nöthig erachtet, Garibaldi zurückzuhalten und chn zu Langnano bewachen zu lassen. Während der letzten Ereignisse haben viele £rte des heiligen Stuhles Velksabstimmnngen gehalten nnd für ihren Anschluß an das Königreich Italien gestimmt- Du Regierung des Königs hat diese Knndgebnngen nicht nur nicht veranlaßt, sondern hat offen davon abgeralhen. <sie Hal demzufolge mit Dedanern die Erfolge derselben ;nruckwei,en müssen, um die Lage nicht noch inehr yi verwickeln, und um so mehr die Freiheit zu behalten, die Wünsche und Interessen ter '.ca tion wirksamer zu vertreten- Inzwischen thut sie die dringendsten Schritte, damit die Personen, welche an tie|en Knndgcbun- aen Theil genommen haben, nicht bennriihigt werden- Da ie | Auflösung und Entwaffnung der Freiwilligen dem Beduifmß jeder Intervention ein Ende gemacht haben, »nd da die Re- aiernng des Königs es nicht mehr für angemessen hielt, langer in den Ertcn zn bleiben, welche sie besetzt hatte, jo hat sie gestern den Beschluß gesaßt, die Truppen in die Grenzen des, Königreiches zurückkehren zu lassen. Militärische und politische Rücksichten riethen übrigens zu diesem Entschlüsse, welcher, indem er die Lage der Regierung freier macht von allen Verpflichtung । gen, ihr erlauben wird, ihre Ansichten mit größerem Gewichte in den ernsten Zuständen, in welchen wir uns befinden, geltend ,u machen. Seitdem das päpstliche Gebiet, von den ^reuv,lügen geräumt und jede Gefahr eines Angriffs verichwunden ist, nimmt die Zurückbernfung unserer Truppen jeden Borwand für die neue französische Jnrerventioii in Rom hinweg, ^cr Minister der auswärtigen Angelegenheiten des französischen Kaiser-
gestellt sein würde, Frankreich seine Aufgabe als vollbracht bi- , trachten und sich zurückziehen werde. Die Regierung schenkt diesen Erklärungen glauben, und sobald sie sich erfüllt haben, wird sie auf den Weg der Unterhandlungen entgehen können mit der Absicht, die römische Frage endgültig zu lösen und zu. versuchen, eine Lösung zn erlangen, welche die Wunsche Italiens mit den Interessen der katholischen Religion ausgleichen und eine dauernde Ursache von Anfregnng für Italien, jur die Gewissen und für den Frieden Europa's beseitigen könne. Die Regierung des Königs hat mit Hülfe einer festen Politik alle Anstrengungen gemacht, um den Staat aus der schrecklichen Krisis ui retten, die er soeben dnrchgernacht hat; sie wirb ihre Handlungen dein Urtheile des Parlamentes unterwerfen.
__'__ 7. Rov. Zersprengte Garibaldianer sind in die Berge geflüchtet; man fürchtet eine Organisation des Aufstandes ’ im Neapolitanischen; es wurden Truppen -gegen sic entsendet. Ueberall herrscht die gedrückteste Stimmung.
Man sagt, die französische Regierung habe aus telegraphi f ehern Wege die päpstliche Regierung aufgefordert, fede Repressalie gegen diejenigen Personen zn verhindern, welche sich be. den neulichen Abstimmungen und Plebisciten bethciligt haben.
___ io. Rov. „Jtalie" schreibt: Nachdem die italienische Regierung allen ihren Verpflichtungen nachgekommen, wird sie auf vollständiger Räumung des Kirchenstaates von Seiten der Franzosen bestehen. — Die Seedienstpflichtigen in Venetien sind eingerufen. - Die italienische Regierung verwirft jede ausschließlich katholische Eonferenz. . ■
Rom, 6. Nov. Es ist gewiß, daß die Schlacht von Mentana ungemein blutig war, und daß man sich seit Men- ; schenaedenken in Italien nicht mit einer solchen Erbitterung auf beiden Seiten geschlagen hat. Die päpstliche Armee und namentlich die Zuaven haben Beweise einer seltenen -Tapferkeit abgelegt; die ftanzösische Armee, der man den Erfolg des ^ages zuschreibt, war bewunderungswürdig. Die Garibaldianer, _bu,e Bauden, die man für so armselig hielt, haben an die berühmten Streiter der ersten französischen Republik erinnert, '.coth- dürftig gekleidet, barfuß, ausgehungert, schlecht bewaffnet, sah man diese unbeugsamen Freischärler unter dem Hollenfeuer der Ehaffcpots fc't anshalten. Sie sprangen über Hansen von Leichen weg, um sich blindlings auf die Bajonnette zu werfen. Kinder von 13-14 Jahren eilten in den Tod, wie zn einem Feste, und fielen mit dem Rufe : l ltnlw. ' »» *•»
uberta!“ Die päpstlichen Znaven, noch mehr aber die sran- zöfischen Soldaten haben ein furchtbares Blutbad eingerichtet. In dichten Reihen lagen sie aufeinander, der Juugüng vom Höchsten Adel auf dem armen Abruzzenhirt!
(Sprcfc, 3. Nov. Garibaldi veröffentlicht folgendes Manifest: „An die Italiener! Die kaiserliche und königliche Intervention auf römischem Gebiet benimmt unserer Mission
__Die amtliche „Gazette" von England veröffentlicht eine Mittheilung der preußischen Regierung an Lord Stanley, wonach in Zukunft Ausländer beim Eintritt sowie beim zerlassen des norddeutschen Bundesgebietes und bet längerem Aufenthalte in demselben keines Passes mehr bedürfen, aber gehalten sind, auf offizielle Anfragen über ihre Person Rede und Antwort zu stehen.
Pctcrsbura. In Podolien werden ans Galizien her rührende Proklamationen verbreitet, welche den Gutsbesitzern unter Androhung der Verbrennung ihrer Guter verbieten, den Rusten gutwillig Güter zn verkaufen. Die Proclamaüonen empfehlen die Bestechung russischer Beamten und die Benutzung anderer Mittel, damit überhaupt das Verfahren den Anschein einer gewaltsamen Güterentreißnng erhalte, und ,ie schließen . Im Westen geht die tröstliche Morgenrot he snr die Freunde unseres Vaterlandes auf.
__ __ Auf Wunsch der Regierung hat nun auch die Deutsche Petersburger Zeitung ihr zum Schutze der Interessen der Ostseeprovinzen gegen die altrussische Partei geführte Polemik eingestellt. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Regierung bezüglich der Ostseeprovinzcn nur dem kaiserlichen Lefchle vor lb5Ö Geltung zu verschaffen, und ist im übrigen fest entfcklos feu, dem Drängen der allrussischen Partei in keiner Weise j Rechnung zu tragen.
ihren hauptsächlichsten Gegenstand: die Befreiung Roms. In Folge besten schickten wir uns heute an, uns vom Kriegsschauplätze zu entfernen, indem wir uns auf die Appeniunen stutzten, aber die päpstliche Armee, die der Ueberwachung Roms setzt ganz überhvben ist, hat uns mit ihrer gejammten Gewalt den Weg gesperrt. Wir find genöthigt worden sie zu bekampsen, und wenn man unsere Lage in Erwägung zieht, so kann man nicht darüber erstaunen, daß wir Italien nicht einen neuen Sieg ankündigen können. Die Päpstlichen haben das ^.dilacht- feld verlassen, nachdem sie empfindliche Verluste erlitten hatten; wir haben auch bedeutende erlitten. Wir werden jetzt Beobachter der Lösung sein, welche unsre Armee und die französische Armee dem römischen Problem geben werden, und im Fall diese Lösung nickt den Wünschen der Nation entsprechend sein wird, so wird das Land in sich selbst neue Kräfte finden, um wieder die Initiative zu ergreifen, und es selbst wirb die x.t- benssrage lösen. G- Garibaldi." ,
iJa 3pcuia. Als General Garibaldi hier aufam, waren etwa 500 Personen am Bahnhofe versammelt. ll’ begleiteten den General bis zum Hotel znm Malthejerkrenz, indem sie die Luft mit anhaltenden Viva's erfüllten. Allein kaum angekoMinen, mußte der General wieder in Wagen steigen und wurde unter Bedeckung eines Detachements Carabinieri und eines Bataillons Bersaglieri nach Parignano gebracht, um wel ches herum tret Panzerschiffe Wacht halten. Wie die „Pic- montesische Zeitung" meldet, befindet sich Garibaldi immer noch zu Parignano, wo er mit weniger Rücksicht, als bei ayn- nister der auswärtigen nngeiegenyeiuu v« tzehandeü wirb- Er wirb scharf überwacht
ME Vb« -°m. WauM» Ä * i« l-b,n. Zu beiden Söhne Garibaldi's erhielten auf ihr Gesuch, ihren -batet sehen zu dürfen, gar keine Antwort. Nach der „Lombardla beabsichtigte zu Mailand die aufrührerische Menge am b. Abends vor das Haus des ftanzösische» Eonsuls zu ziehen, wahrscheinlich nicht', um ihm eine Serenade zu bringen. Die Behörden hätten aber alle Vorkehrungen getroffen, um dies zu verhindern. Starke Abthellungen uon Carabinieri iu,d Ratio nalqardisten trieben die Heranziehenden zurück. Am tadtHause
wurden die Fenster eingeworfen und Feuer, jedoch ohne Grsolg, an den Thüreu angezündet. Drei Barrikaden wurden erbaut, aber in wenigen Augenblicken von der bewaffneten Macht besetzt und wieder abgetragen. Die „Lombardia" sprickt von zwei Verwundeten auf Seite der Anführer; von den gruppen seien wenige Mann durch Stciuwürfe beschädigt werten. Von Lugano soll man an jenem Abend das Eintreffen verschiedener
i Kisten mit Waffen erwartet haben; die Behörde ergriff jedoch Sorge daß sie ausblieben. Etwa 40 Verhaftungen wurden an demselben Abend, 220 am folgenden Tage vorgenoinmen.
London. Es werden bedenkliche Ruhestörungen gemeldet welche ui G re ter wegen Steuerung der Lebensmittel statt- fan'dcn. Fast alle Bäckereien und Magazine wurden augegristcn und ausgeplündcrt. I» Exmeister wurden Getreideniagazine


