Beilage zu Nr. 93 des Anzeigeblattes.

Dringende Bitte!

Der Fabriksort Johann.Georgenstatt in ter ärmsten und ödesten (Regent Sachsens (dem sogenannten sächsischen Si­birien) wurde vor einigen Monaten vollständig von den Flammen Dcrjcbrt. lieber 326 Gebäude brannten bei der damaligen Trockenheit mit Hab und Gut total nieder, und auch nicht das Geringste war versichert. Gin unübersehbares Glend ist über tiefe unglückliche Statt hereingebrochen, viele Menschen sind verbrannt unt verkohlt aus dem Schutte bcrausgezogen worden, und jammt- lichcs Bich i|l zu ßlrunte gegangen, lieber zwei Dritttheil der Bewobncr sind an den Bettelstab gebracht, unt nagen im vollsten S)nnc des Wortes an dem Hungertuch e. Obgleich die allgemeine Mildtbäiigkeit schon Vieles getban bat, so inen nach den neuesten offiziellen Berichten bei der jetzigen kalten rauhen Jahreszeit (der Schnee liegt dort schon beinahe Fuß bock) noch über 2000 Ob« bachlose in den Brandruinen umber, wahre Jammergestalten, von Frost nnd Kälte turchschüitelt, kaum das Nothwentigste habend, ihre Blöße zu bedecken, ohne Hülse und ohne Nahrung.

Da die Noth dort auf'o Höchste gestiegen ist, so wagt der ganj ergebens! Unterzeichnete an die Herzensgütc und den Wohl» thätigkeitssinn ctelmülhiger Menschen zu appelliren, unt bittet tringent um milte Beiträge sowobl an Gelt, als an alten KleitungS» stücken, Stiefeln, Schuhen, Bettgcräthe re. re.

Die Gxpedition des Gießener Anzeigeblattes hat sich gütigst bereit erklärt, Gaben aller Art in Empfang zu nehmen, unt ta bie allerletzten Berichte von Johann-Gcorgenstadt das Glend als über alle Begriffe schildern, so ist schnelle Hülfe doppelte Hülse.

Frankfurt a/M., den 1. November 1867. (tjetfon,

_________________________________________Königlich Sächsischer Gencraleonsul.

jCcffentlicbe Sönrininq u«d Bitte!

Obwohl ich schon hin und wieder mündlich gewarnt habe, Bettlern unt nament» Ilch turchreisenlen vornehmen Bettlern, tic ihr Portemonnaie verloren haben u. tcrgl. unt tie sich auf meine Gmpfehlung berufen, Glauben zu schenken, so muß ich toch ju meinem großen Bedauern immer wieder hören, daß sich einzelne wohlthätige Leute durch diese vorgeblichen Gmpfehlungen täuschen lassen und ich sehe mich deshalb genöthigt, diese Warnung öffentlich auözusprechen und zu bitten, daß man sich vor solchen, ge- wohnlich sehr gewandten und zudringlichen Menschen doppelt hüten wolle.

Gießen, den 13. November 1867. G. 8antmann,

' Piarree.

Frischbäcker 511 gießen.

Sonntag den 17. November. Ernst Wallenfels in der Wallthorstraße. Friedrich Zillch auf dem Setterswcg. Heinrich Noll in der Neustadt

Ätrdblidje Auzeigett oLvangelifche Hemcinde zu Hießen. Gottesdienst.

Am 17. Novemder.

Bei Uilterzeichlietein ist erschieneil:

Schreib- X Geschäfts-Kalender für 18« 8, in engl. Leinen geb. 1 fl., citri. 36 fr.

56. Iahrqa n

Inhalt

1) Kalender und Notizen - Blätter für all- Tage, des Jahres.

2) Kalender der Juden.

3) Caffa-Tagebnch.

4) Interessen- Rechnung nach dem 52>/2 fl. Fuß zu 3, 3</z, 4, 4>/z und 5 Procent auf ein Jahr, 1 Monat, 1 Tag.

5) NesolvirungS-Tabelle der Preußischen Thalcr in Gulden süddeutscher Währung.

6) Rcduction der Süddeutschen Währung im 52 */2 fl. Fuß in Oestreichische Währung im 45 ff. Fuß.

7) ResolvirungS-Tabelle des deutschen Geldes nach dem 52*/2 fl. Fuß in Franken und Centimen.

(5. W. Leske

8)^ResolvirungS - Tabelle der Franken und Cen­timen in deutsches Geld nach dem 52/2 fl. Fuß.

9) BerloosungS-Kalcnder für 1868.

10) Außer Cours gesetzte (werthlose) Kassenan­weisungen.

11) Berzeichniß der zu Darnrstadt ankommenden und abgehenden Boten. Fuhrleute u. s. w.

12) Uebersscht der Eintheilung der Verwaltungs­bezirke deö ii>woßherzogthums Hessen.

14) Genealogie der fürstlichen hohen Häuser euro­päischer Abkunft in und außer Europa.

i n Darmstadt.

3975) Seit kurzer Zeit im Besitze einer Nähmaschine, empfehle ick mich unt meine Tochter einem geehrten Publikum im An­fertigen aller Damenkleiter, ferner im Weiß­zeugnähen, sowohl in als außer dem Hause (für Letzteres wird tie Maschine nür billig berechnet), mit ter Versicherung prompter Bedienung, unt bitte ich um geneigten Zuspruch.

Stadtger.-Diener Schneiter Wittwe, wohnhaft bei Herrn Herm. Schwalb, _________________Tiefenweg.

4200) Heute, Samstag Abend: Haas tut Topf unt Morgen, Sonntag : Gänse- ttttb Entenbraten in ter Wirthschaft am Philosophenwald.

4221) Kräftige Burschen finden bei gutem Lohn dauernde Beschäftigung in ter Kunstmühle von

Franz Peppler & Comp.

4143) Die auf den 1. Dctober fällig gewesenen Packt-, Heu- und Grummetgras- Gelder, welche an mich zu bezahlen sind, werten hiermit zur baldigen Gntrichtung in Erinnerung gebracht.

Gießen, den 10. November 1867.

____________________C. Weidig.

3744) Ein tüchtiger Knecht, ter einer kleinen Oeeonomie selbststäntig vorstehen kann unt von dem man ein gutes Betragen vor­aussetzen darf, wirt gegen hohen Lohn auf Weihnachten in Dienst gesucht. Nur Solche, die gute Zeugnisse aufweisen können, wollen I sich bei ter Expet. t. Bltts. nulten.

4217) Sonntag ten 17. November, von Nachmittags 5 Uhr an:

Harintmicmustk

im Saale des Promenatehauses.

Entrse 6 fr.

Morgen« : Pfarrer Dr. Seel.

Nachmittags: Pfarrer Landmann.

St o p n l i r t c.

Den 10. November. Johann Emil Dörr, Bürger und Schriftsetzer dahier, des hicssgen Bür­gers und Schuhmachermeisters, Johann Jakob Dörr, ehelicher Sohn ; und Katharine Elisabeth- Johannette Orth, des verstorbenen hiestgen Bürgers und Schreiner- meisters, Johann Peter Orth, eheliche Tochter.

Den 11. November. Franz Theodor Braun, Bürger dahier und Portfeuille-Arbeiter in Offenbach, des hiestgen Bürgers und Schneidermeisters Ludwig Braun, ehelicher Sohn : und Katharine Karoline Sauer aus Wächtersbach, des verstorbenen dasiqen Bürgers und Sattlermeisters, Jakob Sauer, eheliche Tochter.

Getaufte.

Den 10. November. Dem Ortsbürgcr in Kinzenbach und Fabrikarbeiter dahier, Adam Stroh, eine Tochter, Emilie Karoline, geboren den 15. Oktober.

Denselben. Dem Bürger nnd Schneidermeister, Adam Weirich, ein Sohn, Wilhelm Hermann, ge­boren den 3. Oktober.

Denselben. Dem Bürger nnd Kreisamts-Ge- hülfen, Julius Hartmann, ein Sohn, Karl Emil, geboren den 24. September.

Denselben. Dem Bürger und Lederhändler,. Karl Plank, eine Tochter, Johanne Christiane, Franziska Susanne Sophie, geboren den 30. Sep­tember.

Denselben. Dem Bürger und Kaufmann, Christian Löber, eine Tochter, Wilhelmine Johan- netke Antonie, geb ren den 8. Oktober.

Denselben. Ein unehelicher Sohn von hier, Christian, geboren den 17. Oktober.

Den 14. November. Dem Bürger und Mau­rer , Christian Burkhardt, eine Tochter, Karoline Ernestine, geboren den 29. Oktober.

Denselben. Dem Großherzoglichen Stadtge­richts-Assessor , Dr. Adolf von Grolman, eine Toch­ter, Emilie Charlotte Luise Elfriede, geboren den 13. September.

Beerdigt.

Den 8. November. Wilhelm Birkenbeul, des Bürgers zu Breitscheid und Heizers bei der Cöln- Gießener Bahn dahier, Daniel Birkenbeul, ehelicher Sohn, alt 1 I. 3 M., gestorben den 7. November.

Die Pfarrgesckäfte in ter nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel.