Tendenz nur die Zwecke der Humanität und der Wohlthätigkeit verfolgt, allseitige und krustige Unterstützung finde. v a 1 “ ’
In hiesiger Stadt haben wir Listen zum Einzeichnen von Beiträgen in Umlauf gesetzt, den auswärtigen Zweig-Vereinen werden wir solche nebst Eremplaren der Statuten auf Wunsch mittheilen.
Wir wiederholen hiermit die Worte des Aufrufs vom 25. v. M. und wenden uns an unsere Mitbürger in Stadt und Land ' Unterstützt uns in unsrem Bestreben, Nothleidenden rasch und ausreichend Hülfe zu bringen!
Wirke Jeder in seinem Kreise für den gemeinsamen Zweck, damit die Gaben reichlich fließen, welche dazu dienen sollen, die voraussichtlich zahlreichen Bedürftigen vor Sorge und Mangel zu schützen!
Gründet an allen geeigneten Orten Zweig-Vereine, und tretet durch diese mit uns in Verbindung!
Wir wiederholen es:
Es gilt, daß recht Viele geben! Auch die kleinste Gabe ist herzlich willkommen!
Darmstadt, den 12. October 1866. Der Vorstand des Vereins:
Hab», Vorsitzender. Fußncr, Stellvertreter. Wendclstaüt, Controleur. Iaup, Schriftführer. Weber, Schriftführer.
2626) In der neu errichteten
Kunst-Färberei, Druckerei und Wäscherei von I. Küchel iu Homburg v. d. Höhe
werden alle feieenen, wollenen, halbwollenen und baumwollenen Stoffe und Kleider, Bänder, Blonden, Plüsche, Federn, Glace-Handschuhe u. s. w.. ferner Herren - Kleider, unzertrennt, in allen möglichen Farben gefärbt, mit den neuesten Mustern in den brillan- testen Farben bedruckt und auf eine ganz neue chemische Art, durch welche weder die Stoffe, noch die Farben leiden, gewaschen.
Die Stoffe werden mit den neuesten und besten Maschinen appretirt und wieder wie neu hergestellt.
Für die Aechtheit der Farben, sowie für rasche und billige Bedienung, wird garantirt. Trauersacben werden innerhalb 48 Stunden geliefert.
Aufträge nimmt Herr Z. Ch. Netter entgegen, bei welchem Muster zur Ansicht offen liegen.
Nlohnungs - Veränderung.
Meine Wohnung befindet sich nun in dem Hanse der Frau Advokat Heß auf dem Reichensanv im ersten Stock.
Gießen, den 12. Juli 1867.
_____G. Landmann, Pfarrer.
2581) Ein Mädchen, welches gut kochen kann und in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist, sucht baldigst eine Stelle. Das Nähere bei der Exped. d. BlttS.
2515} Ein gesitteter Junge wird als Hausbursche gesucht und ist demselben gleichzeitig Gelegenheit geboten, etwas Tüchtiges zu lernen. Näheres bei der Exped. d. Bl.


