Beilage zu Nr. 91 des Anzeigeblattes.
Fruchtpreise von nachbenannlen Stadien und F
Rundschau.
Darmstadt. Es ist jctzr fest bestimmt, daß das erste Jägerbataillon am 16. ökovember in Gießen einrücken wird. Dasselbe wird mittelst Extrazngs von Darmstadt nach Gießen befördert.
--Das von dem Reichstage des norddeutschen Bundes angenommene Postgcsetz wird jedenfalls anch für das ganze Großherzogthum Hessen zur Einführung kommen. Der rn demselben bisher gütige billigere Portosatz von 2 fr. fällt dann weg und jeder frankirte Brief kostet dann drei, der un- frankirte sogar sechs Kreuzer. Die Bricfcouverte, die man seither von der Post gratis bezog, müssen bezahlt werden. Nur die 1 Kr.-Taxe bei Stadtbriefen hofft man zu retten.
--In Hamburg, woselbst man, wie hier, sich derBc- sorgniß hingab, daß mit Einführung des gleichmäßigen Ein- gröschen-Portos mich die Localbricfe diesem Portosatze unterworfen würden, ist, nach der „K. Z.", zuverlässig die Versicherung gegeben worden, daß das bisherige wohlfeile Bestellgeld für die Localbriefe fortbauern werde. Da den Hamburgern sicherlich nicht eine exceptionelle Stellung eingeräumt werden soll, so können anch wir wohl auf Beibehaltung des Einkreuzersatzes für Localbriefe rechnen. (D- Z.)
--Die „H. V-" bringen folgende Mittheilung. In Gemäßheit der von den Ständen bewilligten Aufbesserung der Besoldungsvcrhältuisse der Justizbeamten erhalten bemalen 71 Stadt- und Landgerichts - Assessoren eine Besoldungserhöhung von je 200 st. vom 1. Januar 1867 an. Die Decrete sollen eben in der Ausfertigung begriffen sein.
--Major Kerz wurde zum Oberstlieutenant und Commandeur, Rittmeister Supp provisorisch zum Comman- deur der Division Starkenburg und Oberlieutenant Barthel zum Rittmeister und Adjutant im Großh. Gensd'armeriecorps ernannt.
--Wie Darmstädter Blätter berichten, würde den Ständen demnächst der Entwurf einer vom 1. Jan. 1868 an zu erhebenden Einkommensteuer zugehen. Ein Einkommen unter 800 st. soll unversteuert bleiben, 2% sollen nicht überschritten werden.
. .^tr Fabriksort I o h a n n. G e o r g e n st a t t in ter ärmsten und ctcften (Scgent Sachsens (tcm sogenannten sächsischen Si. biricnj tourte vor einigen Monaten vollstäntig von ten Flammen verzebrk. Uiber 326 Gebaute brannten bei ter tamaliaen Trochnheit mit Hab und Gut total nictcr, und auch nicht tas Geringste war versichert. Ein unübersehbares Elent ist über tief* unglückliche tttatt hereingebrochen, viele Menschen sind verbrannt unt verkohlt aus tcm Schutte herausgezogen Worten, und sämmt- ltches Vieh i|t zu Grünte gegangen. Ucber zwei Dritttheil ter Bewohner sind an den Bettelstab gebracht, und nagen im vollsten -mne des Wortes an dem Hungertuche. Obgleich tie allgemeine Mütthätigkeil schon Vieles gethan hat, so irren nach ten neuesten offiziellen Berichten bei der jetzigen falten rauhen Jahreszeit (der Schnee liegt dort schon beinahe Fuß hoch) noch über 2000 Cb- bad?lüfe in ten Brantruinen umher, wahre Jammergestalten, von Frost nnv Kälte durchschüttelt, kaum das Nothwendiaste babent ihre Blöße zu bedecken, ohne Hülfe und ohne Nahrung. '
... . 2?a tie Noch tort aus'o Höchste gestiegen ist, so wagt ter ganz ergeben)! Unterzeichnete an tie Herzensgüte und den Wohl- thatigkeitssinn edelmüthiger Mcn)chen zu appelliren, und bittet dringend um müde Beiträge sowohl an Gelt, als an alten Kleidunas. stucken, Stiefeln, Schuhen, Bettgeräthe ic. re. °
Die Expedition tes Gießener Anzeigeblattes hat sich gütigst bereit erklärt, Gaben aller Art in Empfang zu nehmen und da die allerletzten Berichte von Jobann-Gevrgen)tadt tas Elend als über alle Begriffe schildern, so ist schnelle Hülfe doppelte Hülfe.
Frankfurt a/M., den 1. November 1867. Gerson,
... königlich Sächsischer Generalconsul.
Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener-Eisenbahn, sowie sämmtliche roü- amtlichen Formulare, und zu habeu bei Wilhelm Klee, Mausburg
--Die von verschiedenen Blättern gebrachte Nachricht, daß den Herren N e e ß e und B r e b e ck die Frist zur Bildung einer Actiengescllschast zum Ausbau der obcrhessischen Bahnen von Gießen nach Fulda und Gießen nach Partenstein bis zum Jahrcsschluß crstr.ckt worden sei, wird durch das „Fr. I." aus „guter" Quelle in Abrede gestellt und bemerkt, "daß das Grotzh. Mmlsterilim, ungeachtet selbst persönlichen Nachsuchcns, es abgelehut habe, die im Mai d. I. ertheilte Zlisage: keiner anderen Gesellschaft eine Conccssiou zu crtheilen, länger aufrecht zu erhalten; eine Mitbewerbung sei demzufolge jetzo nicht ausgeschlossen. Die „M.-Ztg.", welche oben erwähnte Nach- rickt zuerst brachte, erklärt indessen die Berickstigung des „Fr. I." für falsch und versichert, seine Nachricht beruhe auf dirccten Erklärungen, welche vom Ministerium an Bewohner Oberhesscns gegeben worden seien.
--Von Neujahr an soll, wie cs heißt, die Post an Sonn- und Feiertagen von 8—11 Vorm. und von 3—5 Uhr Nachmittags geschlossen bleiben. Außerdem an dem Geburts- uud Namenstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, sowie an dem Geburtstag des Königs, der Königin, des Kronprinzen und der Kronprinzessin, sowie der Königin Wittwe. Die Postillione müssen an diesen Festtagen Fedcrbüsche an ihre Hüte aufstecken.
_ ---So viel die „H. L." bis jetzt aus zuverlässigen
B.uellcn erfahren konnte, werden den noch im Laufe dieses Monats zusammcntretenden Landständcn folgende Vorlagen gemacht: 1J ein Einkommensteuergesetz; 2) ein Kriegskostenaus- gleichungsgesctz; 3) der mit der preußischen Regierung abgeschlossene Telegraphenvertrag über die in Hessen anzulegcnden Telegraphenlinicn, die sich über das ganze Großherzogthum erstrecken; 4) der mit der bayerischen Regierung abgeschlossene Vertrag über die Anschlüsse der rheinhcssischcn Eisenbahnen nach der Pfalz hin; ferner höchst wahrscheinlich 5) ein Gesetz über Einführung von Stempelmarken statt des Stcmpelpapiers, um damit dem schon so oft geäußerten Wunsche der Stände nachzukommen; 6) ein Gesetz über Einschaltung einiger Gewerks in den Gewerbesteuertarif. Endlich werden, wenn die betrestenden Verhandlungen bis dahin zum Abschluß gekommen sind, den Kammern Vorlagen über den Bau, resp. über die
Ort und Datum.
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