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n, Köcher, Gärt- tige Stellensuchende rechtzeitig bei hie- Handlung auf das esden erscheinende) nebst Beiblatt J)et hrlich zu abonntren. :en erhalten von der eie Auskunft gegen > für frankirte M* 000).
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st. Jughardt, D. Nr. 219.
ramengescihäft ae Agenten. Pten unter C. >ie Annoncen erteil sachte
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Beilage zu Nr. 5 des Anzeigeblattes.
Aie Kunst und der 'Yoriljeit des cheschäftsanzeigens. t (Aus dem Oberheff. Anzeiger.) ।
Seit bic Buchdruckerci erfunden und so unendlich vcrvoll- (
kommnet ist, gibt eS gar fe ne zweckmäßigere und vortheilbrin- z
gendere Art, sich in der Welt bemerklich zu machen mehr, als 1
auf dem Wege, den die Buchdruckcrei eben vermittelt. Was tich i
immer der Welt empfehlen will, laßt drucken; der Gelehrte, der Professor verlaßt ein Buch und laßt es drucken, damit er einen Rus gewinnt, der Künstler, dem die Macht der Töne zu Gebote steht, compcuirt und laßt drucken, ja was wollen wir sagen, jede Regierung laßt jetzt ihre Gedanken uud Absichten durch den Druck verbreiten, weit eingehender und oft geschäftsmäßiger als sich mancher nur träumen laßt. Namentlich bei den Finanz- speculationen, bei dem Anbeingen von Anleihen spielt die Buch- druck.rci und im Besonderen die Ziiiungspresse eine gar bedeutende Rolle. Manchen hat der Gott sei bei nns hinien am Bündel, wenn er die Zeitung liest, und er merkt's gar nicht. Die Amerikaner wie die Oesterreicher geben gar viel Geld für die Buchdruckerei aus und die Italiener und Russen sparen s auch nicht. Selbst der Rothschild weiß eine Empfehlung gar wohl zu würdigen und die Preußen in Berlin sind auch nicht mehr ganz dumm. Ja, das „Jnserircn" hat große Borlheile, der Gvldber- gir mit seinen RheumatiSmuskeiten weiß auch gar wohl davon zu erzählen; und selbst die solidesten Firmen, wie der Johann Hoff, der das wirklich gute Malzbier liefert, weiß, daß zu dem vorbandenen mächtigen Vertrieb seines Erzeugnisses die Zeitungs- Presse AußcroidentlicheS liefert.
Nun, damit wäre der Erfahrungsbeweis geliefert; es liegt aber auch in der Natur der Sache, daß das Anzeigen von Waarenverläufern, sci es nun Geld oder Gold, Papier oder Leder Staatspapicr oder Wechsel, Festes oder Flüssiges, Ideelles oder Reelles, in der Tagespresse, seine großen Bonhcile hat. .
Alle Welt liest jetzt Zeitungen, oder sollte sie wenigstens lesen; es ist h.ut zu Tage ein unabkömmliches Geschcutsbcdurf- niß, daß ein Haushalt fein Blättchen oder Blatt im Hause hat, das ihm anzeigt, wo es seine Bedürfnisse am schnclllten befriedigt; je nach der Größe des Haushaltes müssen auch mehrere Blätter da sein. Ein großes Geschäft, das mit der ganzen Welt in Verbindung steht, muß ein Weltblatt haben, ein kleines ®e= schält begnügt sich mit dem Lokalblatt, welches dem großen Ge- fdäfte nur für seine kleinen specicllen Haushaltungsbedürsn>sse dient. Ein Blick der Hausfrau, des Morgens in die Anzeigeseite gcthan, zeigt ihr oft überraschend passend, wo sie dieses und jenes sindet und mancher verlegene Artikel findet durch die Anzeige schließlich seinen Mann, angenehm für den Verkäufer. Ein Ortsanzcigeblatt ist die geeignetste Vermittlung von Angebot und Nachfrage. Darum ift’s" an allen großen Orten auch ganz aus mit dem Vorurtheil, daß es durch die Zeitungen gleichsam ma kt- schreierisch angezeigt, nur den halben Werth habe; in den großen Städten London, Paris, Berlin, Wien, Ncw-Iork, Dresden, Leipz g, Baltimore, namentlich aber in England und Amerika geht man nur und lediglich nach den gedruckten Anzeigen. Warum? nun einfach, weil man nicht gern 1 Tagereise antritt, um sich ein Kästchen Streichhölzer zu kaufen. Also da liegt der Vortheil der gedruckten Anzeigen. Der Anzeigende benutzt die Sucht der lieben Menschen nach Welt-, Tages- und Ortsncuig- feiten, um ihnen auf die einfachste, am wenigsten Zeit- und Geld- raubcnde Weise der Welt seine Waare anzupreisen, und der Leser seines Blattes benutzt eine Frühstückspause, um sich zu orientieren, was die Geschäftswelt ihm heute vielleicht Neues oder gerade sehr Gewünschtes und wo sie es ihm bietet.
Nun aber „die Kunst des Jnserirens". Eine besteht in dem inassenweifen Anzeigen, sie erfordert hauptsächlich einen bedeutenden Kapitalaufwand, ist aber ihres Erfolges unbedingt sicher; auch hier berührt sich wieder die Ueberwucht des Kapitals über die kleinen Mittel. Aber Kap tal besteht nicht blos in Geld, auch Verstand, Mutterwitz ist ein Kapital, das oft die Macht des Geldes unterliegen läßt; wenigstens kaufen sich die Geldmächtigen regelmäßig auch Geistesmächtige. Uni) eine Anzeige mit Ver- stand, Mutterwitz gemacht, so daß sie bet rnöglchst wenig Kosten möglichst viel auffällt, thut auch ihre großen Dienste. Diel kommt
dabei auf die richtige Wahl der Zeit und des Blattes an, je nachdem die Waare, t r anzupretsende Gegenstand ist. Abgesehen vom Lokalabsatz ist der eine Gegenstand besser in einem großem Blatte, der andere besser in einem kleinen Blatte angezeigt. Nehmen wir eine Zeit ter Steuerung an. Kleinere Orte werden gewöhnlich mehr von ihr gediückt; da richtet der Land- mann die Anzeige seiner Früchte am besten nach diesen; seine Kapaunen, Gänse, Hühner, Tauben wird er dagegen besser an größeren Orten verwerthen (nämlich auch der Landwiith muß sich an das Jns.riren gewöhnen, er verkauft gerade so gut als der Kaufmann).
Wer an einem kleinen Orte mit wohlfeilen Arbeitskräften Waare erzeugt, muß sie an größeren Orten anbictcn, wo dieselbe Waare um viel tljeurcr fertig gemacht werden kann. So arbeiten z-chlreicbe Buche ruckcr an kleinern Orten für größere, selbst für Leipzig, Berlin u. s. w. Wieder wenden sich in großen Städten Erzeuger und Verbreiter gewisser Waaren, die nur in großartigen Anstalten fertig gemacht weiden können, mit der Anzeige ihrer Artikel an kleinere Blätter, z. B. bemerkt man dies ft art bei den Lotterien, bei Staatspapierhandlungen und dahin sctlagcnden Eommiisionsgeschästen. Und nun die Zeit des jn» fenren«. Jede Woche hat ihre Tage, jeder Monat seine Wochen, jedes Jahr seine Monate, jeder Abschnitt feine Fest- und Arbeitstage, je nachdem die anzuzeigende Waare für Festtagsgenuß ober saurer Arbeit Erzeugnis) bestimmt ist, hat auch die Zeit des Anzeigens ihre bestimmten Erfordernisse, und bv 6 wollen unsere Leser nicht etwa als ganz selbstverständlich und unnöthig unsrerseits zu bemerken, belächeln, man zeigt natürlich nicht Fastnachts- fp eie am großen Buß- und Bettage an. —-f Die Zeit der Jn- feration wiid von vielen Inserenten mit äußerster Berechnung abgepaßt, und es ist dies ein so seines Geschäft, daß es zu weit führen würde, hier in Einzelnes einzugehen. Ein dritter Punkt ist bei der Kunst des Anzeigens das Aeußere der Anzeigen. Was die Buchd urferfunft selbst dabei liefern kann, durch schöne Buchstaben, geschmackvolle Randverzierungen, beigedruckte Bildnisse und Abbildungen der angezeigten Gegenstände, setzen wir als»bekannt voraus. Ein Hauptvortheil liegt darin, daß man in den wenigsten Worten das möglichst viele anzeigt, schon um der raschen Auffassung Seitens des Lesenden willen; er muß mit raschem Blick die Sache erfassen. Das ist bei Dingen angewandt, deren Nutzbarkeit auch leicht einleuchtend gemacht ist. Das Gegentheil findet statt bei Dingen, deren Nutzbarkeit schwerer begreiflich zu machen ist; da muß mit Gründen gewirkt werden; auch mit Zeugnissen, Empfehlungen, diese dürfen dann längere Zeit und Raum in Anspruch nehmen, immer aber muß der Hauptpunkt, auf den es anfommt, hervorstcchen. Viele Jnferirende wählen der Form zu Gefallen jetzt Paradoxen, Gedichte, landläufige Redensarten, welche auffallen, es wird kein Mittel unversucht ge«
Aus der anderen Seite hat sich aber auch herausgestellt, daß fein Zeitungsblatt je recht auf die Beine kommen wollte, welches cs verschmähte, dem Tages- und Hausbedürsniß seiner Leser entgegen zu kommen. Es ist das gerade so, als wenn Jemand es für zu niedrig halten wollte, für feine notbwendigsten Lebensbedürfnisse zu sorgen. Es kann doch kein Mensch den höchsten Dingen nachstreben, der nicht zunächst körperlich lebt, für s.ine Nahrung und Nvthdurft sorgt, sich gegen Kälte, Nassen.sw. schützt und wie alle Menschen unter Dach und Fach wohnt. Ebenso kann auch kein Politiker den Staotsidealen nachstreben, ohne zunächst seinen bürgerlichen Bestand zu sichern, wie andere Bürger, ebenso auch kein Zeitungeblatt blos politische Wahrheiten predigen, ohne vorerst neue geschäftliche Grundlage gewonnen zu haben. Es muß für eben dieselben Leute, für deren Interesse eS in Politik macht, Geschäftsbetrieb Mitarbeiten und von demselben leben. Und damit erfüllt es auch eine wesentlich politische ■ Aufgabe, denn fein Bürger im Staate lebt Von der Lust und guten , Gedanken allein; sie müssen alle nach Erwerb ringen und streben ! und am Ende ist des Politikers erste und letzte Aufgabe, auch i die, seiner Mitbürger leibliches Wohl so viel zu fördern, tote ihr , geistiges. Der Staat hat ja wesentlich die Aufgabe, das durch t die ®efammtfraft der in seinen Grenzen nach Wohlfahrt Stre- t benCcn zu leisten, was das Einzelne für sich allein nicht vermag.


